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Erdogans Scheitern nach dem Anschlag von Suruc: türkische Lira in freiem Fall

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Mit dem gestrigen Anschlag von Suruc, bei dem 31 Menschen ums Leben kamen, hat der Krieg des IS auch die Türkei erreicht. Und das bringt Präsident Erdogan in eine unangenehme Lage: jahrelang duldete er den IS und seine Kämpfer, leistete logistische Unterstützung – Hauptsache, die Kurden wurden nicht stärker. Nun aber muss Erdogan Farbe bekennen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass dies nicht der letzte Anschlag der Radikalen auf türkischem Gebiet sein dürfte.

Erdogan
Machtlos gegen den Verfall der Lira: Präsident Erdogan
Foto: Prime Minister Office / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Die Investoren ahnen, dass da Unheil auf die Türkei zukommt – und verkaufen die türkische Lira nach dem Anschlag:

usdtry210715

Im längeren Zeitfenster sieht man den dramatische Wertverfall der türkischen Lira zum Dollar (Chart Dollar-Lira):

usdtry2107152

Das bringt die hochverschuldeten Türken (Privatpersonen und Unternehmen, nicht jedoch der türkische Staat), schwer unter Druck: die meisten Kredite wurden in Dollar aufgenommen – und ein steigender Dollar erhöht die faktische Schuldenlast der Türken. Was nun, Recep Tayyip Erdogan?

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Demokrat

    21. Juli 2015 15:33 at 15:33

    Sorry aber hier wird auch Erdogan-Bashing betrieben. Ob man Erdogan mag oder nicht, Fakt ist, dass er das Land innerhalb von 12 Jahre hoch modernisiert hat. Vor 12 Jahren war die Lage nicht besser als die jetzige Lage von Griechenland. Im Gegensatz zu Griechenland hat die Türkei keine IWF-Schulden mehr, ganz im Gegenteil! Die Türkei hat der IWF 5 Millarden Dollar Kredit gewehrt! Herr Fugmann etwas sachliche Beurteilung der Türkei würde ihrer Kompetenz gut tun. Was die Lira-Schwäche angeht, hängt mit der globalen Dollar-Stärke zusammen, nur Nebenbei erwähnt. Trotz der Kriege in den Nachbarstaaten hat die Türkei ein Wachstum, davon kann Europa nur träumen! Mit dem Wegfall von Iran-Embargo wird die Türkei in Zukunft noch mächtiger wachsen!Die geostrategische und wirtschaftliche Lage der Türkei ist nun mal 1A !!! Egal wie zum Diktator ERDOGAN stehen, der knapp 4 Millionen Flüchtlinge ohne internationale Hilfe ernährt, währen Europa die Flüchtlinge im Mittelmeer ersaufen lässt! Also etwas OBJEKTIVITÄT würde Ihnen noch besser tun Herr Fugmann. kommen Sie mir nicht mit den verhafteten Journalisten in der Türkei – Sie sollten sich weniger von der Mainstreammedia beeinflussen lassen!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      21. Juli 2015 15:41 at 15:41

      @Demokrat, die Türkei hat sich in Maßen modernisiert, ökonomisch allerdings vorwiegend durch Großprojekte, die ziemlich wahnwitzig sind (wie der im Bau befindliche Flughafen in Istanbul, der völlig überdimensioniert ist). Was die Türkei vor allem nach vorne gebracht hat, hat auch andere Schwellen-Länder nach vorne gebracht: die Geldflut der Fed mit anschließenden Investitionen des billigen Geldes in der Türkei. Wenn Erdogan mal weg ist, wird sich zeigen, was alles schief gelaufen ist unter seiner Demokratur. In der Türkei herrscht nämlich, ähnlich wie in Griechenland, eine Günstlings-Wirtschaft – es sind Freunde und Partner von Erdogan, die die dicken Staatsaufträge einheimsen. Und das sicher nicht, weil sie die günstigsten Angebote abgegeben hätten. Faktisch ist das eine Bereicherung einer herrschenden Klicke auf Kosten des Volkes, um das mal so klar zu formulieren!

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      bigben

      21. Juli 2015 15:57 at 15:57

      verstehe nicht was an dem artikel nicht objektiv sein soll.

      fakten sind fakten, und charts sagen nun mal mehr als tausend worte.

      • Avatar

        Demokrat

        21. Juli 2015 16:32 at 16:32

        Erdogan soll gescheitert sein? Wobei? Lira im freien Fall? Dann müsste der Langfristige Chart doch neue Tops zeigen oder nicht? Irgend jemand hat Tomaten auf den Augen glaube ich ;) innerhalb von 6-12 Monaten wird die Lira sogar bei 3,20 stehen aber das wird der Türkei kaum Schaden! Die türkische Zentralbank hat mittlerweile über 100 Milliarden Dollarreserven!
        Gegen die aktuelle globale Dollarstärke einzugreifen wäre sinnlos, weil es keine Wirkung zeigen würde. Außerdem hat die Lira-Schwäche nicht nur negative Seiten, sondern auch einige positive Nebenwirkungen, wie z.B. in der Tourismus- und Exportindustrie.

  2. Avatar

    Demokrat

    21. Juli 2015 16:14 at 16:14

    @ Fugmann – Herr Fugmann mit ihrer Antwort haben Sie erneut bewiesen, dass Sie über die Türkei absolut fast Garnichts wissen! Ich komme zufällig aus der Türkei und beschäftige mich genauso wie sie seit mehr als 15 Jahren mit der Börse. Ich kenne die Verhältnisse in der Türkei vor Erdogan und verfolge die aktuellen Ereignisse in der Türkei heute sehr genau. Zufällig bin auch noch Dipl. Ökonom Herr Fugmann. Die Türkei ist absolut auf dem richtigem Weg, was ökonomische und politische Strategie betrifft, während Europa sich auf den Holzweg befindet (Rußland-Embargo, Ukraine-Krise, Griechenland-Krise ect. ect.). Die Türkei hat sich bisher aus allem Krisengebieten rausgehalten und verfolgt eine friedliche Strategie, die allerdings bald Enden könnte, da das Flüchtlingsdrama mittlerweile der Türkei mehr als 10 Millarden Dollar Kosten pro Jahr verursacht!
    Die Bereicherung der herrschenden Klicke, die Sie angesprochen haben, wird sehr oft in der westlichen Mainstreammedia thematisiert. Sagen Sie bloß, dass eine Bereicherung der herrschenden Klicke in der westlichen Zivilisation nicht Gang und Gebe ist?! Was meinen Sie, was die Zentralbanken der westlichen Staaten die ganze Zeit mit QE-Programmen tun? Den Heilsbringer für die Bevölkerung spielen? Herr Fugmann, nochmals: Bitte lassen sich nicht von der Mainstreammedia manipulieren und reisen mal selber in die Türkei und sprechen mit türkischen Landsleuten, die die Verhältnisse vor Erdogan erlebt haben. Außerdem hätten Sie auch die Möglichkeit mit eigenen Augen zu sehen, welche nutzvollen Großprojekte realisiert worden sind und welche noch gebaut werden, die absolut nicht wahnwitzig sind, sondern zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit beitragen und der türkischen Bevölkerung dienen! Ihr Vorurteile, die durch Unkenntnis der wirtschaftlichen, politischen und soziokulturellen Situation der Türkei und durch Mainstreammedia-Fokusierung entstanden sind, sollten schnellstmöglich über Board werfen und sich eine Türkei-reise gönnen! :-)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      21. Juli 2015 16:22 at 16:22

      @Demokrat, verstehe. Ich weiss auch, was mir die Leute erzählen werden: alles besser seit Erdogan. Ich werde dieselben leute aber dann nochmal fragen – wenn die fröhliche Konsum-auf-Pump-Blase geplatzt sein wird und die Leute massenhaft Privatinsolvenz angemeldet haben – ob sie dann immer noch alles so richtig finden. Jedes latent totalitäre System wie das unter Erdogan funktioniert nur so lange, als es das gegebene Wohlstandsversprechen halten kann. Wenn die Träume dann geplatzt sind, kommt der Geruch der Konsum-Leichen aus dem Keller aufgestiegen..

  3. Avatar

    Demokrat

    21. Juli 2015 16:41 at 16:41

    @ Fugmann – „Jedes latent totalitäre System wie das unter Erdogan funktioniert nur so lange, als es das gegebene Wohlstandsversprechen halten kann.“ ????
    Herr Fugmann nur zur Information:
    1. Herr Erdogan ist letztes Jahr mit 52% der Wählerstimmen zum Staatspräsidenten gewählt worden und sitzt nicht nicht mehr in der Regierung!
    2. Vor kurzem waren Parlamentswahlen und es wurden 4 Parteien ins Parlament gewählt worden, sogar die Vertreter der kurdischen Minderheit haben 80 Sitze!
    3. Die neue Regierung muss noch durch Koalitionsverhandlungen gebildet werden, wenn nicht, gibt es Neuwahlen!
    4. Wo bitte ist hierbei von latent totalitären System zusprechen? Wenn Sie von Merkel sprechen, stimme ich Ihnen vollkommen zu! :-)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      21. Juli 2015 16:51 at 16:51

      @Demokrat, das ist schon sehr nationalistisch, was Sie schreiben. Sie scheinen ein Anhänger Erdogans zu sein zweifellos – wollen Sie etwa ernsthaft bestreiten, dass in der Türkei Journalisten verhaftet werden, weil sie eine Meinung verterten, die der Erdogan-Clique nicht genehm ist? So weit mir bekannt, ist das in Deutschland nicht der Fall…

      • Avatar

        Demokrat

        21. Juli 2015 17:09 at 17:09

        …aber wenn Merkel einen Putschisten Sissi den roten Teppich ausrollt, ist alles ok nicht wahr Herr Fugmann! Jeder sollte erstmal vor seiner Haustür kehren, bevor man andere als Diktator abstempelt…

  4. Avatar

    Demokrat

    21. Juli 2015 16:59 at 16:59

    @Fugmann, na bald werden sie auch noch zum Antisemiten abstempeln nicht wahr! Was soll bei meinen Ausführungen nationalistisch sein? Habe nur Fakten aufgezählt und ihre falsche Darstellung über die Türkei und Erdogan widerlegt, mehr nicht! Dass Sie jetzt die Nationalismus-Keule rausholen, bestätigt mich einfach in meiner Annahme. Sie sollten wirklich in die Türkei reisen! Ist übrigens sehr günstig, durch den freien Fall der türkischen Lira :-)- Keine Angst, Herr Erdogan wird sie nicht wegen Ihrer Erdogan-Bashing verhaften lassen.:-)

  5. Avatar

    bigben

    21. Juli 2015 18:29 at 18:29

    na dann, alles tuti, wir werden dann wohl alsbald die türkei im kreise der g7(g8) begrüssen dürfen. (dann hat usd/try wohl ne mächtige bullenfalle hingelegt, und sich der gesamte markt geirrt) ;)

  6. Avatar

    Judas

    21. Juli 2015 19:06 at 19:06

    @Demokrat
    Nehmen sie die Aussagen von Herr Fugmann nicht so ernst. Hier wird gutes Geld mit den Weltuntergangsjüngern verdient, völlig legal und es ist auch nichts Verwerfliches dabei.
    Populistische Aussagen gehören zum Geschäft, am Ende der Einnahmekette ist es egal, ob die Wahrheit gesprochen wurde.

    Angst essen Seele auf = Einträgliches Geschäft für den Mann, der „(End-)Lösungen“ bietet

    Am besten unbedingt gleich mal die binären Optionen anklicken auf dieser Seite oder für „erfolgreiches Trading“ mindestens 8 Bildschirme etc. inkl. „actior Saxo Trader-System“ bestellen.

    Und oben mal bitte bitte auf IForex klicken, die mit Sicherheit ihr Geld komplett in Deutschland gebunckert hat und nicht in Zypern. Völlig sicherer Broker der so gut wie keine Provisionen bezahlt an Vermittler

    • Avatar

      Demokrat

      21. Juli 2015 23:25 at 23:25

      @ Judas ist ja voll biblisch, was sie da schreiben :-)

      Ab und zu teile die Meinung von Herrn Fugmann…insbesondere was Griechenland betrifft ;)
      Ich finde er sollte trotzdem mal sich eine Türkei-Reise gönnen! Bei den Prognosen, die er in den Videos abgibt, hat er das Geld dafür auf jeden Fall drin, denke ich ;)
      Es ist immer besser vor Ort sich eigene Meinung zu bilden, anstatt Mainstream-Müll zu konsumieren.

      Übrigens Ihre Empfehlung habe ich zu Herzen genommen (8 Bildschirme etc. inkl. „actior Saxo Trader-System“ + Iforex) :-) :-) ;)

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Rüdiger Born: Aktuelle Lage im Dow, mögliche Idee für den Yen

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Warum sich der Goldpreis vor dem Wochenende gestärkt zeigt

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis zeigt sich auch heute gestärkt. Wir hatten es gestern bereits angesprochen. Der diese Woche gelaufene Aufwärtstrend im Gold scheint noch nicht nachhaltig zu sein, weil in den letzten Tagen die Anlegergelder weiterhin aus Gold-ETF abflossen. Von daher sollte man dem Aufwärtstrend bei Gold noch nicht blind vertrauen. Aber es ist ein ordentlicher Anstieg.

Der Goldpreis stürzte in den letzten Wochen fast 200 Dollar in den Keller, weil die Kapitalmärkte deutlich mehr Hoffnung auf die Corona-Imfpungen hatten, und daher bereit waren in riskantere Geldanlagen zu investieren. Gold war weniger interessant. Seit dieser Woche ist aber (wir erwähnten es gestern) die wichtige negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar wieder angesprungen. Der Dollar fiel immer weiter, und der Goldpreis stieg. Auch heute sehen wir eine weitere Dollar-Abwertung, und Gold (Montag noch bei 1.764 Dollar) konnte sich bis vorhin noch robust bei 1.840 Dollar behaupten (aktuell 1.836 Dollar).

Den Vergleichschart von gestern zwischen Gold und US-Dollar setzten wir hiermit aktualisiert fort. Die Trends sind weiterhin intakt – zumindest in diesem Augenblick. Wir sehen den gegenläufigen Verlauf seit Anfang der Woche. Auch wenn der Goldpreis ganz aktuell ein paar Dollar fällt, so ist die gegenläufige Bewegung im Gesamtbild der Woche erkennbar. Der US-Dollar befindet sich aktuell am tiefsten Punkt seit Frühjahr 2018. Diese Talfahrt hatten wir heute in einem separaten Artikel besprochen (mehr dazu hier).

Chart zeigt Goldpreis gegen US-Dollar seit Anfang der Woche

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Die Talfahrt des US-Dollar – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

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Brennende US-Dollar Scheine

Der US-Dollar fällt, und fällt, und fällt. Im Chart sehen wir den Kursverlauf des Dollar-Index seit Ende 2017. Der Dollar-Index zeigt den Verlauf des US-Dollar gegen einen Korb aus anderen wichtigen Währungen wie Euro, Pfund, Yen etc. Aktuell ist die US-Währung auf den tiefsten Stand seit April 2018 gefallen.

Korrelation des US-Dollar zur Coronakrise

Ganz klar sieht man im Chart das Hoch des US-Dollar aus März 2020 bei 103,78 Indexpunkten. Bis jetzt ist es ein klarer Absturz auf aktuell 90,62 Punkte. Der Grund dafür ist offensichtlich. Der US-Dollar fungierte zum Ausbruch der Coronakrise als der globale Fluchthafen. Anleger flohen aus unsicheren Geldanlagen und unsicheren Schwellenländerwährungen, und parkten das Geld in der weltweit größten Reservewährung. Und je mehr Hoffnung auf eine Entspannung der Coronakrise aufkam, desto mehr verlor der US-Dollar wieder, weil die Anleger risikofreudiger wurden, und ihre Gelder umschichteten in riskantere Anlagen mit höherem Renditepotenzial, wie zum Beispiel Anleihen in Schwellenländern, wozu natürlich Dollar verkauft, und die jeweilige Landeswährung gekauft werden musste.

Bereits am 17. November, wo der US-Dollar noch höher notierte, besprach ich die bedrohliche Lage für den Greenback, und warum er womöglich nächstes Jahr abwerten könnte. Dieses Szenario scheint der Devisenmarkt jetzt vorweg zu nehmen. Neben der Entspannung der Coronakrise (Impfungen starten wohl noch im Dezember) steht womöglich nächstes Jahr auch ein stärkeres Wirtschaftswachstum außerhalb der USA an. Und vermutlich dürfte die weitere Staatsverschuldung und Gelddruckerei in den USA noch stärker laufen als in Europa, was den US-Dollar gegen den Euro noch schwächer dastehen lassen könnte.

Negativen Ausblick vorwegnehmen

Der anerkannte Experte Holger Zschaepitz von der WELT twitterte jüngst zum immer weiter fallenden US-Dollar, dass die Investoren am Devisenmarkt wohl den negativen Ausblick für die US-Währung für 2021 schon jetzt einpreisen würden. Man sehe bitte: Der Euro notiert aktuell gegen den US-Dollar mit 1,2161 auf dem höchsten Stand seit April 2018. Also sehen wir hier eine korrespondierende Schwäche des Dollar-Index wie auch des US-Dollar gegen den Euro. Kein Wunder, denn der Euro ist das absolute Schwergewicht im Dollar-Index als Gegenpart zum US-Dollar.

Die Experten der Commerzbank erwähnen ganz aktuell aus rein charttechnischer Sicht (!), dass Rückgänge im Währungspaar Euro gegen US-Dollar bei 1.1936 auf eine erste Unterstützung, und bei dem Tief vom 23. November und der 55- Tagelinie bei 1.1800/09 auf gute Unterstützung treffen. EUR/USD biete weiter Aufwärtspotential, solange sich der Markt über der 6-Monatsunterstützungslinie bei 1.1749 befinde.

Negative Faktoren für den US-Dollar

Aber gut, wir schauen hier ja auf das größere Bild für den US-Dollar, und das auch eher aus fundamentaler Sicht. Joe Biden dürfte als US-Präsident versuchen so kräftig wie nur irgendmöglich auf die Stimulus-Pumpe zu drücken, und die Fed dürfte ihn dabei mit der Druckerpresse ordentlich unterstützen. Es scheint zumindest so zu sein, dass dem US-Dollar kein bullisches Jahr 2021 bevorsteht. Und es scheint gemäß des aktuell immer weiter fallenden Greenback so auszusehen, dass die Trader am Devisenmarkt schon jetzt kräftig short dabei sind. Ebenso verstärken die Impfstoff-Hoffnungen wohl immer mehr den Risikohunger der Anleger, was bei den globalen Geldflüssen gegen den US-Dollar spricht.

Noch was: Alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, profitiert grundsätzlich von seiner Schwäche. So konnte diese Woche vor allem der zuletzt immer weiter schwächelnde Goldpreis (endlich?) von der Dollar-Schwäche profitieren. Und so stieg Gold diese Woche von 1.765 auf 1.840 Dollar. Erwähnenswert zur Dollar-Schwäche ist derzeit auch noch die aktuell eigenständige Pfund-Stärke.  Die Devisenmärkte sind optimistisch, dass in Kürze ein Brexit-Deal zwischen UK und EU zustande kommen wird. Dies preist man mit einem steigenden Pfund ein. Da das Pfund Teil des Währungskorbs im Dollar-Index ist, stellt dies einen weiteren schwächenden Faktor gegen den US-Dollar dar. Natürlich kann niemand vorhersagen, ob der US-Dollar die nächsten Monate wirklich weiter fallen wird. Aber Stand heute gibt es dafür einige gute Gründe.

Chart zeigt Verlauf im US-Dollar seit Ende 2017

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