Europa

Erzeugerpreise steigen 19,2 Prozent – höchster Anstieg seit dem Jahr 1951

Öl-Raffinerie

Die deutschen Erzeugerpreise für den Monat November wurden soeben vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Sie steigen im Jahresvergleich um 19,2 Prozent (bei 16,2 Prozent Erwartung) – das ist der höchste Anstieg seit November 1951 (damals +20,6 Prozent). Bereits vor vier Wochen sah man mit einem Wert von 18,4 Prozent im Oktober ebenfalls den höchsten Anstieg seit 70 Jahren. Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie.

Grafik zeigt Entwicklung der Erzeugerpreise seit dem Jahr 2018

Starker Anstieg der Erzeugerpreise bei allen Energieträgern

Die Energiepreise waren im November 2021 im Durchschnitt 49,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatten Erdgas in der Verteilung (+83,4 Prozent) und elektrischer Strom (+48,0 Prozent). Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 9,9 Prozent höher als im November 2020.

Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Hohe Preissteigerungen bei den Vorleistungsgütern, vor allem bei Metallen, Sekundärrohstoffen und Holz

Vorleistungsgüter waren im November 2021 um 19,1 % teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber Oktober 2021 stiegen diese Preise um 1,1 %. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Vorleistungsgüter gegenüber dem Vorjahr hatten Metalle insgesamt mit einem Plus von 37,0 %. Hier stiegen die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 54,4 % und damit etwas weniger stark als in den vorangegangenen drei Monaten. Nichteisenmetalle und deren Halbzeug insgesamt kosteten 29,0 % mehr.

Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei Sekundärrohstoffen (+79,1 %), Verpackungsmitteln aus Holz (+73,7 %) sowie Nadelschnittholz (+72,5 %), dessen Preise gegenüber dem Vormonat jedoch um 8,5 % nachgaben. Ein ebenfalls starkes Plus gegenüber dem Vorjahresmonat wiesen die Preise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen mit +43,4 % auf (+12,4 % gegenüber Oktober 2021). Papier und Pappe kosteten 28,0 % mehr als ein Jahr zuvor, Futtermittel für Nutztiere waren 25,2 % teurer. Die Preise für chemische Grundstoffe stiegen um 24,7 %, für Getreidemehl um 19,8 %.

Preisanstieg bei Verbrauchsgütern vor allem durch gestiegene Preise für Öle und Fette

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im November 2021 um 3,7 % höher als im November 2020 und stiegen gegenüber Oktober 2021 um 0,6 %. Nahrungsmittel waren 4,7 % teurer als im Vorjahr. Besonders stark stiegen die Preise für pflanzliche, nicht behandelte Öle (+59,0 %). Butter war 37,3 % teurer als ein Jahr zuvor. Allein gegenüber Oktober 2021 stiegen diese Preise um 19,5 %. Rindfleisch kostete 17,5 % mehr als im November 2020, Backwaren waren 3,9 % teurer als ein Jahr zuvor. Dagegen war Schweinefleisch billiger als im November 2020 (-5,8 %).

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im November 2021 um 3,7 % höher als ein Jahr zuvor, insbesondere bedingt durch die Preisentwicklung für Möbel (+4,8 %). Investitionsgüter, wie beispielsweise Maschinen und Fahrzeuge, kosteten 3,6 % mehr. Besonders hoch war hier der Preisanstieg gegenüber November 2020 bei Metallkonstruktionen (+17,8 %).



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3 Kommentare

  1. Wartet mal ab, bis die geplanten Kraftwerksstillegungen abgeschlossen sind. Dann wird es nicht nur richtig teuer, sondern auch unsicher werden mit der Stromversorgung.
    Die spanische Regierung hat alle Hilfsorganisationen angewiesen Notfallpläne für einen europaweiten Stromausfall auszuarbeiten.
    Jedenfalls können wir hier in Andalusien den Winter im Notfall auch ohne Heizung durchstehen.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. @Helmut, es ist ein besonderes Privileg und ein Glücksfall, dass Sie als Ruhestandsmigrant aus dem Ausland täglich zwischen 8 und 18 Uhr das Forum zeitnah vollschwurbeln und Ihr Geburtsland schlecht reden dürfen. Und dass die berufstätige Schicht in Deutschland nicht die Möglichkeit hat, auf Ihren ständigen Schwachsinn tagesgenau zu antworten, weil die FMW-Redaktion dann längst im wohlverdienten Feierabend abgetaucht ist. Bis aktuelle Abendkommentare publiziert werden, steht längst der neue Schwall an morgendlichem Geschwurbel an, der wegen des aktuellen Datums alles nach unten drückt.

      Genießen Sie dieses Privileg, aber übertreiben Sie es nicht. Berichten Sie mal eher, was Ihre Wunschheimat abgesehen vom warmen Klima so toll macht, wie man dort mit aktuellen Problemen umgeht, wie es um Inflation, Corona und andere Aufreger im Land so steht.

  2. Ja, ich bin gerade beim Holzhändler gewesen und habe Plattenmaterial gekauft.
    + 20 Prozent in 1 Monat !!
    Mir wurde auch gleich angekündigt das der Preis im Januar um weitere 15 Prozent steigt. Die steigenden Preise wurden mit höheren Energie- und Transportkosten begründet. Ich werde und muss die Preise an meine Kunden weitergeben. Mal sehen wie lange die Kunden das noch mitmachen.

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