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Energiekrise: Die Internationale Energie-Agentur über das Problem

Kohlekraftwerk mit Uhr als symbolisches Bild für die globale Energiekrise

Die Energiekrise in Europa steht an, und in Asien ist sie jetzt schon viel klarer zu erkennen. Die dortige Nachfrage nach Gas, Kohle und Öl ist enorm, die Preise steigen. Dazu kommen jüngst noch Überflutungen in Kohle-Abbauregionen in China, was die Knappheit bei Kohle noch weiter anfeuert. Gas-Lager in Europa sind relativ leer, und die Preise am Terminmarkt sind in den letzten Wochen dramatisch gestiegen. Was ist das grundlegende Problem, das auch die nächsten Jahre die Energiekrise weiter befeuern kann? Dazu hat die Internationale Energie-Agentur (IEA) sich heute in ihren World Energy Outlook geäußert.

Um die Energiekrise zu bekämpfen, ist ein Blick auf die Umstellung hin zu klimafreundlicher Energieerzeugung wichtig. Es reicht laut IEA nicht aus die Investitionen in neue Öl- und Gasfelder zu beenden. Wenn die Nachfrage nach Energie so hoch bleibe, führe dies auf Jahre hinaus zu einem verknappten Energie-Angebot (was die Energiekrise befeuern würde). Dies würde laut IEA das Risiko steigender und volatiler Energiepreise erhöhen. Die jetzt schon deutlich gestiegenen Preise für Energie seien ein Zeichen dafür, dass das Angebot nicht ausreiche um die Nachfrage zu befriedigen. Die Lösung: Wenn man global die Nullemissionen erreichen wolle, müssten Regierungen weltweit massiv in Erneuerbare Energien investieren (Ausweitung des Angebots, was die Preise dämpft).

Aber weltweit werde auch nicht genug für fossile Brennstoffe ausgegeben, wenn die Nachfrage nach Öl, Gas und Kohle weiterhin so stark wächst wie jetzt. Im Klartext: Klimawende schön und gut – aber wenn die Nachfrage nach Energie kurzfristig so groß ist, und Erneuerbare das kurzfristig nicht leisten können, müssen eben kurzfristig (!) die alten fossilen Energieträger die Energiekrise lösen? Die Investitionen in grüne Energien wie Solar- und Windenergie bleiben laut IEA weit hinter dem zurück, was nötig ist, um die Erwärmung des Planeten zu verhindern.

Es besteht die Gefahr weiterer Turbulenzen auf den globalen Energiemärkten, so IEA-Chef Fatih Birol. Man investiere nicht genug um den zukünftigen Energiebedarf zu decken. Weltweit sieht man derzeit die größte Energiekrise der letzten Jahre. Wie gesagt, in Asien ist die Lage mit Stromausfällen und explodierenden Preisen schon viel deutlicher sichtbar als in Europa. Aber wenn die Investitionen in Erneuerbare Energien nicht dramatisch beschleunigt werden und gleichzeitig die Nachfrage nach Energie weiter ansteigt, bleibt kurzfristig wohl nichts weiter übrig als die Lücke durch eine Angebotssteigerung durch Kohle, Öl und Gas aufzufangen?

In den letzten Jahren schienen die Investitionen in die Öl- und Gasversorgung oft auf eine Welt mit stagnierender oder sogar sinkender Nachfrage ausgerichtet zu sein, während die Anschaffung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren und der Ausbau der Erdgasinfrastruktur in die andere Richtung weisen: auf einen ständig steigenden Öl- und Gasverbrauch – so sagt es die IEA. Wähnte man sich also zu schnell auf dem richtigen Weg (in. Richtung Erneuerbare), und hat mit der gleichzeitig steigenden Nachfrage diese Energiekrise heraufbeschworen, weil man die Angebobtsseite vernachlässigt hat? Fazit: Kurzfristig mehr Verfeuerung von Öl, Kohle und Gas, damit die Energiekrise hier und jetzt nicht eskaliert, und umgehend müssen die Regierungen weltweit massiv mehr in Erneuerbare investieren, damit auf Sicht mehrerer Jahre die fossilen Energieträger abgebaut werden können?



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