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Erzeugerpreise explodieren: Kartoffeln +60 Prozent, Milch +22 Prozent, Getreide +40 Prozent

Kartoffeln

Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte explodieren regelrecht. Der Anstieg der letzten Monate setzt sich fort! Wie heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Daten zeigen, stiegen die Preise im Dezember im Jahresvergleich insgesamt um 22,1 Prozent. Die Erzeugerpreise für pflanzliche Produkte stiegen um 28,8 Prozent, und für tierische Produkte um 17,4 Prozent. Dabei sind die Preisanstiege einzelner Produktgruppen immens – gerade bei Produkten, die im täglichen Bedarf der Verbraucher entscheidend sind.

Teils dramatische Anstiege der Erzeugerpreise von landwirtschaftlichen Produkten

Der immense Preisanstieg bei den pflanzlichen Produkten liegt unter anderem an den seit Juli 2020 deutlich steigenden Getreidepreisen. Hier lag der Anstieg im Dezember 2021 bei 40,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Ausschlaggebend für die Preissteigerungen bei Getreide bleibt laut den Statistikern die hohe Nachfrage aus dem In- und Ausland bei gleichzeitig geringen Erntemengen im Jahr 2021. Raps verteuerte sich um 68,2 Prozent – das ist der höchste Anstieg seit Juli 2008! Bei Raps liegt der Aufwärtstrend vor allem am weltweit sinkenden Angebot bei gleichzeitig hoher Nachfrage, beispielsweise für die Energiegewinnung.

Die Erzeugerpreise für Kartoffeln stiegen im Dezember 2021 im Jahresvergleich um 60,2 Prozent. Dies liegt vor allem an witterungsbedingt geringen Erntemengen und einem relativ niedriges Preisniveau im Dezember 2020. Damals gab es laut den Statistikern aufgrund großer Erntemengen und fehlenden Absatzmöglichkeiten durch Corona in der Gastronomie einen Preisrückgang im Vorjahresvergleich von 50,8 Prozent. Hier die Details der Erzeugerpreise für tierische Produkte, im Wortlaut von den Statistikern:

Die Preise für tierische Erzeugnisse lagen im Dezember 2021 um 17,4 % über denen von Dezember 2020. Im November 2021 hatte der Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat bereits 14,9 % betragen. Der Milchpreis lag im Dezember 2021 um 22,0 % über dem Vorjahresniveau; im November 2021 waren es noch +18,2 % im Vergleich zum November 2020. Grund hierfür sind vor allem geringere Milchanlieferungen aufgrund eines geringen Rohmilchangebots.

Bei Schlachtschweinen sind die Preise erstmals seit April 2020 gestiegen. Im Dezember 2021 lagen sie um 4,5 % über denen des Vorjahresmonats. Im November 2021 waren die Preise im Vorjahresvergleich noch rückläufig (-0,8 %). Der Preisanstieg im Dezember 2021 ist durch eine etwas stärkere Nachfrage unter anderem durch die Gastronomie begründet. Im Dezember 2020 war die Nachfrage aufgrund coronabedingter Schließungen vergleichsweise gering.

Die Preise für Rinder haben sich im Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 27,7 % erhöht. Damit setzte sich der schon in den vergangenen Monaten zu beobachtende Trend steigender Preise fort, allerdings in abgeschwächter Form. Bei Schafen und Ziegen wurden ebenfalls weiterhin steigende Preise beobachtet (+18,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat).

Grafik zeigt Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte seit dem Jahr 2016



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27 Kommentare

  1. Wartet mal ab, wie die Lebensmittelpreise explodieren,
    wenn für die nächste Ernte nicht genug Düngemittel (aus Erdgas) bereitgestanden hat.
    Oder Baerbock Putin noch mehr droht, oder die Amis das internationale Zahlungssystem abstellen.
    Oder Beides.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Ketch- Up Flasche leer- Inflation voll

    Der Virus der Ketch- UP Flasche springt jetzt auf alle Lebensmittel über. Das Gegenmittel ,( Impfung) kann nur eine Rezession sein, ob sie durch höhere Zinsen oder ohne Zinserhöhung und weitere Inflation verursacht wird spielt keine Rolle.Das Mantra der nie mehr auftretenden Inflation wird gerade einige hohle Wirtschaftsköpfe beschäftigen.

  3. Natürlich wird der Preis für Lebensmittel auch noch weiter dadurch getrieben werden, weil die Spekulanten durch die fehlenden Düngemittel schlechtere Ernten erwarten.
    Weniger Lebensmittel bei gleichbleibender Nachfrage bedeutet eben höhere Preise in der Zukunft..
    Und Düngemittel werden nun mal aus Erdgas hergestellt.
    Aber nun nicht jammern, denn die Gasspeicher wurden von den deutschen Betreibern nicht gefüllt, weil kein Gas bestellt wurde, sondern es wurde sogar Gas nach Polen verkauft, und N2 will man nicht.
    Daher wurde alles so bestellt, wie es heute ist.
    Vielleicht erfüllt sich dann ja, dass nicht mehr so viele Lebensmittel auf dem Müll landen, und Fleisch wieder zum Sontagsgericht wird.
    Und alles eben sehr teuer.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. In Spanien ging laut Wetterdienst Aemet im Januar nur ein Viertel der sonst üblichen Regenmenge nieder. Die Trockenheit, die Ende 2021 begann, ruiniert die Ernten, lässt das Viehfutter knapp werden und behindert die Stromerzeugung aus Wasserkraft. Landwirtschaftsminister Luis Planas erklärte, die Regierung sei angesichts der Dürre beunruhigt. Spaniens Wasserspeicher sind nach Behördenangaben derzeit nicht einmal zu 45 Prozent gefüllt, wobei die Touristenregionen Andalusien im Süden und Katalonien im Nordosten am schwersten betroffen sind.

      Bei uns sind es die Gasspeicher, in Andalusien die Wasserspeicher. Bei uns die Düngemittel, dort die Dürre. Bei uns die Dunkelflaute, dort der Wassermangel in den Wasserkraftwerken. Klimawandel mit verdorrten Ernten und Wasserknappheit geliefert wie bestellt, könnte da ein Zyniker sagen.

      1. Hallo Helix 52,
        ja, richtig, in Spanien ist es in diesem Jahr sehr trocken. Aber das kommt alle paar Jahre immer wieder vor. Um 1500 war ein Kathastropenjahr; und da sprach noch Niemand über die Erderwärmung.
        Nur— Spanien hat fasst 600 Talsperren, und gezeigt werden etwa 10, die wirklich fasst oder ganz leer sind.
        Dann hat Spanien auf dem Festland mehr als 900 Meerwasserentsalzungsanlagen, und auf den Inseln mehr als 300. Und das bei etwa der halben Bevölkerung gegenüber Deutschland. Diese Anlagen erzeugen Wasser in der Qualität von destiliertem Wasser. Und durch die Umkehrosmose recht preisgünstig zu einem Preis von etwa 20 Cent/ Kubikmeter.
        Daher kostet in Spanien auch das Trinkwasser aus der Leitung im Schnitt nur etwa 80 Cent pro Kubikmeter. Da ist die Wasseraufbereitung in Deutschland (wo oft sogar Kohlefilter eingesetzt werden müssen ) aufwendiger.
        Selbst wir hier in der Wildnis haben einen Trinkwasseranschluss.
        Aber richtig, in Spanen wird sehr verschwenderisch mit dem Wasser umgegangen, denn es ist einfach zu billig. Und jeder hat einen Pool.
        Viele Bauern haben immer noch alte Wasserrechte, und bewässern immer noch teilweise Felder durch Überflutung, anstatt mit Tröpfchenbewässerung.
        Die Treibhäuser in Almeria sind die typische Wasserverschwendung in Spanien.
        Trotzdem finde ich es angenehm jetzt im Februar bei 19 Grad auf der Terrasse zu sitzen.

        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

        1. @Helmut und @Helix52, ich klinke mich einmal ein, da wir erst kürzlich mit den spanischen Kollegen genau dieses Problem diskutiert hatten.

          @Helmut, da relativieren, beschönigen und romantisieren Sie aber wieder ganz gewaltig, wie es so Ihre Art bei 19° C im Februar auf der Terrasse ist.

          Die Angaben zu den Füllständen stammen aus dem spanischen Landwirtschaftsministerium und basieren auf Behördenangaben der zuständigen Regionen. Sie beziehen sich auf alle spanischen Speicher und sind ein landesweiter Durchschnittswert, inkl. den regenreichen Regionen im Nordwesten und Norden. Es werden keine einzelnen Extreme gezeigt oder erwähnt, die natürlich tatsächlich existieren und noch wesentlich besorgniserregender sind.
          55% der jährlichen Niederschläge in Andalusien fallen von November bis Februar. Und wenn die Wasserspeicher bereits im Februar auf einem derart katastrophalem Level dümpeln, kann man nur noch hoffen, dass nicht wieder ein Sommer mit bis zu 56° C im Schatten und extremster Trockenheit folgt.

          Laut den Daten des spanischen Wetterdienstes AEMET ist die Trockenheit extrem und hat sich die letzten 20 Jahre deutlich verstärkt und mehrfach wiederholt. Wenig beruhigend und angebracht ist hier das klassische Klimaleugner-Argument mit Verweis auf das Mittelalter, das passiert halt immer wieder mal, bleib cool.

          Spanien erzeugt rückblickend im Durchschnitt um die 13% des Stromverbrauchs aus Wasserkraft, was sich hiermit erst einmal erledigen dürfte.
          Zumindest ist man dort so schlau, auch etwas Windkraft zu nutzen, immerhin um die 20%.
          Mit 5% Sonnenernergie, also PV und Solarthermie, haben die Spanier weniger am Hut, muss am ständig bedeckten Himmel liegen. Diese Ignoranz und Dummheit ist UNGLAUBLICH!!! (Und ich schreibe normalerweise nie in Versalien).

          @Helmut, was Meerwasserentsalzung per Umkehrosmose betrifft, ein paar Anmerkungen aus Wikipedia, die man so an dieser Stelle sicherlich unkritisch übernehmen darf, ohne den grundsätzlichen Kontext oder Berechnungsgrundlagen signifikant zu verfälschen:

          Der osmotische Druck steigt mit zunehmender Salzkonzentration, der Prozess würde somit irgendwann zum Stehen kommen. Um dem entgegenzuwirken, wird das Konzentrat abgeführt. Da das Auskristallisieren des Salzes oder der Mineralien (Präzipitation) in den Membranen verhindert werden muss, ist die Benutzung der Umkehrosmose nur bis zu einer gewissen Maximalkonzentration des Rückflusses sinnvoll. Je nach Salzkonzentration muss aufgrund des hohen Drucks auch in optimalen Anlagen mit einem Energieaufwand zwischen 2 und 4 kWh pro Kubikmeter Trinkwasser gerechnet werden.

          Die Membranen einer Umkehrosmoseanlage sind nicht wartungsfrei. Belagsbildung, hervorgerufen durch mineralische Ablagerungen (Scaling), biologische Stoffe (Biofouling) oder kolloidale Partikel, vermindert die Permeation der Wassermoleküle durch die Membranen. Um dem entgegenzuwirken, ist eine Spülung der Membranen mit chemischen Reinigern nötig. Gängig sind Verkrustungshemmer wie Polyphosphorsäure und Polymaleinsäure sowie Biozide und Chlor gegen Bakterienbeläge. Diese Reinigungsmittel bzw. Spülwasser sind nicht umweltverträglich und müssen separiert oder vor Rückführung ins Konzentrat (Meer) behandelt werden.

          Das klingt jetzt nicht so gesund und rein, wie man es als größtenteils biologisches Wasserblasenwesen landläufig mit reinem, sauberen Wasser gerne in Verbindung bringt. Dazu ein Energieaufwand von durchschnittlich 3 kWh pro Kubikmeter Wasser alleine an den Entsalzungsanlagen. Und obendrauf kommt noch die Pumpleistung quer durchs Land, ein weiterer, nicht erwähnter gigantischer Posten in der Energiebilanz.
          Preisgünstiges Osmosewasser kostet laut Ihren Behauptungen in der Aufbereitung etwa 20 Cent pro Kubikmeter. Also Energie, Investitionen, Arbeitskräfte, Wartung, Ersatzteile und Schadstoffentsorgung inklusive. Die sowieso, ab ins Meer, wo der Mist auch herkommt.

          So viele Zahlenhüpfer, die sich nicht rechnen, so viel alternative Fakten, die nicht zur Realität passen.

          1. Vermeintliche Fluchtburgen verwandeln sich gar nicht so selten ins Gegenteil.
            Da gibt es historische, gar nicht so lustige Beispiele.

          2. Wer im Internet unter „Trockenheit und Spanien googelt, findet alle paar Jahre extrem trockene Jahre in Spanien.
            Und jede Menge Hinweise auf einen extremen Wassernotstand.
            Richtig ist auch, dass ein Kubikmeter Meerwasser entsalzen 2 bis 4 KW Strom benötigen. Aber zu Sondertarifen, wie alle Industrien in Europa, zu 4 bis 5 Cent/KW. Die Wasseraufbereitung ist in Deutschland sogar noch teurer, wenn z. B. das Uferfiltrat aus dem Rhein aufgearbeitet werden muss, wobei Medikamentenrückstände kaum zu entfernen sind.
            Wir selbst wohnen ganz bewusst 625 m über NN in den Bergen, haben einen Tìefbrunnen der uns unbegrenzt mit Wasser versorgt. Den Wasseranschluss von der Stadt müssen wir aber auch haben, sonst darf man keine Ferienwohnungen vermieten.
            Hier in der Nähe könnte in Fußwegs 6 Brunnen erreichen, aus denen sich früher die Landbevölkerung mit Wasser versorgt hat, und die Ziegen getränkt wurden, als es noch keine städtische Wasserleitung hier oben gab.
            Was bei den ganzen Angaben und Berechnungen nie berücksichtigt wird ist, dass Spanien, bei den etwa 600 Taalsperren und etwa 1200 Mehrwasserentsalzungsanlagen, nur die halbe Bevölkerung gegenüer Deutschland hat, aber auch noch eine größere Landfläche. Und wo Berge sind, ist immer Wasser.

            Wer sich dann auch noch den Temperaturverlauf in Malaga ansieht, wird erkennen, dass es keine Tage über 35 Grad gegeben hat.
            Und maximal 35 Grad am Pool, oder in der Nacht mit einem klimatisiertem Schlafzimmer, ist das recht gut zu ertragen.
            Es wird oft nach allen Seiten maßlos übertrieben, und bei Bauern ist das wohl europaweit eine Berufskrankheit, immer wegen des Wetters Beihilfen zu verlangen.
            Wir pumpen unser Wasser aus geologischen Formationen, die durch Schmelzwasser aus der Sierra Nevada gespeist werden.
            Wenn es dort schneit, dann haben alle wieder für etwa 7 Jahre Wasser. Wenn wir hier um die Ecke über die höchste Straße Europas befahren, sind wir im Schnee.
            Wir haben uns nach vielen Spanienreisen, und nach gründlichem Studium der Sozialgesetzgebung, genau dieses Grundstück ausgesucht.
            Und 2000 ( als wir angereist sind) war auch ein sehr trockenes Jahr in Spanien.
            Bauern haben damals aus Protest ihre Orangenplantagen abgeholzt, weil man ihnen das Wasser rationieren wollte.

            Würden wir unseren Garten reaktivieren, könnten wir uns mit pflanzlichen Produkten selbst versorgen, und mit Ziegenmist vom Nachbarn düngen.
            Aber Helix 52 hatte richtig argumentiert: Geliefert wie bestellt.
            Ja, wir wussten wie es hier so ist, wollten hierher, und sind nun auch hier.
            Wir sind rundum damit zufrieden hier auf dem Land zu wohnen, ansonsten würden wir woanders wohnen.
            Wir jammern nicht.

            Viele Grüße aus Andalusien Helmut

          3. @leftutti – ich gebe dir vollkommen Recht, dass die mickrige Nutzung der Solarenergie in Spanien ein Trauerspiel ist… Man kann nur hoffen, dass sich das bald ändert. Und was die Meerwasserntsalzungsanlagen betrifft: Es gibt auch die solare Meerwasserentsalzung:

            https://de.wikipedia.org/wiki/Solare_Meerwasserentsalzung

          4. Ich weiß gar nich wer auf so Horrorzahlen von 56 Grad in Spanien kommt.
            In der Gemeinde Montoro im südspanischen Andalusien wurden am Samstag (15. August) um 17.10 Uhr 47,2 Grad gemessen. Das teilte der Wetterdienst Aemet mit. Es handele sich um „die höchste jemals in Spanien registrierte Temperatur.

            Die Sommertemperaturen
            über steigen in Malaga keine 35 Grad.
            https://www.reise-klima.de/klima/malaga
            Diese Temperaturen gibt es in Deutschland auch.
            Nur—- hier haben sogar die Sozialwohnungen in Malaga Klimaanlagen, weil damit im Winter auch geheizt werden kann.
            Ein Wunschtraum von Habeck, denn durch den Wärmepumpeneffekt werden aus 1KW Stromaufnahme 4 KW Wärme.

            Viele Grüße aus Andalusien Helmut

          5. Ignoranter dummer Spanier

            @leftutti

            „Mit 5% Sonnenernergie, also PV und Solarthermie, haben die Spanier weniger am Hut, muss am ständig bedeckten Himmel liegen. Diese Ignoranz und Dummheit ist UNGLAUBLICH!!! (Und ich schreibe normalerweise nie in Versalien).“

            Die von Ihnen so betitelte Ignoranz und Dummheit hat einen traurigen Hintergrund. Dieser liegt wohl in der schmerzliche Erfahrung vieler Investoren, die sich mit dem Bau von PV Anlagen auch aufgrund der Finanzkrise 2008 ruiniert oder fast ruiniert haben.

            https://wiki.edu.vn/wiki19/2021/01/07/solarenergie-in-spanien-wikipedia/

            Also, bevor Sie als Moralapostel hier ihre europäischen Nachbarn als Ignorant und Dumm bezeichnen, sollten Sie sich einmal mit den Hintergründen beschäftigen. Vielleicht ist Ihre Einschätzung der dortigen Lage ehr Ignorant und Dumm, obwohl Sie ja die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Unglaublich!

            Mal schauen wie Ignorant und Dumm wir bald sein werden, wenn sich die Investitionen in solche Anlagen auch hier nicht mehr finanzieren und oder subventionieren lassen. Geld wird teurer…da können wir auch nichts daran ändern.

            Und dann werden ein paar Träume platzen….wie auch einige Blasen…

          6. @Ignoranter dummer Spanier
            1. Selbst für einen, der die Weisheit mit Löffeln gefressen hat, ist es schwer nachvollziehbar, warum wirtschaftlich-politische-ökologische Überlegungen zu einer Technologie, für die optimale klimatische Voraussetzungen vorliegen, mit Moralaposteltum gleichgesetzt werden. Gerade das kritische Hinterfragen politischer Entscheidungen durch überspitzte und drastische Formulierungen ist doch eigentlich eine, wenn nicht sogar die einzige, Kernkompetenz Ihrer Fraktion.

            2. Im Gefolge der Finanzkrise gerieten auch ganz andere Investitionen und Branchen unter Druck. Da es sich um externe Effekte handelt, ist das noch lange und nicht im Ansatz ein Grund, wie ein gebranntes Kind für alle Zeiten die Finger von einer der günstigsten und saubersten Energiequellen mit unerschöpflichem Potenzial zu lassen. Die von Ihnen genannte schmerzliche Erfahrung ist in diesem Zusammenhang ein denkbar untaugliches Argument und völlig an den Haaren herbeigezogen.

            3. Ich rede nicht von „meinen europäischen Nachbarn“ als Volk oder vom spanischen Bürger an sich, sondern von einer hirnrissigen Lobby-Politik, die Rahmenbedingungen schafft bzw. wie in diesem Fall, zerstört. Trotz seiner geographisch günstigen Lage gab es in Spanien bis 2019 nur rund 1.000 (!!!) Dachanlagen, gegenüber fast einer Million (!!!) in Deutschland. Ihr verlinkter Artikel unterstützt meine Ansichten zu 100%.

            Nach der Finanzkrise hatte die spanische Regierung ihre Subventionen und Einspeisevergütungen für Solarenergie drastisch gekürzt und künftige Kapazitätserhöhungen auf 500 MW pro Jahr begrenzt. Die konservative Regierung der Folgejahre ging noch einen entscheidenden fatalen Schritt weiter und schaffte es, die Branche durch einen nahezu kompletten Baustopp fast vollständig zu ruinieren, indem man Erzeugern und gleichzeitigen Eigenverbrauchern (Prosumern) Gebühren auf Solarenergie aus den eigenen Solarmodulen auferlegte, die sog. Sonnensteuer. Das war noch schlimmer als das Versagen der Koalition aus CDU/CSU und FDP in Deutschland (und das mag etwas heißen), die 2010 etwa 100.000 Arbeitsplätze in der Solarbranche pulverisierte und das Feld den Chinesen überließ.

            Hier einmal ein paar Aussagen aus Ihrer Quelle: Phil Dominy von Ernst & Young verglich die Einsparungen bei den Einspeisetarifen in Deutschland und Italien. “Spanien ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie man es nicht macht”.
            Die Neuinstallationen von Solarphotovoltaik haben sich 2012 deutlich auf rund 300 MW verlangsamt. Von 2014-2016 wird fast keine neue Solarkapazität hinzugefügt, nachdem die staatlichen Einspeisetarife gestrichen wurden. Seitdem arbeitet das System jetzt unter einer 180-Grad-Drehung mit einer strafenden Solarsteuer, die auf neue PV-Systeme angewendet wird, die sonst florieren würden. Spanien wurde als Vorbild dafür angeführt, wie erneuerbare Energien nicht entwickelt werden können. Das erhoffte Wachstum der Solarenergieerzeugung im Eigenverbrauch im Jahr 2016 kommt aufgrund von Verzögerungen bei den Reformen nach der längeren Regierungszeit nicht zum Tragen, obwohl nur eine Partei gegen Reformen in diesem Bereich ist.

            Doch es besteht auch Hoffnung für das sonnenreiche Land, solange die Fossil- und Atomlobby weiterhin schön brav in der Opposition bleibt:
            https://www.ibc-blog.de/2020/05/spanien-und-der-boom-der-sonnenenergie/
            https://www.idealista.com/de/news/leben-in-spanien/2020/09/23/7761-ein-neues-gesetz-zum-eigenverbrauch-laesst-den-solarstrom-in-spanien-wieder-boomen
            https://www.erneuerbareenergien.de/politik/energiepolitik/spanien-der-neue-spanische-supersolarmarkt-anders-als-deutschland

  4. Windkraft wird statt Atomkraft zur führenden Energiequelle in Spanien

    https://www.watson.de/nachhaltigkeit/gute%20nachricht/275381562-windkraft-wird-in-spanien-zur-fuehrenden-energiequelle

    Ja, die Spanier haben bemerkt, dass Solarstrom selbst in dem sonnenreichen Land nichts bringt, weil für die Nacht dann andere Energiequellen herhalten müssen.
    Daher setzen sie den Schwerpunkt nun auf Windenergie. Was auch in einem flächenmäßig größerem Land als Deutschland, mit der etwa halben Bevölkerung und vielen einsamen Bergregionen sicherlich sinnvoll ist.
    Die Erzeugung von Solarstrom wird verstärkt den Privatleuten überlassen, die dann ihr eigenes Haus damit versorgen können, ihr E-Auto laden können. Im eigenen Haus kann man sich eben den Stromverbrauch besser und optimaler einteilen, wenn er nur einige Stunden am Tag praktisch kostenlos zur Verfügung steht. Was ja auch bei etwa 80 % Wohn-Eigentum in Spanien auch vermehrt genutzt wird. Man wäscht dann eben die Wäsche bei Sonne und lässt die Poolpummpe um die Mittagszeit laufen, usw.
    Mann sollte nicht andere Menschen als dumm hinstellen, nur weil man selbst über die Materie länderbezogen nicht informiert ist.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut, was soll eigentlich immer der Hinweis auf die Dunkelheit? Schließlich gibt es Power-to-X- Technologien, um den gigantischen Tagesüberschuss zu speichern und/oder anderweitig zu nutzen. Spanien könnte führend in der Produktion von europäischem grünem Wasserstoff werden. Mit rund 300 Sonnentagen pro Jahr zählt Andalusien zu den sonnigsten Regionen auf der Iberischen Halbinsel. Im Frühjahr und Herbst gibt es 8-10 Sonnenstunden pro Tag, zwischen Juni und September zwischen 11 und 12, selbst im Winter sind es noch 5-6 Stunden pro Tag.

      Die Sonne scheint umsonst, da spielen auch die (noch) relativ niedrigen Wirkungsgrade keine Rolle. Solarenergie, thermisch oder elektrisch, muss nicht einmal mordsmäßig subventioniert werden. Sie finanziert sich durch unschlagbare Gestehungskosten quasi von alleine. Und das umso schneller, je teurer konventionelle Energien sind und je effizienter die Technologie wird. Und parallel dazu noch viel Wind- und Wasserkraft, umso besser. Glückliches Andalusien, so sie denn endlich ihre naturgegebenen Ressourcen auch nutzen.

      1. Günen Wasserstoff herstellen verschlingt eine Menge Strom.
        Und wenn damit ein Auto betrieben werden soll, dann benötigt man vorher doppelt so viel Strom, als ein Batterieauto benötigt.
        Man kann auch Wasserstoff nicht durch die bestehenden Stahlrohre schicken, denn die sind gegenüber Wasserstoff nicht dicht.
        Mit Tankwagen ginge es auch nur, wenn der Wasserstoff verflüssigt würde. Aber dann ginge wieder eine Menge Energie verlohren.
        Die Zeit für Wasserstoff wird kommen, wenn man entweder neue Atomkraftwerke baut, oder wenn man Energie in rauhen Mengen im Überfluss hat, z. B. durch Fusionsreaktoren.

        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    2. @Helmut – Warum setzen die Spanier nicht vermehrt auf solarthermische Kraftwerke (CSP, s. https://www.solarserver.de/wissen/basiswissen/solarthermische-kraftwerke-csp/ )? Ein paar Dinger haben sie ja davon schon, aber das könnte sicherlich noch massiv ausgebaut werden. Damit kann man nämlich auch noch nach Sonnenuntergang Strom produzieren.

      1. Hallo Lausi, diese Kraftwerke bringen auch nur Strom, wenn die Sonne scheint. Mit Salzspeichern kann man das ausgleichen.
        Aber eben auch nur mit der Energie, die bei Sonnenstunden eingefangen werden konnte.
        Wenn die Salzfüllung aber einmal kalt wird, dann ist das Kraftwerk im Eimer.
        Außerdem benötigt ein Quadratmetern Solarfläche eine Menge Wasser zum reinigen.
        Daher auch für Afrika ungeeignet.
        Die Afrikaner bauen gerade an 58 Kohlekraftwerke, und weltweit werden etwa 1380 Kohlekraftwerke gebaut.
        Und es werden wohl noch mehr werden, wenn z. B. die Afrikaner sehen, was in Deutschland passiert, wenn man die Kohle und Atom abschaltet.

        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

        1. Hallo Helmut,
          Sie schreiben: „Wenn die Salzfüllung aber einmal kalt wird, dann ist das Kraftwerk im Eimer.“
          Also im Eimer ist es deswegen noch lange nicht, nur produziert es eben kein Strom mehr. Am nächsten Tag geht es dann wieder von vorne los. Und das mit den Spiegel putzen sollte man auch in den Griff bekommen. Als Deutscher/Deutsche weiß man ja: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Notfalls werden halt Putzkolonnen mit Staubwedel durch die Solarfelder geschickt! ;-) Übrigens ist das erste CSP-Kraftwerk schon in den 80-er Jahren gebaut worden (in den USA), und das soll bis jetzt ganz wunderbar funktionieren – nur gelegentlich geht mal ein Spiegel kaputt – that’s all…

          1. Wenn das Salz hart wird ist die Anlage im Eimer, weil keine Zirkulation mehr angeregt werden kann.
            Ja, die Grünen machen dann Millionen Paneele mit Staubwedel sauber, oder mit noch nicht erfundenen Technologien. Funktionieren tun die Anlagen alle, nur zu welchem Preis.

            Viele Grüße aus Andalusien Helmut

          2. @Lausi, was das betrifft, liegt Helmut ausnahmsweise mal richtig. Der „Gefrierpunkt“ beim verwendeten Flüssigsalz liegt bei etwa 125° C, wenn ich mich recht erinnere. Der andalusische Superheld vergisst allerdings zu erwähnen, dass dieses physikalische Phänomen allseits bekannt und technisch längst gelöst ist. Man müsste prinzipiell kein Flüssigsalz als Wärmeträgermedium verwenden, es gibt auch Alternativen, wie synthetische Thermoöle. Da allerdings die erzielbaren Maximaltemperaturen und somit der Wirkungsgrad bei Flüssigsalz wesentlich höher liegen (550 statt 400° C), Flüssigsalz gleichzeitig als Speichermedium genutzt und auf ein aufwändiges Zweikreissystem verzichtet werden kann, ist es rentabel und sinnvoll, Begleitheizungssysteme zur Anwendung zu bringen.

            Es ist ohnehin erstaunlich, wie verzweifelt man sich die potenziellen Nachteile alternativer Energiequellen aus den Fingern zu saugen versucht. Bei Windkraft wird man plötzlich zum Vogelschützer, und doch hört man kein Wort über Glasfassaden, Verkehr oder Katzen. Von Infraschall und Schattenwurf bis hin zu Schlaflosigkeit und psychischen Störungen ist die Rede, von Verspargelung und Landschaftverschandelung, doch kein Wort über kilometerhohen Qualm, tausende Quadratkilometer Devastierung und Grundwasserauswirkungen von Kohlekraft. Plötzlich spricht man über den ökologischen Rucksack und die Rohstoffe von PV-Modulen, obwohl diese vergleichsweise bestenfalls als Handtäschchen zu bezeichnen sind. Und Vöglein könnten sich die Füßchen daran verbrennen, weil die ja so blöd sind und auf heißen Flächen landen. Und jetzt noch der Wasserverbrauch zur Reinigung, was zwar prinzipiell eine gerechtfertigte Frage ist, woran aber auch schon längst erfolgreich getüftelt wird. Und der bei weitem nicht so hoch ist, wie in vielen Vorurteilen immer zu hören.

            https://de.euronews.com/next/2019/05/20/alternative-energien-sonnewarmekraftwerke-verbrauchen-noch-zu-viel-wasser
            https://www.ise.fraunhofer.de/de/forschungsprojekte/min-water-csp.html
            https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/energie/csp-anlagen-hoffnungstraeger-schattenseiten/

            Man will diesen wunderbaren Energiequellen einfach keine Chance geben und diese schon im Vorfeld schlecht reden, so hat es immer öfter den Eindruck. Gleichzeitig stellt man kaum einmal (und wenn, dann nur sehr leise) die Frage, was ist mit undichten Schweißnähten am Reaktordruckbehälter, mit irreparablen Verschleiß- oder Abnutzungserscheinungen im Laufe der Zeit, der Entsorgung radioaktiver Abwässer in die Meere, wohin mit dem Atommüll, was ist bei einer Kernschmelze?

          3. Hallo leftutti, bitte nicht vergessen: Regenerative Energien müssen von Anfang bis Ende 100% sauber sein. Keine Vorkettenemissionen, kein Rohstoffeinsatz, kein Wartungsaufwand, am besten unsichtbar und ewig haltbar. Falls nicht ewig haltbar, 100% recyclebar ohne Energieaufwand.
            90% Verbesserung sind nicht rein und unbefleckt genug, akzeptabel sind bestenfalls 99,9%. Bis dahin machen wir weiter wie gehabt, bemüht euch gefälligst etwas mehr, Ihr grünen hüpfenden Ingenieure und Weltverbesserer.

          4. Genau so ist es @leftutti! Es wird immer nach dem Haar in der Suppe gesucht, und da es noch nicht die „Wunder-Lösung“ gibt, die frei von Nachteilen ist, wird man auch immer fündig. Und die Ingenieure sind natürlich auch so doof, dass ein Erstarren des Flüssigsalzes überhaupt nicht bedacht wurde…

          5. @leftutti – danke auch für die interessanten Links! Wie man sieht, gibt es durchaus Lösungsansätze! Geht es nach den Gegnern wie @Helmut, soll bei jedwedem Problem die Flinte gleich ins Korn geschmissen werden, und irgendwelche Problemlösungen werden überhaupt nicht erwogen. Zum Glück denken Ingenieure ganz und gar nicht so, und werden Herrn Helmut über kurz oder lang das Gegenteil beweisen. Die interessantere Frage ist dabei für mich, warum Helmut eigentlich die Grünen so sehr hasst…

          6. @Lausi, willst du das wirklich wissen, warum Leute wie Helmut und seine kongenialen Co-Writer die Grünen so sehr hassen? Ich bin mir nicht sicher, ob die das überhaupt selber wissen. Es ansatzweise zu artikulieren, ist ihnen bisher zumindest nicht gelungen. Es ist sicher nicht ratsam, in den finstersten Tiefen und Verliesen von Saurons Geist herumzuforschen, wer weiß, welch namenloses Grauen dort noch schlummert 😱

    3. @Helmut, vielen Dank übrigens für den Link. Das ist eine ganz interessante Seite. Besonders lustig finde ich in dem Zusammenhang das doofe Dauerargument, die Deutschen würden einen Alleingang machen und müssen dann schmutzigen Kohle- und gefährlichen Atomstrom zukaufen. Wie es aussieht, sind es eher ein paar wenige europäische Ausreißer, die als Mehrheit verkauft werden:
      https://www.watson.de/!971437364

  5. Für die Reinigung von Solaranlagen benötigt man pro Quadratmetern und je nach Aufstellungsort, 0,5 bis 5 Liter reinstes Trinkwasser pro Tag.
    Für in der Wüste aufgestellte Solaranlagen, die auch noch fasst liegend aufgestellt werden müssen, werden mindestens 2,5 Liter benötigt.
    Wer erklärt den Afrikanern, dass wir ihr Trinkwasser benötigen, um die Solaranlagen zu reinigen, damit wir dann den Strom (oder grünen Wasserstoff) bekommen können.
    Kohlekraftwerke können auch mit Brackwasser oder auch sogar mit Salzwasser den Dampf wieder kondensieren.
    Auch hier in Andalusien haben wir viel Probleme damit, dass der Wind aus dem Süden den Sand der Sahara mit sich führt, und die Photovoltaik Anlagen, aber auch die Warmwasser Solaralagen soweit verstauben, dass sie nur noch die halbe Leistung haben.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

  6. Damit keine Missverständnisse entstehen: Ich habe nichts gegen Inflation. Desto höher die Inflation ist, desto schneller können sich Staaten entschulden. Dabei wird natürlich das Sparvermögen der Menschen vernichtet, das nicht in Sachwerten steckt.
    Aber es geht nun einmal nicht anders.
    Die Billionen wurden gedruckt und ausgegeben, und nun müssen sie vernichtet werden.
    Ohne Zinsanhebungen geht es aber auch nicht.
    Die EZB hat den Staaten, aber auch uns allen, mit ihrer Geldpolitik einige Jahre Zeit geschenkt. Die Staaten haben die Chance nicht genutzt und die Bürger zu einem sehr großen Teil auch nicht.
    Jetzt müssen wir dadurch.
    Und wer es nicht glaubt, der unternimmt eben Nichts.
    Das ist Demokratie, und hilft gut bei der Entschuldung.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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