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Erster Schritt zur Bargeld-Einschränkung in Deutschland steht bevor

FMW-Redaktion

Erst vor Kurzem erwähnten wir verschiedene Ansätze und Denkanstöße in Skandinavien Bargeld ganz abzuschaffen. Über Deutschland sprachen wir da noch gar nicht. Dass eine Einschränkung der Bargeld-Nutzung so schnell auch in Deutschland ins Gespräch kommen könnte, hätten wir nicht gedacht. Aber jetzt scheint es tatsächlich so weit zu sein. Warenkäufe in bar mit einem Wert über 5.000 Euro könnten in Deutschland verboten werden.

Das wäre ein erster Schritt zur Abschaffung von Bargeld. Auch wenn es auf den ersten Blick wie eine hysterische Überzeichnung wirkt, so beginnen derartige große Umwälzungen immer mit ersten kleinen Schritten. In Dänemark z.B. ist es dem Einzelhandel freigestellt Bargeld anzunehmen oder nicht. Die Bundesregierung erwägt derzeit diese 5.000 Euro-Grenze einzuführen, so berichtet es die FAZ. Der Grund, Sie ahnen es: Die Bekämpfung von Terrorismus und Geldwäsche. Kriminellen und Terroristen soll es schwieriger gemacht werden Geld in den Bankenkreislauf zu überführen. Was wäre die praktische Folge? Wer als Krimineller bisher über 5.000 Euro für einen Teppich oder Sonstiges ausgibt, wird in Zukunft eben kleinere Käufe unter 5.000 Euro tätigen. Was wäre dann der nächste Schritt der Politik? Die Bargeld-Schranke absenken. Auf 2.500 Euro pro Kauf? Die FAZ zitiert das Bundesfinanzministerium so:

„Sie dürfen ja auch keine größeren Mengen Flüssigkeit mehr in das Flugzeug mitnehmen.“ Im Grunde könne niemand etwas dagegen haben, wenn jemand Geld von der Bank abhebe, um einen schicken Gebrauchtwagen damit zu kaufen. Doch müsse man zur Kenntnis nehmen, dass Bargeld neben Pre-Paid-Karten ein wichtiges Vehikel für Terroristen sei.

NRW-Finanzminister Borjans hat eine Grenze von nur 3.000 Euro in den Ring geworfen. In anderen europäischen Ländern gibt es bereits Maximalgrenzen bei Barzahlung, Deutschland wäre da nur ein Nachzügler. Trotzdem wäre die Beschränkung ein erster Schritt hin zur bargeldlosen Zahlung. Wir hatten auch schon den tieferliegenden Vorteil für einen jeden Staat thematisiert, wenn die Bevölkerung nur noch elektronisches Geld auf Bankkonten besitzt. Es kann bei einem kaputten Bankensektor und Panik in der Bevölkerung keinen „Bank Run“ mehr geben. Wo kein Bargeld, da kein Ansturm auf Geldautomaten und Bankschalter. Der Staat muss einfach nur die Banken anweisen den elektronischen Zahlungsverkehr einzustellen, und schon kommt der Bürger nicht mehr an sein Geld. Nennt man das nicht eine Entmündigung des Bürgers?

Laut FAZ gibt es an dem Vorhaben der Bundesregierung Kritik aus dem Handel, wo man Nachteile befürchtet für Gebrauchtwagenhändler, Möbelhäuser, Juweliere und Luxusmarkengeschäfte. Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht das Problem beim Datenschutz. Bargeld sei gelebter Datenschutz. Bei ausschließlicher elektronischer Zahlung könnten Daten kommerziell genutzt und Profile erstellt werden. Und in der Tat. Gibt es das Bargeld nicht mehr, werden von jedem Bürger Zahlungs- und Konsumprofile erstellt, ob er will oder nicht – da sollte man sich nichts vormachen.



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3 Kommentare

  1. Schritt für Schritt auf dem Weg zur Diktatur. Und die Schritte werden jeden Tag größer. Frei nach dem Vorbild Juncker: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

    Wer jetzt nicht aufwacht, wird sich schon bald wundern.

  2. Ohnmacht gegenüber der Politik, das war mein erster Gedanke.
    Ich bin einfach fassungslos.

  3. Willkommen in den Irrungen von Statistik und deren Fehlschlüssen: „Alle Attentäter essen innerhalb 48 Stunden vor Ihrer Tat Brot. – Lasst uns Brot verbieten!“

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