Europa

Erzeugerpreise Eurozone im September +41,9 %

Die Erzeugerpreise in der Eurozone sind im September um 41,9 Prozent gestiegen. Hier dazu aktuelle Aussagen von Eurostat.

Die Erzeugerpreise der Industrie in der Eurozone sind im September im Jahresvergleich um 41,9 Prozent angestiegen, so Eurostat aktuell. Im Vormonat war es ein Anstieg von 43,4 Prozent. Für heute wurde ein Anstieg von 42 Prozent erwartet. Energie hat im Anstieg nur leicht nachgelassen, von 117,1 Prozent im August auf +108,2 Prozent im September.

Details der Erzeugerpreise für die Eurozone

Hier Aussagen von Eurostat im Wortlaut:

Im Euroraum stiegen die Erzeugerpreise in der Industrie im September 2022 gegenüber September 2021 im Energiesektor um 108,2%, für Vorleistungsgüter um 19,0%, für Verbrauchsgüter um 15,2%, für Gebrauchsgüter um 9,8% und für Investitionsgüter um 7,6%. Die Erzeugerpreise in der Industrie insgesamt ohne den Energiesektor stiegen um 14,5%.

In der EU stiegen die Erzeugerpreise in der Industrie im Energiesektor um 105,3%, für Vorleistungsgüter um 19,1%, für Verbrauchsgüter um 16,5%, für Gebrauchsgüter um 10,1% und für Investitionsgüter um 7,9%. Die Erzeugerpreise in der Industrie insgesamt ohne den Energiesektor stiegen um 15,0%. Die Erzeugerpreise in der Industrie stiegen in allen Mitgliedstaaten, wobei die höchsten jährlichen Anstiege in Bulgarien (+78,2%), Ungarn (+67,5%) und Rumänien (+62,9%) registriert wurden.

Entwicklung der Erzeugerpreise in der Eurozone seit dem Jahr 2015 Entwicklung der Erzeugerpreise in der Eurozone seit dem Jahr 2015.



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5 Kommentare

  1. Bitte genau hinschauen, die Kurven begannen schon vor Putins Einmarsch in die Ukraine an dramatisch zu steigen.
    Danach setzt sich nur der Anstieg so weiter fort, wie der Anstieg auch ohne Putins Krieg verlaufen wäre.
    Woran das wohl liegen kann?
    Das alles sehr, sehr teuer wird, hatte ich hier schon 2020 geschrieben. Bei der Energiepolitik war auch nichts anderes zu erwarten.
    Was knapp wird, wird eben teuer.
    Aber das waren ja alles Verschwörungstheorien.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Sie vergessen die Vorgeschichte. Bereits Frühjahr 2021 provozierte Russland und zog rund 100.000 Soldaten sowie schwere Waffen an der ukrainischen Grenze zusammen. Und wir wissen alle, wie nervös Märkte auf beunruhigende Entwicklungen reagieren. Ab Mitte des Jahres wurden dann die Lieferungen durch die Jamal-Pipeline sukzessive heruntergefahren von etwa 860 GWh auf Null.

      Die im Verlauf der Corona-Pandemie anfangs deutlich zurückgegangene Nachfrage nach Erdgas stieg 2021 wieder deutlich an. Hauptgrund war, dass die industrielle Produktion wieder anlief, nachdem sie pandemiebedingt in vielen Ländern vorübergehend gedrosselt wurde. Mit dieser Entwicklung konnte das Angebot nicht mithalten. Erschwerend hinzu kam die zusätzlich wachsende Nachfrage Chinas, das in großem Maße von Kohle auf Erdgas umstellte.

      Ein dritter Faktor war die Zockerei der Versorger, die zu lange lange gewartet hatten, in der irrtümlichen Hoffnung, dass die Preise fallen würden. Und dazu kam noch in geringerem Umfang die Steigerung der CO2-Bepreisung.

      Was die Erzeugerpreise ohne Energie betrifft, gab es nach den schlimmsten Lockdowns enorme Preissteigerungen bei den Vorleistungsgütern, vor allem bei Holz, Sekundärrohstoffen und Metallen. Dazu kamen die Lieferengpässe mit stark steigenden Frachtraten. Zusammenfassend also eine Knappheit von Inputfaktoren, also Rohstoffen und Vorprodukten in Verbindung mit knappen Transportkapazitäten. Eine toxische Mischung, die durch die Gaspreise noch vielfach verstärkt wurde.
      https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/lieferengpaesse.html

      Ganz im Gegensatz zu Ihren wüsten Andeutungen ist deutlich zu sehen, dass sich die Kurve ohne Energie sogar seit Putins Überfall wieder auf ein relativ normales Maß abgeflacht hat. Zu unterstellen, die Energiepolitik sei hauptsächlich oder auch nur maßgeblich für diesem Fahnenstangenchart verantwortlich, ist einfach nur lächerlich.

      1. Hallo Andreas Wieninger,
        ja, das wird auch alles dazu beigetragen haben, ohne Zweifel.
        Nur, man kann genau sehen, dass die Kurve Ende 2020 anfing steil zu werden. Als die ersten 3 Atomkraftwerke abgestellt wurden, und den Leuten klar wurde: Die machen es tatsächlich. Jeder ging ja auch davon aus, das dann Ende 2022 auch die letzten 3 AKW folgen würden.
        6 AKW müssen durch etwa 24 Gaskraftwerke ersetzt werden.
        Und die Kohlekraftwerke die abgeschalten werden sollten auch.
        Alleine als bekannt wurde, dass die 3 AKW doch am Netz bleiben, hat den Strompreis schon beruhigt.
        Was wäre mit 6 AKW gewesen?
        Natürlich ist die Kiste mit der Sprengung der Gasleitungen jetzt noch verfahrener.
        Aber die explodierten Energiepreise nur Putin in die Schuhe zu schieben, ist einfach zu kurz gegriffen.
        Auf die Bevölkerungsdichte umgerechnet hat Spanien 10 AKW und 12 LNG Terminals.
        4 im Bau.
        Wären auch hier die Energiepreise nicht durch die EU beeinflusst, wären die Preise für Energie sicher noch viel niedriger, als sie schon sind.

        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

        1. An Helmut
          Das sind Ausflüchte der EU.

          Polen hat doch seine Langfristverträge mit Gazprom gekündigt und setzt auf US LNG. Kein Gas mehr über Jamal. Nur zahlten letzten Herbst die Asiaten mehr dafür und die Tanker gingen dorthin. Polen hatte ein Problem. Kein Gas. Da aber der Gasmarkt gegen den Willen Russlands von der EU von Langfrist auf Börsenpreise umgestellt wurde verkauften jetzt die Händler das für Deutschland bestimmte Gas mit bis zu 400% Aufschlag an Polen. Wir hatten weniger und der Preis stieg. Das meldete sogar letzten Herbst Reuters, da habe ich es das erste Mal gelesen.
          Gazprom lieferte wie vereinbart für 250-300 $ Und die deutschen oder EU-Händler verkauften es weiter, machten Reibach. Polen hat jetzt, weil keine Verträge mehr, das russ.Gas notgedrungen zu Börsenpreisen gekauft (dies wurde ja von der EU eingeführt um Marktpreise zu bekommen) und entnimmt es der Jamal Pipeline. In Deutschland kommt kein Gas mehr an.(schuld ist natürlich Russland ?, aber der Schuss mit den Marktpreisen ging nach hinten los)
          Gazprom hat seine Lieferverträge erfüllt. Es lieferte sogar geringfügig mehr und die ersten 9 Monate in 2021 genauso viel wie im Rekordjahr 18. NS2 war auch bereit, wurde aber nicht zertifiziert. Es stimmt allerdings das es im Dez. 21 sehr kalt in Sibirien war (dank Klimaerwärmung ??), jedoch wurden die Lieferungen eingehalten, wie gesagt.
          Gazprom liefert eben nur so viel wie seine Kunden bestellt haben und es wurde allerdings kein Gas zusätzlich bestellt !! es hat sich kaber einer beschwert, daß er eine bestellte Menge nicht erhalten hat. Also ?
          Hinzu kommt noch, daß Ungarn im Herbst 21 auf die Turkish Pipeline umgeschwenkt ist, was freie Kapazitäten in der ukrainischen Pipeline gebracht hätte, aber seltsamerweise hat niemand Gas bestellt wundert sich auch Gazprom.
          Die EU redet sich hier fein aus ihrem selbst geschaffenen Dilemma, Umstellung auf Börsenpreise, heraus.
          Kadri Simson, die Energiekommissarin der EU, bestätigt (im Independent berichtet) : „Der russische Gaslieferant Gazprom hat seine Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen erfüllt, aber keine weiteren Lieferungen vorgenommen.“

          Wie bitte ? ist Gazprom jetzt dazu verpflichtet ? Mehr zu liefern, einfach so ? wird ihm das jetzt vorgeworfen, das z.B. Deutschland mehr Gas verbraucht hat um Strom zu erzeugen weil die Windenergie wegen zu wenig Wind 13% weniger geliefert hat ? Gut, aber es wurde auch nicht mehr bestellt, sagt Gazprom. Keiner hat sich beschwert er bekomme nichts ! Also ist die EU selber schuld. Die Frage warum nicht mehr Gas über die Ukraine Leitung bestellt wurde wird von den Medien nicht gestellt

        2. @Helmut
          Da können Sie schreiben, bis die Finger wund werden, und doch sind Ihre Argumente völlig unzutreffend.

          Verlängert man die beiden langfristigen Entwicklungen der Erzeugerpreise im Chart ohne Berücksichtigung der Corona-Delle (Chart vergrößern und einfach mal ein Lineal ranhalten), sieht man, dass die Kurve im April oder Mai 2021 beginnt, stark anzusteigen. Von Ende 2020 kann nicht im Ansatz die Rede sein.

          Warum Sie die Erzeugerpreise einzig am Strompreis festmachen, ist nicht nachvollziehbar. Neben den weiter oben genannten Gründen dürfte der Öl- und Gaspreis eine wesentlich größere, mindestens aber gleichwertige Rolle gespielt haben.
          https://static.boerse.de/cache/charts/XC0009677409/2f324f5d5c40ed1b41373cbdffd9256b.png?1667580194170
          https://static.boerse.de/cache/charts/XD0002745517/97de2d281402c48b89d3cd3506f98229.png?1667580324689

          Unabhängig davon ist deutlich ersichtlich, dass die Strompreise erst im Sommer 2021 begannen, extrem stark zu steigen.
          https://datawrapper.dwcdn.net/LTHQc/68/#
          https://www.bricklebrit.com/cgi-bin/spotmarktpreise.pl?VONDTE=2020-1-1&BISDTE=2022-11-3&BASE=1&PEAK=0&OFFPEAK=0&200TageLinie=1&VONH=-1&BISH=-1&NAVG=1&ZUFALL=0.23025119331879118

          Die Abschaltung der ersten drei Atomkraftwerke war Ende 2021, nicht Ende 2020.
          Es ist deutlich ersichtlich, dass zu diesem Zeitpunkt der Strompreis sogar geradezu kollabierte.

          Atomkraftwerke können am Strompreis gar nichts ändern. Solange auch nur ein einziges teureres Kraftwerk am Laufen ist, egal ob Gas oder Kohle, bestimmt dieses den Preis.
          Die Strompreise in 2022 gingen zurück, als der Gaspreis sank, das war im August. Mit Bekanntgabe des Streckbetriebs durch das Machtwort von Kanzler Scholz am 17.10.2022 besteht keinerlei Zusammenhang.

          Ich kann problemlos akzeptieren, dass Sie ein Befürworter der Atomkraft sind, weil ich selbst kein ausgewiesener Gegner bin. Aber ich kann nicht verstehen, warum Sie solche absurden Zusammenhänge konstruieren. Jeder kann nachvollziehen, dass die so nicht existent sind. Sie mindern wegen ideologischer Gründe Ihre eigene Glaubwürdigkeit und Seriosität.
          Irrtümer einzugestehen ist alles andere, als ein Zeichen von Schwäche. Auch wenn dadurch das eigene festgefahrene Weltbild etwas korrigiert werden muss.

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