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Erdbeben gegen Apple und Samsung: Chinesischer Konkurrent mit 68% Umsatzplus

Redaktion

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am

Die Wachstumsraten bei Apple und Samsung sehen schon lange nicht mehr sensationell aus. Die Verkäufe von Smartphones steigen mal, und mal stagnieren sie auch. Im Jahresvergleich sind jüngst die Umsätze bei Apple von 45 auf 53 Milliarden Dollar gestiegen (immerhin noch +17%). Dabei stagnierte die Anzahl der verkauften iPhones! Immer wieder stellen sich Analysten die Frage, wie lange Apple bei den horrend teuren iPhones noch wachsen kann.

Heute vermeldet der chinesische Konkurrent Xiaomi seine Quartalszahlen. 70% seiner Umsätze erzielt man mit Smartphones. Der Gesamtumsatz der Firma ist auf umgerechnet 6,6 Milliarden Dollar im letzten Quartal gestiegen, deutlich mehr als erwartet. Die Zahl liegt 68,3% über dem selben Quartal vor einem Jahr! Die Smartphone-Umsätze stiegen um 58,3%. Somit wächst Xiaomi im Umsatz dramatisch schneller als Apple und Samsung. Der Nettogewinn liegt bei umgerechnet 1,9 Milliarden Euro nach einem Verlust von 1,5 Milliarden Euro vor einem Jahr. Man ist also neben dem enormen Umsatzwachstum auch profitabel geworden.

In Indien beispielsweise hat Xiaomi Samsung jetzt als Marktführer verdrängt. Und man bedenke: Abgesehen von Spanien sind die Xiaomi-Handys in Europa noch gar nicht erhältlich. Wenn dies geschieht, dürfte das Wachstum noch weiter anspringen. Das dürfte für die beiden Platzhirsche im Markt mächtig Druck bringen. Man bedenke: Die Vormachtstellung der beiden ist wohl kaum in Stein gemeißelt. Man sehe nur, wo Nokia vor 10 Jahren war (Weltmarktführer) – heute ist die Firma nicht mehr existent.

Xiaomi Store
Ein Xiaomi Store in China. Foto: Raysonho @ Open Grid Scheduler / Grid Engine (CC0)

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Simply

    22. August 2018 17:17 at 17:17

    „Abgesehen von Spanien sind die Xiaomi-Handys in Europa noch gar nicht erhältlich.“

    Dieses Jahr wurde ein Flagship-Store im Süden Wiens im Einkaufszentrum SCS eröffnet.
    https://diepresse.com/home/wirtschaft/unternehmen/5431243/Chinesischer-HandyHersteller-Xiaomi-eroeffnet-Geschaeft-in-der-SCS

    Budapest hat auch einer eröffnet. http://www.xiaomi.hu/mi-store-opening.html

    Versandlager in Rumänien und über Amazon kann man sie ebenso einfach und bequem kaufen.

  2. Avatar

    Kritisch

    22. August 2018 17:19 at 17:19

    In Österreich, bei „Drei“, auch erhätlich. XIAOMI Redmi 5, mit Vertrag € 0,00, ohne € 198,00, als Bestandskunde.

  3. Avatar

    isntit

    22. August 2018 17:41 at 17:41

    Bin vor 9 Monaten von iPhone auf Xiaomi (Redmi 4 für 120 EUR, vergleichbar mit iPhone 5) umgestiegen und bin sehr zufrieden. Hier gibt’s die schon lange (man muss nicht bei Amazon oder in Österreich/Ungarn kaufen): https://www.gearbest.com

  4. Avatar

    Altbär

    22. August 2018 18:30 at 18:30

    Wenn der Buffett so gewieft wäre wie Viele meinen, würde er mindestens einen Teil seiner fast 50 Mia Investition in Apple in solche Wachstumsfirmen umschichten.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      22. August 2018 19:16 at 19:16

      @Altbär. Jetzt enttäuschen Sie mich aber. Die „Gewieftheit“ von Warren Buffet als Investor steht wohl außer Frage. Seit den 60-er Jahren erwirtschaftet der Mann mit seiner Gesellschaft Berkshire Hathaway eine jährliche Rendite von 20% – über 50 Jahre. Ich wüsste nicht, ob es in Deutschland jemanden gibt, der nur annähernd auf eine solche Performance blicken kann.
      Zu Apple: Klar ist das Wachstum von Apple auf Dauer nicht durchzuhalten. Aber die Firma sitzt auf 260 Mrd.$ Cash und ist dabei noch für knapp 100 Mrd.$ eigene Aktien zurückzukaufen. Was für ein Schutzpolster! Soll er seine Milliarden in chinesische IT-Firmen stecken, die zwar große Wachstumsraten aufweisen, aber in welchem Umfeld? Die USA befinden sich in einem Handels- und Währungskrieg mit China und nach einer langen Hausse sind die chinesischen Schulden nahezu explodiert. Gesamt auf deutlich über 300%, während die USA mit ihren Gesamtschulden (Staat, Firmen, Bürger) bei 240% angekommen sind.
      Wieso sollte die Investorenlegende derzeit in chinesische Mobilfunkunternehmen investieren? Ich denke, er hat auch da den besseren Überblick.
      Gruß

  5. Avatar

    Altbär

    22. August 2018 20:41 at 20:41

    @Wolfgang M. es geht mir nicht um was u.wo er investiert.Es geht mir darum dass er eine Anfängerregel nicht berücksichtigt, nämlich DIVERSIFIKATION.
    Sein Anteil an Apple beträgt ca. die Hälfte seines Vermögens oder Eigenkapitals. Jeder erfahrene Börsianer weiss ,dass keine Firma für immer u.ewig den Erfolg auf sicher hat .Dafür gibt es genug Beispiele.
    Z.B. GM, GENERAL ELECTRIK, NOKIA U.S.W. Zudem haben Firmen mit zunehmender Grösse Probleme das Wachstum zu hallten.
    Der Erfolg basiert bei Buffett auch darauf ,dass bei Abstürzen wie 2008 bei Banken als Retter aufgetreten ist., u. diesen mit halsbrecherischen Konditionen aus der Patsche geholfen hat.
    Dass er jetzt nach der längsten Hausse aller Zeiten auf sehr hohem Niveau so einsteigt erstaunt mich eher.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      22. August 2018 21:31 at 21:31

      @Sorry Altbär, aber da scheinen Sie falsch informiert zu sein. Berkshire Hathaway war zum Ende des Quartals in fast 90 Firmen investiert und hatte Aktienbeteiligungen in Höhe von 170 Mrd.$, darunter natürlich Coca Cola, Apple, Kraft Heinz u.a. Die Cashquote lag Ende des Quartals bei 111 Mrd. $ und da ihm die Firmen derzeit zu teuer sind, hat Buffet seit 2016 keine Firmenübernahme mehr getätigt. Er ist extrem diversifiziert und stellt als Investor mit seinem Value-Ansatz einen Kontrapunkt zu vielen Konzernlenkern der Wall Street dar. Nur an Apple hat er derzeit einen „Narren gefressen“, aber die Unternehmenskennziffern kennt er als Großaktionär vermutlich viel besser als wir.
      Gruß

  6. Avatar

    Altbär

    22. August 2018 22:11 at 22:11

    @Wolfgang M., Alles richtig u.jeder weiss das, das ändert Nichts an m einer Meinung, dass der Anteil von Apple fast 50% seines Vermögens beträgt . Wenn Sie sagen, er habe an Apple den Narren gefressen bestätigen Sie ja meine Meinung.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      23. August 2018 09:24 at 09:24

      @Altbär. Entschuldigen Sie, wenn ich noch einmal nachhake, es geht mir nicht um Rechthaberei, aber die Fakten haben an der Börse nunmal eine große Bedeutung.
      Zu Buffets Privatvermögen:
      Dies beträgt ca. 88 Mrd $, entstanden aus einem ca. 19%-igen Anteil an Berkshire Hathaway mit einer Marktkapitalisierung von fast 500 Mrd $. Der Anteil von Apple betrögt davon etwa ein Zehntel. Und an diesem Anteil besitzt er eben gerade die besagten 19%. Ein doch deutlicher Unterschied zu der Hälfte seines Privatvermögens.
      Zu den Apple-Käufen:
      Der Investor kauft seit gut zwei Jahren Apple-Aktien, den Hauptteil im Februar 2017 (120 Mio Aktien ) zu einem Kurs von höchstens 120 € (heutiger Kurs 185€), 45 Mio. Aktien muss er noch erheblich billiger erwoben haben. Im Mai 2018 hat er nochmals 75 Mio. Aktien erworben, damaliger Kurs höchstens 155 €.
      Damit dürfte er 240 Mio. Aktien besitzen, erworben zu einem Durchschnittspreis, der auf eine unglaubliche derzeitige Rendite schließen lässt.
      Jetzt könnte das Argument kommen: „Aber wenn es kracht, kann er diesen großen Anteil doch gar nicht verkaufen“! Aber auch hier dürfte der schlaue Fuchs schon einen Plan in der Hand zu haben. (Z.B. Fonds). Die Aktienkäufe insgesamt sind derzeit wieder ein typischer Buffet-Deal. Mein Kenntnisstand.
      Gruß

  7. Avatar

    Altbär

    23. August 2018 11:13 at 11:13

    @Wolfgang M. Sie haben Recht, so gesehen sieht die Sache anders aus.Trozdem fallen mir bei Buffett gewisse Widersprüche auf.Als Zweitgrösster Apple– Investor ist er doch selber einer der Kurstreiber, könnte auch sein dass er die Kurse hochhält um selber hoch auszusteigen. ( Distribution)
    Auch sagte er einmal ,man sollte keine Aktien auf Kredit kaufen: In Wirklichkeit arbeitet er mit mindestens 300 Mia. Fremdkapital. ( Stand vor einigen Monaten, Hebel ca. 1: 3 )
    Mir spielt es keine Rolle ob er 100 oder 400 Mia. Vermögen hat, ich bin einfach gespannt was bei einer grösseren Korrektur passiert.
    Es ist nicht anzunehmen, dass die DICKFISCHE eine grössere Korrektur ausstehen können oder wollen,
    ( Margin Call) also werden diese riesigen gehebelten Volumen irgendwann verkauft werden.
    Dazu kommen dann die Leerverkäufe der Hedge Fonds . Immerhin haben nicht nur die Aktienkurse Rekordhochs erreicht, auch Aktien auf Kredit sind auf Rekordhoch.Zudem haben wir wöchentlich Berichte,dass Unternehmensanleihen knapp über Ramschniveau extreme Werte erreicht haben.Wenn die Korrektur nicht mehr verhindert werden kann ( spätestens nach Trump , also schon bald ) werden auch die allerbesten Titel Federn lassen, ev, sogar noch mehr wil alles was Rang u. Namen hat darin investiert ist.
    Ich weiss, dass Sie eine ähnliche Meinung haben, nur beim Zeitpunkt sind wir noch uneinig ! !

    • Avatar

      Wolfgang M.

      23. August 2018 12:44 at 12:44

      @Altbär. Ja, mit der Perspektive der Korrektur nach der langen Hausse haben Sie Recht. Deshalb auch mein langer Kommentar vom Samstag mit der Hauptfrage: Wann laufen die Rückenwindfaktoren für die Börsen aus, speziell in den USA, und der Gegenwind übernimmt das Ruder? Klar werden dann wie üblich viele gleichzeitig aus den Märkten aussteigen wollen, langfristige Stopps werden gerissen, Margin Calls fällig u.s.w. – ein vielfach erlebtes Szenario. Der Anlass hierzu kann ein scheinbar ganz harmloser sein. Die 100 00 Dollarfrage ist natürlich der Zeitpunkt. Der Fed dämmern die Gefahren – bereits in ihrer Kommunikation ersichtlich -, denn sie wird der Hauptverursacher des monetären Gegenwindes sein (Zinsanhebungen und Bilanzrückführung). Ich habe schon 2017 darüber geschrieben, dass die Zinserwartungen für die USA für 2019, 2020 illusionär sind, aufgrund der jetzt sogar noch weiter ansteigenden Schuldenlast. Verhindern kann die Fed die fällige Bereinigung nicht, allenfalls etwas verzögern. Für mich das Thema der nächsten Monate.
      Gruß

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Staatsverschuldung auf Rekordhoch gestiegen – hier die Details

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Deutschland-Flagge

Es ist kein Wunder. Im Zuge der Coronakrise explodiert die deutsche Staatsverschuldung, wie in anderen Ländern auch. Heute hat das Statistische Bundesamt Details zum Stichtag 30. Juni 2020 veröffentlicht. Die Schulden der öffentlichen Hand (Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen einschließlich aller Extrahaushalte) gegenüber nicht-öffentlichen Einrichtungen lag Ende Juni bei 2,1089 Billionen Euro. Dies ist ein Rekordhoch bei der Staatsverschuldung nach dem vorigen Hoch bei 2,0683 Billionen Euro Ende 2012.

Staatsverschuldung wächst um 210 Milliarden Euro in sechs Monaten

Interessanter als der Langfristvergleich ist aber eher das aktuelle Bild. Wie sieht die Veränderung von Dezember 2019 zu Juni 2020 aus, also genau in der Zeit, wo die Staatsverschuldung durch die Coronakrise angefacht wurde? Es war ein Anstieg von 210,1 Milliarden Euro oder +11,1 Prozent! Die Statistiker sagen zu dem Anstieg Zitat: „Der Anstieg ist im Wesentlichen dadurch begründet, dass die öffentlichen Haushalte finanzielle Mittel für Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise aufnahmen„.

Interessant: Die Sozialversicherung konnte laut heutiger Veröffentlichung der Statistiker ihren Schuldenstand gegenüber dem Jahresende 2019 um rund 5 Millionen Euro (-8,8 %) auf 52 Millionen Euro reduzieren. Frage: Wie hat man das geschafft bei derart vielen neuen Arbeitslosen und folglich deutlich weniger Einnahmen? Die Staatsverschuldung auf den drei Ebenen Bund, Länder und Gemeinden wird von den Statistikern im Detail erläutert. Hier im Wortlaut:

Schulden des Bundes wachsen um 163 Milliarden Euro

Mit Ausnahme der Sozialversicherung waren am Ende des 1. Halbjahres 2020 alle Ebenen des Öffentlichen Gesamthaushalts stärker verschuldet als zum Jahresende 2019. Am stärksten stieg in diesem Zeitraum die Verschuldung des Bundes, und zwar um 13,7 % beziehungsweise 163,0 Milliarden Euro auf 1 351,5 Milliarden Euro.

Schulden der Länder steigen um 46,1 Milliarden Euro

Die Länder waren zum Ende des 1. Halbjahres 2020 mit 624,9 Milliarden Euro verschuldet, dies entspricht einem Anstieg um 8,0 % beziehungsweise 46,1 Milliarden Euro gegenüber dem Jahresende 2019. Die Verschuldung ist in allen Ländern gestiegen, prozentual stieg sie in Sachsen (+89,6 %), Bayern (+30,6 %) und Bremen (+20,4 %) am stärksten. Die Länder mit dem höchsten absoluten Zuwachs waren Nordrhein-Westfalen (+17,0 Milliarden Euro), Bremen (+6,1 Milliarden Euro) und Niedersachsen (+4,1 Milliarden Euro).

Auch bei den meisten Ländern stand die höhere Verschuldung größtenteils im Zusammenhang mit der Corona-Krise. In Bremen ist der Anstieg vor allem auf Schuldenaufnahmen für die Bereitstellung von Barsicherheiten für Derivat-Geschäfte zurückzuführen.

Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände nehmen um 1,1 Milliarden Euro zu

Der Schuldenstand der Gemeinden und Gemeindeverbände erhöhte sich im 1. Halbjahr 2020 gegenüber dem Jahresende 2019 um 0,8 % beziehungsweise 1,1 Milliarden Euro auf 132,4 Milliarden Euro. Hier war die Entwicklung unterschiedlich: Die Schulden stiegen vor allem in Gemeinden und Gemeindeverbänden in Schleswig-Holstein (+5,4 %), Hessen (+4,2 %) und Niedersachsen (+2,2 %). Dagegen sanken die Schulden insbesondere im Saarland (‑14,4 %), Sachsen (‑7,3 %) und Thüringen (-4,7 %).

Der Rückgang in den saarländischen Gemeinden und Gemeindeverbänden ist zum großen Teil dadurch begründet, dass im 1. Halbjahr 2020 das vom Land verwaltete „Sondervermögen Saarlandpakt“ 300,0 Millionen Euro der Kassenkredite der Gemeinden und Gemeindeverbände übernommen hat.

Lesen Sie beim Klick an dieser Stelle den gestrigen hochinteressanten Artikel von Wolfgang Müller mit dem Titel „Coronakrise: Wie viel Reserven hat der deutsche Staat noch?“

Grafik zeigt aktuelle Staatsverschuldung nach Bundesländern

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Spiegel-Kolumnist fordert „Kapitalismus-Reform jetzt“ – eine Gegenrede

Claudio Kummerfeld

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Geld ist das Symbol von Kapitalismus

Thomas Fricke ist als regelmäßiger Kolumnist auf Spiegel Online einem bundesweiten Publikum bekannt. Und wenn man seine vor drei Tagen veröffentlichte Kolumne mit dem Titel „Kapitalismus-Reform jetzt!“ genau durchliest, dann wird einem klar: Thomas Fricke ist kein knallharter Kommunist, Sozialist oder Gegner des marktwirtschaftlichen Modells. Genau so wenig, wie ich ein knallharter Marktliberaler bin. Zum Beispiel wäre ich gegen die Privatisierung von Wasserwerken. Öffentliche Daseinsvorsorge von wichtigen Kernaufgaben wie der Wasserversorgung haben in privater Hand nichts zu suchen. So möchte ich es nur mal an diesem Beispiel festmachen, dass der totale Wahn des freien Marktes nicht meine Sache ist. Dennoch fühle ich mich genötigt auf den Artikel von Thomas Fricke eine Gegenrede zu schreiben, weil ich mit vielen (nicht allen) seiner Aussagen so nicht einverstanden bin.

Gleich vorweg erstmal eine Zustimmung zu den Aussagen von Thomas Fricke. Manchmal werden marktwirtschaftliche Erfolgsgeschichten geschrieben, nachdem ein großer staatlicher Anschub geleistet wurde. So basiert (mein Beispiel) zum Beispiel der Erfolg des Silicon Valley zu guten Teilen auf den enormen Forschungsgeldern, welche die US-Regierung zum Start des Kalten Kriegs in die Bereiche Raketentechnik, Mikroelektronik etc steckte (mehr dazu hier und hier). Es nützt aber nichts einfach nur eine große Masse an Geld zu geben. Bei den Geldempfängern muss der Drang da sein zu forschen, etwas erschaffen zu wollen, voranzukommen, innovativ zu sein. Ist dies nicht der Fall, dann läuft es so, wie Daniel Stelter es gerade erst eindrucksvoll am Beispiel Berlin beschrieben hat (hier nachzulesen). Leicht vereinfacht ausgedrückt: Der mit Abstand größte Empfänger im deutschen Länderfinanzausgleich, die Stadt Berlin, saugt vor allem von Bayern und Baden-Württemberg immer mehr Geld ab. Je schlechter man wirtschaftet, desto mehr Finanzhilfen erhält man. Man braucht selbst nicht innovativ zu sein. Man kann sich in jeder Menge sozialistischer Experimente und Träumereien ergehen – kein Problem, denn zahlen tut jemand anders. Aber gut, ich schweife ab. Zurück zur Kolumne von Thomas Fricke.

Der böse Kapitalismus ist schuld?

Kommen wir nun zu einer These von Thomas Fricke, die gleich in der Headline-Aussage unter dem Titel der Kolumne zu finden ist, die da lautet „Märkte scheitern gerade in solchen Krisen“. Gemeint ist wohl die derzeitige Coronakrise. Dazu muss man sagen: Dass der Kapitalismus in so einer Zeit scheitert – das ist einfach eine unfaire Betrachtungsweise. Denn in einer Zeit, wo der Staat dem Markt verbietet tätig zu sein (Geschäfte müssen zwangsweise schließen, Flugzeuge dürfen nicht fliegen etc), wie soll der Teilnehmer am freien Markt da seinen Lebensunterhalt verdienen können? Der Kapitalismus war wochenlang zu großen Teilen abgeschaltet, und es war den Menschen (aus guten Gründen) nicht erlaubt an der allgemeinen Wertschöpfung teilzunehmen, die ihren Lebensunterhalt sichert. Deswegen git es derzeit diese Probleme! Das soll kein Vorwurf gegen die Regierung sein. Aber zu behaupten, dass die Märkte (also der Kapitalismus) gerade in diesen Zeiten scheitern, ist absurd. Hier Thomas Fricke auszugsweise im Zitat: „Wenn Regierungen wie Notenbanker in Corona-, Finanz- und anderen Großkrisen eingreifen, tun sie das, weil eben jene Marktkräfte nicht funktionieren, nach denen solche Krisen theoretisch entweder gar nicht vorkommen dürften – oder sich alles von selbst regulieren müsste. Tut es eben nicht.“

Die völlig falsche Sichtweise auf die Schere zwischen Arm und Reich

Auch ist ein wichtiger Themenblock von Thomas Fricke die immer weiter wachsende Ungleichheit bei den Vermögen. Der einfache Spruch lautet (ich formuliere mal frei heraus): Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Das ist ungerecht, und daran ist der böse Kapitalismus schuld. Richtig? Nein, eben nicht. So schreibt Thomas Fricke, dass wenn seit just den Neunzigerjahren Reich und Arm so drastisch auseinandergedriftet sind, dann nicht, weil zu viel interveniert wurde, sondern weil Marktkräfte zu immer stärkerer Konzentration von Vermögen beitragen – wer viel hat, bekommt auch umso leichter mehr davon“. Da macht es sich Thomas Fricke nun mal viel zu einfach, so möchte ich es sagen. Er übersieht völlig den Grund, warum denn Arm und Reich gerade in den letzten Jahren immer mehr auseinander gedriftet sind. Es gibt zwei betroffene große Asset-Blöcke, nämlich Aktien und Immobilien. Ihre Preise steigen seit Jahren immer weiter an, und mehren in der Tat den Reichtum der Reichen immer weiter, während die Armen davon nichts haben. Im Gegenteil, die Armen dürfen die Lasten ständig steigender Wohnungsmieten tragen, und haben immer weniger zum Leben übrig.

Was hat denn dazu geführt, dass Preise für Aktien und Immobilien trotz Finanzkrise und Coronakrise (vereinfacht gesagt) eigentlich nur steigen, steigen, und steigen? Die Notenbanken haben, um alle Krisen und Probleme aus der Welt zu schaffen, die Zinsen jahrelang immer weiter gesenkt, und letztlich abgeschafft. Damit haben die kleinen Leute, die nur das Sparbuch nutzen, Jahr für Jahr dank Inflation reale Wertverluste. Das große Geld strömt seit Jahren von zinslosen Anleihen in den Aktien- und Immobilienmarkt. Dazu kommt noch, dass die Notenbanken mit ihren Anleihekaufprogrammen in Billionenhöhe die großen institutionellen Anleger teilweise vom Anleihemarkt verdrängen. Auch diese Anleger stürmen in Aktien und Immobilien. Keine Zinsen mehr, also kauft man Aktien und Immobilien auf der Suche nach Rendite. Und dieser Trend läuft seit Jahren, und wurde zuletzt durch die Notenbank-Orgien im aktuellen Jahr 2020 nur noch weiter angefacht!

Würde der Kapitalismus unbeeinflusst durch die Notenbanken einen freien Marktzins bilden können, dann wäre der Zins wohl so hoch, dass die kleinen Sparer real einen jährlichen Zinsgewinn erzielen würden. Geldanlagen in Anleihen wären attraktiv, und große Institutionelle wären nicht in Aktien oder Immobilien geflohen. Und noch etwas. Bei einem viel höheren Zinsniveau (das derzeit planwirtschaftlich von Notenbanken verzerrt wird), wäre es für die großen Konzerne vor allem in den USA unattraktiv, in obszönem Ausmaß Kredite aufzunehmen, um damit eigene Aktien an der Börse zurückzukaufen. Diese Aktienrückkäufe sind seit Jahren auch ein Grund für die massiv steigenden Aktienkurse der großen Konzerne. In einem echten, freien, nicht von Notenbanken und Politik beeinflussten Markt wäre diese Vermögenspreisblase bei Aktien und Immobilien in dieser Form wohl nicht entstanden, und die Ungleichheit zwischen Arm und Reich wäre zwar da, aber nicht so schlimm wie heute. Thomas Fricke verdreht in seiner Kolumne diese Mechanismen völlig.

Besserer Staat, nicht mehr Staat

Relativ hilflos stehe ich der Aussage von Thomas Fricke gegenüber, dass Menschen in ehemaligen Industriehochburgen AfD, Trump und Brexit gewählt hätten, weil es dort an zu wenig Staatseinfluss gegeben hätte. Bei der Argumentation komme ich kaum noch mit. Das Phänomen Donald Trump hatte ich jüngst in einem eigenen Artikel besprochen mit dem Titel „Donald Trump ist nicht das Problem, sondern das Resultat eines Problems“. Die meisten „Medienprofis“ glauben doch tatsächlich, dass das Problem weg ist, wenn Trump und AfD weg sind. Dass die Leute vor allem Trump gewählt haben wegen dem großen jahrzehntelangen Versagen seiner Vorgänger (egal ob Demokrat oder Republikaner), möchte man am besten ganz ignorieren. Nicht noch mehr politische Bevormundung und Staatseingriff braucht es, sondern schlicht und einfach nur gute Politik!

Thomas Fricke sagt, dass erst wenn wir im Land wieder überall Glasfaser haben, würde es sich lohnen, in entlegenere Regionen zu investieren, was es bisher nicht tut. Da mag er recht haben. Aber: Wenn man um Deutschland rundherum schaut, laufen Netzabdeckung, Digitalisierung (vereinfacht gesagt) überall deutlich besser als bei uns – das wird nicht an zu wenig Staat in Deutschland liegen, sondern eher an schlechter beziehungsweise inkompetenter Politik in Deutschland!

Der böse Kapitalismus und die Finanzkrise

Thomas Fricke schreibt: „Wenn es 2008 zur größten Finanzkrise seit Jahrzehnten kam, dann ja nicht deshalb, weil Staaten zu viel eingegriffen haben, sondern weil sich Finanzmarktakteure in ein irres System aus gegenseitiger Verschuldung auf weitgehend freien Märkten verlaufen hatten – und weil dem zu wenig staatliche Grenzen gesetzt wurden. Eine Krise, die bis heute nachwirkt, etwa in Form von Nullzinsen.“ Das ist natürlich die aller leichteste aller Übungen, nämlich sinngemäß zu sagen: Leute, schaut auf die Finanzkrise 2008, die Marktwirtschaft hat hier ihre häßliche Fratze gezeigt. Aber so einfach ist es nun mal nicht. Drei große Akteure haben (das ist meine Meinung) zu gleichen Teilen zur Finanzkrise 2008 beigetragen. Als da wäre US-Regierung und US-Notenbank. Die unausgesprochene Staatsraison der Amerikaner lautete schon lange vor der Finanzkrise, dass jeder Amerikaner (weil man ja die größte, reichste und mächtigste Nation der Welt sei) das Recht habe in seinem eigenen Haus zu leben.

Deswegen schufen Regierung und Notenbank absichtlich ein Umfeld von immer weiter sinkenden Zinsen und Deregulierung am Hypothekenmarkt. Genau so aber waren die Konsumenten schuld, die oft (aber nicht immer) sehenden Auges in die Katastrophe schlitterten, weil sie Häuser kauften, die sich sich gar nicht leisten konnten. Und drittens waren es die Banken, die unbedingt Geld verdienen wollten durch hochverzinste Immobiliendarlehen. Egal wie, es mussten Kredite verkauft werden. Diese toxische Kombination schuf die Immobilienkrise in den USA, und nicht ein simples Scheitern des Kapitalismus. An der Finanzkrise haben ALLE Institutionen und Personengruppen in den USA „mitgewirkt“. Der Kapitalismus war Teil des Problems, aber nicht das alleinige Problem. Diese Krise zeigte, dass der Kapitalismus in der Tat einen gesetzlichen Rahmen benötigt, der auch überwacht werden muss. Aber der gesetzliche Rahmen sollte nicht zum Erstickungstod des Marktes führen.

Was uns bevorsteht

Meiner Meinung nach liegt das Problem nicht im Kapitalismus, und auch nicht in einem heraufziehenden Kommunismus. Sondern in einer Art schleichender Lawine, welche unzählige sozialistische Ideen über uns bringt, eine immer größere Staatswirtschaft, einen immer größeren Apparat der Sozialindustrie, mit immer mehr Steuern und Abgaben, Beschränkungen und Verordnungen. Wichtig ist nur, dass man gerade im Zuge der Coronakrise gerade diejenigen Kräfte ausbremsen sollte, die jetzt ihre große Chance sehen, auf die sie so lange gewartet haben. Endlich Abkehr vom Markt, endlich Verstaatlichungen, mehr Regulierung (siehe Mietpreisdeckel in Berlin uvm). Solche Auswüchse wie in Berlin dürften erst der Anfang sein, wenn im Zuge der Coronakrise der Ruf nach mehr Staatswirtschaft immer lauter wird.

Vor allem nach der nächsten Bundestagswahl dürfte in der Post-Corona-Zeit der Drang hin zu mehr Staatswirtschaft zunehmen. Was die dann neu formierte Regierungskoalition (raten sie mal welche das sein wird) vor hat, lässt sich natürlich schwer erahnen. Aber für jeden der denkt, ihn persönlich würde eine zunehmende Staatswirtschaft und zunehmende staatliche Restriktionen nicht betreffen, der schaue mal ins grün regierte Ländle. In Baden-Württemberg wurde nämlich beschlossen, dass das Landesnaturschutzgesetz geändert wird. Dabei geht es um die Gestaltung von Vorgärten auf Privatgrundstücken – Schottergärten auf Privatgrundstücken werden verboten. Tja, Sie als Hausbesitzer dürfen dann nicht mehr selbst bestimmen, ob sie Steine oder Rasen vor ihrem Haus auslegen. Das ist nur ein winziger, kleiner Vorgeschmack auf das, was uns bevorstehen dürfte.

Es ist zu befürchten, dass uns in Sachen Sozialindustrie und Umweltregulierung ein neuer gigantischer Bürokratieapparat bevorsteht, der jede Menge neue Vorschriften und Einschränkungen mit sich bringt. Dieser Apparat bedeutet viele schöne neues Jobs für die jeweilige Klientel. Und man wird viele dieser neuen Ämter, Jobs und Regulierungen mit der Headline versehen: „Der Kapitalismus konnte es eben nicht, deswegen muss es jetzt der Staat richten. Corona, Finanzkrise, Armut, Ungleichheit – der Kapitalismus hat hier gezeigt, dass der Staat hier viel stärker eingreifen muss, also machen wir das jetzt“. So wird das Motto wohl lauten.

Thomas Fricke wünscht sich unter anderem, dass (Zitat) „Politiker dazu beitragen, dass bei drohenden wirtschaftlichen Umbrüchen in den betreffenden Regionen viel früher neue Perspektiven geschaffen werden – und viel systematischer schon dafür gesorgt wird, neue Firmen anzulocken, die am besten zu den Leuten und Ressourcen vor Ort passen“. Dazu kann man als mahnendes Negativbeispiel die ostdeutschen Kohlereviere erwähnen, wo tausende Jobs verloren gehen. Wohl aus Angst, dass die AfD dort wegen solchen Job-Verlusten mehr Zulauf bekommt (meine persönliche Vermutung), hatte man schon letztes Jahr schnell eine Idee. Es mussten sofort Job-Versprechen her für die neuen Arbeitslosen. Und siehe da: Von Kohleabbau direkt hinüber in die Staatswirtschaft. So sollen von 8.000 Kumpel, die ihren Jobs verlieren, für 5.000 von ihnen neue Jobs bei Behörden geschaffen werden, genau in den Regionen wo die Jobs verloren gehen. Neue Staatsjobs schaffen, wofür genau? Mal sehen? Irgendwas fällt uns da schon ein? Wie produktiv werden diese neuen Behörden sein?

Klar ist nur: Die privaten Arbeitnehmer in Deutschland müssen diese zusätzlichen Behördenjobs dann zukünftig dauerhaft auch finanzieren, mit ihrem Steueraufkommen. Es gilt, so meine bescheidene Meinung, dem Drang nach immer mehr Staat, höheren Steuern und immer mehr Regulierung Einhalt zu gebieten. Nur fällt das dank Corona ziemlich schwer, weil es sich so wunderbar leicht aussprechen lässt, dass der böse Kapitalismus das Problem sei. Nicht mehr Staat und mehr Regulierung, sondern bessere Politik und intelligentere Regulierung, das sollte das Ziel sein! Die Aufforderung von Thomas Fricke zur Reform des Kapitalismus dürfte von all zu vielen Menschen als Unterstützung ihres Wunsches angesehen werden, den freien Markt zu bekämpfen und immer weiter abzuschaffen, anstatt ihn zu reformieren.

Übrigens: Wer mehr Staat will, mehr Schulden, mehr Staatswirtschaft, der scheint bei Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, genau an der richtigen Adresse zu sein (hier unser letzter Bericht zu seiner Person). Er ist bekannt als regierungsfreundlicher Kommentator in volkswirtschaftlichen Fragen. Siehe folgender aktueller Tweet:

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Weniger Konsum: So deutlich ändert sich das Verhalten bei Gering- und Normalverdienern

Claudio Kummerfeld

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am

Brieftasche wird zusammengepresst

Grundsätzlich ist es kein Geheimnis. Durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Zukunftsängste geht der Konsum bei vielen Menschen in der Coronakrise deutlich zurück. Und je weniger Konsum, desto schlechter geht es den Betrieben, die Konsumprodukte zur Verfügung stellen. Schaut man dieser Tage auf zahlreiche Aussagen von Politik und Ökonomen, dann läuft die Konjunkturerholung derzeit auf Hochtouren, und wir haben die Lücke zur Vor-Corona-Zeit fast schon wieder geschlossen. Aber wer sich die Innenstädte, Restaurants, Einzelhandel, Reisebüros, Fluggesellschaften uvm anschaut, kann an so eine glatte, wunderschöne Erholung nicht so recht glauben. Ganz abgesehen von dem Heer der Solo-Selbständigen, die quasi unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in ein Desaster schlittern, und direkt bei Hartz4 landen, ohne Sonderhilfen.

Der Anbieter Creditreform (Deutschlands führender Anbieter von Wirtschaftsinformationen und Lösungen zum Forderungsmanagement) hat heute eine repräsentative Umfrage veröffentlicht, die sich vor allem dem Konsum der Gering- und Normalverdiener in der Coronakrise widmet. Ende August mussten demnach hochgerechnet rund 15,5 Millionen Haushalte in Deutschland auf einen Teil ihres Haushaltseinkommens verzichten. Auffällig sei, dass es besonders die Gering- und Normalverdiener betreffe, die ein dünneres Finanzpolster hätten als Gutverdiener. So fehlten laut der Umfrage rund drei Viertel der Befragten bis zu 30 Prozent ihres regulären Einkommens.

Verhalten beim Konsum geändert

So haben die Menschen lauf Creditreform ihr Verhalten beim Konsum bereits geändert. So gaben 55 Prozent der Befragten Ende August an, krisenbedingt weniger Geld für den Konsum und die Lebenshaltung auszugeben. Das entspricht rund 22,7 Millionen Haushalten. Fast jeder Dritte sei sich unsicher, ob das Geld in den kommenden zwölf Monaten reicht, um alle finanziellen Verpflichtungen wie Miete und Nebenkosten, Kredite oder Versicherungsbeiträge bezahlen zu können. Gut jeder Zehnte gab sogar an, die Ratenzahlungen für Konsum-, Immobilien- oder Kfz-Kredite gestundet zu haben.

In Notzeiten schauen die Menschen laut aktueller Aussage von Creditreform strenger auf ihr Geld und verzichten eher auf unnötigen Konsum. Die Menschen würden den Rotstift demnach zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Bei Medikamenten, der Altersvorsorge oder ihren Haustieren seien sie hingegen kaum zu Abstrichen bereit. Diese Ausgabenvorsicht helfe derzeit noch, die finanzielle Situation der Haushalte zu stabilisieren. Aber sollten die Menschen langfristig auf Teile ihres Einkommens verzichten müssen, rechne man mit einem starken Anstieg der überschuldeten Verbraucher. Besonders brisant würden die kommenden Wochen, da die von der Bundesregierung beschlossene Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen im Oktober wieder aufgehoben sei. Die Folge wären nicht nur steigende Insolvenzzahlen bei den Unternehmen, sondern auch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit, so Creditreform.

Grafik zeigt Gründe für sinkende Einkommen

Grafik zeigt wo Verbraucher beim Konsum sparen

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