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Enteignung der Sparer, Tasche voll für Aktionäre? Nur ein dummer Zufall?

Nein, dies ist keine Satire, aber vielleicht eine Art Verschwörungstheorie? Verbinden wir hier eventuell zwei Vorgänge, die nichts miteinander zu tun haben? Geht es hier um die Enteignung der Sparer und die Umverteilung an Aktienbesitzer anhand eines exemplarischen Beispiels? Entscheiden Sie selbst. Mag es nur im Auge des Betrachters liegen? Natürlich wollen wir nicht von einer dunklen Konspiration zwischen Staat, Gerichten, Versicherungskonzernen und deren Aktionären sprechen. Das wäre vielleicht etwas zu weit hergeholt? Aber lesen Sie selbst.

Am 27. Juni wurde höchstrichterlich bestätigt, dass deutsche Lebensversicherer ihren Kunden auch weiterhin am Kapitalmarkt erzielte Zusatzgewinne vorenthalten können. Denn mit diesem gesondert erzielten Gewinnen sollen die Anbieter (im Jahr 2014 gesetzlich verankert) in die Lage versetzt werden garantierte Mindestverzinsungen für alle Versicherten aufrechterhalten zu können.

Die Richter entschieden auch, dass die Versicherer den Kunden belegen müssen, warum das Vorenthalten von Gewinnen im Einzelfall genau nötig ist. Wir tippen mal: Das wird den Lebensversicherern mit reichlich Anwälten und Marketingexperten schon gelingen, keine Sorge! Wenn man jetzt ganz verschwörungstheoretisch daher kommt, könnte man fast meinen, dass von diesen Zusatzgewinnen der Versicherer auf buchungstechnischen Umwegen einige Milliarden Euro bei den auszuschüttenden Gewinnen für ihre Aktionäre landen? Nein? Gut, dann lesen Sie mal das Folgende. Am 2. Juli, als gerade mal drei Werktage nach diesem Gerichtsurteil, veröffentlicht der Allianz-Konzern folgenden kurzen Text:

Allianz SE hat heute ein neues Rückkaufprogramm für eigene Aktien beschlossen. Das Volumen dieses neuen Programms beträgt bis zu 1 Milliarde Euro. Das Programm soll am 4. Juli 2018 starten und bis 30. September 2018 abgeschlossen sein. Allianz SE wird die gekauften Aktien einziehen.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… ein Aktienrückkauf verringert die Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien, womit der Gewinn pro Aktie steigt. Auch wird der Börsenkurs der Aktie tendenziell steigen, weil die Angebotsseite verknappt wird. Eine tolle Sache für die Aktionäre! Umverteilung von Sparern zu Aktionären? Nein, das ist sicher nur ein zeitlicher und optischer Zufall, oder!

Enteignung der Sparer? Beispielbild des Frankfurter Börsensaals
Frankfurter Börsensaal. Foto: Deutsche Börse AG



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1 Kommentar

  1. Aber das ist doch das Spiel was laufend gespielt wird. Die großen Zocker haben alle Möglichkeiten ihre Gewinne durch Schlupflöcher im Gesetz ( gewollt ) vor der Steuer zu verbergen, und Europa spielt mit Luxemburg, Irland, Niederlande. Wer von den Zockern noch ein wenig Anstand hat gibt beim Finanzamt 25% ab, der kleine Mann darf für seine Arbeit 46% abdrücken. Das ganze Geldsystem ist doch auf Abzocke ausgelegt oder warum werden immer nur die Zinsen / Zinseszins bezahlt und keine Schuld getilgt? Die Banken leben davon und das nicht schlecht Bei 2 Billionen Schulden nehmen wir einmal 3% Zinsen macht das 60 Milliarden die der kleine Mann über die Steuern bezahlen muss.

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