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Elon Musk pusht Tesla-Aktie um 10%, und will die Aktie komplett von der Börse nehmen

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Ist Elon Musk jetzt völlig wahnsinnig? Oder meint er es wirklich ernst? Auf jeden Fall weiß er, wie man es schafft mit einem einzigen Tweet den Aktienkurs der eigenen Firma hochzutreiben. Einfach unglaublich. Da schreibt Musk doch gestern Abend einfach, dass er vor habe die Tesla-Aktie komplett von der Börse zu nehmen, also quasi das Gegenteil eines Börsengangs. Die Firma würde als Aktiengesellschaft weiter existieren, und die Aktionäre könnten auch an Bord bleiben – nur wäre die Firma eben nicht mehr börsennotiert.

Für alle, die nicht in der Aktie investiert bleiben wollen (das dürften die meisten sein), biete er einen Abkauf der Aktien zu 420 Dollar an, was ein Aufschlag von 43 Dollar gegenüber gestern Abend darstellt. Nach seinem Tweet wurde die Aktie erstmal vom Handel ausgesetzt. Niemand wusste so richtig, ob es sich mal wieder um einen “Scherz” von Elon Musk handelt. Aber dann kam ein offizieller Blog-Eintrag auf der Tesla-Webseite, wo die Intention bestätigt wurde die Aktie von der Börse zu nehmen.

Elon Musk macht darin deutlich, dass er einfach keine Lust mehr hat auf die Shortseller, die Analysten, die negativen Kommentare usw. Ist die Aktie nicht mehr börsennotiert, verschwindet die Aktie blitzartig vom Bildschirm der Investoren, und Musk hat relativ viel Ruhe. An den Finanzsorgen der Firma würde sich nichts ändern, aber er hätte seine Ruhe. Und die Aktionäre? Wer nach einem De-Listing an Bord bleibt, könnte eben nur noch privat außerbörslich versuchen Käufer auf eigene Faust zu finden, wenn man verkaufen will. Das erschwert Ein- und Ausstiege, und es gibt ja auch keinen festen Börsenkurs mehr.

Also, die große Masse der Aktionäre würde wohl die 420 Dollar liebend gerne akzeptieren. Musk schreibt selbst, dass er die Finanzierung für diese Aktion gesichert habe. Wie, was, mit wem und womit, das erwähnte er nicht. Eine endgültige Entscheidung zu dem De-Listing sei noch nicht gefallen, wird im Blog-Eintrag fast nebensächlich erwähnt. Also: Alles nur eine Luftnummer um den Kurs zu pushen? Wenn ja, dann hat Elon Musk mit dieser Aktion die Börsianer mehr als nur für dumm verkauft.

Aufsichts-Experten aus den USA haben sich heute Nacht schon dazu geäußert, ob Musk´s Äußerungen via Twitter börsenrechtlich überhaupt zulässig sind. Denn sollte der Tweet die Absicht gehabt haben den Aktienkurs von Tesla zu beeinflussen, könnte dies Kursmanipulation oder sogar Börsenbetrug sein, so sagt es Harvey Pitt, immerhin ehemaliger Chef der Börsenaufsicht. Wir sind mal gespannt, wer denn Elon Musk einen gigantischen Milliarden-Berg bereit stellt um die Aktionäre bei 420 Dollar auszukaufen.

Vielleicht Saudi-Arabien, von dem man erst gestern erfahren hatte, dass es einen netten Anteil an Tesla gekauft hatte? Musk legt die Messlatte immer höher, und damit auch die Fallhöhe!

Elon Musk
Tesla-Chef Elon Musk. Foto: Heisenberg Media / Wikipedia (CC BY 2.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

Ein Kommentar

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    Gixxer

    8. August 2018 11:04 at 11:04

    Ich bin mal gespannt, ob dieses Mal geliefert wird.
    Falls nicht, hoffe ich, dass es dann wenigstens zu einer Untersuchung wegen der o.g. Vorwürfe (Kursmanipulation oder Börsenbetrug) kommt.

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EZB-Geldmenge wächst spürbar – und die Kreditvergabe? US-Sparquote explodiert!

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Die EZB hat heute ihre Daten zum Wachstum der Geldmenge für den Monat April bekanntgegeben. Dies ist derzeit ja besonders interessant aufgrund der gigantischen Gelddruck-Orgien der Notenbanken, um die Coronakrise mit Geld zuzuschmeißen. Kurz vorab: Die Geldmenge “M3” ist laut offizieller Definition der Bundesbank das “weit gefasste Geldmengenaggregat” des Eurosystems, und umfasst neben der Geldmenge M2 auch Repogeschäfte, Geldmarktfondsanteile und Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren. Die Geldmenge M3 ist ein wichtiger Indikator für die monetäre Analyse, die den geldpolitischen Entscheidungen des Eurosystems zugrunde liegt, so die Erläuterung der Bundesbank.

Die heutigen Daten der EZB zur Geldmenge M3 zeigen für die Eurozone ein Wachstum im Jahresvergleich um 8,3 Prozent auf 13,64 Billionen Euro. Die Geldmenge M1 steigt um 11,9 Prozent auf 9,51 Billionen Euro. Sie zeigt den Bargeldumlauf außerhalb des Bankensystems und täglich fällige Einlagen von Nichtbanken bei Monetären Finanzinstituten in der Eurozone. Und, kommt diese monströse Geldschwemme da an, wo sie hin soll? Im April stieg das Volumen der Kredite an Haushalte im Jahresvergleich um 3 Prozent. Kredite an Unternehmen (ohne Finanzbranche) stiegen um 6,6 Prozent. Hier sehen wir die Entwicklung der Geldmenge M3 als Chart im Verlauf der letzten 25 Jahre:


source: tradingeconomics.com

Hier das Datenblatt der EZB aus der heutigen Veröffentlichung:

Geldmenge M3 Daten der EZB von heute

Sparquote in den USA

Die Sparquote in den USA ist im April auf ein Rekordhoch explodiert! In der totalen Krise entdeckt der Amerikaner (derjenige, der überhaupt Geld übrig hat) den Europäer in sich? Nicht mehr konsumieren wie ein Wahnsinniger, sondern erstmal Geld auf die hohe Kante packen, für den Fall dass alles noch viel schlimmer kommt? Die staatlichen Statistiker der Behörde “Bureau of Economic Analysis” (BEA) haben vor wenigen Minuten bekanntgegeben, dass die Sparquote der Amerikaner (von 12,7 Prozent im März) im April auf sagenhafte 33 Prozent gestiegen ist. Das ist der höchste jemals gemessene Wert seit 1960, wo man mit der Erfassung dieses Parameters begonnen hatte. Mit der Sparquote wird angezeigt, welchen Prozentsatz des verfügbaren Einkommens die Bürger bei Seite legen.

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Klamotten und Flughäfen: So schlimm ist der totale Corona-Kollaps

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Der gesamte Einzelhandel ist nur minimal betroffen durch die Coronakrise. Schaut man auf die heutige Headline-Aussage des Statistischen Bundesamtes, dann sieht man einen Rückgang von 6,5 Prozent bei den Einzelhandelsumsätzen im April im Vergleich zu April 2019. Wow, dann ist ja alles halb so wild? Aber halt. Man schaue auf die Details. Der Lebensmitteleinzelhandel kann um 6,2 Prozent zulegen. Klar, da werden die Hamsterkäufe mit inkludiert sein, wo die breite Masse der Bevölkerung sich jetzt zusätzlich zum Alltagseinkauf Notvorräte angelegt hat. Und der Onlinehandel, der profitiert natürlich von diesem Shutdown, und zwar mit einem Plus von 24,2 Prozent.

Regelrecht vernichtet (so darf man es sagen) wurden natürlich die Umsätze im stationären Einzelhandel bei Klamotten. Klar, in den Wochen des totalen Shut Down, wo nur die wichtigsten Geschäfte wie Supermärkte und Apotheken öffnen durften, waren Bekleidungsgeschäfte geschlossen. Und so sinken die Umsätze im Segment “Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren” im Jahresvergleich um 70,7 Prozent! Wir haben dies in der folgenden Grafik in rot markiert. Der gesamte Nicht-Lebensmittel-Einzelhandel verliert “nur” 14,5 Prozent.

Umsätze bei Klamotten brechen brutal ein

Flughäfen mit totalem Corona-Kollaps

Tja, wie sollte es auch anders sein, wenn Flugreisen verboten sind, sich Länder abschotten, globale Reisewarnungen ausgesprochen werden usw? Die deutschen Flughäfen erlebten im März und April beim Transport von Passagieren den Voll-Absturz. Im März waren es laut Aussagen des deutschen Flughafen-Verbandes ADV im Jahresvergleich -63 Prozent. Im April kam dann mit -98,6 Prozent der völlige Kollaps. Die gesamten Flugzeugbewegungen sanken im März um 41,3 Prozent, und im April um 85,5 Prozent. Mehr Details finden Sie hier.

A380 am Frankfurter Flughafen
Gibt es diese Bilder überhaupt nochmal? Ein A380 landet in Frankfurt. Foto: Wo st 01 CC BY-SA 3.0 de

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Leonhard Fischer: “Die Märkte sind abgeschafft”! Interview mit Markus Fugmann

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Leonhard Fischer war Vorstand bei der Dresdner Bank und bei der Allianz – derzeit ist er Vorsitzender des Anlageausschusses beim “Zukunftsfonds“. Fischer ist ein Freund klarer Worte – und das stellt er in dem folgendem Interview mit Markus Fugmann eindrucksvoll unter Beweis!

“Es gibt keine Märkte mehr”, sagt Leonhard Fischer – eine Preisfindung über Angebot und Nachfrage finde auch an den Aktienmärkten nicht mehr statt. Da alle anderen Mätkte durch die Notenbanken manipuliert seien, würden die Investoren geradezu in die Aktienmärkte gezwungen. Aufgrund dieses Zwangs wiederum spielten Bewertungen an den Aktienmärkten im Grunde gar keine Rolle mehr.

Die Zinsen sind nun unter der Inflation – wodurch sich die Kreditaufnahme rentiere. Priveligiert sei, so Fischer, wer Zugang zu Krediten habe, ob auf staatlicher Ebene (Deutschland mit unbegrenztem Kreditzugang), oder auf persönlicher Ebene (Beamte, Vermögende etc.). Die anderen, die diesen Zugang nicht hätten (kleine Unternehmen; Geringverdiener), würden dagegen die Zeche bezahlen. Das habe aber nichts mit Leistung zu tun, so Leonhard Fischer.

Leonhard Fischer sagt: wir haben einen Paradigmenwechsel, der sich durch folgende Punkte definiere:

1. Cash ist Trash

2. Es gibt keinen Markt mehr (Angebot und Nachfrage), auch die Börse ist das nicht mehr

3. Pleite gehen ist nur noch für kleine Unternehmen und Normalbürger erlaubt, nicht aber für große Investoren (die Fed zuckte und reagierte schon nach zwei Wochen fallender Märkte – statt Investoren, die überhebelt waren, eben pleite gehen zu lassen)

4. Die arbeitende Mittelschicht sei der große Verlierer, die Vermögenden die Gewinner, die von Transferleistung Lebenden dagegen würden sogar eher leicht profitieren

Leonhard Fischer spricht in folgendem Video auch über die Strategie des “Zukunftsfonds”, der sich nach eher schwachem Start in der Coronakrise sehr gut geschlagen hat. Fischer glaubt nicht an die klassischen Risikomodelle  der Banken (die Algorithmen stammten, so Fischer, aus dem 20.Jahrhundert) – und hat in Sachen Risikomanagement einen ganz eigenen, hochinteressanten Ansatz.

Sehen Sie hier die extrem dichten Aussagen eines der besten Denkers im deutschen Finanzspektrum:

Leonhard Fischer über die Abschaffung der Märkte

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