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Erst Wirecard, dann Tesla? Gibt es Gemeinsamkeiten?

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Innenansicht eines Autos von Tesla

Wirecard ist in der vergangenen Woche spektakulär kollabiert. Berichte über Dubiositäten bei Wirecard gab es schon vor mehr als einem Jahrzehnt. Das hinderte den Konzern jedoch nicht daran, sich so weit aufzublasen, dass das Unternehmen sogar in den DAX aufgenommen wurde. Die deutsche Wertpapieraufsicht verbot zeitweise Shortpositionen auf Wirecard und zeigte Journalisten an, die auf genau die Unregelmäßigkeiten hinwiesen, die Wirecard nun an den Rand der Insolvenz brachten. Es gibt noch ein Unternehmen aus einer anderen Branche, auch mit einer sehr interessanten Historie an Auffälligkeiten: Tesla!

Cashbestände bei Tesla weisen einige Besonderheiten auf!

Bezeichnenderweise zeigen die Skeptiker schon seit geraumer Zeit auf die Cashbestände bei Tesla. Also genau den Bilanzpunkt, der nun auch Wirecard das Genick brach, weil von den Buchprüfern und Wirecard 1,9 Milliarden schlicht nicht gefunden werden konnten (hier die aktuellste Info). Bei Tesla ist auffällig, dass das Unternehmen zwar Quartal für Quartal hohe Milliardenbeträge an steigenden Cashreserven ausweist, aber erstens nicht handelt wie ein Unternehmen, das Ende März angeblich fast 8,1 Milliarden US-Dollar Cashreserven besaß. An allen Ecken und Kanten wird bei Tesla gespart. Am Wochenende kam gerade erst heraus, dass Tesla allen Mitarbeitern die Boni streicht – selbst die bereits gewährten, aber noch nicht ausgezahlten. Nicht gespart wurde hingegen am 700 Millionen US-Dollar schweren Bonus für CEO Elon Musk, die erst vor wenigen Wochen gewährt wurden.

Zudem weist Tesla in den Quartalsberichten Zinseinnahmen aus, die für den berichteten Cashbestand viel zu niedrig sind. Bis heute unerklärt sind auch die phänomenal hohen offenen Forderungen von fast 1,3 Milliarden US-Dollar oder 21,3% des Quartalsumsatzes. Da Tesla in allen Märkten Fahrzeuge nur nach Vorauskasse ausliefert, sind diese offenen Forderungen seltsam. Auf mehrfache Nachfrage nannte Tesla schließlich verschiedene Erklärungen für die offenen Forderungen, die aber allesamt keinen Sinn ergeben und zudem inzwischen durch die Zeit widerlegt wurden. So behauptete Tesla, die Forderungen lägen daran, dass das Quartalsende auf einen Sonntag fiel und Schecks an diesem Tag nicht einlösbar waren. Seitdem sind jedoch viele Quartale vergangen und die Forderungen nicht gesunken. Eine weitere Erklärung war, dass Schecks aus Europa lange brauchten, bis die Banken sie einlösen. Doch in Europa sind Scheckzahlungen nicht nur untypisch, sondern auch in allen Ländern in den AGB von Tesla untersagt. Wenn ein Unternehmen unerklärliche Zahlen gar nicht, widersprüchlich oder offensichtlich falsch erklärt, sollten die Alarmglocken angehen.

Kritiker werden von Tesla (und den Fans) gnadenlos verfolgt

Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Tesla und Wirecard ist das aggressive Vorgehen gegen Kritiker. Berichte legen nahe, dass Wirecard ein indisches Unternehmen damit beauftragte, Kritiker zu hacken. Tesla erledigt die Sachen einfach inhouse, wie der inzwischen zum Whistleblower gewordener Mitarbeiter Karl Hansen der Konzernsicherheit berichtet. Hansens Bericht wurde bestätigt von keinem geringeren als Sean Gouthro, der bei Tesla im Global Security Operations Center & Investigation arbeitete, damit Hansens Vorgesetzter war und inzwischen ebenfalls Whistleblower wurde.

Legendär ist auch der Fall skabooshkas, einem US-Amerikaner, der Teslas Treiben rund um die Fremonter Fabrik beobachtete und davon auf Twitter berichtete. Tesla verklagte ihn, verbreitete seinen vollen Namen und bezichtigte ihn eines Verhaltens, das Angestellte des Unternehmens um ihre eigene Sicherheit fürchten ließ. Vom Richter aufgefordert, die Videos aus dem involvierten Tesla-Fahrzeug vorzulegen, zog Tesla die Klage einfach zurück. Hätte die Community der Tesla-Skeptiker nicht fast 120.000 US-Dollar für seine Rechtsanwaltskosten gesammelt, wäre er auf den Kosten sitzen geblieben.

Familie bedroht, weil er von Lackproblemen bei Tesla wusste, bevor sie entstanden

Ein anonymer Twitter-Nutzer wies schon vor dem Produktionsstart des Model 3 nach, dass Tesla nicht nur nicht die geplante zweite Lackierstraße installierte, sondern auch nicht über die nötigen Emissionsrechte verfügt, um die für Ende 2018 geplanten 500.000 Fahrzeuge pro Jahr herstellen zu können. Die zugestandenen Emissionen würden bereits nach 250.000 Fahrzeugen pro Jahr erreicht.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

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5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Scheer

    22. Juni 2020 15:36 at 15:36

    Tolle Recherche Herr Schuhmanns,
    am Ende wissen wir ob das ganze eine Blase ist oder nicht.

  2. Avatar

    Naja

    22. Juni 2020 16:43 at 16:43

    Als Spekulant ist das Unternehmen einfach toxisch.
    Auf der long Seite ist ein extremer Kursrutsch/Totalverlust jederzeit möglich.
    Auf der Short Seite muahaha kann man auch russisch Roulette spielen…. #Shortsquezze

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    Mark Bruford

    24. Juni 2020 11:01 at 11:01

    Sorry, diesen Artikel halte ich für prvinziellen Kleinkram-Vergleich um möglichst viel Negative an Land zu ziehen.

    Wenn man sich aber auf das wesentlich konzentriert, sieht das nämlich so aus:

    Tesla verstärkt Board mit japanischem Finanzprofi

    Besser kann man es wohl nicht machen. Aber man muss auch erst einmal solch eine Kompetenz / Instanz finden, die Tesla als unabhängigen Controller an Bord hat.
    Dass Herr Mizuno es macht, spricht klar für das internationale Ansehen Teslas.
    Und: Im Vergleich mit der schieren größe Teslas ist wirecard bei allem Hype doch nur eine kleine Nr.
    Wenn schon, kann man die Entwicklung Teslas nur mit Apple, amazon, google, etc. vergleichen.

    H. Muzino:
    https://globisinsights.com/

    „Herr Hiro Mizuno ist seit Januar 2015 Executive Managing Director und Chief Investment Officer des japanischen Government Pension Investment Fund (GPIF) in Höhe von 1,3 Billionen US-Dollar – dem größten Pensionsfonds der Welt.

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    Scheer

    3. Juli 2020 16:51 at 16:51

    Jede übereilte, politische und ökonomische Weichenstellung rächt sich im Nachhinein.
    Wenn nun die EVs gefördert werden ist das meines erachtens wieder mal ein Schuß in den Ofen.
    Der Businessinsider hat da mal wieder einen schönen Artikel dazu geschrieben:
    https://www.businessinsider.de/wirtschaft/e-autos-schaden-der-umwelt-mehr-als-diesel-r/

    Zitat:“
    Die erwähnten Vorgaben der EU kritisiert Sinn ebenfalls. Es gehe nicht allen Politikern in Brüssel darum, das Klima zu retten. „Vielen ist es genauso wichtig, dafür zu sorgen, dass die deutsche Automobilindustrie sich wieder hinten anstellen muss. Leider haben die Betrügereien der Konzerne dafür das emotionale Umfeld geschaffen“, sagt er.

    Laut den Berechnungen der Experten ist das E-Auto kein Allheilmittel für den Klimawandel. Verbraucher, die mit ihrem Auto die Umwelt so wenig wie möglich belasten wollen, können das erreichen „mit einem Verbrennungsmotor, der zunächst mit Erdgas und später mit ‚grünem‘ Methan betrieben wird“, rät Hans-Werner Sinn.“

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Steigenden Renditen? Tesla, Snowflake, China-Aktie

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Zahlreiche Themen werden besprochen wie die Arbeitsmarktdaten für November, Anleiherenditen, Tesla uvm.

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BioNTech: Das plant das Unternehmen wirklich – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktien der Impftstoff-Entwickler wie BioNTech, Curevac oder Moderna gehen derzeit durch die Decke. Die Story ist auch zu gut und für jeden offensichtlich. Denn wir alle wissen, in den kommenden Monaten und Jahren müssen große Teile der Weltbevölkerung gegen das Covid-Virus geimpft werden, wenn die Menschheit die Pandemie tatsächlich besiegen will. Marktbeobachter sehen teilweise ein Marktpotenzial für die führenden Impfstoffe, so sie denn flächendeckend eingesetzt werden, von bis zu 100 Milliarden USD. Wahnsinn, oder?

Trotzdem muss ich Wasser in den Wein gießen. Ich behaupte die Impf-Party ist weitgehend gefeiert, die Story ist in den Aktien der BioNTech und Moderna weitgehend eingepreist.

Noch ein Problem dieser Covid-Geschäftsmodelle: Wenn die Vakzine tatsächlich so funktionieren, wie es derzeit den Anschein hat, machen sich diese Unternehmen am Markt ziemlich rasch überflüssig, zumindest zunächst. Denn BioNTech und Co. haben kein Produkt mehr, wenn das Virus nach Erreichung einer relativen Herdenimmunität gehen wird. Weitsichtige Börsianer fürchten diesen Effekt jetzt schon und rechnen mit massiven Kursrückgängen.

Ist die Euphorie rund um die Impfstoff-Entwickler also übertrieben? Droht hier nächstens ein böser Rückschlag?

Die Frage ist unvollständig gestellt. Denn es geht bei BioNTech und Co. nur vordergründig um das Covid-Vakzin. Die eigentliche Sensation der letzten Monate und Wochen ist eine andere, nämlich die Technologie, mit der den Unternehmen der Durchbruch gelungen ist.

Erstmals wurde ein Vakzin auf der Basis der sog. Boten-RNA entwickelt. Von dieser Gentechnologie spricht die Branche schon seit einigen Jahren, ohne dass jemals irgendein ein marktfähiger Wirkstoff das Licht der Medizinwelt erblickt hätte.

Das hat sich nun geändert. BioNTech und Moderna haben sich früh der Erforschung dieser Boten-RNA gewidmet und dabei nun sehr wahrscheinlich diesem gentechnischen Ansatz zum Durchbruch verholfen. Dabei brauchen wir diese Technologie im Moment zur Bekämpfung der Covid-Pandemie. Solche Jahrhundert-Pandemien…..

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