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Europa

Erdogan: der Mindestlohn in der Türkei

Redaktion

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FMW-Redaktion

Ach, der Herr Erdogan ist doch ein ganz Netter! Gut, Pressefreiheit ist nicht so sein Ding, klar. Der Erdogan denkt sich nämlich, dass seine lieben Türken die Meinungsfreiheit nicht so gut vertragen. Und da will er den lieben Türken eben das Leben einfacher machen: gibt es nur eine Meinung, gibt es weniger Probleme.

Nun hat aber der liebe Herr Erdogan nicht nur eine Vorstellung davon, was die Leute denken sollen – er tut auch einges dafür, dass die Leute das denken, was Herr Erdogan möchte, dass sie es denken. Wie geht das? Über finanzielle Segnungen. Wessen Brot ich eß..

Und so hat Erdogan den Türken im Januar eine saftige Erhöhung des Mindestlohns geschenkt, um 30% ging es auf einen Schlag nach oben. Da freuen sich aber die lieben türkischen Kinder, wenn Papa Erdogan mal die Taschen aufmacht. Aber die Unternehmer, deren Kosten natürlich stark steigen, sind weniger begeistert. Um durchschnittlich 6% steigen ihre Kosten – das kann für viele Unternehmen den knock-out bedeuten. Im Gegenzug hat die Regierung den Unternehmen Steuererleichterungen angeboten, die etwa 20% der zusätzlichen Kosten durch die Erhöhung des Mindestlohns wieder einspielen sollen. Ein kleines Trostpflaster – mehr nicht.

Erdogan
Präsident Erdogan
Foto: Prime Minister Office / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Dabei hatte die regierende AKP Erdogans ähnliche Vorschläge nach Erhöhung des Mindestlohns der Opposition noch letztes Jahr brüsk zurück gewiesen: die Opposition habe keine Ahnung von Wirtschaft etc., so damals der Tenor der Regierenden. Aber als die Mehrheit bei den Wahlen wegbrach, musste man umdenken – dazu kommt, dass die türkischen Konsumenten hoch verschuldet sind, nichts fürchtet Erdogan mehr als das Platzen der von ihm mitbegründeten Kreditblase.

Und diese Kreditblase ist auch deshalb gefährdet, weil die Lage der Wirtschaft in der Türkei immer schwieriger wird. Der Tourismus eingebrochen um 40% in diesem Jahr, die Eskalation mit Russland, das den Türken das heimliche Ölgeschäft mit dem IS gewissermaßen wegbombardiert hat. Der Krieg gegen die Kurden verschlingt große Summen, und gestern beschlossen die Amerikaner, ihr diplomatisches Personal aus der Türkei zu evakuieren wegen der Terrorgefahr.

Zurück zum Mindestlohn: in Deutschland kann man sehen, dass das Konzept des Mindestlohns funktionieren kann (so stiegen die Einkommen der Geringverdiener hierzulande um über 4% an zuletzt). Vor allem dann, wenn eine Wirtschaft floriert, wie das in Deutschland noch der Fall ist. Aber in einer Wirtschaft, die faktisch in einem schon späten Blasenzyklus ist wie das in der Türkei der Fall ist, kann das ein Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Aber so weit denkt Erdogan wohl nicht – es geht um die Etablierung seiner Herrschaft, die Rechnung wird dann gestellt, wenn Erdogan eines Tages nicht mehr regieren sollte.

Aus akutem Anlaß hier noch einmal das Video von extra3, das Erdogan so gerne gelöscht sehen möchte, weil es die Wahrheit so schmerzlich auf den Punkt bringt:

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    O.U.

    30. März 2016 10:34 at 10:34

    Sehe ich etwas anders: in Ländern wo ein schwacher Sozialstaat existiert macht ein Mindestlohn durchaus Sinn – bei uns hingegen besteht ein exzessiver und überbordender Sozialstaat UND wir packen noch den Mindestlohn obendrauf.. DAS ist (auch für unsere) Wirtschaft auf Dauer nicht tragbar!

  2. Avatar

    Thomas

    30. März 2016 11:25 at 11:25

    Das Video bringt es ganz klar auf den Punkt!

  3. Avatar

    Jörg

    30. März 2016 12:12 at 12:12

    Zu Erdogan und der Bundesregierung:
    Auf http://tarpley.net/turkish-dictator-and-isis-terror-boss-erdogan-is-prime-suspect-in-march-22-brussels-bombing/ erfahren wir, daß Thierry Meyssan jetzt aufgedeckt hat, daß Erdogan eine ethnische Säuberung („ethnic cleansing“) seines Landes betreibt und alle türkischen Kurden in die gezielt entvölkerten Territorien im Irak und in Syrien umsiedeln will.
    Das Verhalten der Merkel, die schon 2007 von der irakischen Regierung abgemahnt wurde, zeigt, daß ihr dieser Plan schon lange bekannt ist: Auf diese wichtige Information weist dieser Artikel: “WIKILEAKS: DEPESCHEN ZEIGEN PLAN ZUR STRATEGISCHEN ENTVÖLKERUNG VON SYRIEN UND EU-FLÜCHTLINGSKRISE” – Quelle: http://www.pravda-tv.com/2015/10/wikileaks-depeschen-zeigen-plan-zur-strategischen-entvoelkerung-von-syrien-und-eu-fluechtlingskrise/ .
    Der Artikel bezieht sich dabei auf das im Artikel erwähnte Interview-Audio mit Julian Assange, daß man unter http://thepressproject.gr/podcast/final_assange.mp3 anhören/herunterladen kann. Erst gegen Ende des Audios – ab 18:00 – geht es um Syrien. Ab 21:00 geht es um die geplante(!) und vorsätzliche(!) völkerrechtswidrige, terroristische Verursachung des syrischen Flüchtlingsstroms. Im Video hören wir ab 21.55, daß die Bundesregierung vorsätzlich die syrischen Flüchtlinge zur Einreise nach Deutschland aufforderte – nur um aktiv an der Zerstörung Syriens beizutragen zu können. Ab 22.13 hören wir, das dasselbe schon bzgl. des Iraks geschehen war: Schon im Jahr 2007(!) sah sich die irakische Regierung genötigt, die Bundesregierung diplomatisch-formal abzumahnen, endlich damit aufzuhören, irakische Flüchtlinge zu ermutigen, den Irak zu verlassen und nach Deutschland auszuwandern.

    Das Programm der Entvölkerung des Iraks und Syriens und zugleich Erdogans Programm der ethnischen Säuberung und Umsiedlung aller türkischen Kurden dorthin ist somit der gesamten CD/SPD-Regierung bekannt, welche diese Ungeheuerlichkeit der Massenvertreibung in Syrien und im Irak und zugleich der ethnischen Säuberung des ISIS-Fürsts und Diktators Erdogan mit Geld und Waffen unterstützt. Und man kann nicht mehr daran zweifeln, daß auch den Opposition spielenden GRÜNEN und den LINKEn dieses alles bekannt ist und von ihnen gebilligt wird.

    Der Diktator Erdogan ist also gerade auch ein Produkt der deutschen CDU/SPD-Regierung. Und es wäre interessant zu wissen, warum nun gerade der widerliche, stets kriegstreiberische und stets gegen Rußland und gegen die syrische Regierung (zuvor: gegen die libysche Regierung zu Gaddafis Zeiten) hetzende NDR den Erdogan-Kurs der Bundesregierung attackiert.
    Vielleicht liegt es daran, daß der Obama-Flügel der US-Regierung, der seit kurzem einen Anti-Erdogan-Kurs fährt, bei der Lenkung deutscher Staatssender gerade die Oberhand gegen den Kerry-Clinton-Israel-Flügel (Pro-Erdogan, Pro-„syrische-Sicherheitszone“ usw.) innehat.

  4. Avatar

    Demokrat

    30. März 2016 13:58 at 13:58

    Hahahaha….
    Eure ERDO-WAHN-SEUCHE ist mittlerweile unheilbar! Wartet ab bis Viza-Freiheit ab Juni 2016 durch gewunken wird. Wünsche jetzt schon viel FREUDE mit euren PKK-Brüdern, die in Deutschland dann eigenes Kurdistan fordern werden!

  5. Avatar

    Steven

    30. März 2016 14:07 at 14:07

    „Es gibt nur einen Islam“ …Zitat von Erdowahn.
    …und den kann man grade live in Aktion erleben.

    Aber sonst ist alles supi !

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