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ETF: Gute Wahl in Krisenzeiten?

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Die erste Welle des Coronavirus in Deutschland hat in nahezu allen Branchen für lange Gesichter gesorgt. Auch Anleger fühlten sich von den plötzlichen Einbrüchen verunsichert, denn einerseits können niedrige Kurse einen idealen Einstiegs-Impuls darstellen, andererseits aber bleibt Unklarheit über die Zukunft des Marktes ein Hemmfaktor. Die ETFs, „Exchange Traded Funds“, scheinen sich auch in der Krise zu bewähren.


Bärenmarkt: Die Pandemie schlägt vielerorts aufs Gemüt. (Quelle: Becca on Unsplash)

Passive Indexfonds kommen in der Krise gut an

Bei einem ETF handelt es sich um einen börsengehandelten Indexfonds, bei dem die Entwicklung einzelner Indizes abgebildet wird. So kann ein ETF beispielsweise die Entwicklung des DAX spiegeln und somit ganze Märkte abdecken. Die Fonds können aktiv als auch passiv gemanaged werden, wobei passive Formen als empfehlenswerter gelten. In der Krise scheint dies für Anleger immer interessanter zu werden, auch wenn Kritiker in den letzten Jahren häufiger auf die möglichen Risiken von ETFs hingewiesen haben.
Grundsätzlich sehen einige Experten ETFs deshalb kritisch, weil die Fonds laut ihnen nicht liquider als die enthaltenen Bestandteile sein können. Dies gilt umso stärker für Bestandteile, die nicht auf regulierte Weise an der Börse abgewickelt werden, sondern im Austausch zwischen Brokern und Banken. Vor der Krise warnten einige Experten auch vor den Folgen eines massenhaften Abstoßens von ETFs. Dies jedoch scheint sich in der aktuellen Situation nicht bewahrheitet zu haben.


Ein ETF folgt der Entwicklung ganzer Indizes. (Quelle: Markus Spiske on Unsplash)

Im Gegenteil: Der ETF Handel zeigte im Vergleich zu anderen Marktsegmenten kaum nennenswerte Schwierigkeiten, als der große Abschwung begann. Es scheint zu funktionieren, dass Investoren dank gut regulierter Handelsplätze einen gewissen Schutz genießen. Einige Trader und Börsenbetreiber beobachteten während der ersten Krisenzeit keine besonderen Einbrüche im Bereich des ETF Handels, was für Stabilität spricht.

Auch wer bereits jetzt in ETFs investiert hat und einem Plan mit regelmäßigen Zahlungen folgt, sollte gut darüber nachdenken, ob ein Aussetzen der Raten sinnvoll ist. Die Stabilität der ETFs könnte langfristig betrachtet Vorteile bieten, auch wenn sich kurzfristig im privaten Finanzleben Schwierigkeiten zeigen. Wer aufgrund finanzieller Schwierigkeiten aufhört, wie gewohnt in ETFs zu investieren, bringt sich also unter Umständen um die eigentlich eingeplante Rendite.

Stattdessen kann es eine Möglichkeit sein, für eine kurze Zeit ETFs auf Kredit zu kaufen, um den Anlageplan aufrecht zu erhalten. Wichtig ist es hierbei nur, drauf zu achten, dass die Kreditzinsen und die Kreditraten nicht zu hoch sind. Hier kann es helfen, sich im Internet über mögliche Varianten zu informieren. Hier lassen sich auch schon Kredite ab 500 € finden, bei denen die Wunschrate individuell festgelegt werden kann.

Welche ETFs sind die richtigen?

Die positiven Nachrichten rund um ETFs haben erwartungsgemäß für einen kleinen Boom gesorgt. Exchange Traded Funds scheinen den Höhenflug der vergangenen Jahre weiter fortzusetzen. Auch statistisch lässt sich die Entwicklung gut nachvollziehen: Wurden 2016 weltweit 3.423 Milliarden US-Dollar in ETFs verwaltet, waren es 2018 bereits 4.683 Milliarden und 2019 6.181 Milliarden US-Dollar. Große Sprünge, die für große Beliebtheit sprechen.

Die Möglichkeit, mit Hilfe von ETFs das eigene Portfolio zu diversifizieren und zeitgleich das durch Marktschwankungen entstehende Risiko zu senken, erweist sich in der Krise als begehrt. Aspekte wie die Performance einzelner Wertpapiere oder auch das Management des Portfolios rücken beim Investieren in ETFS in den Hintergrund, wenn es sich um passiv verwaltete Modelle handelt. Zu diesen ist laut zahlreicher Experten ohnehin zu raten.

Schwierig bleibt dabei dennoch die Beantwortung der Frage, welche ETFs nun im individuellen Fall die richtigen sind. Auch wenn es sich um eine gute Methode zur Abbildung ganzer Märkte auf nationalem oder gar internationalem Parkett handelt, ist die Auswahl nicht vollkommen bedeutungslos. Um herauszufinden, welche Exchange Traded Funds interessant sein könnten, lohnt es sich, deren Performance im Zuge der vergangenen Jahre genauer unter die Lupe zu nehmen und zeitgleich zu überlegen, welche langfristigen Perspektiven bestimmte Segmente nach der Krise haben könnten.

Einstieg: Vorsicht ist ratsam

Prinzipiell ist es vorteilhaft, dass der Einstieg in ETFs mit langfristiger Orientierung auch in Krisenzeiten mit konjunkturellem Abschwung eine gewisse Sicherheit bietet. Was sich jedoch keinesfalls lohnt, ist der kurzfristige Einstieg in der Hoffnung, dass sich die Wirtschaft binnen weniger Jahre schlagartig erholt. ETFs dürfen gerne zehn Jahre und länger für Rendite sorgen, darunter bieten sich andere Möglichkeiten an.


Der zeitliche Horizont ist bei ETFs wichtig. (Quelle: Austin Distel on Unsplash)

Gut an der aktuellen Situation ist, dass die Wirtschaft in Deutschland den Abschwung im Zuge der ersten Viruswelle bereits gut überstanden zu haben scheint. Das bedeutet nicht, dass keine negativen Auswirkungen mehr zu spüren sind, den Tiefpunkt aber haben einige Branchen schon hinter sich gelassen. Trotzdem sollten Anleger weiter wachsam bleiben, denn die globale Entwicklung der Pandemie spielt eine bedeutende Rolle. Käme es in Deutschland – so wie in anderen Ländern – zu einer zweiten Welle mit erneuten Einschränkungen und strengen Regeln, könnte dies der Konjunktur in erheblichem Maße schaden und zu jenem Zusammenbruch führen, der nun trotz schauriger Kurzarbeit Zahlen ausgeblieben ist.

Nicht ohne vorherige Überlegungen in den Markt einzusteigen, ist zweifellos die richtige Strategie. Dies gilt sowohl für ETFs als auch für andere Bereiche. Dass Anleger in Zeiten des Anschwungs für ihr Geld sogar mehr ETF Anteile bekommen, ist sicher ein weiteres, gutes Argument.

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DAX daily: Richtungsentscheidung vertagt – wie geht es weiter?

Stefan Jäger

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Im gestrigen Handel ist dem Dax nach der starken Rally zum Wochenauftakt die Kraft ausgegangen. Während der deutsche Leitindex zur Kassaeröffnung noch ein Tageshoch bei 12.859 Punkten erzielte, konsolidierte er im Laufe des Handels und markierte zwischenzeitlich ein Tagestief bei 12.738. Im Tages-Chart ist dadurch eine Inside-Kerze (Inside-Day) entstanden, damit hat der Dax die Richtungsentscheidung erst einmal vertagt. Im Großen und Ganzen haben wir einen ruhigen Handelstag gesehen, an dem der Leitindex schließlich mit einem kleinen Abschlag von 45 Punkten (-0,35 %) bei 12.825 aus dem Handel gegangen ist.

Nach dem starken Anstieg könnte typischerweise ein Rücksetzer starten, der den Dax in Richtung der 12.620 oder sogar bis zur 12.565 führt. Demgegenüber wäre ein nachhaltiger Anstieg über die Marke bei 12.904 (Punkt 1 der Topbildung) ein positives Signal für die Bullen. Im großen Bild sind auch die Marken der Inside-Bar vom Montag bei 12.587 und 12.883 entscheidend, schließt der Dax auf Tagesbasis darunter oder darüber, dann könnte sich folglich ein stärkerer Impuls in die entsprechende Richtung ergeben.

News und fundamentale Daten

Das gestrige Fernsehduell zwischen Trump und Biden verlief typisch amerikanisch. Anstatt mit Fakten zu überzeugen, wurde ein wilder Schlagabtausch daraus. Trump ist Biden immer wieder ins Wort gefallen und hat ihn lautstark unterbrochen, dabei sind Sticheleien und Beschimpfungen in beide Richtungen gefallen. Alles in allem hat sich Biden besser geschlagen als es viele erwartet haben. Einen richtigen Gewinner gab es dennoch nicht – letzten Endes war es viel Lärm um nichts. Die Auswirkungen auf die Aktienmärkte sind dementsprechend gering ausgefallen. Zu Beginn des Duells ging es zum Beispiel im Dax bis an die 12.900er Marke, was aber kurz danach wieder abverkauft wurde. Im Vorlauf der Wahl könnten die Risiken aber nochmal zunehmen, was sich demzufolge auch auf die Märkte auswirkt.

Was die Konjunkturdaten betrifft, ist der heutige Tag das Highlight der Woche, er liefert nämlich einige Trading-Events. Zuerst wurden heute Nacht die Einkaufsmanagerindizes aus China veröffentlicht. Diese haben keine Überraschung geliefert und sind wie erwartet ausgefallen. Vor wenigen Minuten erschienen außerdem die deutschen Einzelhandelsumsätze (Aug). Der Wert liegt mit 3,1 % weit über der Erwartung von 0,4 % (vorherig -0,2 %). Weiter geht es um 9:20 Uhr mit der EZB-Präsidentin, Madame Lagarde äußert sich dann in ihrer Rede zur aktuellen europäischen Geldpolitik. Danach sehen wir um 10:55 Uhr  die Veränderung der Arbeitslosenquote aus Deutschland. Aus der Euro-Zone folgt 5 Minuten später der Verbraucherpreisindex. Das sind schon mal jede Menge Daten, die den Dax auf Trab bringen können.

Damit aber noch nicht genug zudem erscheinen diverse Wirtschaftsdaten aus den USA. Zuerst die ADP-Arbeitsmarktdaten um 14:15 Uhr und gleich danach um 14:30 Uhr das Bruttoinlandsprodukt (Q2). Anschließend sehen wir um 16:00 Uhr die Schwebenden Hausverkäufe, ehe um 16:30 Uhr noch die API-Rohöllagerbestände folgen. Die zahlreichen Konjunkturdaten können für richtig Schwung an der Wall Street sorgen und somit auch den Dax bewegen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Vorbörslich notiert der Dax bereits knapp 100 Punkte tiefer und befindet sich unter dem gestrigen Tagestief. Nachdem wir gestern schon einen Inside-Day gesehen haben, kann dies auch heute wieder passieren. Das bedeutet, dass der Kurs im Bereich von 12.860 bis 12.900er gedeckelt ist und nach unten sogar Platz bis an die 12.600er Marke wäre. In diesem Bereich könnte im Dax eine Range entstehen. Unterschreitet er das gestrige Tagestief bei 12.738, dann liegt im Bereich zwischen 12.700 und 12.685 eine erste Unterstützung. Geht es auch dadurch, dann folgt ein Unterstützungsbereich zwischen 12.630 und 12.620. Dort könnten wieder Käufer einsteigen und den Dax gen Norden befördern. Wenn nicht, dann wird der Bereich an der 12.565 Marke interessant. Auf der Oberseite kam der Dax gestern nicht über den Widerstand bei 12.860 hinaus. Diesen muss er überwinden, um die nächsten Ziele bei 12.904 und 13.000 zu erreichen.

DAX daily: Tagesausblick 30.09. - M30-Chart - Inside Day

Dax Unterstützungen (US):

12.738 – Tagestief 29.09.

12.731 – Pivot Punkt S1

12.700 – vorher mehrfacher WS (H1)

12.629 – Pivot Punkt S2

12.622 – Tageshoch 25.09.

12.565 – Stundenchart

12.522 – Pivot Punkt S3

12.505 – Tagestief 21.09.

12.469 – Gap 25.09.

Dax Widerstände (WS):

12.839 – Pivot Punkt

12.859 – Tageshoch 29.09.

12.872 – Tageshoch 28.09.

12.904 – Punkt 1 Topbildung (Hoch 13.460)

12.913 – 50-Tagelinie

13.000 – psychologische Marke

13.032 – 61,8 % Retracement (Hoch 13.460)

13.116 – Gap 18.09.

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Bis US-Wahl jede Rally „gedeckelt“? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Ist von nun an jede Rally der Aktienmärkte „gedeckelt“, solange die Unsicherheit über den Ausgang und die Folgewirkungen der US-Wahl besteht? So sieht es zumindest die US-Großbank Goldman Sachs. Entscheidend ist vor allem, ob Trump im Vorfeld der Wahl doch noch sagt, dass er auch eine Niederlage akzeptieren würde – was jedoch aufgrund seiner konstanten Kritik an der Briefwahl in den USA eher unwahrscheinlich ist. Gerade angesichts der deutlich steigenden Zahl an Brief-Wählern dürfte die Fersehdebatte zwischen Biden und Trump heute besondere Bedeutung haben, und wenn Biden keine schlechte Figur machen sollte, wäre das für die US-Demokraten schon ein wichtiger Punktsieg. Die Aktienmärkte sind im Vorfeld der Debatte nervös und zappeln hin und her..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

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Indizes

Rüdiger Born: Chancen im Nasdaq

Rüdiger Born

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Im folgenden Video fokussiere ich mich auf verschiedene Szenarien für den Nasdaq, und was im Trading machbar sein könnte. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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