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Aktien

Erhöht der brave norwegische Staat weltweit den Renditedruck auf Unternehmen?

Nach eigenen Angaben verwaltet der norwegische Staatsfonds im Auftrag der dortigen Steuerzahler aktuell ein Vermögen von umgerechnet 866 Milliarden Euro. Davon entfallen derzeit 66% auf Anlagen in…

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FMW-Redaktion

Nach eigenen Angaben verwaltet der norwegische Staatsfonds im Auftrag der dortigen Steuerzahler aktuell ein Vermögen von umgerechnet 866 Milliarden Euro. Davon entfallen derzeit 66% auf Anlagen in börsennotierten Aktiengesellschaften, und das weltweit! 31,6% entfallen auf Anleihen, und der Rest auf direkte nicht börsennotierte Immobilienanlagen. Diese Relationen könnten sich nun ändern.

Schon im Dezember 2016 war der Drang der Norweger erkennbar das gigantische Staatsvermögen aktiver arbeiten zu lassen. Damals verkündete man den Aktienanteil von 60% auf 75% erhöhen zu wollen. Nach einem Jahr hat man ihn ja schon auf 66% hochgefahren. Warum macht man das überhaupt? Nun, in 2017 musste der Fonds (was für Norwegen völlig ungewöhnlich ist) 15 Milliarden Dollar an den norwegischen Staatshaushalt überweisen um dort Einnahmelöcher zu stopfen.

 

Denn auch in Norwegen läuft nicht alles rund. Bei fallenden Rohstoffpreisen (schwacher Ölpreis in den letzten zwei Jahren) merkt man schnell, dass das große Glück in Norwegen auf ganz dünnem Eis gebaut ist. Gut, das dünne Eis hat noch ein Polster von 866 Milliarden Euro, aber es stammt eben „nur“ aus Öl- und Gas-Einnahmen. Man hängt wie Russland, die Golfstaaten und Australien am Tropf der globalen Rohstoffpreise.

Man darf annehmen, dass der norwegische Staat weitere potenzielle Schwächen des Staatshaushalts voraussieht, und daher die Renditevorgaben des Fonds hochfährt. Dann könnte der Fonds seine Vermögenssumme aus eigener Kraft steigern, selbst wenn Jahr für Jahr Geld an den Staatshaushalt ausgeschüttet werden muss. Man sieht es gut rechts in der folgenden Grafik für die jährliche Rendite des Staatsfonds. 2017 brachten Aktienanlagen ein Plus von 13,79%, Anleihen nur 2,77%. Also warum nicht den Aktienanteil erhöhen, denn Aktien steigen ja sowieso immer weiter?

Dass so eine Idee in die Hose gehen kann, zeigte der Chart während der Finanzkrise, wo die Aktienrendite deftig im negativen Bereich war mit -40%. Die Rendite soll wohl erhöht werden, in dem der Anteil der hohen Renditen ausgebaut wird. Hierzu will man neben direkten Aktieninvestment nun auch in sogenannte Private Equity-Fonds investieren. Dies hat der Fonds laut „FT“ beim norwegischen Finanzministerium beantragt.

Warum schreiben wir „braver“ norwegischer Staat in unserer Artikelüberschrift? Nun, die Nordländer stehen im Ruf von unaufgeregtem, ruhigem und nettem Auftreten, passivem Investieren usw. Daran denkt man, wenn der norwegische Staatsfonds sein Geld parkt. Aber wenn er von direkten Aktieninvestments nun auch teilweise umschwenkt, und Geld in Private Equity-Fonds steckt, dann kann das nur eines bedeuten: Der Fonds will deutlich mehr Rendite sehen, notfalls auch mit der Brechstange.

Denn nur aus diesem Grund vertrauen Investoren den Private Equity-Gesellschaften große Geldsummen an. Weil man erwartet, dass sie deutlich höhere Renditen erwirtschaften als der durchschnittliche Aktienmarkt. Das erreichen diese Fonds in der Regel, in dem sie komplette Unternehmen kaufen, auswringen bis nichts mehr geht (Entlassungen, Werksschließungen etc), und dann den Rest wieder ausspucken. Ein Standardvorgang in der Branche.

Oft müssen gekaufte Unternehmen gigantisch hohe Kredite aufnehmen, und diese Gelder dann als Dividende an die neuen Eigentümer ausschütten.  Das ist nur eine der wenig netten Methoden dieser Branche. Und diesen Renditedruck auf große und mittelgroße Konzerne würde nur noch erhöht werden, wenn dank der norwegischen Geldschwemme bald noch viel mehr Private Equity-Gesellschaften mit deutlich mehr Cash umherirren, auf der Suche nach Investmentzielen, aus denen man hohe Renditen herauspressen kann. Man bedenke: Bei diesem Fonds geht es um ganz andere Größenordnungen als bei normalen kleinen Fondsgesellschaften!

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Aktien

Nach Mietpreisbremse-Urteil: Aktien von Deutsche Wohnen und Vonovia ganz düster

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Gestern gab es nach dem Berliner Verbot von Mieterhöhungen für die nächsten fünf Jahre den nächsten Nackenschlag für Vermieter in Deutschland. Das Bundesverfassungsgericht lehnte Beschwerden gegen die Mietpreisbremse ab, die bundesweit gilt, aber von den einzelnen Bundesländern angewendet werden kann, oder eben auch nicht (hier der Infotext des Gerichts).

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Unternehmensdaten oder Sonstiges scheinen am Markt momentan wenig zu interessieren. Betroffen sind natürlich am Ehesten die beiden großen börsennotierten Unternehmen Vonovia und Deutsche Wohnen. Hier sieht man den Vonovia-Chart seit Oktober 2018. Gestern fiel die Aktie deutlich, und heute geht es weiter. Die Aussichten scheinen zumindest erst einmal düster zu sein.

Vonovia Aktie

Die Deutsche Wohnen ist offenbar noch schlimmer betroffen, weil sie laut aktuellsten Daten 70% ihrer Wohnungen in Berlin hat! Im folgenden Chart sieht man die Aktie seit Oktober 2018. Der Chartverlauf in den letzten 10 Monaten ist eindeutig schlechter als der von Vonovia. Tendenz für die beiden Aktien: Schaut man auf das Mieterhöhungsverbot in Berlin + die fast bundesweit geltende Mietpreisbremse, die vom Gesetzgeber ja verschärft wird, dann sind die Aussichten für die beiden Aktien zumindest nach dem momentanen Stand schlecht. Wie weit können sie noch fallen? Oder sind das bald Kaufkurse, weil die Dividendenrendite durch die sinkenden Kurse für Neu-Käufer ansteigt?

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Deutsche Wohnen-Aktie

Vonovia-Zentrale - auch Deutsche Wohnen Aktie sieht mies aus
Vonovia Hauptverwaltung in Bochum. Foto: Laurardnk CC BY-SA 4.0

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Aktien

Banken – schon bald zu Tode reguliert

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Was ist das Problem der Banken in Europa? Klar, die Null- und Negativzinspolitik der EZB macht das Kerngeschäft der Banken kaputt, die Kreditvergabe lohnt sich kaum mehr angesichts der inversen Zinskurven und der damit zu Grabe getragenen Fristentransformation (die Banken leihen sich kurzfristig Geld, um es dann langfristig als Kredit zu vergeben). Wenn eine europäische Bank Geld bei der EZB parkt, zahlt sie dafür Negativzinsen – in den USA wäre das undenkbar!

 

Die Krankheit der Banken – kein Geschätsmodell und die hohen Kosten

Das Geschäftsmodell ist also nicht mehr wirklich vorhanden – und das, zumindest im Falle Deutschlands – während einer Hochkonjunktur. Was erst wird passieren, wenn Deutschland nun tatsächlich in eine Rezession rutscht und damit wieder mehr Firmen pleite gehen und so die Banken dann auch noch Kreditausfälle verkraften müssen?

Erschwerend kommt hinzu, dass die Kostenstruktur vor allem der großen Geldinstitute extrem ungünstig ist: man sitzt auf einer teuren, veralteten und ineffzienten IT-Struktur und kann nur an dem bestehenden System weiter herumdoktern – was aber die Kosten eher weiter ausufern läßt. Dazu kommt noch, dass viele Banker auf lukrativen Verträgen sitzen – also versuchen die Banken, Mitarbeiter zu entlassen, besonders in Deutschland, das „overbanked“ ist.

 

Zu Tode reguliert, weil schuld an der Finanzkrise

 

Aber ein ganz gewaltiger Faktor ist auch die Regulierung, besser gesagt die Überregulierung der Banken in Europa. Da müssen ganze Abteilungen, vor allem aber auch die Vorstände, die sich eigentlich um die strategisch Ausrichtung ihrer Bank kümmern sollten, einen großen Teil ihrer Arbeitszeit für aufsichtsrechtliche Regularien investieren.

Das Ganze erinnert schon fast an Kafkas Roman „Das Schloss“: man verheddert sich gewissermaßen im undurchsichtigen Labyrinth der Autoritäten und ist als Banker per se verdächtig, weil die Finanzinstitute doch die Schuld hätten an der Finanzkrise, so der Volksmund. Und die Politik hat das dankbar aufgenommen – und damit von ihrer Mitverantwortung für das Schlamassel abgelenkt. Gewissermaßen werden die Banken nun bestraft durch eine geradezu absurde Regulierungswut!

Diesen Zusammenhang bringt Professor Hans Peter Burghof, Bankenexperte an der Uni Hohenheim, auf den Punkt. Wenn es so weiter geht, so Burghof, werden wir die Banken bald zu Tode reguliert haben:

 

Die ohnehin angeschlagenen Banken werden in Europa zu Tode reguliert

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Aktien

General Electric mit Kursdebakel – eine gute Kaufgelegenheit?

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General Electric war jahrelang schon genug gebeutelt worden. Der Siemens-Konkurrent in den USA ist immer noch ein gigantischer Mischkonzern, aber die Geschäfte laufen seit geraumer Zeit schlecht. Vor einem Jahr wurde die Aktie von General Electric aus dem Dow 30-Index gestrichen, und durch eine Apothekenkette ersetzt. Was für eine Demütigung für die altehrwürdige GE-Aktie. Dadurch verlor GE enorm an Aufmerksamkeit. Der Vorteil für den Gesamtmarkt aber ist: Fällt GE weiter kräftig in den Keller, kann das den Dow nicht mehr nach unten ziehen.

General Electric mit größerem Betrug als Enron?

Da ist es für die Bullen wohl besser, dass die Aktie von General Electric seit einem Jahr nicht mehr im Dow enthalten ist? Denn im Herbst 2018 rauschte sie gewaltig in den Keller. Und jetzt nach einer langen Phase einer „kleinen“ Erholung rauschte sie gestern erneut nach unten. Alleine gestern verlor die GE-Aktie 1,02 Dollar oder 11,3% an Wert. Grund dafür ist ein Whistleblower, der schon den Madoff-Skandal aufdeckte (größtes Schneeballsystem aller Zeiten).

Der Privatermittler Harry Markopolos behauptet nämlich General Electric habe seine Bücher frisiert. In einer ausführlichen Studie behauptet er GE habe Verluste in Höhe von 38,1 Milliarden Dollar verschleiert. Der Betrug bei General Electric sei ein größerer Fall als Enron. Beobachter erinnern sich noch an diesen gigantischen Skandal, der die US-Börse erschütterte. Sein Team habe sieben Monate lang die Bücher von GE analysiert, so Markopolos.

General Electric Aktie seit September 2018

General Electric weist Vorwürfe zurück- Kaufgelegenheit?

 

In einer offiziellen Stellungnahme weist General Electric die Anschuldigungen als „wertlos“ zurück (hier nachzulesen). Auch würde Markopolos mit einem Hedgefonds zusammenarbeiten, der auf fallende Kurse bei GE setzen würde. Gegenüber dem WSJ sagte Markopolos man würde mit einem nicht genannten Hedgefonds kooperieren. Tja, jetzt dürfte wohl ein Rechtsstreit zwischen beiden Seiten folgen? Eine Schlammschlacht? Fest steht nur: Die Börse ist verunsichert. Ist was dran oder nicht an den Vorwürfen? Ist dieser tiefe Kurs von GE eine Kaufgelegenheit, oder wird die Aktie nun in eine lange Phase der „Abwärts-Lethargie“ eintreten, weil auf lange Zeit niemand weiß, ob die Vorwürfe fundiert sind oder nicht?

Auf lange Sicht gesehen (folgender Chart seit 1997) hängt die Aktie derzeit an ihrem Tief aus dem Jahr 2009. Fällt sie darunter, kann es ganz düster werden. Der Chef von General Electric Larry Culp hat gestern jedenfalls für 2 Millionen Dollar GE-Aktien gekauft – offenbar als Vertrauensbeweis des Chefs in die Aktien des Unternehmens, um die Märkte zu beruhigen. Der Kaufpreis lag bei 7,93 Dollar – also unter dem Tagesschlusskurs von gestern Abend. Da hat er ja schon mal einen kleinen Gewinn erzielt (Scherz).

General Electric Aktie seit 1997
Hier die GE-Aktie seit 1997.

General Electric
GE Gelände in Schenectady, New York. Foto: UpstateNYer CC BY-SA 3.0

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