Europa

Erzeugerpreise Dezember +21,6 % – Verlangsamung setzt sich fort

Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im Dezember "nur noch" um 21,6 % gestiegen - die dritte Verlangsamung in Folge.

Industrie und Windräder

Die deutschen Erzeugerpreise für den Monat Dezember wurden soeben vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Im Jahresvergleich steigen sie um „nur noch“ 21,6 %. Damit verlangsamte sich der Preisauftrieb zum dritten Mal in Folge. Im November hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +28,2 % gelegen, im Oktober bei +34,5 %. Der Höchststand wurde im August und September mit jeweils +45,8 % gemessen. Gegenüber dem Vormonat November 2022 sanken die Erzeugerpreise im Dezember 2022 um 0,4 %.

Entwicklung der Erzeugerpreise seit 2018

Hier zeigen wir die Detailangaben der Statistiker zum Bereich Energie im Wortlaut:

Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie, bedingt durch den hohen Wägungsanteil der Energiepreise am Gesamtindex in Kombination mit außergewöhnlich hohen Preisveränderungen. Zudem stiegen, teilweise infolge der Preissteigerungen für Energie, auch die Preise für Verbrauchsgüter, Vorleistungsgüter, Gebrauchsgüter und Investitionsgüter deutlich an.

Auch für den leichten Rückgang des Erzeugerpreisindex gegenüber dem Vormonat ist die Entwicklung der Energiepreise hauptverantwortlich.

Besonders stark gestiegene Energiepreise im Vorjahresvergleich, aktuell jedoch leicht sinkend

Die Energiepreise waren im Dezember 2022 im Durchschnitt 41,9 % höher als im Vorjahresmonat. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatten die Preissteigerungen für Erdgas in der Verteilung und für elektrischen Strom.

Gegenüber dem Vormonat November sanken die Energiepreise im Durchschnitt um 1,0 %, hauptsächlich verursacht durch den Rückgang der Preise für Erdgas in der Verteilung und für Mineralölerzeugnisse. Der Preisrückgang gegenüber dem Vormonat verlangsamte sich damit deutlich: Die Energiepreise waren im November um 9,6 % und im Oktober um 10,4 % gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat gefallen.

Erdgas in der Verteilung kostete im Dezember 52,0 % mehr als im Dezember 2021. Für Handel und Gewerbe erhöhten sich die Preise um 113,3 %, für Wiederverkäufer um 41,3 %. Industrieabnehmer zahlten 36,4 % mehr als ein Jahr zuvor. Für Kraftwerke war Erdgas 28,9 % teurer. Gegenüber dem Vormonat November 2022 wurde Erdgas über alle Abnehmergruppen hinweg 2,2 % billiger.
Die Soforthilfe für Dezember 2022 für Letztverbraucher von leitungsgebundenem Erdgas und Kunden von Wärme hat keine Auswirkung auf den Erzeugerpreisindex.

Strom kostete über alle Abnehmergruppen betrachtet 46,8 % mehr als im Dezember 2021. Für Weiterverteiler war er 75,6 % teurer als ein Jahr zuvor, für Sondervertragskunden 28,4 %. Gewerbliche Anlagen, die häufig tarifgebundene Verträge abschließen, zahlten 22,4 % mehr als ein Jahr zuvor, private Haushalte 19,3 %. Im Vormonatsvergleich stiegen die Preise für elektrischen Strom über alle Abnehmergruppen betrachtet im Dezember um 1,5 %.

Mineralölerzeugnisse waren 17,3 % teurer als im Dezember 2021, gegenüber November 2022 sanken diese Preise um 7,1 %. Leichtes Heizöl kostete 47,2 % mehr als ein Jahr zuvor (-7,6 % gegenüber November 2022). Die Preise für Kraftstoffe stiegen um 14,1 % (-7,8 % gegenüber November 2022).

Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 12,0 % höher als im Dezember 2021 und blieben gegenüber November 2022 unverändert.



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