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Europa

Erzeugerpreise stabil mit +2,6% – Gott sei dank gab es den Ölpreis-Absturz!

Claudio Kummerfeld

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am

Wie meinen wir das? Warum gab es „Gott sei dank“ den Ölpreis-Absturz vor wenigen Monaten? Erstmal zu den harten Fakten. Um 2,6% sind die Erzeugerpreise von Februar 2018 bis Februar 2019 in Deutschland gestiegen, wie die Statistiker aktuell vermelden. Damit bleibt die Teuerung beim wichtigsten Frühindikator für die Verbraucherpreise (Inflation) recht stabil nach 2,6% im Januar, 2,7% im Dezember und 3,3% im November.

Energieprodukte insgesamt (Öl, Gas, Strom) verteuerten sich im Februar um 7,5%, und sind somit Preistreiber bei den Erzeugerpreisen. Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise um 1,3% höher als im Februar des Vorjahres. Aber jetzt schaue man sich bitte die folgende Grafik an, die bis ins Jahr 2014 zurückreicht. Zwar sind die Erzeugerpreise für Öl (hellblau) ganz aktuell gestiegen, aber in den Vormonaten drastisch eingebrochen. Gleichzeitig sind die Strompreise (dunkelblau) seit zwei Jahren massiv am Ansteigen. Fazit: Ohne die zuletzt schwächelnden Ölpreise hätten die Strompreise den Gesamtschnitt bei den Erzeugerpreisen wohl drastisch hochgezogen!

Erzeugerpreise

Hier weitere Details zu den ganz aktuellen Zahlen vom Statistischen Bundesamt im Wortlaut:

Investitionsgüter und Gebrauchsgüter waren im Februar 2019 jeweils um 1,6 % teurer als im Februar 2018 (beide +0,1 % gegenüber Januar 2019).

Vorleistungsgüter waren im Februar 2019 um 1,1 % teurer als im Februar 2018. Gegenüber dem Vormonat Januar 2019 fielen die Preise leicht um 0,1 %. Einen besonders hohen Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat wies Getreidemehl mit einem Plus von 11,9 % auf. Zeitungsdruckpapier kostete 9,3 % mehr, Futtermittel für Nutztiere 8,4 %. Billiger als ein Jahr zuvor waren vor allem Blei, Zink, Zinn und Halbzeug daraus (-14,0 %), Sekundärrohstoffe (-7,6 %) sowie elektronische integrierte Schaltungen (-5,9 %).

Verbrauchsgüter waren im Februar 2019 um 0,8 % teurer als im Februar 2018. Im Vergleich zum Vormonat Januar 2019 stiegen diese Preise geringfügig um 0,1 %. Nahrungsmittel waren 0,5 % teurer als im Februar 2018 (unverändert gegenüber Januar 2019). Verarbeitete Kartoffeln kosteten 15,8 % mehr als ein Jahr zuvor, Backwaren 3,4 % mehr. Billiger waren insbesondere Zucker (-18,2 %), Frucht- und Gemüsesäfte (-4,5 %), Milch (-4,1 %) und Kaffee (-3,4 %).

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Europa

Verbraucherpreise Deutschland im September: Deflation!

Claudio Kummerfeld

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Verbraucherpreise schwanken

Soeben hat das Statistische Bundesamt als Vorabschätzung die Verbraucherpreise für den Monat September veröffentlicht. Im Jahresvergleich zu September 2019 ist es ein Minus von 0,2 Prozent , nach 0,0 Prozent im August und -0,1 Prozent im Juli. Die Erwartung lag für heute bei -0,1 Prozent. Es ist offensichtlich, dass die seit 1. Juli geltende Mehrwertsteuersenkung die Verbraucherpreise insgesamt in den Negativbereich drückt – was die Statistiker auch so erwähnen. Auch die kurzfristige Veränderung von August zu September liegt bei -0,2 Prozent.

Die Grafik zeigt die Details der aktuellen Vorabschätzung (endgültige Zahlen gibt es am 13. Oktober). Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel liegen im September nur noch mit 0,6 Prozent im Plus (im Juni noch +4,4 Prozent). Der Schnitt wird aber in den Keller gezogen durch die Energiepreise, die dank Ölpreis-Crash aus dem Frühjahr immer noch 7,1 Prozent niedriger sind als im Vorjahr.

Aktuelle Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise

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Europa

Kurzarbeit: ifo-Institut präsentiert aktuellste Zahlen – deutlicher Rückgang

Claudio Kummerfeld

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Die Gastronomie ist auch stark von Kurzarbeit betroffen

Die Kurzarbeit geht in Deutschland deutlich zurück, auch wenn sie nach diesem Rückgang immer noch auf einem dramatisch hohen Niveau liegt. Laut ganz frischer Veröffentlichung des ifo-Instituts waren im September 3,7 Millionen Menschen in Deutschland von Kurzarbeit betroffen, nach 4,7 Millionen im August. Dies hat ifo exklusiv berechnet. Der Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf 11 Prozent geschrumpft, von 14 Prozent im August. Der Rückgang schreite stetig voran. Besonders hoch bleibe aber der Anteil an den Beschäftigten in der Industrie, so die aktuelle Aussage von ifo. Hier Details im Wortlaut:

Im Verarbeitenden Gewerbe waren im September schätzungsweise noch 1,47 Millionen Menschen in Kurzarbeit, das sind 21 Prozent der Beschäftigten. Bei den Dienstleistern waren es 1,23 Millionen oder 12 Prozent, im Handel 406.000 Menschen oder 9 Prozent. Im Bauhauptgewerbe waren es nur 5000 Menschen oder 1 Prozent. In den übrigen Sektoren schätzt das ifo Institut die Zahl der Kurzarbeiter auf 622.000 oder 5 Prozent der Beschäftigten.

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Europa

Exporte: Die Stimmung ist prächtig! Alles eitel Sonnenschein?

Claudio Kummerfeld

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind ein Hort der Glückseligkeit, zumindest wenn man nach den aktuellen Exporterwartungen der deutschen Industrie geht. Heute ganz frisch für den Monat September veröffentlichte Umfragedaten vom ifo-Institut (2.300 befragte Unternehmen) zeigen, dass der Index der Exporterwartungen aktuell bei einem Wert von +10,4 liegt, nach +5,5 im August. Im absoluten Tief der Coronakrise im April war es ein Wert von -49,6. Der Chart, der bis 2014 zurückreicht, zeigt den Verlauf der Erwartungen an die Exporte sehr gut. Das Tal ist in V-Form durchschritten, und die Erwartungen steigen weiter an. Die Stimmung ist so gut wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern kommt der deutschen Exportwirtschaft dabei zu Gute, so das ifo-Institut.

Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

Chart zeigt Erwartungen an die deutschen Exporte

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