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Elon Musk einigt sich mit SEC – ein Trinkgeld als Strafe, und eine Art Teil-Entmündigung

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Erst letzten Donnerstag verkündete die US-Börsenaufsicht SEC, dass man Tesla-Chef Elon Musk anklage wegen Wertpapierbetrug, und dass man dafür sorgen wolle, dass er nie wieder irgendein börsennotiertes Unternehmen leiten darf. Was für eine Demütigung! (hier unser Artikel dazu) Und das, obwohl die SEC kurz zuvor noch Verhandlungsbereitschaft anbot – Musk lehnte ab.

Und nun, nur zwei Tage nach der Anklage, scheinen womöglich seine Anwälte Elon Musk doch noch überzeugt zu haben, dass er auf die SEC zugehen soll. Denn die Faktenlage sprach ganz klar gegen ihn. Und so hat man sich am Wochenende doch noch geeinigt (hier der ganze Wortlaut der SEC). Man kann es so ausdrücken: Elon Musk kommt mit einem blauen Auge davon, und wird zukünftig teil-endmündigt.

Er wie auch Tesla zahlen jeweils 20 Millionen Dollar Strafe – ein Trinkgeld! Die SEC will damit Anleger entschädigen, die Verluste erlitten, weil die Aktie nach seinem legendären Tweet vom 7. August stieg, dann aber schnell wieder abstürzte. Auch wird Elon Musk seinen Posten als Aufsichtsratschef abgeben, wird aber weiterhin Vorstandsvorsitzender bleiben (in den USA darf man gleichzeitig Aufsichtsrat und Vorstand sein). Im Aufsichtsrat sollen zwei neue unabhängige Räte installiert werden, die offensichtlich Musk umfassend kontrollieren sollen. Für die nächsten drei Jahre darf Musk als Aufsichtsratschef nicht erneut gewählt werden.

Ein neu zu bildendes Komitee soll, so schreibt es die SEC, zusätzliche Kontrollen einführen, welche eine vernünftige Kommunikation von Elon Musk gewährleisten sollen. Das ist schon peinlich für Musk, dass er nun quasi an die kurze Leine gelegt wird, und nicht mehr einfach so drauf los twittern kann. Die SEC weist auch darauf hin, dass nicht nur Elon Musk, sondern auch die Aufsichtsräte zukünftig Geldstrafen zu zahlen haben, falls es zu erneuten problematischen Tweets kommt. Frage: Wer will sich das antun? Elon Musk ist wie ein kleines Kind, das einfach nicht hören will. Wie lange dauert es, bis er doch wieder fragwürdige Sachen twittert?

Warum dieser Rückzug der SEC, warum doch noch die Einigung? Die SEC hat ja die Aufgabe vor allem im Sinne der Allgemeinheit und der kleinen Privatleute, die an der Börse investiert sind, für eine Art Gerechtigkeit zu sorgen. Vielleicht wurde der SEC bewusst, dass Tesla wie keine andere Firma von der Person Elon Musk abhängt? Ist der SEC klar geworden, dass bei einem brutalen Durchziehen der Entmachtung von Musk der Aktienkurs von Tesla kräftig in den Keller gerauscht wäre? Also ist diese Einigung vielleicht gemacht worden um die Aktie vor einem schlimmen Einbruch zu bewahren, und damit auch die große Masse der Kleinanleger vor großen Verlusten? Die SEC hat dazu eine Stellungnahme veröffentlicht (hier lesen). Kurz zusammengefasst sagt man, dass die Einigung angemessen sei.

Der Tesla-Aktie notiert aktuell vorbörslich mit +16%.

Elon Musk
Tesla-Chef Elon Musk. Foto: Heisenberg Media / Wikipedia (CC BY 2.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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Wie lange handeln Sie schon mit Aktien? – Werbung

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Lieber Börsianer,

sind Sie auch einer der zahlreichen Neu-Börsianer, die seit Ausbruch der Corona-Krise mit dem Aktienhandel begonnen haben? Wenn ja, dann beglückwünsche ich Sie zu diesem Entschluss.
Im Wesentlichen haben in diesem Jahr drei Faktoren zur Stärkung der Aktionärskultur beigetragen:

1) Die Niedrigzinsen lassen die Menschen nach Alternativen zum klassischen Sparkonto suchen.
2) Online-Broker machen den Aktienhandel auch mit kleinen Geldbeträgen attraktiv.
3) Während der Corona-bedingten Zwangspause des öffentlichen und oft auch beruflichen Lebens hatten viele Menschen erstmals Zeit, sich mit Ihrer Geldanlage und Altersvorsorge zu beschäftigen.

Die Millenials entdecken die Börse

In den vergangenen Monaten habe ich bemerkt, dass vor allem junge Menschen die Börse für sich entdecken. Menschen, die um die Jahrtausendwende geboren wurden, zeigen ein großes Interesse an Geldanlagethemen. Das freut mich umso mehr, gelten die Deutschen doch oftmals als Aktienmuffel. Die Rendite der Anlageportfolios hinkte den Menschen in Aktienländern wie den USA deshalb oft deutlich hinterher. Das könnte sich jetzt mit einer neuen Generation von Aktionären ändern.

Doch es ist auch Vorsicht geboten. Viele Neu-Börsianer lassen sich vom Versprechen auf den schnellen Gewinn verführen. Manche vergessen, dass Sie mit echtem Geld agieren und lassen sich von den spielerisch gestalteten Apps der Online-Broker blenden.

Manchmal scheint es tatsächlich sehr einfach zu sein, an der Börse Geld zu verdienen. Doch vergessen Sie niemals: Die Flut hebt alle Boote. In Zeiten steigender Kurse, wie nach dem Corona-Crash am Anfang des Jahres, konnten Sie kaufen was…..

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