Europa

Einschlafende Inflation: Keine Eintagsfliege, denn die Vorläufer schlafen auch ein

FMW-Redaktion

Wir hatten erst vorgestern über die einschlafenden Teuerungsraten in Deutschland berichtet. Nur noch +1,4% im Februar, und die für EZB-Zwecke entscheidende Inflation liegt nur noch bei +1,2%. Frage: Ist das eine Eintagsfliege, oder ein Trend hin zu schwächeren Preissteigerungen? Nun, dazu ist es wichtig auf vorlaufende Indikatoren zu schauen, um erahnen zu können, wie die endgültigen Verbraucherpreise in den nächsten Monaten laufen werden.

Denn zu welchen Preisen jetzt die Importeure Rohstoffe aus dem Ausland kaufen, und zu welchen Preisen Erzeuger und Großhändler jetzt die Waren an den Einzelhandel weiterreichen, das beeinflusst in zwei, drei, vier Monaten die Preise ganz am Ende der Kette für die Verbraucher in den Supermärkten, Elektronik-Geschäften und Klamottenläden.

Großhandelspreise

Aktuell wurden für Februar die Großhandelspreise für Deutschland veröffentlicht. Das sind also die Preise, die den Einzelhändlern letztlich in Rechnung gestellt werden. Sie steigen von Februar 2017 auf Februar 2018 nur noch um 1,2%. Das ist die schwächste Steigerung seit 2016, wie die Grafik ganz am Ende des Artikels zeigt. Vor allem Fleisch, Kaffee, Obst und Gemüse fallen in ihren Preisen deutlich, wie die folgenden Detaildaten zeigen:

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung hatte im Februar 2018 die Preissteigerung im Großhandel mit Erzen, Metallen und Metallhalbzeug mit + 4,6 % im Vorjahresvergleich. Gegenüber dem Vormonat verteuerten sich diese Waren um 0,3 %.

Im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen sind die Preise im Großhandel mit chemischen Erzeugnissen (+ 9,6 %), Altmaterialien und Reststoffen (+ 5,9 %) sowie mit Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten (+ 4,8 %).

Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahr gab es auch im Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (+ 1,4 %).

Dagegen waren lebende Tiere (– 10,7 %) sowie Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze (– 10,6 %) auf Großhandelsebene billiger als im Februar 2017. Auch im Großhandel mit Obst, Gemüse und Kartoffeln (– 4,3 %) sowie festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen (– 0,3 %) waren die Preise niedriger als ein Jahr zuvor.

Inflation Großhandelspreise



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