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Erdbeben gegen Apple und Samsung: Chinesischer Konkurrent mit 68% Umsatzplus

Redaktion

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am

Die Wachstumsraten bei Apple und Samsung sehen schon lange nicht mehr sensationell aus. Die Verkäufe von Smartphones steigen mal, und mal stagnieren sie auch. Im Jahresvergleich sind jüngst die Umsätze bei Apple von 45 auf 53 Milliarden Dollar gestiegen (immerhin noch +17%). Dabei stagnierte die Anzahl der verkauften iPhones! Immer wieder stellen sich Analysten die Frage, wie lange Apple bei den horrend teuren iPhones noch wachsen kann.

Heute vermeldet der chinesische Konkurrent Xiaomi seine Quartalszahlen. 70% seiner Umsätze erzielt man mit Smartphones. Der Gesamtumsatz der Firma ist auf umgerechnet 6,6 Milliarden Dollar im letzten Quartal gestiegen, deutlich mehr als erwartet. Die Zahl liegt 68,3% über dem selben Quartal vor einem Jahr! Die Smartphone-Umsätze stiegen um 58,3%. Somit wächst Xiaomi im Umsatz dramatisch schneller als Apple und Samsung. Der Nettogewinn liegt bei umgerechnet 1,9 Milliarden Euro nach einem Verlust von 1,5 Milliarden Euro vor einem Jahr. Man ist also neben dem enormen Umsatzwachstum auch profitabel geworden.

In Indien beispielsweise hat Xiaomi Samsung jetzt als Marktführer verdrängt. Und man bedenke: Abgesehen von Spanien sind die Xiaomi-Handys in Europa noch gar nicht erhältlich. Wenn dies geschieht, dürfte das Wachstum noch weiter anspringen. Das dürfte für die beiden Platzhirsche im Markt mächtig Druck bringen. Man bedenke: Die Vormachtstellung der beiden ist wohl kaum in Stein gemeißelt. Man sehe nur, wo Nokia vor 10 Jahren war (Weltmarktführer) – heute ist die Firma nicht mehr existent.

Xiaomi Store
Ein Xiaomi Store in China. Foto: Raysonho @ Open Grid Scheduler / Grid Engine (CC0)

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Simply

    22. August 2018 17:17 at 17:17

    „Abgesehen von Spanien sind die Xiaomi-Handys in Europa noch gar nicht erhältlich.“

    Dieses Jahr wurde ein Flagship-Store im Süden Wiens im Einkaufszentrum SCS eröffnet.
    https://diepresse.com/home/wirtschaft/unternehmen/5431243/Chinesischer-HandyHersteller-Xiaomi-eroeffnet-Geschaeft-in-der-SCS

    Budapest hat auch einer eröffnet. http://www.xiaomi.hu/mi-store-opening.html

    Versandlager in Rumänien und über Amazon kann man sie ebenso einfach und bequem kaufen.

  2. Avatar

    Kritisch

    22. August 2018 17:19 at 17:19

    In Österreich, bei „Drei“, auch erhätlich. XIAOMI Redmi 5, mit Vertrag € 0,00, ohne € 198,00, als Bestandskunde.

  3. Avatar

    isntit

    22. August 2018 17:41 at 17:41

    Bin vor 9 Monaten von iPhone auf Xiaomi (Redmi 4 für 120 EUR, vergleichbar mit iPhone 5) umgestiegen und bin sehr zufrieden. Hier gibt’s die schon lange (man muss nicht bei Amazon oder in Österreich/Ungarn kaufen): https://www.gearbest.com

  4. Avatar

    Altbär

    22. August 2018 18:30 at 18:30

    Wenn der Buffett so gewieft wäre wie Viele meinen, würde er mindestens einen Teil seiner fast 50 Mia Investition in Apple in solche Wachstumsfirmen umschichten.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      22. August 2018 19:16 at 19:16

      @Altbär. Jetzt enttäuschen Sie mich aber. Die „Gewieftheit“ von Warren Buffet als Investor steht wohl außer Frage. Seit den 60-er Jahren erwirtschaftet der Mann mit seiner Gesellschaft Berkshire Hathaway eine jährliche Rendite von 20% – über 50 Jahre. Ich wüsste nicht, ob es in Deutschland jemanden gibt, der nur annähernd auf eine solche Performance blicken kann.
      Zu Apple: Klar ist das Wachstum von Apple auf Dauer nicht durchzuhalten. Aber die Firma sitzt auf 260 Mrd.$ Cash und ist dabei noch für knapp 100 Mrd.$ eigene Aktien zurückzukaufen. Was für ein Schutzpolster! Soll er seine Milliarden in chinesische IT-Firmen stecken, die zwar große Wachstumsraten aufweisen, aber in welchem Umfeld? Die USA befinden sich in einem Handels- und Währungskrieg mit China und nach einer langen Hausse sind die chinesischen Schulden nahezu explodiert. Gesamt auf deutlich über 300%, während die USA mit ihren Gesamtschulden (Staat, Firmen, Bürger) bei 240% angekommen sind.
      Wieso sollte die Investorenlegende derzeit in chinesische Mobilfunkunternehmen investieren? Ich denke, er hat auch da den besseren Überblick.
      Gruß

  5. Avatar

    Altbär

    22. August 2018 20:41 at 20:41

    @Wolfgang M. es geht mir nicht um was u.wo er investiert.Es geht mir darum dass er eine Anfängerregel nicht berücksichtigt, nämlich DIVERSIFIKATION.
    Sein Anteil an Apple beträgt ca. die Hälfte seines Vermögens oder Eigenkapitals. Jeder erfahrene Börsianer weiss ,dass keine Firma für immer u.ewig den Erfolg auf sicher hat .Dafür gibt es genug Beispiele.
    Z.B. GM, GENERAL ELECTRIK, NOKIA U.S.W. Zudem haben Firmen mit zunehmender Grösse Probleme das Wachstum zu hallten.
    Der Erfolg basiert bei Buffett auch darauf ,dass bei Abstürzen wie 2008 bei Banken als Retter aufgetreten ist., u. diesen mit halsbrecherischen Konditionen aus der Patsche geholfen hat.
    Dass er jetzt nach der längsten Hausse aller Zeiten auf sehr hohem Niveau so einsteigt erstaunt mich eher.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      22. August 2018 21:31 at 21:31

      @Sorry Altbär, aber da scheinen Sie falsch informiert zu sein. Berkshire Hathaway war zum Ende des Quartals in fast 90 Firmen investiert und hatte Aktienbeteiligungen in Höhe von 170 Mrd.$, darunter natürlich Coca Cola, Apple, Kraft Heinz u.a. Die Cashquote lag Ende des Quartals bei 111 Mrd. $ und da ihm die Firmen derzeit zu teuer sind, hat Buffet seit 2016 keine Firmenübernahme mehr getätigt. Er ist extrem diversifiziert und stellt als Investor mit seinem Value-Ansatz einen Kontrapunkt zu vielen Konzernlenkern der Wall Street dar. Nur an Apple hat er derzeit einen „Narren gefressen“, aber die Unternehmenskennziffern kennt er als Großaktionär vermutlich viel besser als wir.
      Gruß

  6. Avatar

    Altbär

    22. August 2018 22:11 at 22:11

    @Wolfgang M., Alles richtig u.jeder weiss das, das ändert Nichts an m einer Meinung, dass der Anteil von Apple fast 50% seines Vermögens beträgt . Wenn Sie sagen, er habe an Apple den Narren gefressen bestätigen Sie ja meine Meinung.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      23. August 2018 09:24 at 09:24

      @Altbär. Entschuldigen Sie, wenn ich noch einmal nachhake, es geht mir nicht um Rechthaberei, aber die Fakten haben an der Börse nunmal eine große Bedeutung.
      Zu Buffets Privatvermögen:
      Dies beträgt ca. 88 Mrd $, entstanden aus einem ca. 19%-igen Anteil an Berkshire Hathaway mit einer Marktkapitalisierung von fast 500 Mrd $. Der Anteil von Apple betrögt davon etwa ein Zehntel. Und an diesem Anteil besitzt er eben gerade die besagten 19%. Ein doch deutlicher Unterschied zu der Hälfte seines Privatvermögens.
      Zu den Apple-Käufen:
      Der Investor kauft seit gut zwei Jahren Apple-Aktien, den Hauptteil im Februar 2017 (120 Mio Aktien ) zu einem Kurs von höchstens 120 € (heutiger Kurs 185€), 45 Mio. Aktien muss er noch erheblich billiger erwoben haben. Im Mai 2018 hat er nochmals 75 Mio. Aktien erworben, damaliger Kurs höchstens 155 €.
      Damit dürfte er 240 Mio. Aktien besitzen, erworben zu einem Durchschnittspreis, der auf eine unglaubliche derzeitige Rendite schließen lässt.
      Jetzt könnte das Argument kommen: „Aber wenn es kracht, kann er diesen großen Anteil doch gar nicht verkaufen“! Aber auch hier dürfte der schlaue Fuchs schon einen Plan in der Hand zu haben. (Z.B. Fonds). Die Aktienkäufe insgesamt sind derzeit wieder ein typischer Buffet-Deal. Mein Kenntnisstand.
      Gruß

  7. Avatar

    Altbär

    23. August 2018 11:13 at 11:13

    @Wolfgang M. Sie haben Recht, so gesehen sieht die Sache anders aus.Trozdem fallen mir bei Buffett gewisse Widersprüche auf.Als Zweitgrösster Apple– Investor ist er doch selber einer der Kurstreiber, könnte auch sein dass er die Kurse hochhält um selber hoch auszusteigen. ( Distribution)
    Auch sagte er einmal ,man sollte keine Aktien auf Kredit kaufen: In Wirklichkeit arbeitet er mit mindestens 300 Mia. Fremdkapital. ( Stand vor einigen Monaten, Hebel ca. 1: 3 )
    Mir spielt es keine Rolle ob er 100 oder 400 Mia. Vermögen hat, ich bin einfach gespannt was bei einer grösseren Korrektur passiert.
    Es ist nicht anzunehmen, dass die DICKFISCHE eine grössere Korrektur ausstehen können oder wollen,
    ( Margin Call) also werden diese riesigen gehebelten Volumen irgendwann verkauft werden.
    Dazu kommen dann die Leerverkäufe der Hedge Fonds . Immerhin haben nicht nur die Aktienkurse Rekordhochs erreicht, auch Aktien auf Kredit sind auf Rekordhoch.Zudem haben wir wöchentlich Berichte,dass Unternehmensanleihen knapp über Ramschniveau extreme Werte erreicht haben.Wenn die Korrektur nicht mehr verhindert werden kann ( spätestens nach Trump , also schon bald ) werden auch die allerbesten Titel Federn lassen, ev, sogar noch mehr wil alles was Rang u. Namen hat darin investiert ist.
    Ich weiss, dass Sie eine ähnliche Meinung haben, nur beim Zeitpunkt sind wir noch uneinig ! !

    • Avatar

      Wolfgang M.

      23. August 2018 12:44 at 12:44

      @Altbär. Ja, mit der Perspektive der Korrektur nach der langen Hausse haben Sie Recht. Deshalb auch mein langer Kommentar vom Samstag mit der Hauptfrage: Wann laufen die Rückenwindfaktoren für die Börsen aus, speziell in den USA, und der Gegenwind übernimmt das Ruder? Klar werden dann wie üblich viele gleichzeitig aus den Märkten aussteigen wollen, langfristige Stopps werden gerissen, Margin Calls fällig u.s.w. – ein vielfach erlebtes Szenario. Der Anlass hierzu kann ein scheinbar ganz harmloser sein. Die 100 00 Dollarfrage ist natürlich der Zeitpunkt. Der Fed dämmern die Gefahren – bereits in ihrer Kommunikation ersichtlich -, denn sie wird der Hauptverursacher des monetären Gegenwindes sein (Zinsanhebungen und Bilanzrückführung). Ich habe schon 2017 darüber geschrieben, dass die Zinserwartungen für die USA für 2019, 2020 illusionär sind, aufgrund der jetzt sogar noch weiter ansteigenden Schuldenlast. Verhindern kann die Fed die fällige Bereinigung nicht, allenfalls etwas verzögern. Für mich das Thema der nächsten Monate.
      Gruß

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Ölpreis: Aufwärtstrend geht weiter? Was macht Biden? API-Daten lassen aufhorchen

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis war seit dem 5. Januar im Aufwärtstrend. Nach einer Mini-Pause ging es Anfang dieser Woche weiter nach oben, von unter 48 Dollar im WTI-Öl am 5. Januar bis auf derzeit knapp unter 53 Dollar. Zahlreiche Gründe für die jüngst gestiegenen Preise und womöglich auch weiter anziehenden Preise hatten wir die letzten Tage genannt.

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Positiv für den Ölpreis zu werten waren die inzwischen seit fünf Wochen fallenden Lagerbestände für Öl in den USA, die großen Stimulus-Hoffnungen an den neuen US-Präsidenten, und vor allem die zusätzlichen freiwilligen Kürzungen der Öl-Fördermenge durch Saudi-Arabien (minus 1 Million Barrels pro Tag für Februar und März).

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Öl veröffentlicht mit einer Wochenveränderung von +2,6 Millionen Barrels. Die API-Daten gelten stets als Vorschau auf die am folgenden Tag vermeldeten offiziellen Lagerdaten. Diese Woche verschieben sich viele Konjunkturdaten in den USA um einen Tag nach hinten, weil am Montag Feiertag war. Die offiziellen Lagerdaten aber verschieben sich aufgrund der gestrigen Amtseinführung von Joe Biden um noch einen weiteren Tag nach hinten auf Freitag Nachmittag. Bis dahin könnte der Ölpreis also zittrig bleiben, in der Vorschau auf möglicherweise steigende Lagerbestände in den USA.

Was bringt Joe Biden für den Ölpreis?

Positiv für die Öl-Bullen ist zu werten, dass Joe Biden gestern im Rahmen diverser präsidialer Dekrete die Keystone XL Pipeline gestoppt hat, deren Bau in den USA noch nicht begonnen hat. Damit wird zukünftig nicht noch mehr Öl aus Kanada in Texas ankommen. Grundsätzlich ist dies vorsichtig positiv für den Ölpreis zu werten, da die Angebotsmenge geringer ausfallen dürfte. Aber na ja… werden die Kanadier ihr Öl dann nicht anderweitig auf dem Weltmarkt anbieten?

Also, bringt Joe Biden tendenziell für die nächsten Jahre dank dem Pipeline-Stop und sicherlich diversen schärferen Umweltgesetzen die Öl-Förderung in den USA zu einem Wachstumsstop, oder sogar zu einer Schrumpfung? Das wäre gut für alle Trader, die einen höheren Ölpreis sehen wollen. Aber da gibt es noch die andere Seite der Medaille. Man darf annehmen, dass sich die Beziehung zwischen den USA und dem Iran unter dem neuen US-Präsidenten entspannt. Sollten die US-Sanktionen gelockert werden, dürfte der Iran wohl zügig mehr Öl fördern und auf dem Weltmarkt verkaufen. Denn das Land braucht wohl jeden Petro-Dollar. Dies wäre folglich schlecht für den Ölpreis. Also ist es nicht so einfach zu beantworten, ob Joe Biden nun gut oder schlecht für einen potenziell weiter steigenden Ölpreis zu betrachten ist. Schaut man auf den Chart 30 Tage zurück, dann ist der Ölmarkt noch im Aufwärtstrend. Die Grundstimmung ist vor allem wegen dem möglichen anstehenden Mega-Stimulus in den USA positiv.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten 30 Tagen
Chart zeigt Ölpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen.

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Christine Lagarde: Headlines der PK der EZB: entscheidende Fragen unbeantwortet

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Hier die wichtigsten Aussagen von Christine Lagarde auf der heutigen Pressekonferenz der EZB – im offiziellen Statement bislang wenig Neues:

– Lagarde beginnt mit warmen Wünschen für 2021

– Impfungen wichtiger Meilentstein

– Industrie weiter robust, Dienstleistung weiter schwach, wenngleich weniger schwach als in der ersten Corona-Welle

– Inflation bleibt niedrig

– Kurzfristig überwiegen die Risiken

– Wirtschaft der Eurozone dürfte auch im 4.Quartal geschrumpft sein

– Pandemie wird auch 1.Quartal 2021 belasten

– es wird trotz Impfungen noch dauern, bis Herdenimmunität erreicht ist

– Impfungen und Brexit-Deal sind ermutigend, aber übergeordnet bleiben die Risiken bestehen

– Headline-Inflation dürfte bald ansteigen, auch wegen deutscher Wieder-Anhebung der Mehrwertsteuer

– Inflation dürfte mittelfristig anziehen, Inflationserwartungen sind gestiegen

– Kreditvergabe: Banken etwas vorsichtiger geworden

– Europäische Länder sollen schnell beschlossene EU-Hilfsmaßnahmen in ihren Parlamenten beschließen, um Erholung anzuschieben

– Lagarde „hat fertig“, jetzt Fragen

—-
– Lagarde: positiv sind Impfungen, dass der Brexit-Dealk zustande gekommen ist, dazu bessere Aussichten auf Kooperation mit der neuen US-Regierung

– schärfere Lockdowns wegen Mutationen durchaus möglich

– Frage nach Zombiefirmen: bislang weicht Lagarde einer Antwort aus – da redet sie minutenlang herum, aber die Frage zielte letztlich auf die negativen Konsequenzen der EZB-Politik, und das ließ sie (wieder einmal!) unbeantwortet!

– Frage nach (unausgesprochener) yield curve control der EZB (Berichte darüber, dass EZB versucht, die Renditen für Anleihen vor allem italienischer Anleohen nicht zu stark gegenüber deutschen Anleihen als Benchmark steigen zu lassen:: wieder keine konkrete Antwort von Lagarde!

– Frage nach digitalem Euro: was soll der für die Menschen bringen? Lagarde: ein digitaler Euro würde das Bargeld nicht ersetzen (FMW: echt??)
Lagarde: wir wollen in Sachen Digitaleuro sehr transparent sein (FMW: wohl eher pseudo-transparent..)
Lagarde:Einführung des digitalen Euros würde noch Jahre dauern; viele Fragen darüber noch offen und schwierig, wenn er käme, wäre er für alle gut, nicht nur für Elite

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