Europa

Erzeugerpreise mit Rekordanstieg – Energiepreise +68 Prozent

Industrieproduktion mit Schornsteinen

Die deutschen Erzeugerpreise für den Monat Februar wurden vor wenigen Minuten vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Sie steigen im Jahresvergleich um 25,9 Prozent nach 25 Prozent im Januar (Erwartung für heute +26,2 Prozent). Dies ist ein Allzeithoch bei der Steigerung (siehe erster Chart, der bis in die 1950er-Jahre zurückreicht). Die Entwicklung der Erzeugerpreise im Februar beinhaltet noch in keinster Weise die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, da die Erhebung dieser Daten zum Stichtag 15. Februar 2022 erfolgt ist. Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist laut den Statistikern weiterhin die Preisentwicklung bei Energie.


source: tradingeconomics.com

Verlauf der Erzeugerpreise seit dem Jahr 2018

Weitere Details der Erzeugerpreise hier von den Statistikern im Wortlaut:

Die Energiepreise waren im Februar 2022 im Durchschnitt 68,0 % höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber Januar 2022 stiegen diese Preise um 2,2 %. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatte Erdgas in der Verteilung mit einem Plus gegenüber Februar 2021 von 125,4 %.

Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 12,4 % höher als im Februar 2021 (+0,9 % gegenüber Januar 2022).

Hohe Preissteigerungen bei den Vorleistungsgütern, vor allem bei Metallen, Düngemitteln und Verpackungsmitteln aus Holz

Vorleistungsgüter waren 21,0 % teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber Januar 2022 stiegen diese Preise um 1,4 %. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Vorleistungsgüter gegenüber dem Vorjahr hatten Metalle insgesamt mit einem Plus von 36,2 %. Hier stiegen die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 49,2 %, Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 28,1 % mehr. Die Preise für Aluminium in Rohform waren 51,9 % höher als im Vorjahr und stiegen gegenüber dem Vormonat Januar um 5,9 %.

Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen (+71,7 %), Verpackungsmitteln aus Holz (+62,2 %) sowie Sekundärrohstoffen aus Papier und Pappe (+55,8 %). Nadelschnittholz war 54,1 % teurer als im Februar 2021. Nachdem die Preise hier fünf Monate in Folge rückläufig waren, stiegen sie im Februar 2022 wieder um 3,3 % gegenüber dem Vormonat.

Papier und Pappe waren 44,5 % teurer als ein Jahr zuvor. Hier stiegen insbesondere die Preise für Zeitungsdruckpapier (+80,9 %). Wellpapier und Wellpappe, die für die Verpackungsindustrie eine wichtige Rolle spielen, kosteten 40,1 % mehr als ein Jahr zuvor.

Preisanstieg bei Verbrauchsgütern vor allem durch gestiegene Preise für Milch und Milcherzeugnisse

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Februar 2022 um 7,5 % höher als im Februar 2021 und stiegen gegenüber Januar 2022 um 0,9 %. Nahrungsmittel waren 9,2 % teurer als im Vorjahr. Besonders stark stiegen die Preise für Butter (+64,6 %). Die Preise für nicht behandelte pflanzliche Öle waren 50,1 % höher als ein Jahr zuvor, gaben jedoch gegenüber dem Vormonat Januar leicht nach (-2,2 %). Rindfleisch war 25,6 % teurer als ein Jahr zuvor, Kaffee 16,9 %, Back- und Teigwaren 7,4 %.

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im Februar 2022 um 6,7 % höher als ein Jahr zuvor, insbesondere bedingt durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+8,6 %).

Investitionsgüter kosteten 5,5 % mehr als im Vorjahr. Eine höhere Veränderung im Vorjahresvergleich hatte es letztmalig im Oktober 1982 gegeben (+5,8 %). Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Investitionsgüter gegenüber Februar 2021 hatten die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 6,2 %, gefolgt von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+3,8 %). Besonders stark stiegen die Preise für Teile und Zubehör für Datenverarbeitungsmaschinen (+23,0 %) und für Metallkonstruktionen (+20,6 %).



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11 Kommentare

  1. Vielen Dank für die Zusammenfassung!

    Ich habe seit einer Weile Ihren Kollegen M. Fugmann nicht gesehen. Wann ist mit ihm zu rechnen?

    Danke
    Grüße

    1. @Jens, heute, in einer Stunde :)

      1. Ja, solange Urlaub während die Welt absäuft ohne Ihre tägliche Berichtserstattung geht gar nicht.
        Willkommen zurück.
        LG

  2. Das ist erst der Anfang; war aber schon spätestens im November 2021 konkret zu erwarten. Eigentlich aber schon seit Anfang 2019.
    Die Gelddruckorgien wegen Coronavirus haben aber vieles verschleiert.
    Die nächsten Monate kommt noch der „Ukrainezuschlag“ und die schlechten Ernten wegen fehlender Düngemittel dazu.
    Wir werden viel Geld hinlegen müssen, um den armen Ländern auch noch die Lebensmittel auf dem Weltmarkt wegzukaufen.
    Und das Geld der Sparer wird in immer schnelleren Tempo auf dem Konto dadurch enteignet, dass die Kaufkraft der bunten Scheine immer weitet und immer schneller abnimmt.
    Wer sich darauf nicht vorbereitet hat, hat nicht die Zeit genutzt, mit der die EZB die Staaten, aber auch jeden einzelnen Bürger, mit niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflationsrate in den letzten Jahren unterstützt hat.
    Der Goldpreis hatte es auch schon seit 2019 gemerkt, und ist bis aktuell heute, um etwa 56 % gestiegen.
    Da kann man die Inflationsraten und die Preissteigerungen noch ertragen.
    Zusammenfassend:
    Es wird alles sehr, sehr teuer werden, und gleichzeitig
    schwindet die Kaufkrafft des Geldes, bzw. der bunten Scheine.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut

      Mit Gold kann man die Inflationsraten gerade noch ertragen, mehr aber auch nicht.
      Richtig happy ist man, wenn man statt in Gold seit ewig in einem World-ETF oder in ein paar Blue-Chips investiert war/ist.
      Auch Sachwerte, viel bessere als Gold.
      Und verboten oder eingeschränkt wird der Handel damit auch nicht, weil die ganze Welt darin investiert ist😁.

      Viele Grüße aus Italien.

      1. @ Columbo

        Ihre Weisheit in allen Ehren, aber als Anlageberater sollten Sie besser nicht agieren ;-)

        https://de.linkedin.com/pulse/gold-vs-dax-20-jahre-josef-schleich

        „Und verboten oder eingeschränkt wird der Handel damit auch nicht“….

        Kommt drauf an…..Russische Aktien sind zumindest schon mal raus aus dem Spiel :-)

        Kleiner Tipp. Die Zukunft sieht meist anders aus als die Vergangenheit….

        1. @Goldfan

          War mal früher ein Goldbug, echt! Hab mich dann im Laufe der Jahre eines besseren belehren lassen und es wahrlich nicht bereut. Wobei ich Gold als Beimischung natürlich nicht verachte.

  3. Hallo Columbo,
    ja, Papiere gleich welcher Art sind aber einfacher zu besteuern, wenn der bereits ausgearbeitete Lastenausgleich zum Zuge kommt. Anonym gekauftes Gold ist da schon schlechter zu finden.
    Außerdem kann man im Ausland, wo es gelagert ist, auch gegen was umtauschen, was nicht verboten ist, ohne das es das Lager verlässt.
    Das würde mich 4 bis 5 % an Gebühren kosten.
    Selbst das Goldverbot in den USA galt nur für im Inland gelagertes Gold, und hat dann innerhalb von Tagen um etwa 70 % an Wert zugelegt.
    Ich hätte daher nichts gegen ein Goldverbot.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut

      „…Ich hätte daher nichts gegen ein Goldverbot…“

      Die alten Golddiskussionen…wir sollten sie lassen. Ich fall auch immer wieder drauf rein.
      Aber etwas finde ich schon absurd: Ausgerechnet ein Asset wie physisches Gold 2000km vom eigenen Wohnort entfernt in irgend einem „Hochsicherheitslager“ aufzubewahren, widerspricht in meinen Augen jeder Logik und jedem Sinn, für die Gold eigentlich ursprünglich stehen sollte.
      Gerade in schweren Krisenzeiten, für die es doch eigentlich gedacht wäre, ist es weit weit weg, noch dazu in fremden Händen.
      Das ganze schöne Gold kann dann bei Verboten, Restriktionen, Gesetzesänderungen („Öffentliches Interesse“ usw.) sowas von plötzlich weg sein, so schnell kann man gar nicht schauen. Auch in der vielgerühmten Schweiz.
      Auf dass es nie soweit komme…

  4. Hallo Columbo,
    meine Unzen sind nicht dafür da, sie in schlechten Zeiten umzutauschen, da wäre auch Silber sichelich besser geeignet. Denn wer dann ein Brot hat, der wird es auch für Gold nicht hergeben, sondern selber essen.
    Meine Unzen sind fafür da, seit etwa 35 Jahren das Geld zu speichern was über war. Und wenn es eine neue Währung gibt, dann ist es auch in dieser Währung gültig.
    Für schlechte Zeiten haben wir ein großes Lager.
    Im Moment streiken z. B. die LKW-Fahrer seit über einer Woche in Spanien, und die Lebensmittelläden sind leergefegt. Selbst der Gashändler hat keine Flaschen mehr.
    Das interessiert mich nicht, von mir aus können die ein Jahr streiken.
    Was mich wundert ist dagegen, dass die Menschen Vertrauen in Papierwerte haben.
    Bunte Zettel, auf die ein Wert aufgedreuckt ist.
    Tausende Jahre haben den Unterschied zwischen Gold und Versprechen auf bunten Zetteln tausende Male bewiesen.
    Im Übrigen darf mal nie seine Unzen in dem Land lager in dem man wohnt, oder dessen Staatsangehörigkeit man hat.
    Für unseren täglichen Bedarf haben wir unsere Renten.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut

      Als wenn es nur „bunte Zettel“ und Gold auf der Welt gäbe.
      Gold als Wertspeicher ist nicht ideal, das ist längst bewiesen. Es kann gewaltig abstürzen und dann Jahrzehnte ganz tief unten bleiben. Es ist pure Spekulation ohne Rendite, auch das ist Konsens.
      Es ist eine emotionale Sache, das kann ich nachvollziehen, ich weiß es von mir selber…war selbst einmal so ein verrückter Goldfan.
      Aktien sind und bleiben das beste Investment. Warren Buffett wäre mit Gold allein nicht weit gekommen.
      Aber jetzt genug von glänzenden, geheimnisvollen Goldschätzen in der Tiefe der Erde oder der Schweiz😉.
      Auch ich liebe Märchen und träume gerne.

      Viele Grüße aus Italien

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