Europa

Erzeugerpreise untermauern stabil hohe Verbraucherpreise in Deutschland

FMW-Redaktion

In anderen Regionen der Eurozone mag es sein, dass die Preisentwicklung noch mehr als schwach ist. Aber in Deutschland haben wir schon seit Monaten eine Steigerung der Verbraucherpreise, bei der das Ziel der EZB mit „nahe bei 2,0%“ erreicht ist (aktuell 1,7%). Die Erzeugerpreise sind der wichtigste vorlaufende Preisindikator, weil sie zeigen, wie hoch die Preissteigerungen bei den Produzenten sind, welche dann die höheren Preise weitergeben an die Einzelhändler, welche sie letztlich an die Verbraucher weitergeben (Inflation).

Von Dezember 2016 auf Dezember 2017 steigen die Erzeugerpreise um 2,3%. Im Jahresschnitt 2017 lag die Steigerung sogar bei 2,6%. Das letzte Mal, wo die monatlich veröffentlichten Erzeugerpreise im Jahresvergleich unter 2,0% Steigerung lagen, war im Dezember 2016 mit 1,0%. Das heißt: Der Preisdruck hinter der offensichtlichen Inflation ist stark, und hält konstant an – zumindest in Deutschland. Ja, ja… wir bräuchten hier unsere eigene Zinspolitik, abgetrennt von der Eurozone! Hier mehr Details vom Statistischen Bundesamt:

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im Dezember 2017 um 2,3 % höher als im Dezember 2016. Im November 2017 hatte die Jahresveränderungsrate bei + 2,5 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat November stiegen die Erzeugerpreise im Dezember geringfügig um 0,2 %.

Vorleistungsgüter waren im Dezember 2017 um 3,1 % teurer als im Dezember 2016. Gegenüber dem Vormonat November stiegen diese Preise um 0,2 %. Metalle kosteten 6,9 % mehr als im Dezember 2016 (+ 0,3 % gegenüber November 2017). Dabei war Walzstahl im Vorjahresvergleich um 10,4 % teurer (+ 0,7 % gegenüber November 2017). Nicht-Eisenmetalle und deren Halbzeug verteuerten sich um 3,6 % (– 0,2 % gegenüber November 2017). Chemische Grundstoffe kosteten 5,1 % mehr als ein Jahr zuvor.

Energie war im Dezember 2017 um 3,1 % teurer als im Dezember 2016. Gegenüber November 2017 stiegen die Energiepreise um 0,6 %. Während elektrischer Strom 5,3 % mehr kostete als ein Jahr zuvor und Mineralölerzeugnisse um 3,3 % teurer waren, war Erdgas in der Verteilung um 4,1 % billiger.
Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise um 2,1 % höher als im Dezember des Vorjahres. Gegenüber November 2017 stiegen sie leicht um 0,1 %.

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Dezember 2017 um 1,8 % höher als im Dezember 2016, im Vergleich zum Vormonat November blieben sie unverändert. Nahrungsmittel kosteten im Jahresvergleich 2,5 % mehr. Mit einem Plus gegenüber dem Vorjahresmonat von 21,8 % wies Butter auch im Dezember 2017 einen stark überdurchschnittlichen Preisanstieg auf, jedoch fielen die Preise gegenüber November 2017 um 4,6 %. Milch kostete 14,3 % mehr als im Vorjahresmonat (+ 0,4 % gegenüber November 2017). Kaffee verteuerte sich um 4,4 %, Obst- und Gemüseerzeugnisse um 3,4 %. Zucker war hingegen 17,5 % billiger als im Dezember 2016, gegenüber November 2017 fielen die Preise um 0,7 %. Fleisch ohne Geflügel kostete 0,8 % weniger als ein Jahr zuvor.

Investitionsgüter waren im Dezember 2017 um 1,1 % teurer als im Dezember 2016 (unverändert gegenüber November 2017). Gebrauchsgüter kosteten 1,3 % mehr als im Vorjahresmonat (+ 0,2 % gegenüber November 2017).



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