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Einzelhandelsriese Walmart vor den Unternehmenszahlen – spielt diese Firma eine entscheidende Rolle im Handelsstreit mit China?

Walmart ist nach Beschäftigten das größte Unternehmen der Welt und bietet vor allem Import-Waren aus China an – und ist damit ein „Zünglein an der Waage“..

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Das größte Einzelhandelsunternehmen der Welt steht schon seit Jahrzehnten besonders im Fokus von Analysten und Politikern, nicht nur wegen des wirtschaftlichen Machtkampfes mit dem Online-Riesen Amazon. Aktuell könnte es so etwas wie das Zünglein an der Waage sein, im großen Zollstreit zwischen den USA und China.

 

Zuerst ein paar Fakten

Walmart ist nach Beschäftigten das größte Unternehmen der Welt mit ca. 500 Milliarden Dollar Umsatz und über 2,3 Millionen Angestellten, man betreibt knapp 12.000 Läden in aller Welt, davon allein über 3700 Filialen in den USA. Auch wenn das Unternehmen als großer Arbeitgeber viele Arbeitsplätze schafft, ist er auch beständiger Kritik ausgesetzt. Das Erfolgsrezept ist unter anderem das niedrige Preisniveau für den Verbraucher, allerdings gilt das auch für das Niveau der gezahlten Löhne. Während Industriearbeiter im Schnitt 42.000 Dollar im Jahr verdienen, bekommen Beschäftigte im Einzelhandel nur 23.000 Dollar.

Profitiert haben von dem Wandel die Verbraucher. Importe, vorwiegend aus China, machen alle Art von Gebrauchsgütern (consumer stapels, vom Fernseher über Kleidung bis zum Kinderspielzeug) für Haushalte mit geringerem Einkommen erschwinglich. Und viele amerikanische Familien kämen ohne die Billigangebote kaum über die Runden. Allein Wal-Marts Einfluss auf die Preise ist so groß, dass Ökonomen berechnet haben, dass der Einzelhändler mehr gegen die Inflation ausgerichtet hat, als die US-Notenbank. Volkswirtschaftlich betrachtet leistet Walmart praktisch seinen Beitrag dafür, dass die „Philipps-Kurve“ in den USA nicht funktioniert (niedrige Arbeitslosigkeit führt zu Lohnsteigerungen und damit zur Inflation, der Lohn-Preis-Lohn-Spirale).

 

Die Bedeutung Walmarts im Handelskrieg

 

Würden man den US-Präsidenten beim Wort nehmen, dürften die Amerikaner fast keine Waren mehr bei Walmart kaufen. Denn – und das gilt vor allem für den Non-Food-Sektor – ein hoher Anteil der verkauften Waren bei Walmart kommen aus dem ihm so verhassten China. Ökonomen zufolge beträgt der Anteil von importierten China-Waren bei Walmart inzwischen 70 bis 90 Prozent. Viele dieser Waren wurden schon vom 10%- Zoll in Höhe von 200 Mrd. $ betroffen, allerdings konnte man die Auswirkung auf Verbraucher und Inflation noch gering halten, auch mit Hilfe der Chinesen, die die Exportpreise etwas gesenkt haben.

Sollte es im Handelstreit zu keiner, wie auch immer gearteten Einigung kommen, und damit zur automatischen Anhebung dieser Zölle auf 25%, hätte dies fatale Folgen für Walmart und wahrscheinlich auch für die Verbraucher. Wenn das Unternehmen die Zölle (quasi eine Einfuhrsteuer auf Waren) auf die Preise aufschlägt, müssten die Umsätze durch die einkommensschwache Klientel sinken, bei gleichzeitig anziehender Inflation. Gibt man die Kosten nicht weiter, sinken die Margen und die Börsenbewertung, nicht nur von Walmart, sondern auch von weiteren börsennotierten Einzelhandelsunternehmen.

Morgen gibt Walmart als eines der letzten großen Unternehmen die Zahlen für Q4 (2018) bekannt. Wie stark wird sich der Einbruch der Einzelhandelsumsätze im Dezember (-1,2%)- inklusive der Online-Umsätze – in der Quartalsbilanz bemerkbar machen?

 

Die Fed in der Zwickmühle

Die anziehenden Preise zwängen die US-Notenbank aus ihrer dovishen Haltung „wait and see“, mit unausweichlichen Folgen für die Aktienmärkte. Diese laufen ja hauptsächlich deshalb so gut, weil die Fed ihre weiteren Zinsanhebungen erstmal auf Eis gelegt hat. Ich habe es zuletzt in meinem Freitagkommentar erwähnt, die Wall Street beachtet die Erzeuger- und Konsumenätendaten derzeit mehr, als die Daten zur Wirtschaftsentwicklung.

 

Fazit

Kurzum, auch wenn die Chinesen weitaus mehr in die USA exportieren und durch höhere Zölle mehr zu verlieren haben, befinden sich die USA in keiner komfortablen Verhandlungsposition mehr. Der US-Konsument und dessen Kauflaune haben zentrale Bedeutung – auch irgendwie logisch in einer 70%-Konsumökonomie.

Walmart und die beschriebene Gemengelage sind dabei mehr als ein „Zünglein an der Waage“.

 

 

Fptp: Photograph of a Wal-Mart store exterior in Laredo, TexasSource: Photograph taken by Jared C. Benedict on 22 February 2004., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=269709

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    18. Februar 2019 10:54 at 10:54

    Auf Grund dieser Tatsachen kann es ja fast nur zu einer Einigung kommen. Dem Wahlvolk kann man sowieso alles als Erfolg verkaufen, das ist für eine perfekt ausgeklügelte Propagandamaschine nun wirklich kein Problem. Die(wir) Bären müssen sich auf eine massive, doppelte(China+Brexit) „Einigungsrally“ einstellen, die aber vermutlich nicht allzu lange dauern wird.

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    tm

    18. Februar 2019 11:50 at 11:50

    “Importe, vorwiegend aus China, machen alle Art von Gebrauchsgütern (consumer stapels, vom Fernseher über Kleidung bis zum Kinderspielzeug) für Haushalte mit geringerem Einkommen erschwinglich.”

    Wie hoch ist denn der Umsatzanteil der China-Importe? Ich hähhe getippt, dass Walmart vor allem Lebensmittel umsetzt (ich hatte mal was von gut der Hälfte des Gesamtumsatzes gelesen) und die dürften eher zu einem kleinen Teil aus China importiert werden. Auch Kleidung stammt überwiegend nicht aus China. Die größte Warengruppe chinesischen Exporte stellt Elektronik dar und da wäre meine Vermutung, dass das für Walmart nicht unwichtig ist, aber auch nicht existenziell.

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      Wolfgang M.

      18. Februar 2019 12:26 at 12:26

      @tm.Das dürften Sie aber gewaltig unterschätzen.Ich habe bereits bei den 10%-Zölle gelesen, welche Produkte davon betroffen waren, Lederwaren, Schuhe Bekleidung, Reiseutensilien, Kinderspielzeug, Caterpillar-Imitate, selbst die Base-Cap von Trump (Make America great again) gab es zu großen Teilen aus China. Ivanka Trump hat eine eigene Textilfirma, producing in China.Es geht auch nicht um ein existenzielles Problem von Walmart als Dickfisch, sondern um die Inflations- und Umsatzfrage, schließlich kommen auch noch weitere Einzelhändler dazu.

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Rüdiger Born: Dax positiv, Chance im Euro

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Im Dax sieht es heute doch recht gut aus. Dank Bankenfeiertag in UK und einem kompletten Feiertag in den USA ist nicht viel los heute. Die Chancen nach oben sind aber die besseren. Der Euro könnte interessante Tradingchancen bieten. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch mein ausführlicheres Marktvideo vom Samstag, dass Sie sich beim Klick an dieser Stelle anschauen können. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service “Trade to Go” (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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Dax Charttechnik: Neue Sichtweise – Kaufsignal möglich?

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Der Dax Performance Index konnte sich im Verlauf der zurückliegenden Handelswoche relativ gut behaupten. Auch wenn der ganz große Sprung dem Index noch versagt blieb, konnte sich eine kleine Rallye einstellen. In Folge dessen habe ich meine Sichtweise auf dem Dax umgestellt. Wie der Chart es zeigt, bin ich nun wieder leicht positiv eingestellt, wenn auch nicht euphorisch. Die seit Mitte März zu konstatierenden Bewegungen bilden lediglich eine Korrektur aus und nicht etwa das Fundament für einen größeren Aufwärtstrend.

Ausblick für den Dax

Ausblick: Aktuell bildet sich für den deutschen Leitindex im Chart ein Triangle (a-b-c-d-e) als übergeordnete Welle (B) aus. Die sich momentan noch in der Ausformung befindliche Welle (d) kann an den folgenden Tagen noch bis zur 2.00-Linie bei 11.437 Punkten im Dax steigen. Diesen Schritt erwarte ich sogar, da sich dadurch die Struktur des Triangles besser darstellen würde. Wesentlich stärker wird der Trend indes nicht verlaufen. Die sich daran anschließende (e) schließt das Triangle durch eine kleine Korrektur ab.

Das Ziel von einer „E“ lässt sich nicht zuverlässig bestimmen, sollte aber im vorliegenden Fall nicht unter dem 1.00 Retracement bei 10.367 Punkten liegen. Nach abgeschlossener Welle (B) wird die sich anschließende (C) den Dax Index noch einmal relativ kräftig steigen lassen. Dabei kann der Arm des Trends durchaus bis zum 1.00-Widerstand bei 13.093 Punkten reichen. Größere Gefahren für das beschriebene Bild würden sich erst mit Unterschreiten der 1.62-Unterstützung (10.270 Punkte) einstellen. Diesen Schritt erwarte ich indes nicht.

Fazit: Der Dax bildet innerhalb einer Korrektur eine seitliche Korrekturformation aus. Ein Kaufsignal würde sich erst über der 2.00-Linie einstellten. Die Absicherung dieser Positionen sollte auf dem 1.62 Retracement bei 10.270 Punkten erfolgen.

Dax Chart

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Dank Lufthansa, ifo und Bayer – Dax doch tatsächlich mit Eigenleben am US-Feiertag

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Ja darf das denn wahr sein? An einem US-Feiertag entwickelt der Dax ein Eigenleben mit aktuell plus 2 Prozent. Und das nicht nur aufgrund dünner Umsätze, die mal eben Aktien oder Futures rauf und runter jagen! Nach der letzten offiziellen Info der Lufthansa vom Donnerstag Abend über laufende Verhandlungen mit dem Bund hat man sich laut aktuellen Berichten nun angeblich geeinigt. Die offizielle Bestätigung fehlt noch – aber eine Alternative zur Staatskohle gibt es für die Lufthansa aktuell eh nicht? Mal abwarten, was die offizielle Mitteilung, wenn sie denn kommt, für Details der Rettung enthüllen wird. Aktuell jedenfalls wird die Lufthansa-Aktie gepusht auf 8,52 Euro, ein Plus von mehr als 6 Prozent. “Noch” ist die Lufthansa ja im Dax enthalten, und hilft dem Index nach oben. Auch die Aktien des Dax-Titels MTU legen heute 7 Prozent zu.

Die Aktien von Bayer sind mit aktuell mehr als 7 Prozent Plus  – dies hatten wir vorhin schon besprochen. Nach heutigen Berichten hofft man auf Vergleiche bei tausenden von Klägern in den USA wegen dem Unkrautvernichter Glyphosat. Auch der heute mit 79,5 (erwartet 78,3) Punkten leicht bessere ifo-Geschäftsklimaindex hilft dem Dax heute beim Ansteigen. Die Amerikaner sind dank geschlossener Börsen (heute ist Memorial Day) erst morgen wieder am Start. Im Chart sehen wir den Index-Verlauf der letzten zehn Tage.

Dax im Verlauf von zehn Tagen

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