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Märkte

Ende des US Öl-Exportverbots: Brent und WTI-Preis im Februar fast identisch

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Die mittelfristigen Folgen des Endes des US Öl-Exportverbots kann man jetzt schon am Terminmarkt besichtigen. Die beiden Haupt-Terminkontrakte, einmal das US-Öl WTI und das Nordsee-Öl Brent gleichen sich zum Liefertermin Februar schon fast komplett an, wie dieser Chart zeigt – in diesem Monat fehlen noch 30-40 Cent, aktuell sind es noch um die 2 Dollar. Ein klares Indiz dafür, dass die Öl-Trader für die nächsten Monate einen Abbau des Überangebots in den USA und einen Abfluss auf den Weltmarkt voraussehen, nachdem das Öl-Exportverbot der USA wohl Anfang 2016 aufgehoben wird. Darauf hatten sich gestern Republikaner und Demokraten im US-Kongress geeinigt.

Brent WTI 1
Brent und WTI mit Termin Februar.

Jetzt entsteht ein Paradox. Denn eigentlich will die US-Politik damit die Steigerung der heimischen Produktion und ein großes Exportvolumen erreichen. Die USA importieren aber laut jüngsten Daten mit 8,3 Mio Barrel pro Tag so viel Öl wie seit gut drei Jahren nicht mehr. Der Grund: Je näher WTI an Brent heranrückt, desto attraktiver wird für US-Importeure das Öl, dass zum Weltmarkt-Referenzpreis Brent gehandelt wird. Wenn, wie die Futures es ja schon anzeigen, in wenigen Monaten der Preis ganz angeglichen sein wird, kann es paradoxerweise dazu kommen, dass die Importe immer weiter steigen, weil für US-Öl-Einkäufer der Vorteil des seit Jahren billigeren heimischen WTI weggefallen ist. Wenn dann z.B. die Saudis noch einen netten Rabatt geben wie zuletzt in Asien, könnte das die US-Importe drastisch erhöhen!

Republikanische Abgeordnete schwärmten gestern noch die USA hätten das beste Öl der Welt und würden den „Fahrersitz“ bei der weltweiten Öl-Förderung einnehmen nach dem Aufheben des Öl-Exportverbots. Auch „Experten“ sehen heute die US-Ölindustrie als Gewinner der Freigabe der Exporte, aber so recht daran glauben kann man anhand der Faktenlage nicht. Sie können zwar ihre Fördermenge unbegrenzt ausweiten und auf den Weltmarkt schmeißen, aber dadurch steigt die gesamte weltweite Fördermenge nur noch weiter an und der Preis fällt noch weiter, egal ob Brent oder WTI – beide fallen im Gleichschritt. Da kann man noch so moderne Fracking-Methoden einsetzen; bei einen Ölpreis von 20 oder 25 Dollar wird Fracking nicht kostendeckend zu machen sein.

Die US-Förderer können auf dem Weltmarkt höhere Erlöse erzielen als bisher zuhause, weil sich das WTI dem höheren Brent jetzt angenähert hat. Aber als Beispiel der europäische Käufer hat dann identisch teure Öl-Sorten, wobei aber die Liefer-Infrastruktur zwischen USA und Europa noch gar nicht vorhanden ist, von den Golfstaaten Richtung Europa aber schon. Würde der Spread zwischen WTI und Brent bestehen bleiben wie noch vor Monaten mit 4 oder 5 Dollar Abstand, hätte das amerikanische Öl eine sehr gute Vermarktungschance auf dem Weltmarkt, aber es ist wie es ist. Beim letztlich selben Produkt, und bei freiem Handel ohne Einschränkungen, gleichen sich die Preise an den Terminmärkten zwangsläufig an. Dann geht es nur noch darum wer schon eine Liefer-Infrastruktur hat und wer noch nicht, und wer die Luft hat seinen Abnehmern großzügig Rabatte einzuräumen und wer nicht.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    klack

    17. Dezember 2015 15:51 at 15:51

    Wenn als in Billionen von Dollars,Euros und jetzt auch Barrels von Öl
    ersäuft kommt jetzt auch Edles ,wie Au und Ag zu Ramschpreisen auf
    den Markt,wo sind denn die großen Schatztruhen aus denen Gold und Silber
    in all der Menge auf den Markt geworfen wird.
    Verkaufen die Edelmetallproduzenten zu iedem Preis um ihre Schulden
    bedienen zu können?

    • Avatar

      Rechendussel

      17. Dezember 2015 16:19 at 16:19

      Ich zitiere einfach mal Rene Marik:

      Alter mach mal nen Satz draus!

      Lieber Klack die Frage am Ende kann man ja noch „fast“ verstehen (mit Wohlwollen) der Rest scheint Kauderwelsch zu sein oder per Googletranslator aus einer nicht terrestrischen Sprache übersetzt. Versuch doch nochmal deine Gedanken zu formulieren und in halbwegs verständlichem Satzbau und mit einem Mindestmaß and Satzzeichen zu versehen.

      Die Sprache wird es dir Danken

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Märkte

Ölpreis – wird er trotz Coronakrise demnächst expodieren?

Philipp Hopf

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am

Öl Pumpe

Der Ölpreis hat am Donnerstag im frühen Handel erst einmal wieder etwas abgegeben, bewegen sich jedoch weiterhin in der Nähe seines höchsten Stände seit März, bevor die erste Corona-Welle einen drastischen Preissturz verursacht hatte.

Die Hoffnung auf einen zeitnah verfügbaren Corona-Impfstoff, von der sich eine konjunkturelle Erholung erhofft wird, bleibt einer der hauptsächlichen Antriebe für den Ölpreis. Exxon Mobil sorgte jedoch für eine Dämpfung der Stimmung, änderte seine Prognose für den Ölpreis in den nächsten zehn Jahren und versicherte, dass die negativen Auswirkungen der Pandemie zumindest in den kommenden sieben Jahren stark zu spüren sein werden.

Ölpreis: Brent Öl

Der Ölpreis der Sorte Brent läuft das anvisierte Ziel zwischen $48.61 – $50.79 an und zeigt eine erste deutliche Reaktion. Wir schrieben hierzu im gestrigen Update: „Wir gehen hier im Bereich von $48.61 – $50.79 von einem Zwischenhoch aus, in dessen Anschluss der Markt noch einmal nach Süden abdreht, um in Welle 4 in Grün noch einmal tiefere Notierungen im Bereich von $46.50 – $45.00 anzulaufen.“ Solange sich der Markt nun unter $49.06 hält, sehen wir diesen die laufende Gegenbewegung ausbauen. Das Idealziel hierfür liegt nun jedoch im Bereich von $45.34 – $44.19. Drehen die Bullen direkt wieder nach Norden, ohne eine Gegenbewegung in Welle 4 in Grün abzuarbeiten, betrachten wir dies lediglich als Ausdehnung des laufenden Impulses bis $50.79, bevor sich dann auch hier eine Abwärtsbewegung durchsetzt, und gehen nicht von einem direkten Anlaufen von $55 aus:

Der Ölpreis der Sorte Brent

Zusammengefasst hält sich Brent an das hinterlegte Szenario. Setzt sich dieses weiter durch, werden wir hier einen weiteren Zielbereich zum Trading hinterlegen und sehen Brent anschließend weiter in Richtung Norden durchstarten.

West Texas Intermediate (WTI)

Nachdem auch die Bullen in WTI den anvisierten Bereich von $46.23 – $48.81 anlaufen, bauen auch diese eine deutliche Reaktion aus und drehen wieder nach Süden ab. Solange sich der Markt nun unter $46.26 hält, gehen wir im nächsten Schritt von einer Gegenbewegung in Richtung $42.75 – $41.66 aus, um Welle 4 in Grün abzuarbeiten.

Wir werden hier noch einmal einen Zielbereich hinterlegen, der genutzt werden kann, um Longpositionierungen aufzubauen. Unter 40.06 sollte WTI in der anstehenden Abwärtsbewegung nicht mehr fallen, um nicht deutlich tiefere Notierungen für den Ölpreis der Sorte WTI freizuschalten. Nach der hinterlegten Abwärtsbewegung sehen wir WTI dann wieder die Triebwerke starten und den Bereich von $50 und höher anlaufen.

Der Ölpreis der Sorte WTI

Zusammengefasst hat WTI das anvisierte Zwischenziel im Bereich von $46.23 – $48.41 abgearbeitet und befindet sich nun in der Gegenbewegung. Wichtig bleibt, dass sich der Markt unter $46.26 hält, um hier nicht doch noch mal einen Umweg zu starten, bevor die Abwärtsbewegung sich weiter fortsetzt. Anschließend sehen wir den Index dann auf Sicht der nächsten Wochen neue Zwischenhochs im Bereich von $50 und höher anlaufen.

Mehr von Philli Hopf unter https://hkcmanagement.de/

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