Europa

Einzelhandel: Mehrwertsteuersenkung verpufft komplett

Einzelhandel profitiert aktuell nicht von der Mehrwertsteuersenkung

Seit heute früh kann man auch anhand offizieller staatlicher Daten sagen, ob die Mehrwertsteuersenkung wirkt, die seit 1. Juli in Kraft ist. Denn heute früh wurden Daten zu den Einzelhandelsumsätzen im Juli veröffentlicht. Und siehe da, sie sind im Vergleich zu Juni um 0,9 Prozent gesunken. Was für ein Desaster für die Politik, die sich gerade von der Mehrwertsteuersenkung einen Konsum-Impuls erhofft hatte. Die Deutschen sollten wieder mehr einkaufen, damit sich die Wirtschaft von der Coronakrise erholen kann.

Aber dennoch zeigen die Zahlen Hoffnung. Denn im Vergleich zu Juli 2019 steigen die Einzelhandelsumsätze um 4,2 Prozent. Und im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im Juli 2020 kalender- und saisonbereinigt real um 0,9 Prozent höher. Also, die Einzelhandelsumsätze sehen gar nicht mal so schlecht aus. Aber bei einer spürbaren Mehrwertsteuersenkung erhofft man sich ja kurzfristig einen Konsum-Schub. Der wäre aber wie gesagt erkennbar gewesen in der Veränderung von Juni auf Juli, weil die Steuersenkung ab 1. Juli wirksam wurde. Aber die erhoffte Reaktion der Konsumenten blieb nun mal aus.

Übrigens: Gut geht es den Bereichen Lebensmitteleinzelhandel, Internethandel, Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte. In Corona-Zeiten hängen die Menschen nun mal zuhause rum und verschönern ihre Räumlichkeiten. Leiden tut ganz eindeutig der Einzelhandel für Bekleidung aller Art! Hier die Detailaussagen der Statistiker:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Juli 2020 real 4,2 % und nominal 7,2 % mehr um als im Juli 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 4,6 % und nominal 7,6 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 0,4 % und nominal 3,9 % mehr um. Damit erwirtschaftete der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln real zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie wieder mehr Umsatz als im Vorjahr.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im Juli 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,4 % und nominal um 5,1 %. Das größte Umsatzplus zum Vorjahresmonat mit real 15,6 % und nominal 16,6 % erzielte der Internet- und Versandhandel. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 12,9 %. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind dagegen der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren und der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -8,0 % und -14,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Einzelhandelsumsätze im Detail im Juli



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1 Kommentar

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