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Elon Musk´s Tesla mit „Bailout“ für Solarcity?

FMW-Redaktion

Elon Musk will Tesla unbedingt zügig fusionieren mit Solarcity. Bei beiden Unternehmen ist er ein bedeutender Aktionär und in einer Führungsposition. Sein Cousin ist bei Solarcity sogar der Chef. Also geht es quasi um eine Art Familien-Zusammenführung. Wenn da nicht die nervigen sonstigen Aktionäre wären. Solarcity scheint es derzeit nicht allzu gut zu gehen. Deswegen macht unter Börsianer derzeit der (lustige?) Begriff des Bailout für Solarcity die Runde. Den Begriff kennt man eher von der Euro-Schuldenkrise. Solarcity hat vor der anstehenden Fusion mit Tesla Schwierigkeiten an Geld zu kommen, weil sich bei einer anstehenden Anleihe-Emission anscheinend diverse Institutionelle Investoren verweigerten. Noch vor einem Jahr hatte die Firma Barmittel in Höhe von 421 Millionen Dollar, Ende Juni dieses Jahr nur noch 146 Millionen Dollar. Die Zeit drängt. Das WSJ schreibt hierzu:

„Before the bond deal was announced, SolarCity’s advisers had asked Tesla to “consider providing SolarCity with short-term financing” amid the pending merger deal, according to Wednesday’s filing. Mr. Musk said the bond sale was a better option. SolarCity needs emergency funds to keep operating, and without the debt they issued to insiders they wouldn’t be able to cover their working capital,” said Gordon Johnson, a managing director at Axiom Capital Management Inc.“

Wenn der Markt nicht mehr will, dann muss eben der große Guru Elon Musk selbst einspringen. So haben vor Kurzem Musk, sein Cousin Lyndon Rive (Solarcity-CEO) und Solarcity´s Technologie-Leiter verkündet, dass sie selbst 80% der anstehenden Solarcity-Anleihe über 124 Millionen Dollar kaufen werden. Und nicht schlecht, die Anleihe bringt 6,5% bei einer Laufzeit von nur 18 Monaten. Hut ab, was für eine nette Rendite! Laut Elon Musk geht es hier darum das Vertrauen in die Firma zu unterstreichen. Also keine Notrettung.

Durch diese Cash-Injektion der Chefs und in Kürze wohl auch die Fusion der beiden Firmen gehen die Sorgen von Solarcity unter im Trubel des ewig anhaltenden Tesla-Hype. So kann man die Sorgen oberflächlich vergessen machen. Dann wird viel von großen Synergie-Effekten die Rede sein. Aber wie wir gestern schon sagten: Bei der Fusion Deutsche Bank + Commerzbank (die wohl niemals kommen wird), hätten sich wohl Not und Elend vereint zu „Nur noch Elend“. Bei Tesla und Solarcity wird das jetzt ganz real das selbe sein. Das Elend von Solarcity wird durch die Euphorie der neuen Mutter Tesla aufgefangen, die aber in einer dauerhaften Not steckt. Man verbrennt ständig Geld in enormem Umfang.

Tesla selbst muss laut gestriger offizieller Verlautbarung im laufenden Quartal noch 422 Millionen Dollar an Anleihen zurückzahlen. Deshalb wollte man bis Ende des Jahres neues Kapital aufnehmen. Unter anderem sei das Geld dafür gedacht die angedachte Fusion mit Solarcity „zu unterstützen.“ Nochmal zurück zu „Not und Elend“. Die Zahlen sind wirklich nicht schön. Laut der Analysefirma FactSet liegt das Schulden/Kapital-Verhältnis von Solarcity bei 375%, das von Tesla bei 145%. Solarcity hat in den letzten zehn Jahren gerade mal 1,5 Milliarden Dollar Umsatz generiert, aber 3 Milliarden Schulden.

Ende Dezember wäre eine Anleihe über 250 Millionen Dollar zur Rückzahlung fällig. Bei dem Bargeldbestand, selbst mit der jetzigen Anleihe-Spritze durch die Chefs, würde es eh dünn werden mit der Liquidität. Also, alle Kraft voraus, Solarcity geht auf in Tesla, und wie immer wird alles gut, so wie Elon Musk es verkünden wird! Der hatte schon mehrfach betont, wie sinnvoll die Fusion inhaltlich sein wird. Ob das stimmt oder nicht: Für die aktuelle Geldverbrennung bei Tesla wird dieser Zukauf von Solarcity eine kräftige Beschleunigung bedeuten!



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