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Daten für das 3. Quartal ETF-Geldflüsse: Volle Kraft in US-Aktien – FOMO + Risk On

Steigende Risikobereitschaft und Angst Gewinne zu verpassen: Europäische Anleger haben zuletzt über ETF massiv in US-Aktien investiert.

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Grafik: ChatGPT

Der ETF-Boom (börsengehandelte Fonds mit extrem niedrigen Gebühren) beschert dem Aktienboom ständig neues „Futter“, und die immer höheren Aktienkurse lassen offenbar immer mehr Anleger in ETF investieren – man will ja schließlich nichts verpassen! Gab es Anfang des Jahres noch deutlich geänderte Geldflüsse Richtung Europa, und überschlugen sich Analysten an der Wall Street mit optimistischen Aussagen zu europäischen Aktien, die in der Tag günstiger bewertet sind – so hat sich das Bild in den letzten Monaten deutlich gedreht. Der einfache Grund: Die Mega-Konzerne in den USA – alle samt aus dem Tech-Bereich – schwimmen auf der großen Welle der Euphorie rund um das Thema Künstliche Intelligenz. Und immer mehr Anleger hatten die letzten Wochen offenbar Angst, im Zuge dieser Mega-Rally nicht dabei zu sein, Gewinne zu verpassen (die berühmte FOMO).

Aktuelle Daten zeigen, dass europäische Anleger im dritten Quartal massiv in US-Aktien gestürmt sind, um den KI-Hype nicht zu verpassen. Im dritten Quartal übertraf die Nachfrage nach US-Aktien-ETF mit einem Nettozufluss von 20,3 Milliarden Euro die aller anderen Regionen, so zeigen es Amundi-Daten. Im September beschleunigte sich die Umschichtung in US-Aktien-ETFs sogar nochmal. Europäische ETF-Anleger erlagen laut Amundi der Furcht, die Rallye am US-Aktienmarkt zu verpassen, und investierten stark in diese Anlageklasse.

Im September investierten Anleger 9,5 Milliarden Euro in US-Aktien-ETFs. Die Umschichtung in US-Aktienfonds im September war Teil eines allgemeinen Trends, bei dem Anleger in Risiko-Anlagen investierten, wobei sich die Neugelder bei Aktien-ETFs auf 31,4 Milliarden Euro summierten. Bei ETF auf US-Aktien entschieden sich Anleger stark für breit diversifizierte Marktindizes wie den S&P 500. ETFs auf globale Indizes waren die zweitbeliebteste Strategie und verzeichneten im letzten Monat einen Zuwachs von 7 Milliarden Euro und im Quartal eines von 18,8 Milliarden Euro.

Seit Jahresbeginn liegen jedoch ETF auf europäische Aktien mit Nettomittelzuflüssen von 53,4 Milliarden Euro weiterhin vor denen auf globale (47,7 Milliarden Euro), All-Country- (32,3 Mrd. Euro) und US-Aktien-Indizes (29,5 Mrd. Euro). Das Interesse an breiten Aktienallokationen in Schwellenländern hat laut Amundi in den letzten Monaten ebenfalls zugenommen. Die Nettoneugelder für ETF auf Schwellenländer-Aktien belief sich im letzten Monat auf 4,9 Mrd. Euro und im dritten Quartal auf 9,2 Mrd. Euro. Dieses erneute Interesse an Schwellenländern wird durch einen schwächeren US-Dollar und die Pläne der US-Notenbank, ihre Leitzinssenkungen fortzusetzen, angetrieben. Dies ermöglicht es den Zentralbanken der Schwellenländer, die Zinsen zu senken, während viele dieser Volkswirtschaften zudem von einer fiskalischen Unterstützung profitieren.

Grafik zeigt ETF-Geldflüsse im dritten Quartal



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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