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Erdogan droht EU mit „goodbye“ – endlich!

Erdogan droht der EU mit „goodbye“, wenn nicht zeitnah das nächste Beitritts-Kapitel eröffnet wird. Es ist hohe Zeit, endlich tschüss zu sagen zur Türkei in der EU..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht tausende an öffentlichen Angestellten, Polizisten, Lehrer oder welcher Berufsstand auch immer in der Türkei von neuen Säuberungen der Erdogan-Führung betroffen ist. Der Vorwurf lautet stets: sie seien Gülen-Anhänger. Man fragt sich langsam, wie dieser Staat überhaupt noch funktionsfähig bleiben will angesichts eines solchen Aderlasses an Know How.

Und in der Tat: aus deutschen Militärkreisen wissen wir, dass genau diese Funktionsfähigkeit beim türkischen Militär schon lange in Frage gestellt ist nach der Entlassung ungezählter Offiziere der türkischen Armee. Dazu kommt, dass der sogenannte Flüchtlingspakt, den Merkel mit Erdogan geschlossen hat, in der Realität nicht funktioniert: wird etwa von Militärboten der EU ein Flüchtlingsschiff klar lokalisiert und an die türkische Marine gemeldet, heißt es von dort nur allzu oft und wahrheitswidrig: nein, das sei doch nur ein Schlauchboot, kein echtes Flüchtlingsschiff.

Der Grund ist einfach: die Türken warten, bis das Flüchtlingsschiff in griechische Gewässer gelangt – ab dann ist Griechenland verpflichtet, die Flüchtlungsschiffe an die griechische Küste zu bringen, und die Türken haben sich des Problems entledigt, weil es sich ja angeblich nicht um ein Flüchtlingsschiff handele. Dabei nutzt die türkische Marine überwiegend deutsche Technologie und wäre also somit durchaus im Stande zu erkennen, um welche Boote es sich wirklich handelt.

All das zeigt: der Flüchtlingspakt steht mehr auf dem Papier, als dass er in der Realität angewendet würde. Insofern hat die EU faktisch auch nicht allzu viel zu verlieren, wenn die Gespräche über einen EU-Beitritt wirklich abgebrochen werden.

Genau das hat nun Erdogan der EU angedroht, nachdem er kurz zuvor wieder der Regierungspartei AKP beigetreten war: wenn die Europäern nicht das nächste Kapital der Beitrittsgespräche öffnen würden, dann würde die Türkei eben „goodbye“ sagen. Die Türkei, so Erdogan weiter, sei nicht der Türsteher der EU. Erst müsse die EU ihr Versprechen wahr machen, neue Kapitel zu eröffnen – dann könne man sich hinsetzen und miteinander reden. Geschehe das nicht, habe man nichts mehr miteinander zu diskutieren.


Foto: Prime Minister Office / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Die Beitrittsgespräche zwischen der EU und der Türkei hatten im Jahr 2005 begonnen, bislang sind nur 16 von 35 Kapiteln geöffnet worden. Spätestens seit dem Umgang der türkischen Führung mit den Putschisten und vor allem den vermeintlichen Putschisten, die jeder Spur an Rechtsstaatlichkeit entbehren, sowie dem Referendum, das Erdogan noch mehr Vollmachten zubilligt als ohnehin schon, ist der Beitritt der Türkei faktisch vom Tisch.

Nun besteht die Chance, das unschöne Spiel zu beenden und endlich klar zu machen: eine Türkei in ihrem derzeitigen politischen Zustand hat nichts in Europa verloren, wenn dort die elementarsten Individual-Rechte mit Füßen getreten werden. Natürlich hat die Türkei das Recht, sich gegen einen undemokratischen Putsch zu wehren, wie er im letzten Sommer passiert ist. Aber so, wie das geschehen ist, handelt es sich um einen Staatsstreich von oben.

Derzeit ist die Türkei deutlich mehr Asien als Europa, vertritt also ein autokratisches Gesellschaftsbild, das grundsätzlich von oben nach unten organisiert ist, während im europäischen Westen stets neue Schichten zu Macht und Einfluß gelangen konnten (etwa der Aufstieg des Bürgertums und der Städte). Faktisch vertreten Erdogan und seine Erfüllungsgehilfen eine islamistische Ideologie, deren Ziel die Vorherrschaft im Nahen Osten ist, gewissermaßen die Wiederaufrichtung des Osmanischen Reichs.

Die EU sollte sich nun endlich klar äussern – und das Goodbye-Angebot Erdogans endlich annehmen! Dass die Märkte damit ohnehin rechnen, zeigt der Kursverlauf der türkischen Lira: sie ist seit Tagen im Aufwind gegenüber dem US-Dollar, die Aussagen Erdogans sorgen nur für einen minimalen Rücksetzer:


(Dollar-Lira)

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    sascha

    2. Mai 2017 16:09 at 16:09

    Ja sagen wir mit FREUDE: TSCHÜSS und kein Wiedersehen :-)

  2. Avatar

    tomtomb

    2. Mai 2017 18:14 at 18:14

    Die Türkei existiert für mich seit langem nur noch an meiner Lieblings Dönerbude.
    Urlaub oder andere Geschäfte mache ich dort nicht mehr.

  3. Avatar

    Mulinski

    2. Mai 2017 20:37 at 20:37

    So charakterlos diese ganzen EU-Granden sind, knicken sie doch vor Sultan Erdowahn ein! Ein Staat, der ein EU.Mitglied (Zypern) nicht anerkennt hat in der EU eh nichts verloren, aber Juncker und Genossen sehen die Welt eben auf andere Art.

  4. Avatar

    Herr Meier

    2. Mai 2017 21:48 at 21:48

    Brüssel und allen voran die Deutschen lassen sich „mit dem Ring durch die Nase“ von Erdogan über den internationalen Dorfplatz ziehen. Zahlen ja, aber sonst bitte die Klappe halten. Hallo, geht’s noch?!

    Vorschlag: Alles nördlich des Bosporus kann der EU beitreten, den Rest sollte man seinem Schicksal (sprich dem angeblich so demokratisch gewählten Herrn Erdogan) überlassen. Für mich sind nur noch jene Parteien wählbar, die den SOFORTIGEN Abbruch der Beitrittsgespräche mit der Türkei schwarz auf weiß im Wahlprogramm stehen haben und auch dann konsequent umsetzen.

    Es ist bereits 5 nach 12. Es gibt keinen Grund mehr, dem schlechten Geld noch gutes hinterher zu werfen. Und auch die finanzielle Unterstützung der ferngesteuerten, türkischen Religionsbehörde DITIB muss aufhören. Ich kenne keine andere Nation, die Steuermittel dafür ausgibt, um damit zugewanderte Prediger zu finanzieren, die völlig straffrei in jenem Land, das ihnen Gastfreundschaft gewährt, Hass und Zwietracht säen. Was muss noch alles geschehen, bevor „denen in Berlin und Brüssel“ ein Licht aufgeht?

  5. Avatar

    Michael

    2. Mai 2017 21:49 at 21:49

    Mutti Merkel in ihrer neuen Wahlkampfstimmung gegenüber Russland, Kleinbritannien und Wonderland wird sich auch hier noch quotenpositiv einbringen. Nach der Wahl werden wir weitere vier nichtssagende Jahre ertragen müssen.
    Derweil schließe ich mich mit FREUDE: TSCHÜSS und kein Wiedersehen an, bei diesem Thema gibt es keine politischen couleurs.
    Es mag ja seinerzeit noch der südosteuropäischen Mentalität und Ausdrucksweise geschuldet sein gewesen sein, was Griechenland betraf, aber was hier in einem sog. beitrittswilligen Land an Rhetorik verbreitet wird, ist einfach nur lächerlich.
    Nicht mehr, und nicht weniger…

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Devisen

Euro vs US-Dollar: Schnelle Erholung – Chance für ein Long?

Agata Janik

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am

50 Euro Geldscheine

Der Euro zum US-Dollar hat in der gestrigen Handelssitzung erneut seine Dominanz bestätigt. Nach der kurzfristigen starken Gegenreaktion auf der Unterseite, die durch die fundamentalen Daten (Pressekonferenz der Fed) am Mittwochabend verursacht wurde, konnte sich der Euro gestern fast gänzlich erholen. Der US-Dollar wurde nur zeitweise gegen den Euro favorisiert. Sobald die fundamentalen Nachrichten aber verdaut wurden, verlor der Greenback wieder an Attraktivität. Dieses Beispiel bestätigt erneut, dass die Wirtschaftsdaten meistens nur kurzfristig einen Einfluss auf den Devisenmarkt haben. Händler, die gerne News handeln, sollten das wissen und bereit sein, immer schnell zu reagieren. Der Euro hat am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag kräftig verloren und notierte im Tief bei 1,1735. Das hat jedoch die Euro-Bullen nicht abschrecken können. Sie haben gestern den Euro vs USD wieder gekauft und der Kurs bewegte sich fast den ganzen Tag fast nur noch in die nördliche Richtung.

Schon am Donnerstagmorgen erreichte EUR/USD kurzfristig die 1,18 „big figure“. Auf dem Niveau von 1,1813 traf der Major auf einen Widerstand, der vorerst gehalten hat. Der Kurs erfuhr eine leichte Korrektur. Bei 1,1781 war diese aber schon zu Ende. Ab diesem Zeitpunkt haben die Bullen erneut angegriffen. Die 1,18 Marke stellte für den Euro zum USD keine Hürde mehr dar. Der Kurs hat diesen Widerstand ohne Schwierigkeiten überwunden. Darüber lagen viele Stop-Loss Orders, die natürlich gezogen wurden. Dadurch hat der Euro eine zusätzliche Dynamik entwickelt. Ab dann ging es für das Währungspaar langsam aber konstant nach oben. Auch während der amerikanischen Session konnte sich der Euro klar durchsetzen. Im Bereich von ca. 1,1830 traf der Kurs auf einen doppelten Widerstand. Die beiden Moving Averages (120er und 420er) begegneten sich.

Es war unklar, ob der Euro diese Hürde brechen wird. Es hat aber geklappt, was schon eine kleine Überraschung war. EUR/USD stieg dann in den Abendstunden noch ein wenig weiter und erreichte gestern im Tageshoch die Marke von 1,1854. Die Volatilität hat dann aber nachgelassen und der Kurs ist in eine Seitwärtsphase übergegangen. Die Kerzen wurden ganz klein. Die Händler haben sich zurückgezogen. Der gestrige Tag hat bestätigt, dass der übergeordnete Aufwärtstrend bei EUR/USD noch nicht zu Ende ist. Der Euro zum USD bleibt stark. Es wird sich vermutlich in den nächsten Stunden entscheiden, ob die Bullen vor dem Wochenschluss noch einmal die 1,19 Marke angreifen werden.

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Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Freitagmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1848. In der asiatischen Sitzung heute Nacht, gab es kaum Bewegung im Markt. Die meisten Händler halten sich noch zurück. Das wird sich aber bald ändern. Heute erwartet uns bei EUR/USD ein spannender Handelstag. Wenn es den Bullen gelingt, das letzte High von gestern bei 1,1854 zu nehmen, kann es für den Major richtig interessant werden. Die Break-Out Trader werden dann vermutlich auch ihre Chance auf der Oberseite suchen. Über 1,1855 liegen viele Stops. Das wissen die Long-Trader und werden versuchen, den Kurs dahin zu ziehen. Wenn es klappt, kann sich die Aufwärtsbewegung schnell beschleunigen. Der nächste wichtige Widerstand befindet sich bei 1,1881. Wenn diese Marke bricht, wird die 1,19 „big figure“ angesteuert werden. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Major diese Marke noch vor dem Wochenende erobern wird. Auf der Unterseite hat EUR/USD die erste wichtige Unterstützung bei 1,1831 und dann bei 1,1803. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,1812.

Der folgende Chart zeigt Verlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Rüdiger Born: Interessante Möglichkeiten bei Dow, Nasdaq und Euro

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Interessante Tradingmöglichkeiten könnten sich ergeben bei Dow Jones, Nasdaq und Euro gegen US-Dollar. Interessant dabei ist, dass die Ideen bei den US-Indizes nicht simultan laufen. Mehr dazu im folgenden Video. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Türkische Lira fällt spürbar auf neues Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt heute auf ein neues Rekordtief gegen den US-Dollar gefallen, nachdem sie erst Anfang der Woche weitere Schwäche zeigte aufgrund eines Downgrades einer Ratingagentur. Für einen US-Dollar musste man gestern noch 7,49 Lira bezahlen, heute sind es 7,55 Lira. Auch gegen den Euro erreicht die Lira aktuell ein neues Rekordtief bei einem EURTRY-Wechselkurs von 8,92 (gestern noch 8,89).

Dollar-Stärke drückt gegen türkische Lira

Der heutige weitere Fall für die türkische Lira begann um 7 Uhr früh. In Verbindung bringen kann man dies mit der Verkündung der US-Notenbank Federal Reserve von gestern Abend 20 Uhr. Die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell zeigen, dass die US-Konjunktur besser laufen soll als bislang angenommen. Und die Fed hat keine Andeutungen für neue eigene Stützungsprogramme für die US-Konjunktur geliefert. Diese Infos gaben dem US-Dollar über Nacht Auftrieb. Und wo der US-Dollar ansteigt, da verliert in der Regel alles, was gegen den US-Dollar gehandelt wird.

Und für die türkische Lira bedeutete das seit heute früh einen weiteren Abwertungsschub, der sich auch heute Nachmittag fortsetzt mit einem USDTRY-Anstieg auf 7,56. Zwar hat der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb des Dollar gegen andere Hauptwährungen) heute wieder einen Teil seiner Gewinne abgegeben. Aber gegenüber der türkischen Lira legt er auch jetzt weiter zu. Dies kann man als Indiz ansehen, dass aus markttechnischer Sicht womöglich etwas passiert ist. Wurden zahlreiche Stop-Buy-Orders in USDTRY ausgelöst, welche den Dollar gegen die Lira aktuell weiter stärken? Gut möglich. Jedenfalls gab es tagelang eine Seitwärtsphase in dem Währungspaar knapp unter der Marke von 7,50. Von daher ist es gut denkbar, dass sich viele Trader Einstiegsmarken über 7,50 ausgesucht haben, die heute ausgelöst wurden, und nun für weiteren Abwertungsdruck für die türkische Lira sorgen.

Chart zeigt US-Dollar gegen Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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