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EU droht USA im Handelskrieg: Kommen eure Autozölle, verhängen wir Gegenzölle über 294 Milliarden Dollar

Redaktion

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Ohhh, die EU drückt den Schalter auf Vollgas. In einer heutigen offiziellen Veröffentlichung geht die EU im Handelskrieg mit den USA auch mit Worten in die Offensive. Man will die aktuell in den USA laufenden „Untersuchungen“ bezüglich der EU-Autoexporte Richtung USA jetzt schon mal aktiv angehen, und nicht warten, bis Donald Trump Autozölle verhängt. Man spricht die Anhörungen im US-Handelsministerium am 19. Juli an, an denen man als EU-Kommission teilnehmen wolle.

Auch spricht die EU-Kommission aktuell ganz klar eine Gegendrohung aus. Führen die USA Zölle auf EU-Autoexporte Richtung USA ein, dann wird die EU massiv antworten mit Gegenzöllen im Volumen von 294 Milliarden Dollar, was 19% der Gesamtexporte der USA im Jahr 2017 entspreche. Das ist eine richtig große Hausnummer. Der Handelskrieg eskaliert. Und gleichzeitig formiert sich von US-Wirtschaftsverbänden immer mehr Widerstand gegen die Eskalation der Zölle durch Donald Trump. Wer wie genau Donald Trump in den USA stoppen kann oder will, ist unklar.

Klicken Sie hier für den offiziellen Kommentar der EU-Kommssion Richtung USA bezüglich deren Untersuchung der EU-Autoexporte.

Wir zitieren hier den offiziellen Text der EU-Kommission für die breite Öffentlichkeit:

Die EU ist der Ansicht, dass sich die Auswirkungen auf die US-Wirtschaft durch die in Erwägung gezogenen Gegenmaßnahmen seitens US-amerikanischen Handelspartnerländer noch verschärfen. Auf der Grundlage der laufenden Untersuchung über Automobil- und Kraftfahrzeugteile nach Abschnitt 232 könnten die US-Maßnahmen eine erhebliche Menge der US-Ausfuhren betreffen, die auf ein Volumen von 294 Mrd. USD (oder rund 19 % der Gesamtexporte der USA im Jahr 2017) geschätzt werden.

Bei der laufenden Untersuchung mangelt es an Legitimität und Faktenbasis. Zudem verstößt sie gegen internationale Handelsregeln, ebenso wie die Untersuchung, die zu Beginn dieses Jahres zur Einführung von Stahl- und Aluminiumzöllen geführt hat. In ihrer Stellungnahme bekräftigt die EU ihre entschiedene Ablehnung der Verbreitung von Maßnahmen, die aus vermeintlichen Gründen der nationalen Sicherheit zum Zwecke des wirtschaftlichen Schutzes ergriffen wurden. Diese Entwicklung schadet Handel, Wachstum und Beschäftigung in den USA und im Ausland, schwächt die Bindungen zu Freunden und Verbündeten und verlagert die Aufmerksamkeit weg von den gemeinsamen strategischen Herausforderungen, die das marktorientierte westliche Wirtschaftsmodell wirklich bedrohen.

Die EU und die US-Industrie sind auf weitgehend unterschiedliche Marktsegmente spezialisiert. In den letzten fünf Jahren waren die Einfuhren aus der EU stabil. Es besteht keine wirtschaftliche Gefahr für die gesunde US-Automobilindustrie, aber restriktive Maßnahmen würden die derzeitigen positiven Trends der US-Automobilbranche untergraben. EU-Autofirmen sind in den USA tätig, exportieren etwa 60% ihrer US-Produktion in andere Länder, verbessern die Handelsbilanz der USA und bieten 120.000 direkte und 420.000 indirekte Arbeitsplätze.

Handelsbeschränkungen dürften zu höheren Vorleistungskosten für die in den USA ansässigen Hersteller führen und damit zu einer Steuer für die amerikanischen Verbraucher werden. Die Auswirkungen potenzieller neuer US-Zölle auf importierte Autos würden durch die wahrscheinlichen Gegenmaßnahmen der US-Handelspartner erheblich verschärft, wie die Reaktion auf die US-Sektion 232-Zölle auf Stahl und Aluminium zeigt.

Bremerhaven Symbol für Handelskrieg mit den USA
Ein Hauptschauplatz im Handelskrieg. Bremerhaven hat den größten Umschlagplatz für die Verschiffung von Autos in Europa. Viel von dem, was hier auf riesige Transportschiffe gefahren wird, landet in den USA. Foto: Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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Gabor Steingart: „Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt“

Claudio Kummerfeld

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Gabor Steingart redet Klartext im folgenden aktuellen Video-Interview mit Mission Money. Er spricht von der Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt, von einer Zinsknechtschaft von noch Ungeborenen. Die heutige Politik erkaufe sich mit der Druckerpresse Ruhe in der Bevölkerung, so lautet eine der Hauptthesen von Gabor Steingart (hier geht es zu Steingarts Morning Briefing).

Gemeint ist damit, dass (so wollen wir es formulieren) Notenbanken und Regierungen derzeit ohne Ende neues Geld drucken und die Staatsverschuldung hochschrauben. Damit werden Rettungspakete bezahlt, die zukünftige Generationen als Schuldenlast erben, und dann abbezahlen müssen. Mit diesem jetzt frisch erschaffenen Geld würden alte Industrien gerettet. Und das nun zwei Jahre laufende Kurzarbeitergeld sei de facto ein Bedingungsloses Grundeinkommen, so drückt es Gabor Steingart aus.

Gabor Steingart plädiert für Abkehr von alten Industrien, und für Aufbruch in die Zukunft

Im geht es im Interview hauptsächlich darum, dass es einen Art Aufbruch in Politik und Gesellschaft geben müsse. Denn derzeit rette Deutschland seine Industrie aus dem letzten Jahrhundert. Man müsse aber in Zukunftstechnologien investieren. So plädiert Gabor Steingart unter anderem dafür die Bildungsausgaben zu verfielfachen. Anfangen könne man zum Beispiel bei deutlich mehr Ausgaben für die Digitalisierung der Schulden. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass die Lufthansa vom Staat gerade 2 1/2 Mal so viel Rettungsgeld bekommen habe als die Schulen in Deutschland für die Digitalisierung.

Die Aussagen von Gabor Steingart sind hochinteressant! Sie sollten sich die 30 Minuten Zeit nehmen. Auch werden im späteren Verlauf des Interviews andere interessante Themen angesprochen, und auch der „Wandel von Journalisten hin zu Aktivisten“. Aber hauptsächlich widmet man sich der bislang verspielten Chance, jetzt massiv in die Zukunft zu investieren. Dabei gibt er sich betont optimistisch, dass Deutschland diese Herausforderung bewältigen könne – man müsse nur endlich mal losgehen, jemand müsse den Startschuss geben.

Gabor Steingart
Gabor Steingart, Ausschnitt aus Originalfoto. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Coronakrise: Die Deutschen entdecken plötzlich Aktien!

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Ziemlich genau ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem die Coronakrise die Aktien auf ihren tiefsten Stand drückten. Anschließend folgte mit einem Lockdown ein einmaliger Stillstand im Berufs- und Alltagsleben der Menschen in Deutschland. Die Konsumenten gaben zwangsläufig weniger aus als vor der Coronakrise, auch unter Berücksichtigung des geringeren Einkommens seit dieser Zeit. Was sie mit ihrem Geld anstellten, ergab eine Umfrage im Auftrag der Postbank – mit teilweise überraschenden Erkenntnissen.

Coronakrise: Die Zurückhaltung der Konsumenten

Wie veränderte die Coronakrise das Konsumverhalten der Deutschen? Dieser Frage ging das Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag der Postbank nach. Die Ergebnisse:

Drei Viertel der Bundesbürger gaben weniger aus als zuvor, am meisten – 82,4 Prozent die 20 bis 29-Jährigen, die geringste Zurückhaltung bei den über 60-Jährigen mit 64,2 Prozent.
Da aber insgesamt die Einkommenseinbußen im Lande aufgrund von Zuschüssen, Kurzarbeitergeld u.a. moderat ausfielen, muss Geld gespart worden sein. Und zwar bei diesen Ausgaben:

  • Urlaub 46,2 Prozent
  • Gaststättenbesuche 39,6 Prozent
  • Hobby 31,7 Prozent
  • Mode 28,1 Prozent …..

Am geringsten waren die Sparmaßnahmen bei:

  • Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten) 14,1 Prozent
  • Lebensmitteln 7,2 Prozent
  • Altersvorsorge 6,5 Prozent

Damit verbleibt ein Viertel der Bevölkerung, welches keine Ausgabenänderungen durchgeführt haben.

Wohin floss das Eingesparte?

Bei der Betrachtung der Sparziele treten doch einige Tugenden der Deutschen zu Tage – auch und gerade während der Coronakrise. Bei den Sparzielen nannten die Befragten:

  • Rücklagen für unerwartete Ausgaben 39,5 Prozent
  • Altersvorsorge 36,6 Prozent
  • Persönliche Muße 31,6 Prozent
  • Rücklagen für Krisenzeiten 28,9 Prozent
  • Erwerb von Wohneigentum 12,5 Prozent
  • Renovierungen 12,0 Prozent
  • Autokauf 11,6 Prozent
  • Rücklagen für Kinder 10 Prozent
  • Fast 13 Prozent konnten oder wollten überhaupt nichts zurücklegen.

Die Überraschung: Engagement in Aktien

Um diese Ziele wie Altersvorsorge und Weiteres zu erreichen, haben viele Sparer ausgerechnet in der Coronakrise mit all den Katastrophe-Nachrichten ihr Engagement in Aktien verstärkt. 3,2 Prozent tätigten zum ersten Mal eine Anlage in Aktien, 7,2 Prozent verstärkten ihre Wertpapierkäufe. Wie bereits schon öfters berichtet, macht 2020 das Sparplanprinzip in Deutschland die Runde. Mit 62 Prozent war die Anlage in Aktien seit dem Ausbruch der Coronakrise das bevorzugte Investment, gefolgt von ETFs (39,8 Prozent), Investmentfonds (22,2 Prozent), Zertifikate (13,9 Prozent), ganz am Ende Anleihen und Optionsscheine. Sollten deutsche Anleger tatsächlich einmal antizyklisch ins Geschäft mit Aktien eingestiegen sein?

Fazit

Auch wenn das gesamte Finanzsystem in einer sehr angespannten Lage ist und man jederzeit mit heftigen Korrekturen rechnen muss (vor allem in den kommenden Jahren) ist die Fokussierung auf Aktien von neuen Anlegern vermutliche keine schlechte Entscheidung. Die finanzielle Repression läuft – und die Zinsen haben nach vier Jahrzehnten ihren Nullpunkt erreicht. Eine (Leit-)Zinsanhebung ist aus faktischen Gründen auf lange Zeit obsolet und Zinsanlagen ergeben (gewollt) keine Rendite.

Aber die Wirtschaft muss weiter laufen, wie nach jeder Krise – und viele Aktien werden ihren Wert behalten, viele Anleihen dagegen nicht. Keiner hat eine Glaskugel. Aber ohne Wirtschaft, keine Einkommen, keine Steuereinnahmen, kein funktionierender Staat und ……kein Aktienmarkt. Banal aber wahr.

In der Coronakrise entdecken die Deutschen plötzlich Aktien

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