Märkte

Blick auf Öl und Gas Richtige Energiekrise erst nächstes Jahr? Düstere Vorzeichen

Erst im nächsten Jahr könnte die Energiekrise so richtig akut werden. Schauen wir auf Öl und Gas, Knappheiten und LNG-Probleme.

Tanker auf hoher See

Ist die Energiekrise abgeblasen? Die Gasspeicher in Deutschland und in Europa sind fast schon randvoll zur Beginn der Heizperiode. Und wir erleben derzeit relativ warmes Wetter. Dazu noch derart viele Lieferungen von Flüssiggas (LNG) nach Europa, dass sich die Tanker zum Beispiel vor der spanischen Küste schon stauen – weil weniger Abnahmekapazitäten vorhanden sind als derzeit Tanker ankommen. Auch Öl scheint ausreichend vorhanden zu sein. Aber kommt die echte Energiekrise erst noch?

Energiekrise erst nächstes Jahr? Russland hat 2022 noch geliefert, 2023 wohl nicht mehr

Denn man bedenke: Beim Auffüllen der Gasspeicher hat geholfen, dass noch bis Ende August viel Gas über die Pipelines aus Russland nach Europa kam. Da diese Leitungen nicht mehr funktionieren, und da Europa sowieso von Gas aus Russland Abstand nehmen will, werden die russischen Gasmengen beim Auffüllen der Gasspeicher im nächsten Jahr fehlen. Und im Dezember starten europäische Öl-Sanktionen gegen Russland. Auch an dieser „Front“ wird es also knapper werden. Aber nicht nur die Lage in Europa ist wichtig, wenn man auf eine mögliche Verschärfung der Energiekrise für das nächste Jahr schauen will.

Die Energiemärkte sind globale Märkte. Was zum Beispiel in den USA geschieht, wirkt sich auch für Europa aus. Wird beispielsweise der Brennstoff Öl in den USA ein knappes Gut, könnten die USA auf die Idee kommen nicht mehr unbegrenzt Ölexporte Richtung Europa zu genehmigen? Auf jeden Fall könnten Preise für Rohöl oder Destillate in die Höhe getrieben werden. Dazu schaue man bitte auf die knappen Raffineriekapazitäten an der US-Ostküste, und auf das Anzapfen der US-Ölreserven durch die Biden-Regierung, die vor Wahlen wohl für gute Laune bei den Wählern (an der Zapfsäule) sorgen will, in Form sinkender Preise.

Kräftig geschmolzene Reserven in den USA

Die Biden-Administration bewegt sich auf eine Freigabe von mindestens weiteren 10 bis 15 Millionen Barrel Öl aus den nationalen Öl-Reserven zu, um die Märkte auszugleichen und die Benzinpreise von einem weiteren Anstieg abzuhalten, so mit der Angelegenheit vertraute Personen laut Bloomberg. Dieser Schritt wäre das Ende eines im Frühjahr angekündigten Programms zur Freigabe von insgesamt 180 Millionen Barrel Rohöl aus der strategischen Erdölreserve. Seit Inkrafttreten des Programms wurden etwa 165 Millionen Barrel geliefert oder unter Vertrag genommen.

Die Regierung Biden wird laut Bloomberg in dieser Woche auch Einzelheiten zu den Plänen zur Auffüllung der Notvorräte bekannt geben. Das Energieministerium kündigte im Mai an, dass es eine neue Methode für Rückkäufe plane, die ein „wettbewerbsorientiertes Festpreisverfahren“ ermögliche, bei dem die Preise bereits vor der Lieferung des Rohöls festgelegt werden könnten.

Historisch niedrige Reserven an Diesel in den USA

Die Ankündigung sei Teil der Reaktion auf die anhaltenden Auswirkungen von Putins Krieg, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter. Sie wird auch den Sorgen über die hartnäckig hohen Benzinpreise vor den Zwischenwahlen im nächsten Monat und der historisch begrenzten Versorgung Rechnung tragen. Zu Beginn des Winters weisen die USA die niedrigsten saisonalen Dieselvorräte auf, wie aus den erstmals 1982 erhobenen Daten hervorgeht.

Unabhängig davon erwägt die US-Regierung laut Bloomberg immer noch Beschränkungen für den Export von Kraftstoffen, um mehr Benzin und Diesel in den USA zu halten, so zwei der Personen, die nicht befugt waren, öffentlich über interne Überlegungen zu sprechen. Obwohl kein Zeitplan für eine Entscheidung über diesen potenziell drastischeren Schritt festgelegt wurde, würde dies nicht vor den Zwischenwahlen im November geschehen, sagte einer der Personen. FMW-Anmerkung: Historisch niedrige Dieselvorräte, dazu drohende Exportbeschränkungen – dies könnte die Energiekrise für Europa in 2023 verstärken.

Bloomberg schreibt weiter: Die Idee der Exportkontrolle, die zeitlich befristet wäre, hat zu einer Spaltung innerhalb der Regierung geführt, da der Top-Energieberater von Joe Biden, Amos Hochstein, für neue Exportkontrollen plädiert, obwohl der stellvertretende Energieminister David Turk Bedenken geäußert hat, so Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Andere Beamte des Weißen Hauses, einschließlich des Nationalen Sicherheitsberaters Jake Sullivan und des Stabschefs Ron Klan, haben noch keine Empfehlung abgegeben.

Beamte des Energieministeriums und des Weißen Hauses haben sich in dieser Woche in aller Stille mit Ölunternehmen, darunter Exxon Mobil und ConocoPhillips, getroffen, um sie darüber zu informieren, was sie zu erwarten haben, und gleichzeitig die zusätzliche Produktion von Öl und raffinierten Kraftstoffen zu fördern. Vertreter der Ölindustrie und unabhängige Energieanalysten haben davor gewarnt, dass eine Begrenzung der Treibstoffexporte zu höheren Preisen in Teilen der USA führen könnte, insbesondere im importabhängigen Nordosten.

Sprecher des Weißen Hauses gaben nicht sofort eine Stellungnahme ab. Das Energieministerium verwies auf eine frühere Stellungnahme von Anfang des Monats, in der es hieß, die Regierung werde alle verfügbaren Instrumente prüfen, um Amerikaner zu schützen und die Verpflichtungen gegenüber Verbündeten einzuhalten.

Die Republikaner haben die steigenden Benzinpreise und die Inflation zum Kernstück ihrer Kampagne gemacht, um bei den Wahlen die Kontrolle über den Kongress zu übernehmen. Das Weiße Haus hat sich bemüht, die steigenden Kosten an den Zapfsäulen zu senken und die geringen inländischen Kraftstoffvorräte aufzustocken, während es gleichzeitig auf die Entscheidung der OPEC+-Koalition vom Anfang des Monats reagierte, die Produktion zu senken.

Die Benzinpreise, eines der sichtbarsten Zeichen der Inflation, bereiten Präsident Joe Biden, der die Ölgesellschaften in den letzten Wochen wiederholt vor Kostenerhöhungen gewarnt hat, politische Kopfschmerzen. Nach Angaben des Automobilclubs AAA lagen die durchschnittlichen Benzinpreise in den USA am Montag mit 3,87 Dollar pro Gallone etwas niedriger.

„Der Benzinpreis ist immer noch zu hoch und wir müssen weiter daran arbeiten, ihn zu senken“, sagte Biden letzte Woche bei einer Veranstaltung in Los Angeles. Der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Jared Bernstein, sagte am Sonntag, Biden habe noch keine Entscheidung über eine Freigabe der SPR getroffen. Die Reserve sei immer noch mehr als zur Hälfte gefüllt, sagte er gegenüber Fox News Sunday.

„Tatsache ist, dass wir die SPR nutzen können, um einige der Energieschocks, die wir in der Welt erleben, zu bewältigen. Aber ich sage nicht, dass wir das tun werden. Die Reserve, die etwa 714 Millionen Barrel fassen kann, enthält 405,1 Millionen Barrel (Stand: 14. Oktober). Das Weiße Haus hatte kurz nach der Ankündigung der OPEC+ angedeutet, dass eine weitere Verringerung der SPR-Reserven möglich sei.

Der Bloomberg-Experte Javier Blas weist aktuell auch auf die Problematik der Diesel-Knappheit in den USA hin. Die Vorräte seien Mitte Oktober zuletzt so niedrig gewesen zu Zeiten von Präsident Harry S. Truman. Spotpreise für Diesel im New Yorker Hafen würden bei 200 Dollar pro Barrel liegen. Die Knappheit erkenne man auch an der jüngst erreichten Rekord-Gewinnmarge der Raffinerien. FMW: Wenn in den USA Knappheit weiterhin ein Thema ist, kann das wie gesagt auch eine Auswirkung auf Europa haben, entweder über steigende Preise oder weniger Lieferungen. Dies kann die Energiekrise im nächsten Jahr verschärfen.

Europa nächstes Jahr erst vor dem großen Problem? Blick auf LNG

Wir hatten es anfangs schon erwähnt: Für diese Heizperiode war Russland als wichtiger Lieferant noch mit an Bord, aber für die Heizperiode ab Oktober 2023 wohl gar nicht. Also ist der Druck im nächsten Jahr dramatisch höher viel mehr Flüssiggas (LNG) aus Übersee zu kaufen. Man kann aber Transportkapazitäten, Regasifizierungsanlagen etc nicht mal eben in einigen Monaten stark ausweiten. Die Energiekrise könnte sich vor allem bei Gas erst in 2023 so richtig zeigen.

Der Energieexperte Stephen Stapczynski erwähnt aktuelle Aussagen aus Katar, wonach das Land als weltweit größter LNG-Exporteur laut einem Bericht der Financial Times davor warnt, dass sich die Energiekrise bis zur Mitte des Jahrzehnts hinziehen könnte. Katars Energieminister sagt demnach, dass Europa in diesem Winter keine Probleme beim Thema Gas haben wird, aber bis 2025 mit Engpässen rechnen muss, wenn das russische Gas nicht wieder anfängt zu fließen.

Am Terminmarkt sieht man heute, wie der europäische TTF-Gaspreis um 15 Prozent auf 107 Euro deutlich fällt. Es ist eine massive Erholung nach Preisen von über 330 Euro Ende August! Eben diese gute Laune mit Blick auf volle Gasspeicher, hohe LNG-Lieferungen und das derzeit gute Wetter entspannen die Lage. Aber eben nur kurzfristig. Mit Blick auf die nächste Heizperiode ab Oktober 2023 könnte die Lage bei Gas richtig kritisch werden und die Energiekrise eskalieren. Und über das ganze Jahr hinweg könnte Ölknappheit auch ein Thema werden – man denke an die jüngste OPEC-Kürzung von 2,0 Mio Barrels pro Tag im November, und mögliche Exportbeschränkungen der USA zum Beispiel für Diesel – dazu kommt noch die Abwendung Europas von russischem Öl.

FMW/Bloomberg



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20 Kommentare

  1. Man sollte nicht vergessen, dass die Kapazität von N1 etwa 720 LNG- Tankern im Jahr entsprach. Plus etwa 25 bis 30 % Verluste für Verflüssigung, Transport usw.
    Über den Daumen also etwa 900 LNG-Tanker.
    Ratet doch mal, wo die ganzen LNG-Tanker herkommen, die sich nun vor Spanien stauen.
    Von dem Gas wird auch Gas über Frankreich ins Saarland geliefert.
    Nur eben x Mal teurer als Pipelinegas aus N1 oder N2.
    Mal sehen, wie teuer dann das Öl wird, wenn es auch über Umwegen aus Russland gekauft wird. Gut, offiziell von den Saudis, aber die kaufen auch schon russisches Öl. Das verkaufen sie aber nicht weiter, sondern verbrauchen es selber, damit sie mehr Öl aus eigener Produktion am Weltmarkt verkaufen können.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Nach meiner Kenntnis liegt der Gasverlust durch Verflüssigung und wieder Rückkehr in den Gaszustand bei 10-15%.

  2. Wieso geht man wie sebstverständlich davon aus, dass der Krieg bis in den Winter 23/24 hineinreicht?
    Friedensverhandlungen sind gar nicht so unwahrscheinlich!
    Positiv denken!!! (sonst wird man krank).
    Und mich nicht gleich „Schönredner“ schimpfen!

    1. Weil es bei den Amerikanern auf einen lang ausgedehnten Krieg hinausgeht, analog dem in Afghanistan. Auch dort hatte die RAND Cooperation dazu geraten und den Sowjets eine Falle gestellt. Schon bevor die Sowjets einmarschierten wurden Mujahedin ausgebildet. Noch 1994 rühmte sich Brzezinski in einem Interview mit dem Figaro die Sowjets in eine Falle gelockt zu haben die mitverantwortlich war für den Zusammenbruch der Sowjetunion. Das afghanische Volk bezahlte.
      Und 2019 gab die RAND Cooperation eine 350 Seiten Studie heraus (dürfte evtl. noch im Netz zu finden sein) in der sie eine Überdehnung Russlands vorschlug, heißt, in einen langen zermürbenden Krieg verwickeln, der viel Geld kostet, um Russland dann reif zum Pflücken zu machen und aufzuteilen.
      Putin kennt diese Absicht seit Jahren.

  3. Und wenn der Krieg zu Ende ist, dann wird N1 oder N2, oder beide repariert?
    Werden dann die Sanktionen gegen Russland aufgehoben?
    Das werden die Amis nie zulassen. Und die Deutschen sollen doch auch Verzicht üben, und den Lebensstandard zurückschrauben.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmuth

      Das Ende der Sanktionen wird wohl eine der Bedingungen Russlands sein, oder?
      Zulassen oder nicht. Was ist denn die Alternative? Jahrerlanger Krieg mit unabsehbaren Folgen, der am Ende auch den Amerkanern schwer schaden wird.
      Sie dürfen die drei Häuptlinge nicht unterschätzen. Die sind alles eher als dumm.
      Schon mal was von der Madman-Theorie gehört?

      1. Hallo Columbo,
        ja, viele Fragezeichen.
        Und auch weitere.
        Ich glaube nicht, dass Sanktionen gegen Russland aufgehoben werden, denn Russland wird zumindest die Krim nicht wieder hergeben.
        Russland durchläuft nun einen Anpassungsprozess mit der Neuausrichtung in Richtung Asien und den BRICS Staaten sowieso.
        Die Welt brauch die russischen Rohstoffe und die werden ihren Weg auch weiter in die EU finden, nur eben sehr teuer.
        Die russischen LNG- Schiffe stehen im Moment vor Spanien im Stau, weil die 6 LNG- Terminals nicht ausreichen.
        Und das Gas wird sichertlich nicht in Spanien verbraucht.
        6 Terminals schaffen maximal 2.000 Tankerladungen im Jahr. Das ist etwa die Kapazität von
        3x N1 oder N2.
        Und die Amis werden mit allen Mitteln verhindern, dass Deutschland und Russland irgendwie und irgendwann wieder normalen Handel miteinander treiben werden.
        Wie weit Deutschland und die EU dabei an Wohlstand verlieren werden, kann man nur erahnen. Der ehemalige Wohlstand wird in der Form von Zahlungen für Energie ins Ausland fließen, und kann nicht mehr für die schönen Dinge des Lebens im Land ausgegeben werden. Und die Industrie muss der billigen Energie folgen, oder zumachen. Jedes Jahr oder mehrmals im Jahr einen „Doppelwumms“ kann es nicht geben.
        Was aber passieren wird, wenn die grüne Sekte weiter versucht ihre Wahnvorstellungen durchzusetzen, mag ich mir nicht vorstellen.

        Viele Grüße aus Andalusien
        Helmut

        1. Ich glaube eher an eine Rückkehr zur Mitte.
          Die Menschen wollen einfach nur normal bis gut leben können. Wer ihnen das nicht ermöglicht, wird sich nicht lange halten.

          1. Glaube ich nicht Columbo (mein darunter stehender Beitrag war an sich eine direkt Antwort auf Helmut). Ich denke nicht, daß sich die Politik, jedenfalls nicht die der USA und GB danach richtet was die Menschen wollen. Was die Menschen wollen sollen wird den Menschen schon von den Medien erzählt. Und wenn sie es nicht akzeptieren wollen, dann gibt es eben einen „Bösen“ der daran schuld ist. Man betrachte nur die Presse, Jahre vor den Weltkriegen, und auch die Presse die 2016 in den USA die Menschen auf einen Krieg vorbereiteten und dafür gewinnen wollten freiwillig zu sterben.
            Wenn ich höre und sehe wie mit immer mehr Waffen Frieden geschaffen werden soll, „Russland muss besiegt werden“, wenn immer mehr von Atomkrieg gesprochen wird – vom Westen – , dann sind das Verhaltensweisen die nicht einem Gut-Leben der Menschen dient. Man sehe in der Geschichte nach. Hat es die Mächtigen und Herrschenden je groß interessiert ob es ihrem Volk gut oder besser geht ? Kriege und Verwüstungen wurden geführt. Und jetzt sollen die Menschen, die Regierenden, plötzlich anders sein ? Keinen Krieg mehr sondern nur noch Wohlergehen ? Hat sich ihre Psyche geändert ? NEIN ! Der neue Adel (jetzt Geldadel) hat die Position des alten Adels eingenommen. Damit es nicht so auffällt wird eine Figur aus dem Volk ernannt zu „regieren“. Beispiel : Ursula von der Leyen.

        2. Moin Helmut

          Es spielt für Deutschland keine Rolle aber Enagas besitzt 8 Gasterminals, nicht 6.
          Quelle:
          Enagas
          Folleto terminales de gas natural liquado (GNL)

          Schöne Grüße aus Galizien

          1. Hallo Martin, das ist richtig.
            Wenn ich richtig informiert bin, dann sind aber 2 von den 8 Terminals noch nicht ganz fertig.
            Das ist ja auch eigentlich egal, aber wenn die Tagesschau auch 6 meldet, dann wollte ich die Diskussionen vermeiden, warum es so gut wie 8 sind.
            Umgerechnet auf Deutschland wären es dann 16.

            Flüssigerdgas-Transporte: LNG-Schiffe stauen sich vor spanischer Küste | tagesschau.de

            Mehr als 35 mit LNG beladene Schiffe warten derzeit vor Spanien und im Mittelmeer auf Abfertigung. Das sagten Händler, Analysten und mit der Situation vertraute Mitarbeiter von LNG-Terminals der Nachrichtenagentur Reuters. Spanien biete in dieser Woche aber nur sechs der begehrten Slots an seinen Terminals an. Das Land verfügt über insgesamt sechs Terminals.

            https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/lng-fluessiges-erdgas-spanien-wilhelmshaven-midcat-101.html

            Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    2. Es bleibt die Frage ob Russland dann noch was mit dem Westen zu tun haben will. Momentan sieht ihre lange Sicht nicht danach aus. Lawrow sagte man könne dem Westen nicht mehr vertrauen. Und auch ansonsten ist die Terminologie abweisend. Russland wendet sich Asien zu, nachdem Westeuropa Russland nicht in Europa haben wollte.
      Nachdem Putin 2001 in seiner bedeutenden Rede vor dem Bundestag seine Hand für Europa ausstreckte und von einer großen Wirtschaftszone von Wladiwostok bis Lisabon sprach, schreckte das die Neocons in den USA auf. Das was die Angelsachsen (USA und GB) seit langem befürchteten, eine Zusammenarbeit von Deutschland ja ganz Europa mit dem rohstoffreichen Russland und damit die USA wirtschaftlich abdrängen, werteten die USA als Angriff auf ihre Nation und auf ihre Vorherrschaft als Imperium (Carl Rove formulierte den Begriff nach dem 1. Irakkrieg). Die Natoosterweiterung wurde beschleunigt.
      Genauso wie die Briten (das Empire) den Aufstieg des Deutschen Reiches (den Emporkömmling) nach dessen Gründung bekämpften (mit übler Pressepropaganda) und mit Gründung der Round Table Organisation (gibt es noch heute und Bill Clinton war ein Stipendiat von denen) durch Cecil Rhodes, den 1.WK gegen Deutschland initiierten. Sie fühlten sich bedroht. Ähnlicher Vorgang dann zum 2. WK. Die Briten bezeichnen die Zeit von 1914 bis 1945 auch als 2. 30 ig jährigen Krieg. Sogar Tony Blair verwendete den Ausdruck mal in einer Rede.
      Die WV und das Zustandekommen des Zwei-Plus-Vier Vertrages wurde hauptsächlich durch GB verzögert. Margaret Thatcher : „Zwei mal haben wir sie geschlagen und jetzt sind sie wieder da“. Die Times titelte : „Das 4.Reich kommt“. Die Briten, das alte Empire, hatten also wieder mal Angst.
      Es gilt einen Korridor (bzw. Puffer) zu schaffen das Trimarium, (von der Ostsee bis an die Adria und Schwarzes Meer) um Deutschland (Westeuropa) von Russland zu trennen. Die Polen sind dabei sehr hilfreich.
      Russland soll also aus Europa gedrängt werden. Westeuropa will Russland nicht haben (höchstens zum Ausbeuten) Und deswegen wird Russland kein Interesse mehr an Europa haben. Putin hatte/hat es noch den Traum mit zu Europa zu gehören, aber andere, mögliche Nachfolger um ihn herum haben es nicht.

  4. Tja, die Hoffnung stirb zuletzt, wie ein bekanntes Sprichwort lautet.

    Ich sehe keinerlei Möglichkeit, auf dem Verhandlungswege einen Waffenstillstand im Krieg Ukraine-Russland zu erreichen (solange Putin an der Macht ist). Gerade jetzt, wo die Ukraine mit starker Unterstützung einen Widerstand leistet, den keiner zu Beginn des Krieges erwartet geschweige erhofft hatte. Das Ziel ist mittlerweile Russland aus der Ukraine zu entfernen, alleine um zukünftigen Aggressionen einen Riegel vorzuschieben. Andererseits wird sich Russland nicht mehr mit dem östlichen Teil der Ukraine zufrieden geben.

    Gleichwohl, selbst wenn irgendwann die Waffen dort schweigen sollten, wer um Himmels Willen wird noch mit den Russen Geschäfte machen wollen? Europa auf keinen Fall. Stream 1 und 2 sind quasi tot. Russland hat sich quasi aus der westlichen Weltgemeinschaft verabschiedet. Es bleibt da nur der Weg nach Osten.

    Der hintergründige Konflikt China-USA wird sich in naher Zukunft nicht entspannen. Neben der Deglobalisierung in Folge Corona wird sich die Welt in zwei große Lager teilen. Afrika wird da ein wichtiger Faktor bezüglich Rohstoffe werden. Klimawandel und Klimaziele werden in den Hintergrund treten, gleichwohl werden die Erneuerbaren eine wichtige Rolle in der Energieversorgung spielen. Da Europa immer so eine Art „Spätmerker“ ist, wird man sich erst heftig die Finger verbrennen, um dann doch schlüssige Richtung einzuschlagen (Kernkraftwerke). Denn Strom in großen Mengen ist in der Lage, Öl und Gas zu ersetzen.

    Was wir auch bedenken sollten ist, daß wir in Europa in eine Rezession schlittern/rennen. Die Folge wird ein geringerer Bedarf an Energieformen (Gas) sein. Dies könnte die Dramatik in den nächsten Jahren etwas mildern. In diesem Zusammenhang darf das Thema Inflation auch nicht außer Acht gelassen werden.
    Zu apokalyptisch ?

  5. Schönreden ist wie Flasche halbvoll

    Schönreden ist die nächste Stufe von positiv denken.Wenn die Hoffnung vom positven Denken nicht eintrifft wird schöngeredet. Wenn Schönreden nicht mehr hilft kann mit dummen Argumenten immer noch geleugnet werden.Am Schluss landen wir bei der Fratzscher – Theorie mit der wunderbaren GRÜNEN INFLATION.. Alles,auch wenn es noch so schlecht ist,hat auch e8ne gute Seite.

    1. Auch bei den Pessimisten gibt es Flaschen…leere!

  6. Zur Zeit ist alles crazy! 3 Wochen 10 Grad minus und Windstille auf der Nordhalbkugel, dann werden wir sehen, ob sich solche Koryphäen wie R.Lang („…es kann doch nicht sein, dass Windräder abgeschaltet werden, nur weil Atomstrom die Leitungen verstopft…“)in der Öffentlichkeit noch zeigen können. Andererseits zeigen die Bemühungen der Amis mit den Firmen zu verhandeln, das der Ernst der Lage zumindest dort erkannt wird. In Amerika ist ein niedriger Energiepreis ein Politikum zur anstehenden Wahl. Was m.E. wichtiger ist, ist wohl die Tatsache dass der Amerikaner derzeit gut Kasse mit Energieträgern macht und somit sein Handelsdefizit etwas ausgleichen kann. Auf Kosten seiner Vasallen. Prost, ich lege hier in Ungarn noch ein Stück Akazie auf. Die Nächte sind schon nahe Null.

  7. Die Hoffnung unserer Regierung ist, sagte gestern ein renommierte Journalistin, dass der Krieg in der Ukraine bis zum Frühjahr vorbei ist, Russland den Krieg verliert, und dass dann wieder russisches Gas fließt.
    Eine solche Hoffnung als Strategie ist natürlich Mist, aber vielleicht wissen andere ja schon mehr.

    1. aber wenn es eine „renommierte“ Journalistin ist ? eine aus dem Mainstream ? dann MUSS sie es doch wissen, besser wie Putin sogar
      oder schwätzt die Dame recht gern was die Politik hören will ?
      Ich schätze mal die Politik des Westens schätzt Russland völlig falsch ein.

    2. @Lothar

      Die Hoffnung, dass der Krieg bis zum Frühjahr vorbei ist, hat eine eine gewisse Berechtigung.
      Aber nicht, weil Russland verliert, sondern weil bei allen Beteiligten in den Schaltkreisen zwischen den Ohren etwas entstehen könnte, das man gemeinhin Verstand oder Vernunft nennt.
      Die Geschichte kennt solche glücklichen Ereignisse, sind aber eher die Ausnahmen.
      Meistens gab es jede Menge eingeschlagene Köpfe.
      (War das jetzt wieder Schönreden?)

      1. Diese Vernunft hatte Kissinger der US Regierung schon vergeblich versucht anzumahnen

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