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EU: Soja-Importe aus USA explodieren um 112% – Junckers großer Bluff

Die EU verkündete bislang noch nie explizit Import-Statistiken über Soja als eigene Pressemitteilung. Erst seit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Ende Juli 2018 mit Donald Trump vereinbarte, dass die EU zukünftig deutlich mehr Soja aus den USA kaufen würde, veröffentlicht die EU heute zum zweiten Mal eigene Statistiken für dieses Themenfeld.

Und ohhhh Wunder, heute verkündet die EU-Kommission stolz, dass die Soja-Importe aus den USA im „aktuellen Marktjahr“ Juli-Dezember 2018 in Relation zu Juli-Dezember 2017 um 112% gestiegen sind. Der Anteil von Soja-Importen aus den USA sei in der EU von letztes Jahr 39% auf jetzt 75% gestiegen. Wow, was für ein Wahnsinn. Juncker hat also Wort gehalten, und Donald Trump kann dies als sensationellen Sieg für seine Landwirte verkaufen.

Naja… ganz so glorreich ist dieser Zuwachs an US-Importen nun doch nicht für den Juncker-Trump-Deal. Denn ihre Vereinbarung stammt aus Ende Juli 2018, und der heute präsentierte Zeitraum lautet auf Juli-Dezember. Nun muss man davon ausgehen, dass europäische Soja-Importeure nicht „mal eben so“ innerhalb weniger Tage oder Wochen ganz plötzlich ihre Lieferanten-Verträge mit Brasilianern etc kündigen. Auch die Verschiffung von Waren über den Atlantik dauert ja eine gewisse Zeit! Und auch hat Juncker den privaten EU-Importeuren keinerlei Anreize geliefert um auf US-Importe umzusteigen.

Also kann man davon ausgehen, dass die Zuwächse an Importen aus den USA schon vor dem Treffen der beiden durch eine freie, marktwirtschaftliche Veränderung zwischen Importeuren und Exporteuren zustande kamen. Vermutlich haben schlaue Köpfe in Brüssel gesehen, wie sich die Importströme Richtung US-Soja verlagern, und haben Jean-Claude Juncker schnell  noch empfohlen Präsident Trump einen kräftigen Importzuwachs zu versprechen, der auch ganz ohne politische Vereinbarung sowieso schon in vollem Gange war.

Die EU-Kommission verkauft den Zuwachs heute aber offensiv als Folge der Juncker-Trump-Vereinbarung. Politisch bringt das der EU sicher einiges an Freiraum in Washington, wenn man öffentlichkeitswirksam auf diesen „Erfolg“ hinweist. Donald, wir haben was für Dich getan. Jetzt tue auch was für uns… Zitat EU-Kommission von heute:

These latest significant developments in the second half of 2018 contribute to cementing the U.S.‘ leading position in supplying the EU with soya beans for the entire calendar year, well ahead of Brazil, Europe’s traditional main supplier. In 2018 (January to December), 50% of Europe’s imports originated in the U.S. and 36% in Brazil (37% in 2017).

European imports of U.S. soya beans are bound to increase even further, following the decision by the European Commission to launch the process for authorising the use of U.S. soya beans for biofuels.

Today’s report shows that:

Compared to the first 27 weeks of the 2017 marketing year (July-December), EU imports of soya beans from the U.S. are up by 112% at 5,181,833 tonnes;

In terms of the EU’s total imports of soya beans, the U.S. share is now at 74.5%, compared to 39% in in the same period last year. This puts the U.S. well ahead of Brazil (19%), the EU’s second main supplier, followed by Canada (2%), Ukraine (1,6%) and Paraguay (1%);

EU USA Soja



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