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Empfehlungen von Bankanalysten – der große Kontraindikator

Sind Sie vielleicht ein interessierter Privatanleger? Suchen Sie wie viele andere Anleger auch nach Empfehlungen, Tipps, Ideen, oder einem hellen Licht am Himmel, das ihnen sagt, was sie kaufen oder verkaufen sollen? Wir können Ihnen hier einen Hinweis geben: Schauen Sie sich die Empfehlungen von Bankanalysten an, und tun sie das Gegenteil – diese Vorgehensweise bewährt sich langfristig.

Die große und legendäre Dax-Jahresvorschau der Banken

„Alle Jahre wieder“ im Dezember veröffentlichen so ziemlich alle Analysten/Experten von Banken, Sparkassen, Fonds und Analysehäusern ihren großen Jahresausblick für den Dax. Hier ein kurzer Rückblick.

2012
Der Dax schloss am Ende mit 7612 Punkten – die höchst bietende Bank lag mit ihrer Prognose immerhin bei 7600 Punkten – die meisten anderen aber zwischen 5000-7000.

2013
In diesem Jahr lag die höchste Schätzung bei 8890. Die Konkurrenz lag teilweise bis zu 40 % tiefer. Endstand war 9552.

2014
Der Dax endete bei 9805. Fast alle großen Banken in Deutschland prognostizierten Endstände von 10.000 bis 11.000. Die goldene Uhr möchten wir in diesem Fall der NordLB mit ihrer Prognose von 9800 überreichen.

Eigentlich müssten nur durch das Zufallsprinzip mal in einem Jahr mehrere Banken ganz nah dran liegen – aber Zufälle kann man eben nicht erzwingen. Was können wir alle gemeinsam daraus lernen ? Eine Prognose für die kommenden 12 Monate zu treffen für einen Aktienindex, hat viel mit Wahrsagerei zu tun. Aber wenn konstant fast alle immer brutal vorbei raten (egal ob drüber oder drunter geraten), darf man hier getrost von einem Kontraindikator sprechen.

Für 2015 prognostizieren fast alle Banken weiter steigende Kurse, „Richtung 11.000“ lautet das Motto. Die Deutsche Bank + die Postbank (Zufall?) und die UBS hängen die Glocke am Höchsten auf bei 11.500 Punkten, die Commerzbank liegt immerhin noch bei 10.800. Ob das seriöse Empfehlungen sind oder nicht, soll jeder selbst beurteilen. Wenn jetzt also die Banken Richtung 11.000 und mehr blasen, kann die Devise für Aktienbesitzer nur lauten: alle in Deckung gehen!

PS: Dieser Artikel soll sie natürlich nicht komplett dazu verleiten, stur jede Bankempfehlung ins Gegenteil zu verkehren und danach zu handeln. Es geht darum sich eine eigene Meinung zu bilden. Ein Bankanalyst kann auch nicht in die Zukunft gucken, er kann nur Fakten interpretieren und muss dazu noch wirtschaftliche Zwänge, die seine Chefs ihm auferlegen, in seine Analyse einbauen. Bevor Sie auf eine Bankempfehlung vertrauen, denken Sie daran, wie sorgfältig sie vor einem Autokauf überlegen, und gehen Sie genau so vor.



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