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Endgültige Gewissheit: Baldige UK-Zinsanhebung, Pfund reagiert nach altem Sprichwort

Der Devisenmarkt geht seit der letzten Sitzung der Bank of England bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass sie am 2. November den Leitzins von 0,25% auf 0,50% anheben wird. Denn die Wirtschaft läuft...

FMW-Redaktion

Der Devisenmarkt geht seit der letzten Sitzung der Bank of England bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass sie am 2. November den Leitzins von 0,25% auf 0,50% anheben wird. Denn die Wirtschaft läuft zu gut, und die Preissteigerungen in allen Bereichen sind massiv. Dies geschieht vor allem durch die hohen Importpreise, weil für britische Importeure Waren aus dem Ausland so teuer sind (Verteuerungen von Dollar und Euro gegen das Pfund).

Bislang drückte die Notenbank beide Augen zu, und sprach von einer Toleranz gegenüber einer Inflation, die über das eigentliche Ziel von 2,0% läuft. Doch nun ist es zu viel des Guten – man will und muss die Preissteigerungen eindämmen. Heute gab Notenbankchef Carney der BBC ein Interview, in dem er die Lage definitiv klärte. Es sei zu erwarten, dass die Zinsen in relativ kurzer Zeit steigen sollten, so Carney unzweideutig. Man werde etwas unternehmen um die Risiken für die britische Wirtschaft zu mindern. Die Mehrheit im Notenbankrat habe ein Signal gegeben, das „so deutlich wie nur möglich“ ausgefallen sei, so Carney.

Da sich Notenbanker immer extrem verschachtelt und zurückhaltend ausdrücken, ist dies eine glasklare feste Zusage für höhere Zinsen auf der Insel (wenn denn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt). Das britische Pfund reagiert auf diese Aussagen mit dem alten Sprichwort (Börsianerweisheit) „Kauf das Gerücht, verkaufe die Fakten“. Das Pfund war die letzten Tage schon gut angestiegen aufgrund der höheren Wahrscheinlichkeit einer bevorstehenden Zinsanhebung. Durch Carney´s heutige Aussagen wird dies zur definitiven Gewissheit, und Trader die im Pfund long waren, nehmen jetzt Gewinne mit. Also fällt es heute gegen den US-Dollar und den Euro.

Kommt es am 2. November nicht zur Zinsanhebung, sollten Pfund und Euro wohl zügig und spürbar gegen das Pfund aufwerten! Hier im ersten Chart sieht man den Verlauf von Euro gegen Pfund seit Anfang September. Stetig war der Euro gefallen um die höheren Zinsen in UK einzupreisen. Heute ganz rechts im Chart sieht man die kleine Gewinnmitnahme derer, die wochenlang auf das Pfund gesetzt hatten. EURGBP steigt ein wenig von heute früh von 0,8780 auf jetzt 0,8833.

Im folgenden Chart sieht man seit Ende August das Pfund gegen den US-Dollar. War das Pfund in den letzten Wochen gegen den Dollar gestiegen, so ist die Lage zuletzt nicht so klar gewesen wie gegen den Euro. Heute verliert man von 1,3410 auf aktuell 1,3365. Wer bis 2. November oder ab dem 2. November wegen den Zinsen im Pfund traden will, fährt womöglich besser im Währungspaar Euro vs Pfund (EURGBP).



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