Europa

Einzelhandelsumsätze rückläufig – die Inflation bremst

Einkaufswagen

Die Einzelhandelsumsätze in Deutschland sind im März im Jahresvergleich um real 2,7 Prozent gefallen – obwohl die Erwartungen bei +6 Prozent lagen – das zeigen heutige Daten vom Statistischen Bundesamt. Nominal war es ein Plus von 3,1 Prozent. Die Differenz zwischen den nominalen und realen Ergebnissen spiegelt die hohen Preissteigerungen im Einzelhandel wider. Man erkennt an einigen Details: Die Deutschen haben wegen der spürbaren Inflation bei Kleidung und vor allem an der Tankstelle gespart. Man fährt weniger, und tankt folglich weniger. Hier einige interessante Detailaussagen der Statistiker:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln konnte im März 2022 im Vergleich zum Vormonat zwar einen realen Umsatzanstieg von 2,9 % verzeichnen, jedoch sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,4 %. Die erhöhte Nachfrage nach einzelnen Gütern im Zuge von Vorratskäufen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg betraf somit zwar einzelne Warengruppen (zum Beispiel Mehl und Speiseöl) besonders stark, hatte jedoch keine deutlichen Auswirkungen auf die gesamte Umsatzentwicklung der Branche.

Der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln wiederum verzeichnete im März 2022 gegenüber dem Vormonat einen realen Umsatzrückgang von 2,6 %. Vor allem der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren erzielte hier ein deutliches Minus von 8,4 %, der Umsatz lag damit aber noch 39,0 % höher als im Vorjahresmonat März 2021, als wegen der Corona-Pandemie strengere Zugangsbeschränkungen zu Einzelhandelsgeschäften galten. Im Zuge der enormen Steigerungen der Kraftstoffpreise im März 2022 verzeichneten die Tankstellen (Einzelhandel mit Motorenkraftstoffen) im Vergleich zum Vormonat einen realen Umsatzrückgang von 11,5 %.

Der Internet- und Versandhandel verbuchte im März 2022 gegenüber dem Vormonat ein Umsatzminus von 7,7 % und hat auch im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich an Umsatz eingebüßt (-16,9 %).



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2 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Eine Inflation die nicht bekämpft wird erzeugt automatisch eine noch höhere Inflation! Diese unumstößliche Tatsache ist empirisch schon seit Jahren bekannt.

    Nicht umsonst stand für die alte Bundesbank der Bundesrepublik Deutschland die Inflationsbekämpfung an allererster Stelle.

    Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Wir schreiben das 1992.Die Inflation erreicht in Deutschland die Marke von 5 Prozent.
    In dieser Situation entschließt sich die Bundesbank zu handeln. Sie erhöht den Diskontsatz auf 8,75 Prozent. Nur der Lombardsatz bleibt bei 8 Prozent.
    Das führt zu einer Umlaufrendite von 8,5 Prozent und in der Folge zum Rückgang der Inflation.
    Bis zur Jahrtausendwende sinkt die Inflation auf nur noch 1,4 Prozent bei einer Umlaufrendite von über 5 Prozent!
    Die historischen Inflationsraten können Sie unter statista.com einsehen und die historischen Umlaufrenditen unter boerse.de.

  2. Ein aktuelles Beispiel ist die Türkei. Dort beträgt die aktuelle Inflation 61prozent.

    Die EZB agiert wie die Türkei…..

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