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Was sind Dividenden? Gewinnausschüttung und Dividendenstrategien verständlich erklärt

Die sogenannten Dividenden gehören zu den Vorteilen von Aktien-Investitionen. Denn die regelmäßigen Gewinnausschüttungen sorgen für zusätzliche Renditen und erweisen sich bei langfristigen Anlagehorizonten als regelrechter Zinseszins. Dividenden-Aktien lassen sich auf vielfältige Weise in die eigene finanzielle Planung einbeziehen – immer vorausgesetzt, man kennt die Abläufe und Mechanismen, die hinter den Zahlungen stehen, und die anfallenden Kosten und Steuern.

  • Dividenden sind eine Beteiligung der Aktionäre am Unternehmensgewinn
  • Die Gewinnausschüttung ist nicht verbindlich
  • Regelmäßige Dividendenzahlungen können für Unternehmen und Investoren vorteilhaft sein
  • Aktien mit guter Dividenden-Historie werden als Dividendenperlen bezeichnet

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Warum zahlen Unternehmen Dividenden?

Um zu verstehen, weshalb es Dividenden gibt, lohnt es sich, zuerst einen Blick auf das Konstrukt Aktie zu werfen. Die Idee, verbriefte Anteile am Unternehmen an Investoren auszugeben, kam schon im ausgehenden 16. Jahrhundert auf – und ab 1612 gab es eine erste „Börse“ als Handelsplatz. Für Firmen haben Aktien den Vorteil, dass sie die Kapitalaufnahme ohne hohe Kreditzinsen ermöglichen. Mit der Aktien-Emission verschaffen sich Unternehmen Geld für:

  • Forschung und Entwicklung
  • Erschließung neuer Märkte
  • Neue Strategien
  • Fusionen und Übernahmen

Auch für die Halter der Anteilsscheine, die Aktionäre, haben die Wertpapiere Vorteile. In geringem Maßstab werden sie Miteigentümer, haben abhängig vom Aktientyp auch ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung und als Großaktionäre sogar ein Mitspracherecht bei maßgeblichen Entscheidungen. Und sie erhalten im besten Fall Dividenden.

Die Dividende zahlen börsennotierte Konzerne aus ihren Gewinnen – vom Nettogewinn wird ein Teil für diese Beteiligung abgezweigt und auf die Aktionäre verteilt. Die Bezeichnung stammt aus dem Lateinischen und ist abgeleitet von „dividere“ – aufteilen.

Die Höhe der Zahlung wird auf der Hauptversammlung beschlossen, am folgenden Tag finden Aktionäre dann die ausgeschüttete Dividende auf ihrem Verrechnungskonto. In Deutschland erfolgen Dividendenzahlungen einmal jährlich, im angelsächsischen Sprachraum sind halb- oder vierteljährliche Dividenden die Norm.

Auf den ersten Blick könnte man nun davon ausgehen, dass das Unternehmen hier freiwillig Gelder ausschüttet, auch wenn es das nicht tun muss. Doch Dividenden machen Sinn – sie halten nämlich die Aktionäre bei der Stange. Die regelmäßige Gewinnbeteiligung hebt die Zufriedenheit und verringert das Risiko von Abverkäufen enttäuschter oder einfach nicht mehr enthusiastischer Anleger, aber auch von verdeckt eingefädelten Übernahmen. Die Belohnung der Investoren ist deshalb strategisch sinnvoll.
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Dividenden: Auf das rechte Maß kommt es an

Nicht jedes Unternehmen zahlt immer Dividenden – und auch das hat gute Gründe. Priorität sollte die Entwicklung des Geschäfts haben. Startups und kleinere Firmen können sich zumindest zu Anfang noch nicht leisten, Gelder für die Anleger-Belohnung abzuknapsen. Erst wenn sich die Umsätze und Margen gut entwickeln, ist es Zeit, an ein Konzept für Dividenden zu denken. Allzu hoch sollten die Beträge dabei auch nicht ausfallen. Unternehmen, die ihre Anleger um jeden Preis halten wollen, haben oft nicht genug Liquidität für wichtige strategische Vorhaben. Doch wie lassen sich gute Dividendenaktien ausfindig machen – und wie nutzt man Dividende und Kursentwicklung am besten?

Dividendenperlen finden: Die besten Dividenden-Aktien

Für viele Anleger sind Dividenden der Hauptgrund beim Griff zur Aktie. Denn die regelmäßigen Zahlungen sorgen bei stabiler Wirtschaftslage für ein zusätzliches, passives Einkommen. Dazu muss die Dividende allerdings kalkulierbar sein.

Was sind Dividenden

Nicht alle Aktien sind sogenannte Dividendenperlen – um diese Bezeichnung zu verdienen, muss ein Konzern über mehr als ein Jahrzehnt, bestenfalls noch länger, alljährlich eine Dividende gezahlt haben, die außerdem ständig angehoben wurde. Derartige Dividenden-Favoriten gibt es tatsächlich. Für ein Portfolio bilden sie einen stabilen, ertragreichen Kern.

Doch die Auswahl eigener Aktien sollte nicht nur anhand der Dividenden erfolgen. Wichtiger ist der Blick auf die Kennzahlen. Können die Bilanzen, die Entwicklung der Umsätze und zunehmende Nettogewinne über mehrere Jahre im Rückblick überzeugen? In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Aktie ihrem Halter auch in Zukunft mit der Kursentwicklung und der Dividende Freude macht.

Kurzfristige Dividendenstrategien: Diese Möglichkeiten gibt es

Nicht immer steht hinter dem Kauf einer Dividendenaktie der Wunsch, den Wert längere Zeit zu halten und über Jahre mit den Gewinnausschüttungen ein zusätzliches Einkommen zu erzielen. Es gibt durchaus Aktienhändler, die eher kurzfristig planen.

  • Dividenden-Hopping: Anleger kaufen die Aktie kurz vor der Hauptversammlung, warten die Ausschüttung der Dividenden ab und verkaufen dann wieder. Dazu muss man jedoch das Datum der Hauptversammlung kennen und auch den Ex-Dividende-Tag danach, den Tag der Ausschüttung. Nicht wenige Konzerne geben jedoch den tatsächlichen Termin nur sehr kurzfristig bekannt. So will man vermeiden, dass Anteilsscheine nur um der Dividende willen für einige Tage gekauft und wieder verkauft werden.

Ohnehin ist das „Dividendenhopping“ nicht unbedingt lohnend, da die Summe der Dividende am Tag nach der Zahlung vom Kurs abgezogen wird – der also entsprechend fällt. Man kann damit konstatieren, dass hier Werte einfach verlagert werden.

Längerfristige Planungen sind in den meisten Fällen klüger – also der Kauf einer Aktie Wochen oder Monate vor Fälligkeit der Dividende und ein Verkauf einige Zeit nach der Hauptversammlung. So kann man die Kursentwicklung ausgleichen und von der Dividende profitieren.

  • Dividenden-Stripping: Eine andere Strategie wird als Dividendenstripping bezeichnet und macht sich das Sinken der Kurse nach der Zahlung der Dividende zunutze. Nicht nur wird die Gewinnbeteiligung selbst herausgerechnet – auch zahlreiche Aktionäre springen ab, sobald sie die Zahlung in der Tasche haben. Es werden also vermehrt Aktien verkauft, gegenüber deutlich weniger Kaufgesuchen. Der Kurs geht in dieser Zeit über den Dividendenabschlag hinaus zurück. Wer Aktien eines Unternehmens hält und sie vor dem Tag der Hauptversammlung zu einem guten Kurs verkauft, kann die Werte später sehr viel günstiger zurückkaufen – und hat so sein Geschäft gemacht.

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Dividenden: Garantien gibt es nicht

Wer sich die besten Dividenden-Aktien zusammenstellt, kann im Lauf der Zeit allein durch die Dividendenrendite ein schönes Plus zusätzlich zur Wertsteigerung der Gesamtanlage erzielen. Doch wie bei allen börslichen und außerbörslichen Transaktionen darf nicht unerwähnt bleiben, dass ein Anlagerisiko immer vorhanden ist.

So, wie die Kursentwicklung einer Aktie nicht garantiert ist, ist auch die Dividende kein Anspruch. Unerwartete Entwicklungen können bewirken, dass ein Unternehmen an Wert verliert oder schlicht nicht genug liquides Kapital für die Gewinnausschüttung hat. Zu den Aspekten, die die Dividende schmälern oder sogar ausfallen lassen, gehören:

  • Gesamtwirtschaftliche Engpässe
  • Inflation
  • Wechselkursveränderungen
  • Unternehmensstrategien, die größere Investitionen mit sich bringen
  • Fehlkalkulationen und wenig nachhaltiges Management im Unternehmen

Bisweilen kommen mehrere Elemente zusammen – dann lohnt sich der prüfende Blick, ob man an der Anlage festhalten will.

Gut beraten sind Aktionäre mit der Einstellung, Dividenden als schöne Dreingabe zu betrachten, die alljährlich anfallen kann – deren Ausbleiben aber keine Verstimmung auslöst. Besonders erfolgreich sind Anleger, die die Dividende wieder investieren, um so ihre Investition stetig zu vergrößern.

Gestreute Anlage, gebündelte Dividenden: ETFs auf Dividenden-Indizes

Die Auswahl von Dividenden-Titeln geht mit denselben Risiken einher wie die Investition in Aktien, bei denen Dividenden nicht im Vordergrund stehen. In beiden Fällen lässt sich das Anlagerisiko senken, indem die Investition möglichst breit gestreut wird – über mehrere Aktien, Branchen, Kontinente und Währungsräume.

Die doch recht aufwendige Analyse und Bewertung all dieser Einzelaktien umgehen Anleger mit dem Griff zu ETF. Indexfonds verteilen das Kapital auf alle Werte im jeweiligen Basis-Index, und sind dank ihrer algorithmischen Verwaltung sehr viel kostengünstiger als aktiv verwaltete Fonds.

Produkte, bei denen der zugrunde liegende Index dividendenstarke Werte bündelt, gibt es bereits. Besonders lohnend sind sie, wenn die Gewinnausschüttungen reinvestiert werden und so das angelegte Kapital stetig mehren. Diesen Zinseszins-Effekt können Anleger auch mit Sparverträgen und überschaubaren monatlichen Raten für die Vermögensbildung nutzen und so von den Vorteilen hoher Dividenden profitieren.

Besteuerung von Dividenden

Keine Frage, mit den Gewinnausschüttungen der Unternehmen erzielen Aktionäre oder Eigner von Fondsanteilen unter Umständen ein schönes Nebeneinkommen. Und wie immer in solchen Fällen möchte der Fiskus davon etwas abhaben.

Dividenden müssen ebenso versteuert werden wie andere Gewinne aus Kapitalerträgen. Dabei kommt die Abgeltungssteuer zur Anwendung, die 25% des Betrags ausmacht, zuzüglich des Soli und der Kirchensteuer.

Allerdings können Anleger einen Freibetrag von 801 Euro pro Person geltend machen, Ehepaare das Doppelte. Ausnahmen gelten, wenn der persönliche Einkommenssteuersatz wesentlich geringer ausfällt – bei niedrigen Einkommen. In diesem Fall verringert sich auch die Steuerlast.

Wer seine Aktiengeschäfte über einen deutschen Finanzdienstleister tätigt, muss sich zunächst um die Abführung der Steuern nicht kümmern – das tun Bank oder Broker. Mit der Einkommenssteuererklärung kann man jedoch eventuell zu viel gezahlte Beträge zurückholen. Und wer über einen Broker im Ausland handelt, muss seine Aktien- und Dividendengewinne auf einer speziellen Anlage zur Einkommenssteuererklärung angeben.
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Fazit: Dividenden als attraktive Boni zahlen sich langfristig aus

Dividenden sind zwar nichts, worauf Aktionäre Anspruch haben – doch bei manchen Unternehmen gehören sie quasi schon zur Tradition. Solche Dividendenzahlungen schaffen ein Nebeneinkommen aus dem Kapital, das mit einem langfristig orientierten Portfolio zunächst einmal gebunden ist.

Auch kurzfristig, nämlich mit Dividendenhopping oder Dividendenstripping, lassen sich Gewinne rund um den Ex-Dividende-Tag mitnehmen, erfordern aber genaues Nachrechnen. Fachleute raten allerdings, die Dividendenrendite nicht allzu sehr in den Vordergrund zu rücken.

Grundlage der Handels- und Anlageentscheidungen sollten solide Kennzahlen und stabiles Wachstum des Unternehmens sein, eine kompetente Geschäftsführung und überzeugende Strategien für die Zukunft.

In diesem Fall stehen die Weichen gut für die Entwicklung der Anlage – und mögliche Dividenden sind erfreuliche Dreingaben, die reinvestiert oder zwischenzeitlich für persönliche Ausgaben genutzt werden können. Die eigenen finanziellen Ziele sollten nach eingehender Überlegung zur Basis von Aktien- und Dividendenstrategien werden, die anhand guter Kenntnis der Märkte umsetzbar sind.

Die besten Finanzdienstleister unterstützen ihre Kunden hier mit Informationen und Analysen, Tools und Schulungsangeboten auf ihrem Weg zur erfolgreichen Investition.

 

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