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Enteignung? Berlin findet anderen Weg um die Wohnungsaktien nach unten zu drücken

Ja, der Titel des Artikels mag ein klein wenig polemisch klingen. Denn die Intention wochenlanger Demonstrationen in Berlin war ja nicht, dass die Aktienkurse von Deutsche Wohnen und Vonovia fallen sollen. Nein, es ging den Demonstranten in den letzten Monaten darum, dass diese beiden Giganten der deutschen Wohnungswirtschaft, die ausgerechnet in Berlin stark vertreten sind, enteignet werden. Aber diese Idee war und ist so unrealistisch, dass sie den Aktienkursen der Unternehmen im bisherigen Verlauf des Jahres 2019 nicht wirklich etwas anhaben konnte.

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Aber was passiert jetzt? In den letzten drei Börsentagen sind die Kurse von Deutsche Wohnen und Vonovia deutlich gefallen. Im Chart haben wir beide Kursverläufe seit Januar übereinander gelegt. Die Aktie der Deutsche Wohnen fällt alleine in den letzten drei Börsentagen um satte 15%. Vonovia fällt im selben Zeitraum um 4,5%.

Seit einigen Tagen kursieren die Worte Mietbremse oder Mietendeckel in Berlin. Die Aktion hat nichts mit der bundesweiten Mietpreisbremse zu tun, die eh nicht funktioniert. Nein, in Berlin sollen in nicht preisgebundenen Wohnungen ab dem Jahr 2020 für fünf Jahre die Mietpreise völlig eingefroren werden. Bis Mitte Juni will Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher von den Linken ein entsprechendes Eckpunktepapier vorlegen, damit das Projekt noch vor der Sommerpause vorangetrieben werden kann. Das macht den Börsianern wirklich Angst, ganz anders als die skurrilen Phantasien über gigantische Enteignungen. Ende offen!

Übrigens: Die skurrile Auswirkung dieses bevorstehenden Mietendeckels ist, dass Hausverwalter nun Wohnungseigentümern in Berlin empfehlen „noch mal schnell“ die Miete anzuheben, bevor das jahrelang nicht mehr möglich sein könnte.

Rotes Rathaus in Berlin
Rathaus der Stadt Berlin und Sitz der Senatskanzlei des Landes Berlin. Foto: Duden-Dödel CC BY-SA 4.0



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2 Kommentare

  1. Wie wäre es mit bauträgerfreien Grundstücken zu bezahlbaren Preisen? Angebot und Nachfrage regelt den Rest. Auf der einen Seite möchte man Wohneigentum erschwinglich machen und Mieten senken, auf der anderen Seite sagt die öffentliche Hand aber auch nicht nein zu den hohen m²-Preisen.

    So oder so, das Kernproblem ist das Finanzstem in der Endphase, das Assets wie Aktien und Immobilien in immer größere Höhen schraubt.

  2. Politisch ist das absolut umsetzbar, gesellschaftlich auch. Berlin hat eine sehr rote Regierung mit satter Mehrheit. Zudem steht die Bevölkerung von Berlin dahinter. Widerstand ist kaum zu erwarten. Deshalb sind die Maßnahmen ernstzunehmen und die Reaktion der Aktienkurse ist nachvollziehbar.

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