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Neue Uniper News: Staatshilfen in Milliardenhöhe nötig

Schon wieder machen neue Uniper News um die Uniper Aktie die Runde. Der Konzern wird verstaatlicht. Die Uniper, eine Abspaltung von E.ON, machte bis Februar 2022 noch beste Geschäfte – so gut, dass der finnische Konzern Fortum schon bereits im Jahr  2020 die Mehrheit der Uniper Aktien kaufte. Seitdem ist der systemrelevante Versorger erheblich ins Trudeln geraten.

Nach wochenlangen Verhandlungen und Überlegungen ist klar, dass sich der finnische Dachkonzern nicht in der Rettung des Unternehmens engagiert. Nun ist der Bund eingestiegen und hat mit einem Kapitalaufwand von mehr als 30 Mrd. Euro die Uniper übernommen. Wie sieht die Uniper Aktienkurs Prognose für die nähere Zukunft aus?

  • Der Uniper Aktienkurs ist auf weniger als ein Zehntel des 52-Wochen-Hochs gefallen.
  • Der Bund stützt das Unternehmen mit enormen Beträgen.
  • Uniper ist für die Energieversorgung von Millionen Bürgern und zahlreichen Industrien relevant.
  • Ob und wann sich der Uniper Aktienkurs erholt, ist noch nicht abzusehen.

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Schlechte Uniper News: Too big to fail – und jetzt verstaatlicht

Gegenstand der Spekulation ist seit Monaten die Uniper SE. Der Gas-Konzern ist ein 2016 geschaffenes Spin-off der E.ON und liefert Elektrizität auf der Grundlage von Kohle und überwiegend aber aus Gas. Der deutsche Großversorger ist seit 2020 im Besitz eines finnischen Unternehmens, denn Fortum hält die überwiegende Mehrheit der Uniper Aktie.

Die Anteilsscheine der Uniper sind seit der Ausgründung börslich handelbar und belegen eine Position im MDAX. Durch den Spin-off erhielten Aktionäre von E.ON eine Uniper Aktie für jeweils zehn Anteilsscheine des Mutterkonzerns ins Depot. Unmittelbar nach dem IPO entwickelten sich die Kurse bis zum Herbst 2021 bestens und erreichten einen Uniper Aktienkurs bei mehr als 42 Euro.

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Für Anleger war neben den unbestreitbaren Kursgewinnen zwischen 2016 und 2021 auch die Uniper Aktie Dividende ein guter Grund, sich den Titel ins Depot zu holen. Die Gewinnausschüttungen begannen im Jahr des Börsengangs bei 55 Cents und stiegen kontinuierlich auf fast das Dreifache im Jahr 2020.

Eine Reduzierung der Dividenden auf sieben Cents im Jahr 2021 ließ einige Analysten bereits aufmerken und wurde als Anzeichen für stark gesunkene Liquidität gedeutet. Schon lange vor der Energiekrise durch den russischen Einmarsch in der Ukraine stand es um die Uniper Aktie also nicht mehr so gut wie in den ersten Jahren.

Energiekrise setzt dem Uniper Aktienkurs zu

Das Kerngeschäft der Uniper ist der Import von Uniper Gas und die Speicherung der wichtigen Ressource – über hundert lokale Versorger beziehen Gas bei dem Konzern, das macht Millionen Haushalte und einen signifikanten Anteil der Industrie abhängig von den Lieferungen des Unternehmens. Die wurden allerdings zu Kollateralschäden des russischen Angriffs auf die Ukraine.

Mit der Drosselung der Gaslieferungen auf Nord Stream 1 kam Uniper in Zugzwang. Die bestehenden Verträge verpflichteten das Unternehmen, zu den festgelegten Preisen zu liefern. Dazu musste Uniper nun Gas anderweitig einkaufen, und das zu deutlich höheren Preisen. Jeden Monat stiegen die Verluste des Konzerns um Beträge in Milliardenhöhe. Der Uniper Aktie Kurs fiel auf wenig mehr als 3,00 Euro gegen Ende September 2022.
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Prognose zu staatlichen Stützen bewahrheitet sich

Im Fall von Uniper wurde bereits kurz nach Bekanntwerden des Ausmaßes der Krise im Uniper Aktie Forum der Ruf nach Staatshilfen laut – wie schon zwei Jahre zuvor anlässlich der Pandemie. Das hat durchaus funktioniert, wie das Beispiel Lufthansa zeigt. Die staatlichen Hilfen erwiesen sich für den Bund sogar als gewinnbringende Maßnahme, die mehr als 300 Millionen Euro in den Haushalt spült.

Uniper benötigt staatliche Hilfen in Millionenhöhe

Ob das bei Uniper ähnlich ablaufen wird, ist zweifelhaft – aber die Regierung hat kaum eine Wahl. Denn hier geht es nicht um das Stützen eines einzelnen Unternehmens, sondern um die Aufrechterhaltung der gesamten Energieversorgung auch für die Industrie. Ginge Uniper unter, würde der Konzern zahlreiche weitere Firmen zum Kippen bringen, so die Meinung im Uniper Aktien Forum.

Zweite Vereinbarung sorgt für die Verstaatlichung von Uniper

Nun haben der Uniper-Eigner Fortum und die Bundesregierung eine langfristig ausgelegte Vereinbarung unterzeichnet, die de facto eine Verstaatlichung von Uniper darstellt und

Uniper Aktie

Uniper ist ein systemrelevanter Versorger

so dazu beiträgt, die Versorgung in Deutschland zu sichern. Die Vereinbarung löst einen ersten Pakt zur Stabilisierung des angeschlagenen Unternehmens ab, der schon im Juli zustande kam.

Seitdem hat sich die Krise durch zunehmende Verluste bei Uniper weiter verschärft – die gesamte Höhe der Einbußen liegt nun bei 8,5 Mrd. Euro. Mit der staatlichen Übernahme des Unternehmens soll die Versorgungssicherheit gewährleistet sein – unter staatlicher Kontrolle. Dafür muss die Regierung tief in die Tasche greifen, viel tiefer als bei der Lufthansa.

Kapitalerhöhung unter Begleitung der KfW

Zunächst soll Uniper im Zuge einer Kapitalerhöhung weitere Stammaktien ausgeben. Diese Aktien mit einem Wert bei 1,70 Euro je Anteilsschein zeichnet der deutsche Staat. Begleitend wird die KfW im Bedarfsfall Liquidität bereitstellen, um die Durchführung der Kapitalerhöhung zu ermöglichen.

Auch die übrigen Aktien im Besitz von Fortum – und das sind immerhin 293 Millionen Stück – will der Bund anschließend für denselben Preis übernehmen. Die Gesamtkosten werden mit 30 Mrd. Euro beziffert. Der finnische Energiekonzern Fortum kommt nicht mit Gewinn aus der Schieflage von Uniper heraus – muss aber die zunehmenden Verluste des 2020 gekauften Unternehmens nicht mehr tragen. Fortum selbst bezeichnet ein Geschäftsmodell auf der Grundlage von Gas, das bei Uniper immerhin 85% der Versorgung ausmachte, als nicht mehr tragbar.
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Keine Chance mehr auf Zusammenarbeit mit Gazprom

„Das Tischtuch mit der Gazprom ist komplett zerschnitten.“Der Chef des Unternehmens wirk ernst: „Ich habe die Situation – wie so viele andere auch – völlig falsch eingeschätzt. Dass das Abschneiden von russischem Gas als politisches Mittel überhaupt genutzt wird, war für mich wirklich undenkbar.“

Das größte Problem im Augenblick – das Auftreiben von neuem Gas. Und das schnell.Aber Gas außerhalb von Russland zu erwerben ist gar nicht so leicht. Denn die Preise für Strom und Gas kennen an den Börsen nur eine Richtung – nach oben.

Solche Preissprünge habe ich in den 28 Jahren meines Berufslebens noch nicht gesehen“, sagt Abteilungsleiter Gregor Pett mit Blick auf die ansteigenden Preiskurven.

Das Ziel von Uniper sind alternative Energien

Das Unternehmen, welches aktuell aufgrund bestehender Altverträge zwischen 100 und 200 Millionen Euro Verlust pro Tag macht, steckt in einer Zwickmühle: „Wenn wir es nicht tun würden, dann müssten es Stadtwerke zu genau dem Preis kaufen, und die wären in kürzester Zeit in derselben Situation wie wir.“ Uniper sei wie ein Rettungsschirm für die deutsche Energieversorgung. Dieser Umstand ist auch der Bundesregierung sehr wohl bewusst.

Als Gewinner sieht sich die Unternehmensführung deshalb noch lange nicht. Der Aktienkurs, der Anfang des Jahres bei 42 Euro lag, war zwischenzeitlich unter drei Euro – da kann man schwer von Gewinnern sprechen“, so Unternehmensführer Kreetz.

Entspannung Dank kürzlich fertiggestellten LNG-Terminal

Hoffnung auf zumindest etwas fallende Energiepreise schöpft Kreetz aus der Fertigstellung des LNG-Terminals bei Wilhelmshaven. Der Preis werde mit Sicherheit nicht auf das Niveau von vor dem Krieg fallen, aber die neuen Terminals könnten etwa 8% des gesamten Gasverbrauchs auffangen und damit zumindest etwas zur Entspannung beitragen.

„CO2-frei zu werden, das war für mich persönlich immer ein totaler Antreiber und Motivation. Nun ist alles anders. Aber ich bin trotzdem davon überzeugt, das Richtige zu tun, um Deutschland durch den Winter zu bringen.“

Uniper Aktien kaufen – lohnt sich der Einstieg?

Privathaushalte und Unternehmen können nun davon ausgehen, dass ein Versorgungsnotstand durch die Uniper-Krise einstweilen abgewendet ist. Für Anleger stellen sich weitere Fragen. Wer die Uniper Aktie noch im Portfolio liegen hat, macht sich Gedanken, ob man an dem Wert festhalten sollte – und interessierte Aktionäre beschäftigt, ob man zum derzeitigen niedrigen Kurs die Uniper Aktien kaufen sollte. Gegen den Titel sprechen:

  • Langfristiger Abwärtstrend
  • Weiterhin sinkendes Uniper Aktie Kursziel
  • Anfälligkeit des Geschäftsmodells

Am 22. September 2022 hatte die Aktie Uniper durch Kursverluste bis auf 3,07 Euro ein neues Allzeit-Tief erreicht, mit dem Bekanntwerden der neuen Vereinbarung zur Verstaatlichung hat sich die Uniper Aktie geringfügig erholt. Bereits seit Ende Februar 2022 befindet sich der Titel in einem langfristigen Abwärtstrend, der die Uniper SE Aktie bislang mehr als 91 Prozent ihres früheren Wertes gekostet hat – sie lag laut Uniper Aktien Forum zum Ende der dritten Handelswoche im September mehr als 86 Prozent unterhalb der 200-Tage-Linie.

Skeptisch hinsichtlich einer baldigen Erholung sind auch die Analysten führender Investmentbanken. Bei JPMorgan wurde das Uniper Kursziel auf 2,20 Euro gesenkt, bei Oddo BHF gehen die Analysten sogar von 1,90 Euro aus. Wer die Uniper Aktien kaufen möchte, braucht damit viel Geduld und Optimismus, bis sich die Investition auszahlt. Ähnlich sehen es auch die Analysten im Uniper Aktien Forum.

Alternativen bei den Aktien anderer Versorger tun sich für Aktionäre derzeit nicht auf – denn auch die Wettbewerber wie E.ON oder RWE haben unter den ausbleibenden Lieferungen des russischen Gases zu leiden.
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Energieversorger schon vor dem Ukraine-Krieg unter Druck

Mit der Verstaatlichung ist Uniper noch nicht „aus dem Schneider“, denn Berater der Regierung sehen in der Maßnahme nur eine Lösung auf Zeit. Langfristig müsse das Unternehmen wieder in den marktwirtschaftlichen Wettbewerb zurückgeführt werden – das Gasmonopol in staatlichen Händen wird als nicht wünschenswert betrachtet.

Wie Uniper jedoch wieder wettbewerbsfähig werden soll, muss sich noch zeigen, denn das Geschäftsmodell des Unternehmens hat die Uniper Aktie schon lange vor dem Ukraine-Krieg belastet. Denn Uniper muss zunächst doppelt zahlen, bevor der Konzern Einnahmen erwarten darf: Für die Käufe von Gas, das im besten Fall mit Gewinn weiterverkauft wird an die Endkunden, aber auch für die hinterlegten Marginzahlungen. Die Margins sind eine Bürgschaft für tatsächliche Lieferungen – nach erfolgter Zustellung werden sie zurücküberwiesen.

Uniper Aktie

Uniper setzt auf Nachhaltigkeit

Das Tagesgeschäft bei Uniper bedarf also enormer finanzieller Liquidität, um diese Verbindlichkeiten zu erfüllen. Die Tatsache, dass die Sicherheits-Margins aus der Differenz zwischen Vertragspreis und Gaspreis an den Rohstoffbörsen berechnet werden, erschwert die Situation, denn die Gaspreise am Spot-Markt sind hoch. Hilfe erhofft sich die Geschäftsführung nun von Krediten der KfW, die nach dem Abschluss der Rettungs-Vereinbarung möglich werden.

Fazit: Uniper Aktie: Prognose nach der Verstaatlichung schwierig

Gerade hat die Bundesregierung mit guten Gewinnen ihre letzten Anteile an der Lufthansa veräußert – nun steigt der Bund beim systemisch relevanten Gasversorger Uniper SE ein. Die Energiekrise aufgrund des russischen Einmarsches in der Ukraine und westlicher Russland-Sanktionen traf einen Gasimporteur, der schon im Vorfeld mit Liquiditätsproblemen durch steigende Margen zu kämpfen hatte.

Bereits 2021 mussten Anleger auf die bis dahin attraktive Uniper Aktie Dividende weitgehend verzichten, und seit Februar 2022 befindet sich der Uniper Aktie Kurs in einem anhaltenden Abwärtstrend, der Analysten beim Kursziel eher pessimistisch stimmt. Auch bei den Aktien anderer deutscher Versorger werden interessierte Anleger derzeit nicht fündig, denn der Mangel beim Rohstoff Gas trifft alle Unternehmen – wenn auch nicht in demselben Ausmaß wie Uniper.

Eine Rückkehr des Konzerns in den freien Markt wird dringend empfohlen, die Umsetzung dieser Ratschläge steht allerdings noch in den Sternen. Einstweilen bieten sich für private Anleger allerhöchstens Short-Strategien mit Derivaten auf den Uniper Aktie Kurs an – oder die Investition in Unternehmen, die auf nachhaltige Energieträger wie Photovoltaik, Windkraft und Hydrogen setzen. Bei den Gegenmodellen zu fossilen Brennstoffen haben interessierte Investoren die Wahl unter zahlreichen Aktien und können außerdem auch zu Indexfonds greifen, die zu günstigen Kosten eine breite Streuung des eigenen Kapitals erleichtern.
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