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Quartalszahlen vermeldet Wer verdient in der Energiekrise? Halliburton verdoppelt Gewinn

Wo ihr Geld während der Energiekrise abbleibt? Unter anderem bei einem Konzern wie Halliburton. Aktuell sehen wir einen verdoppelten Gewinn.

Natürlich landet Ihr Geld nicht direkt vom Zahlen an der Zapfsäule bei einem Unternehmen wie Halliburton. Aber indirekt über mehrere Zwischenstationen. Die Tankstellenbetreiber überweisen an die Ölkonzerne. Und die Ölkonzerne brauchen gerade jetzt, wo Europa auf dem Weltmarkt als Ersatz für russische Lieferungen sehr viel Gas und Öl nachfragt, technische Ausrüstung zum Fördern der Brennstoffe. Und da landet Ihr Geld dann über mehrere Zwischenstationen auch beim US-Ausrüster Halliburton, der vor wenigen Minuten seine Quartalszahlen veröffentlicht hat. Gewinn verdoppelt und Zahlen sogar noch besser als erwartet !

Halliburton meldet einen Gewinn pro Aktie im dritten Quartal 2022 von 0,60 Dollar, gegenüber 0,26 Dollar im 3. Quartal 2021. Damit übertrifft man auch die durchschnittlichen Markterwartungen. Die Aktie ist aktuell vorbörslich 1 Prozent im Plus. Bloomberg schreibt dazu: Halliburton übertraf die Gewinnerwartungen in einem angespannten Markt für Ölfeld-Lieferungen, da sich der weltgrößte Anbieter von Fracking-Dienstleistungen auf eine steigende Aktivität in der ganzen Welt vorbereitet.

„Die strukturelle Nachfrage nach mehr Öl- und Gaslieferungen wird unserem Geschäft starken Rückenwind verleihen“, sagte Chief Executive Officer Jeff Miller in einer Erklärung, mit der er die Ergebnisse am Dienstag bekannt gab. „Mit Blick auf die Zukunft sehen wir eine Zunahme der Aktivitäten auf der ganzen Welt – von den kleinsten bis zu den größten Ländern und Produzenten.“

Die Arbeitskräfte im Schiefergebiet profitieren von einem angespannten Markt für Arbeitskräfte und Ausrüstung, da die Ölexplorer ihre Produktion ausweiten. Miller hat bereits davor gewarnt, dass Energieunternehmen, die noch keine Fracking-Ausrüstung geleast haben, bis zum nächsten Jahr wahrscheinlich kein Glück haben werden.

Der größere Konkurrent SLB, der sich am Montag in Schlumberger umbenannt hat, meldete in der vergangenen Woche seinen besten Gewinn seit sieben Jahren, da sich der Preisanstieg bei Dienstleistungen und die Zunahme der Aktivitäten über die USA und Kanada hinaus auf die internationalen Märkte ausbreiten. Baker Hughes Co., die Nummer 3 unter den Ölfeldausrüstern, eröffnete die Gewinnsaison des Sektors am 19. Oktober und übertraf die Erwartungen. Laut Baker Hughes wird der Gewinn pro Aktie im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 50 % steigen.

In einer völligen Umkehrung der Situation von vor ein paar Jahren verwendet Halliburton nun 80 % seiner Fertigungskapazitäten für Fracking-Anlagen in Duncan, Oklahoma, für Modernisierungen auf, und nur 20 % für die Herstellung neuer Anlagen. Dies ist ein Beispiel dafür, wie die Anbieter von Ölfeld-Dienstleistungen das Wachstum der Ausrüstungslieferungen kontrollieren, um die Preise, die sie verlangen können, zu erhöhen. Laut Kimberlite International Oilfield Research werden die Gesamtkosten für Fracking in diesem Jahr voraussichtlich um 27 % steigen.

Halliburton gab letzten Monat bekannt, dass es den Verkauf seines russischen Geschäfts an eine Gruppe ehemaliger Mitarbeiter aus dem Land abgeschlossen hat. Baker Hughes arbeitet ebenfalls daran den Verkauf seines russischen Ölfelddienstleistungsgeschäfts vor Ende dieses Jahres abzuschließen, während Schlumberger erklärt hat, dass es aufgrund seiner einzigartigen Unternehmensstruktur weiterhin in Russland tätig sein kann, ohne gegen Sanktionen zu verstoßen.

FMW: Anbieter wie Halliburton schaffen also kaum neue Fertigungskapazitäten, sondern reparieren größtenteils die bestehenden. Damit hält man das Ausrüstungsangebot knapp, und kann von den Frackern höhere Preise verlangen. Aber solange die Fracker mit hohen Erlösen bei Öl und Gas auch gute Gewinnmargen aufweisen, dürfte das nicht ins Gewicht fallen. Europa zahlt hohe Preise, und in den USA verdienen Öl- und Gaskonzerne sowie nachgelagerte Konzerne wie Halliburton gutes Geld.

FMW/Bloomberg/Halliburton

Halliburton-Firmenschild
Halliburton Co. signage is displayed alongside storage tanks in Port Fourchon, Louisiana, U.S., on Thursday, June 11, 2020. Oil eclipsed $40 a barrel in New York on Friday, extending a slow but relentless rise thats been fueled by a pick-up in demand and could signal a reawakening for U.S. shale production. Photographer: Luke Sharrett/Bloomberg via Getty Images


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1 Kommentar

  1. Die Amerikaner denken eben „ganzheitlich“. Wir nur in „Moral-Kategorien“

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