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EU-Erfolg: Viele Rabatte – Deutschland zahlt die Zeche

Redaktion

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Bei den jüngst „erfolgreich“ abgeschlossenen Verhandlungen der EU-Partner in Brüssel nach vier ganzen Tagen Marathon-Sitzungen kann man sagen: Man ist sich uneiniger denn je, wo doch offiziell abgefeiert wird. Das Thema Rechtsstaatlichkeit in Ungarn und Polen wurde ignoriert um diesen Kompromiss hinzubekommen. Und die „bösen sparsamen vier Blockierer“ namens Österreich, Niederlande, Dänemark und Schweden, was ist mit denen? Haben die sich nicht doch freundschaftlich in diesem Kompromiss gefügt, aus der Güte ihres Herzens? Ist das nicht ein Zeichen des gemeinschaftlichen Handelns? Falsch.

EU-Rabatte für die „Nörgler“

Die sparsamen Vier haben sich ihr OK zum großen EU-Rettungspaket (750 Milliarden Euro als Kredit und Zuschuss) bezahlen lassen. Und zwar in Form von Rabatten. So muss Österreich zum Beispiel in den nächsten Jahren nach Vereinbarung vom Montag deutlich weniger nach Brüssel überweisen als bislang erwartet. Wien erhält demnach bis 2027 einen Beitragsrabatt von 565 Millionen Euro pro Jahr (statt 137 Millionen). Österreich muss also in sieben Jahren rund vier Milliarden weniger in den EU-Topf überweisen als zunächst angenommen. Sebastian Kurz zeigt sich verständlicherweise begeistert. (hier weitere Details). Der Beitrag Dänemarks Richtung EU steigt. Aber eben nur, weil Großbritannien aus bekannten Gründen als Zahler bald wegfällt. Aber wie die Regierung in Kopenhagen sagt, habe man am Montag einen Rabatt erkämpft, der dreimal so hoch sei wie bisher. Laut den Berechnungen des Finanzministeriums wird der dänische EU-Beitrag laut „Jyllands-Posten“ um 4,5 Milliarden Kronen steigen. Ohne den am Montag ausgehandelten Rabatt wäre die Rechnung für Kopenhagen aber 2,8 Milliarden Kronen höher ausgefallen.

Irgendwer muss ja zahlen

Und wo der eine Geld spart, muss ein anderer die Zeche zahlen. So wie überall im echten Leben auch. Irgendwer muss immer zahlen. Und da Angela Merkel stets als die große verlässliche Streitschlichterin da stehen will, die alle Probleme weg-moderiert, zahlt wer die Zeche? Richtig, der deutsche Steuerzahler. Nicht nur, dass die allermeisten Gelder aus dem 750 Milliarden Euro-Topf wohl Richtung Südeuropa gehen werden, und dass die sparsamen Vier satte Beitragsrabatte erhalten. Deutschland wird fortan noch all das durch höhere Zahlungen Richtung EU-Haushalt abdecken müssen. So hört man von Haushaltsexperten der CDU (siehe hier), dass der deutsche Beitrag zum EU-Haushalt wohl jährlich 45 statt bisher 35 Milliarden Euro betragen werde.

Aber was interessiert das noch bei diesen großen Summen? Und wird das überhaupt jemandem noch auffallen, dass Deutschland nun fortan 10 Milliarden Euro mehr pro Jahr abdrückt Richtung EU-Haushalt? Denn die Steuereinnahmen brechen derzeit eh so stark ein, und die staatlichen Ausgabenprogramme innerhalb Deutschlands zur Unterstützung der Wirtschaft im Zuge der Coronakrise sind so umfangreich, dass es eh auf absehbare Zeit eine immense Neuverschuldung geben wird. Da kann man süffisant sagen: Kommt, dann wollen wir mal nicht so sein, legen wir hier noch mal „Zehne“ oben drauf in Brüssel. Schließlich geht es ja um das gemeinsame europäische Haus? Zum Thema findet man hier auch einen interessanten Kommentar bei „Tichys Einblick“.

Angela Merkel bei den jüngsten EU-Verhandlungen in Brüssel
Angela Merkel beim jüngsten Verhandlungsmarathon der EU. Copyright: European Union

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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Gabor Steingart: „Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt“

Claudio Kummerfeld

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Gabor Steingart redet Klartext im folgenden aktuellen Video-Interview mit Mission Money. Er spricht von der Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt, von einer Zinsknechtschaft von noch Ungeborenen. Die heutige Politik erkaufe sich mit der Druckerpresse Ruhe in der Bevölkerung, so lautet eine der Hauptthesen von Gabor Steingart (hier geht es zu Steingarts Morning Briefing).

Gemeint ist damit, dass (so wollen wir es formulieren) Notenbanken und Regierungen derzeit ohne Ende neues Geld drucken und die Staatsverschuldung hochschrauben. Damit werden Rettungspakete bezahlt, die zukünftige Generationen als Schuldenlast erben, und dann abbezahlen müssen. Mit diesem jetzt frisch erschaffenen Geld würden alte Industrien gerettet. Und das nun zwei Jahre laufende Kurzarbeitergeld sei de facto ein Bedingungsloses Grundeinkommen, so drückt es Gabor Steingart aus.

Gabor Steingart plädiert für Abkehr von alten Industrien, und für Aufbruch in die Zukunft

Im geht es im Interview hauptsächlich darum, dass es einen Art Aufbruch in Politik und Gesellschaft geben müsse. Denn derzeit rette Deutschland seine Industrie aus dem letzten Jahrhundert. Man müsse aber in Zukunftstechnologien investieren. So plädiert Gabor Steingart unter anderem dafür die Bildungsausgaben zu verfielfachen. Anfangen könne man zum Beispiel bei deutlich mehr Ausgaben für die Digitalisierung der Schulden. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass die Lufthansa vom Staat gerade 2 1/2 Mal so viel Rettungsgeld bekommen habe als die Schulen in Deutschland für die Digitalisierung.

Die Aussagen von Gabor Steingart sind hochinteressant! Sie sollten sich die 30 Minuten Zeit nehmen. Auch werden im späteren Verlauf des Interviews andere interessante Themen angesprochen, und auch der „Wandel von Journalisten hin zu Aktivisten“. Aber hauptsächlich widmet man sich der bislang verspielten Chance, jetzt massiv in die Zukunft zu investieren. Dabei gibt er sich betont optimistisch, dass Deutschland diese Herausforderung bewältigen könne – man müsse nur endlich mal losgehen, jemand müsse den Startschuss geben.

Gabor Steingart
Gabor Steingart, Ausschnitt aus Originalfoto. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Coronakrise: Die Deutschen entdecken plötzlich Aktien!

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Ziemlich genau ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem die Coronakrise die Aktien auf ihren tiefsten Stand drückten. Anschließend folgte mit einem Lockdown ein einmaliger Stillstand im Berufs- und Alltagsleben der Menschen in Deutschland. Die Konsumenten gaben zwangsläufig weniger aus als vor der Coronakrise, auch unter Berücksichtigung des geringeren Einkommens seit dieser Zeit. Was sie mit ihrem Geld anstellten, ergab eine Umfrage im Auftrag der Postbank – mit teilweise überraschenden Erkenntnissen.

Coronakrise: Die Zurückhaltung der Konsumenten

Wie veränderte die Coronakrise das Konsumverhalten der Deutschen? Dieser Frage ging das Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag der Postbank nach. Die Ergebnisse:

Drei Viertel der Bundesbürger gaben weniger aus als zuvor, am meisten – 82,4 Prozent die 20 bis 29-Jährigen, die geringste Zurückhaltung bei den über 60-Jährigen mit 64,2 Prozent.
Da aber insgesamt die Einkommenseinbußen im Lande aufgrund von Zuschüssen, Kurzarbeitergeld u.a. moderat ausfielen, muss Geld gespart worden sein. Und zwar bei diesen Ausgaben:

  • Urlaub 46,2 Prozent
  • Gaststättenbesuche 39,6 Prozent
  • Hobby 31,7 Prozent
  • Mode 28,1 Prozent …..

Am geringsten waren die Sparmaßnahmen bei:

  • Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten) 14,1 Prozent
  • Lebensmitteln 7,2 Prozent
  • Altersvorsorge 6,5 Prozent

Damit verbleibt ein Viertel der Bevölkerung, welches keine Ausgabenänderungen durchgeführt haben.

Wohin floss das Eingesparte?

Bei der Betrachtung der Sparziele treten doch einige Tugenden der Deutschen zu Tage – auch und gerade während der Coronakrise. Bei den Sparzielen nannten die Befragten:

  • Rücklagen für unerwartete Ausgaben 39,5 Prozent
  • Altersvorsorge 36,6 Prozent
  • Persönliche Muße 31,6 Prozent
  • Rücklagen für Krisenzeiten 28,9 Prozent
  • Erwerb von Wohneigentum 12,5 Prozent
  • Renovierungen 12,0 Prozent
  • Autokauf 11,6 Prozent
  • Rücklagen für Kinder 10 Prozent
  • Fast 13 Prozent konnten oder wollten überhaupt nichts zurücklegen.

Die Überraschung: Engagement in Aktien

Um diese Ziele wie Altersvorsorge und Weiteres zu erreichen, haben viele Sparer ausgerechnet in der Coronakrise mit all den Katastrophe-Nachrichten ihr Engagement in Aktien verstärkt. 3,2 Prozent tätigten zum ersten Mal eine Anlage in Aktien, 7,2 Prozent verstärkten ihre Wertpapierkäufe. Wie bereits schon öfters berichtet, macht 2020 das Sparplanprinzip in Deutschland die Runde. Mit 62 Prozent war die Anlage in Aktien seit dem Ausbruch der Coronakrise das bevorzugte Investment, gefolgt von ETFs (39,8 Prozent), Investmentfonds (22,2 Prozent), Zertifikate (13,9 Prozent), ganz am Ende Anleihen und Optionsscheine. Sollten deutsche Anleger tatsächlich einmal antizyklisch ins Geschäft mit Aktien eingestiegen sein?

Fazit

Auch wenn das gesamte Finanzsystem in einer sehr angespannten Lage ist und man jederzeit mit heftigen Korrekturen rechnen muss (vor allem in den kommenden Jahren) ist die Fokussierung auf Aktien von neuen Anlegern vermutliche keine schlechte Entscheidung. Die finanzielle Repression läuft – und die Zinsen haben nach vier Jahrzehnten ihren Nullpunkt erreicht. Eine (Leit-)Zinsanhebung ist aus faktischen Gründen auf lange Zeit obsolet und Zinsanlagen ergeben (gewollt) keine Rendite.

Aber die Wirtschaft muss weiter laufen, wie nach jeder Krise – und viele Aktien werden ihren Wert behalten, viele Anleihen dagegen nicht. Keiner hat eine Glaskugel. Aber ohne Wirtschaft, keine Einkommen, keine Steuereinnahmen, kein funktionierender Staat und ……kein Aktienmarkt. Banal aber wahr.

In der Coronakrise entdecken die Deutschen plötzlich Aktien

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