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Einzelhandelsumsätze +4,8%: Die ernüchternde Wahrheit hinter dieser tollen Zahl

Das Statistische Bundesamt vermeldet heute, dass die Einzelhandelsumsätze in Deutschland von Mai 2016 bis Mai 2017 um satte 4,8% gestiegen sind. Ohne Preisbereinigung stiegen sie sogar um 6,3%. Ein toller Zuwachs…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das Statistische Bundesamt vermeldet heute, dass die Einzelhandelsumsätze in Deutschland von Mai 2016 bis Mai 2017 um satte 4,8% gestiegen sind. Ohne Preisbereinigung stiegen sie sogar um 6,3%. Ein toller Zuwachs, der zeigt, dass die Deutschen kräftig am Konsumieren sind. Diese Headline-Info wird auch in der „statistischen Außenwirkung“ positiv vermerkt werden, was man gut verstehen kann.

Auch einzelne Teilbereiche sehen oberflächlich gut aus. Zitat:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Mai 2017 preisbereinigt 3,7 % und nominal 5,8 % mehr um als im Mai 2016. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten preisbereinigt um 3,9 % und nominal um 6,1 % höher als im Vorjahresmonat. Im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln wurde preisbereinigt 0,9 % und nominal 2,4 % mehr umgesetzt als im Mai 2016. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln lagen die Umsätze preisbereinigt 5,8 % und nominal 6,9 % über den Werten des Vorjahresmonats.

Das Statistische Bundesamt erwähnt aber auch, dass die Geschäfte im Mai 2017 an 25 Verkaufstagen geöffnet hatten, einen Tag mehr als im Mai 2016. Das bedeutet, dass die Anzahl der offenen Tage im Mai 2017 um 4,17% größer war als vor einem Jahr. Zieht man die 4,17% vom offiziellen Volumenzuwachs von 4,8% ab, bleibt nicht mehr viel übrig!

Hinzu kommt noch ein weiterer Trend, der jeden Monat zu beobachten ist, und der den Trend aus den USA bestätigt. Die Umsätze verlagern sich auch hierzulande so langsam ins Internet. Während der stationäre Einzelhandel also fast an der Nullmarke liegt, wächst das Onlineshopphing kräftig. Im Mai war es ein Plus von 9,2% (nominal 10,4%) im Internet- und Versandhandel gegenüber Mai 2016. In den USA spüren die stationären Einzelhändler die kräftigen Einbrüche bereits, die der Onlinehandel verursacht. In Deutschland ist es noch nicht so weit, aber wie so ziemlich jeder Trend aus den USA tritt wohl auch dieser erst mit Verzögerung in Europa zu Tage.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    frank.trg

    30. Juni 2017 10:40 at 10:40

    E-Commerce wird weiter wachsen. Ich rechne in einigen Jahren mit einem Anteil von rund 30 Prozent, am Gesamteinzelhandel. Der stationäre Handel ist stark und wird auch in Zukunft der Hauptvertriebsweg sein. Gerade im Foodbereich ist der stationäre Handel in Deutschland nahezu konkurrenzlos, an jeder Ecke gibt es Märkte. Und die meisten Menschen wollen sehen und anfassen was sie kaufen…

    • Avatar

      walter

      30. Juni 2017 10:59 at 10:59

      Aber bei den Tabakwarenpreisen,da bleibt dir die Kippe im Hals stecken…
      Da hilft das Drehen auch nichts mehr….
      Fuern Harzer schaut es etwa so aus:
      Jeden Tag ein Weissbier u.ne Schachtel Kippen,der rest geht fuer Stromkosten und Bloedzeitung drauf!
      Was hat der dann zum beissen?Seine Fingernaegel etwa?

    • Avatar

      gerd

      30. Juni 2017 11:15 at 11:15

      frank.trg,
      ich kannte die Bequemlichkeit des Online-Handels bereits als Kind – obwohl es da noch gar keinen Onlinehandel gab.
      Durch die Straßen unserer beschaulichen Siedlungen fuhren diverse Verkaufsfahrzeuge und sie hielten alle hundert Meter. Manche jeden Tag, wie der Milchmann. Manche nur zweimal in der Woche.
      Getränke, Kartoffel, Gemüse, Backwaren… ach was soll ichs einzeln aufführen. Fast alles konnte man kaufen. Es kam bis kurz vor die Haustür.
      In den großen Städten sind dem heute aber tatsächlich Grenzen gesetzt. Es ist in dichtbesiedelten Städten unmöglich auch nur die Hälfte, wahrscheinlich nicht mal die erwähnte 30% -Quote zu erreichen.
      Von der Logistik her – Parkplätze für die vielen Zustellfahrzeuge.
      Anwesenheitspflicht in der Wohnung zwecks Entgegennahme von Ware, gerade bei kühlpflichtigen Artikeln – sehr lästig.
      Kumulierter Zeitaufwand vom Beginn der Onlinebestellung bis zum Abschluss von Lieferung und Zahlung – erheblich.

      Und kauft man sich beispielsweise eine Gitarre online, wenn es gar keine Geschäfte mehr gäbe, sie auszuprobieren. Oder ein Fahrrad, Auto oder viele andere Produkte?

  2. Avatar

    walter

    30. Juni 2017 11:04 at 11:04

    Man sollte FMW im dt.Zwangsfernsehen live uebertragen,dann geht mit Sicherheit bei vielen Buergern ein Licht auf!
    Aber man soll ja ruhig gestellt werden,damit die schon entschiedene BT-Wahl nicht noch in Gefahr geraet…

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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