Europa

Erzeugerpreise in Eurozone steigen um +36,8%! Mehr Inflation voraus

Was nun, EZB?

Erzeugerpreise Eurozone Inflation und EZB

Die Erzeugerpreise der Eurozone wurden soeben von Eurostat vermeldet für den Monat März (also sind die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, der am 24.Februar begann, bereits erfaßt): sie steigen um +5,3 % zum Vormonat (Prognose war +5,0%) und um +36,8 % zum Vorjahresmonat (Prognose war +36,3%).

Der weltbeste Konjunktur-Prognostiker, Christoph Barraud, hatte das erneut vorhergesagt:

Die weiter steigenden Erzeugerpreise sind Vorbote für eine noch höhere Inflation, weil die Unternehmen ihre Kosten an die Konsumenten weiter geben werden. Die EZB hingegen behauptet in Gestalt von Madame Inflation – pardon, Madame Lagarde – man sei „Daten-abhängig„! Wäre die EZB wirklich Daten-abhängig, hätte sie die Zinsen aufgrund der heftigen Inflation schon längst deutlich anheben müssen!

Erzeugerpreise Eurozone: Das sagt Eurostat

Hier Detailangaben von Eurostat im Wortlaut zu den massiv gestiegenen Erzeugerpreisen in der Eurozone: Energiepreise steige um +11,4% zum Vormonat (!)..

„Industrial producer prices in the euro area in March 2022, compared with February 2022, increased by 11.1% in the energy sector, by 2.8% for intermediate goods, by 2.4% for non-durable consumer goods and by 0.8% forcapital goods and durable consumer goods. Prices in total industry excluding energy increased by 2.1%.
In the EU, industrial producer prices increased by 11.6% in the energy sector, by 2.9% for intermediate goods, by 2.6% for non-durable consumer goods and by 1.0% for capital goods and durable consumer goods. Prices in total industry excluding energy increased by 2.3%.
The highest monthly increases in industrial producer prices were recorded in Ireland (+36.1%), Greece (+8.8%) and Portugal (+8.4%). The only decrease was observed in Slovakia (-1.1%) while in Malta the industrial producer prices remained unchanged.“

Was nun, EZB?



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

9 Kommentare

  1. Die EZB, oder besser die französische Nationalbank im Eurogewand, wertet halt nur Daten aus die zu einer weitern indirekten Staatsfinanzierung legitimieren.

    In Deutschland hatte man wohl gedacht das man alles unter Kontrolle hat, wenn die EZB in Frankfurt und nicht in Paris angesiedelt wird. Dann hat man gedacht, dass die Leitung der EU Kommission durch eine Deutsche und im Gegenzug die Leitung der EZB durch eine Französin ein kluger politischer Schachzug ist.

    Und jetzt stellt man fest: Rien ne va plus!

    Falsch gedacht ;-)

  2. Es wird von Tag zu Tag schlimmer

  3. Wir haben doch wohl alle mitbekommen, wie die Vorprodukte im letzte Jahr schon teilweise um dreistellige Prozentbeträge gestiegen sind.
    Und da gab es noch keinen Krieg in der Ukraine.
    Natürlich wird die Inflation durch den Krieg nochmals abgeschoben.
    Aber der richtige Knaller kommt erst, wenn die Menschen merken, was die Energiepolitik in den nächste Jahren anrichten wird.
    Wenn überhaupt noch ausreichend Energie zur Verfügung steht, und die Lebensmitelläden noch wenigstens die Grundnahrungsmittel zur Verfügung stellen könen, wird es aber trotzdem sehr, sehr teuer werden.
    So teuer wie sich heute nur die Wenigsten vorstellen können.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  4. Madame Lagarde ist nicht datenabhängig.Von was/wem sie abhängig ist,ist hinlänglich bekannt.Wes Brot ich ess,des Lied ich sing!Dass die Alternativlose ihre Busenfreundin(auf Emmanuels Rat) zur Kommissionspräsidentin gemacht hat und dafür die tausendmal wichtigere Position der EZB-Leitung auf ein neues an Frankreich verscherbelte(noch dazu an eine Vorbestrafte!) ist nicht mehr gutzumachen.

    1. Young Global Leader

      @Koch, die Inflation in Frankreich liegt derzeit bei 4.8%. Sollte sie steigen muss sich auch Emmanuel sich etwas einfallen lassen und Sie wissen, was die da für Gewerkschaften haben. Dito Bella Italia, wo sie bei 6.2% liegt, also auch nicht weit unter der Inflation Deutschlands.

  5. Die medialen Schreie nach höheren Zinsen wundern mich immer wieder.
    Ist denn die Geldmenge wirklich die Ursache für die Inflation? Oder z.B. Stromkonzerne die ihre gestiegenen Kosten überproportional auf den Preis packen?
    Ein Krieg und eine Pandemie, die das Angebot verknappen?
    Wer würde von höheren Zinsen überhaupt profitieren? Nicht die Unternehmen, die Fremdkapital beziehen. Auch nicht der Bürger, der womöglich im Dispo ist wegen gestiegenen Preisen. Ja, wer bleibt denn dann außer den Privatbanken oder Privatanlegern übrig?

    Höhere Zinsen sind nicht immer die richtige Reaktion auf hohe Inflationswerte.
    Und manchmal gibt es auch gar keine Lösung, weil es einfach so ist. Dann müsste man wenn schon den Krieg beenden und keine Symptombekämpfung betreiben, die womöglich selbst zur Inflationsursache werden könnte.

    1. @Jürgen

      „Wer würde von höheren Zinsen überhaupt profitieren?“

      Die Antwort lautet= Erst einmal niemand.
      Im kurzfristigen Zeithorizont haben Sie sicher Recht.

      Doch wenn sich die Inflation verselbständigt (dabei ist egal, was zur Inflation geführt hat) und wir ein Währungsreform oder Hyperinflation oder beides bekommen, dann wäre der kurze Schmerz von höheren Zinsen im nachhinein besser als das Chaos, welches durch eine unkontrollierte Inflation entstehen würde. Und nur Zinsanhebungen werden die Inflation „im Zaun“ halten können.

      Wer bessere Ideen hat, bitte einmal erläutern.

      Und bei einem können Sie sich sicher sein. Niemand weiß wann genau der Punkt erreicht ist, ab der sich eine Inflation selbstverstärkend verselbständigt.

      Auch nicht die Notenbanken! Und ganz sicher nicht die EZB!

      Und alle mir bekannten Fälle in denen es zu einer Verselbständigung der Inflation gekommen ist, waren extrem negative Ereignisse für die Gesellschaft (Argentinien, Venezuela, Zimbabwe, Deutschland in den 20′ ern etc.)

      Falls jemand positive Fälle kennt, wäre ich sehr an diesen interessiert.

  6. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Eine Inflation die nicht bekämpft wird erzeugt automatisch eine noch höhere Inflation und die Märkte werden entsprechend reagieren.

    Das Argument von Jürgen die Inflation läge nur am Krieg mit der Ukraine ist hanebüchen. Die Inflation lag schon davor im realen zweistelligen Bereich wenn man alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens miteinbezieht, Wohnraum, Ackerland, Immobilien und Anlagen, Aktien, Rohstoffe und Energie.

    Es gab damals im Jahre 95 heftige Diskussionen im Vorfeld des Europäischen Rates wie denn die zukünftige Währungsunion aussehen soll: Variante Eins nach dem Vorbild der stabilitätsorientierten Länder wie der Schweiz oder Deutschland oder Variante Zwei, nach dem Vorbild der Banca Italia oder der Bance de France.

    Nur gegen den heftigsten Widerstand konnte damals Kohl und Waigel die Präambel durchsetzen:“ Die Geldwertstabilität hat für den gemeinsamen Währungsraum oberste Priorität. „.
    Staaten haften nicht für andere Staaten- No Bail Out Klausel, der Sitz der EZB ist in Frankfurt am Main und der erste EZB Chef ist Wim Duisenberg.
    Schon mit dem letzten Punkt wollte sich Frankreich nicht abfinden. Man einigte sich schließlich auf einen Kompromiss, Wim Duisenberg macht nur vier Jahre, dann übernimmt der Franzose, Jean Claud Trichet.
    Die ersten Jahre waren nicht einfach, der EUR verlor beständig an Wert zum Dollar.
    Die internationalen Investoren hatten einfach kein Vertrauen in den Euro. Mit höheren Zinsen von 4,75 Prozent bekämpfte Wim Duisenberg diese Bedenken, bei einer Inflation von nur knapp über eins zum Beispiel in Deutschland.
    Heute haben wir eine EZB dem der Euro völlig egal ist. Der Euro der im Jahre 08 noch bei 1,60 stand ist bald nur noch die Hälfte wert.
    Hätten wir noch eine eigenständige Bundesbank dann wäre die Parität zum Dollar schon lange erfolgt.
    Es ist ein Irrtum der Kensyianer das nur schwache Währungen gut sind. Diese Kensyianer sind eigentlich nur Wallstreet getrieben. Niedrige Zinsen begünstigen nunmal höhere Kurse auf längere Sicht, höhere bekämpfen sie.
    Es ist aber eine Tatsache, dass mit den Kursen auch die Inflation steigt. Die Aktienkurse, die Rohstoffkurse, die Immobilienpreise, die Preise für’s Ackerland etc.
    Will man die Inflation bekämpfen, muss man Rezessionen, ja Crashs zulassen.
    Das führt zur Gesundung der Wirtschaft, zur Marktbereinigung an den Börsen ( Aktien, Rohstoffe, Immobilien).
    Will man das nicht, dann steigt die Inflation immer weiter und weiter und weiter und verfestigt sich.
    Warum soll ein Immobilienbesitzer heute sein Haus verkaufen wenn er weiß das er morgen das Doppelte kriegt-übertrieben gesprochen.
    Wir haben heute nicht nur eine Inflation bei Rohstoffen, sondern auch bei Nahrung, Energie, Immobilien, Anleihen, Aktien und und und…
    Die Marktkapitalisierung aller Aktien liegt heute beim Vielfachen der Jahrtausendwende.
    Es wird ja immer von der Blase der Jahrtausendwende gesprochen, aber das waren Peanuts gegenüber heute.
    Die FED brachte damals die Blase zum Platzen bei Leitzinsen von 6,5 Prozent war’s Schluss mit lustig.
    Nach meiner Meinung wird die Inflation hoch bleiben, weil weder die FED noch die EZB die Inflation wirkungsvoll bekämpfen will.
    Das hat aber mit dem Ukraine Krieg nichts zu tun das ist ein grundsätzliches Problem angelegt in der Geldpolitik der weltweit führenden Notenbanken.
    Diese wollen keine Marktbereinigungen mehr zulassen. Sobald es ernst wird, knicken sie ein.
    Das beste Beispiel ist doch die EZB. Weidmann wäre 19 dran gewesen und wer wurde es…?

  7. Der Euro war von Anfang an eine Fehlkonstruktion, weil er unterschiedlich starke Volkswirtschaften verschmolz. Der Vertrag von Maastricht, der diese negative Entwicklung abfedern sollte, war von Anfang an und ist nichts wert. Die Entwicklung zeigt es ja. Die DM hat Frankreich als Preis des DDR-Beitritts abgeschafft, die EZB mit Lagarde macht die frühere französische Geldpolitik nun in ganz Europa, das Ergebnis sieht jeder. Warner waren „Antieuropäer“ und schlimmer.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage