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Es hagelt Gründe für die „Flucht aus dem Risiko“ – Gold in zwei Schüben nach oben, kurz vor wichtigem Widerstand

Der Chart zeigt zwei starke Schübe im Gold. Den ersten vom Freitag nach den US-Daten. Den zweiten heute früh. Insgesamt ist es eine positive Bewegung von 31 Dollar auf jetzt 1.293 Dollar. Es ist durchaus...

FMW-Redaktion

Da waren letzten Freitag die US-Arbeitsmarktdaten, die grottig schlecht ausgefallen waren. In Erwartung geringer ausfallender Zinsanhebungen ging der US-Dollar daher am Freitag gen Süden. Der Dollar-Index (Währungskorb des Dollar gegen mehrere Währungen) verlor ab 14:30 Uhr am Freitag von 97,25 auf 96,58. Bis heute hält man sich auf diesem Niveau.

Dann kommt diese Woche eine ganze Latte an neuen Risikofaktoren hinzu, wo der geneigte Börsianer gar nicht mehr weiß, wo hinten und vorne ist. Das geopolitischen Risiko der Total-Blockade gegen Katar. Der Terror in London am Wochenende, von dem man gar nicht weiß, wie die breite Masse der britischen Wähler die ständig neuen Angriffe einordnet. Denn viele Briten werfen Theresa May vor in ihrer Zeit als Innenministerin das Innenressort kaputtgespart zu haben.

Ein Wahlausgang mit einem knappen und schwachen Ergebnis für Theresa May wäre fast genau so schlimm wie eine Niederlage. Die Märkte wünschen sich wohl einfach nur ein klares starkes Ergebnis bei der Neuwahl, die schon übermorgen stattfindet. Der Markt liebt nichts mehr als klare Verhältnisse. Das sieht man zum Beispiel am stabilen Deutschland, wo Mutti Merkel gefühlt jetzt schon die kommende Wahl im Herbst und auch die Wahl in vier Jahren gewonnen hat.

Ebenfalls am Donnerstag folgt die Aussage des ehemaligen FBI-Direktor James Comey, wo man auch nicht weiß, was er aussagen wird in Sachen Trump. Auch am Donnerstag folgt die EZB-Zinsentscheidung. Passieren wird nichts, aber mehr denn je hoffen Beobachter trotz schwächelnder Inflationsdaten zu erfahren, wann wie wo die Zinswende endlich eingeleitet werden könnte. Jedes Signal hierzu könnte den Euro weiter stärken, und damit den Dollar weiter schwächen. Das gäbe Gold noch mehr Auftrieb.

Der Chart zeigt zwei starke Schübe im Gold. Den ersten vom Freitag nach den US-Daten. Den zweiten heute früh. Insgesamt ist es eine positive Bewegung von 31 Dollar auf jetzt 1.293 Dollar. Es ist durchaus möglich, dass die Unsicherheit diese Woche anhält. Ob es das war mit diesem zweiten Schub, oder ob noch ein dritter folgt? Donnerstag wird der Super-Donnerstag mit der UK-Wahl und der EZB-Sitzung!

Der heutige Gold-Anstieg ist wohl der klassischen „Risikoaversion“ geschuldet. Flucht in die sicheren Häfen Gold und Yen, wenn man nicht weiß wohin mit seinem Geld.


Gold vs Dollar (orange) und der US-Dollar vs japanischen Yen (schwarz). Eine positive Bewegung von Gold und Yen gegen den Dollar.

Der Goldpreis ist jetzt gerade dabei einen Widerstand bei 1.295 Dollar aus April zu erreichen. Geht man hier durch nach oben, erreicht man den höchsten Kurs seit letztem November.


Gold in US-Dollar seit Oktober 2016.



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1 Kommentar

  1. Gold kann ich ja jederzeit verstehen und nachvollziehen. Aber der JPY als sicherer Hafen? Steckt da mehr dahinter als Gewohnheit, Tradition und das übliche Gehirn-Abschalten der Börsianer??
    JPY, ernsthaft????
    Das ist doch Covfefe Draghi hoch drei, die Währung, in die ich nicht einmal investieren würde, wenn es keine andere mehr gäbe ;)
    Gold hingegen sollte heute Nacht oder morgen die 1300 bis 1310 attackieren, sofern nicht irgendwelche Covfefes neuen US-Bullen-Shit verbreiten.

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