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EU will Google wegen Android an den Kragen

FMW-Redaktion

Kommen schwere Zeiten auf Google (beziehungsweise Alphabet) in Europa zu? Gut möglich, denn Margrethe Vestager, die für den Wettbewerb in der EU zuständig ist, hatte bereits im April vorigen Jahres eine formale Untersuchung gegen Google eingeleitet – damals ging es um die Frage, ob Google mit seiner Suchmaschine eigene Angebote bevorzugt. Heute wird diese Untersuchung nach Angaben Margrethe Vestagers ausgeweitet – diesmal geht es um das Smartphone-Betriebssystem Android.

Google behauptet bekanntlich, dass Android eine freie Software sei. Aber Vestager will nun untersuchen, ob, wie viele Firmen behaupten, der US-Konzern die Entwicklung alternativer Android-Varianten unterbindet durch seine Politik. Ausserdem, so der Vorwurf, benachteilige Google Konkurrenzunternehmen vor allem aus dem Telekom-Sektor systematisch.

Das beginnt offenkundig bei den Apps. Will ein Smartphone-Produzent eine App von Google übernehmen, zwängen die Kalifornier diese Produzenten vertraglich, gleich ein ganzes Bündel an Google-Apps einzubauen – weigerte sich die Unternehmen das zu tun, würden sie ganz von den Apps ausgeschlossen, so deutete heute Vestager an:

„Our concern is that, by requiring phone makers and operators to preload a set of Google apps, rather than letting them decide for themselves which apps to load, Google might have cut off one of the main ways that new apps can reach customers“.

Und die Wettbewerbshüterin scheint optimistisch, diese Dinge wirklich nachweisen zu können – das zeigt schon ihr ausdrücklicher Hinweis auf die Parallelität zu Microsoft, das vor Jahren eine Strafe von knapp 500 Millionen Euro zahlen mußte, weil es andere Media-Player aus seinem Betribessystem Windows ausgeschlossen hatte. Wie damals bei Microsoft, so Verstager, würden so kleine, innovative Wettbewerber klar benachteiligt.

Vor dem Sommer dürfte wohl keine Entscheidung in Sachen Google fallen. Doch selbst wenn der Mega-Konzern verurteilt würde: die Strafe dürften die Kalifornier aus der Portokasse zahlen. Aber für die Zukunft bleibt der Vorstoß der EU dennoch bedeutend, um die totale Dominanz von Google zumindest etwas abzumildern..



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1 Kommentar

  1. Die Nutzer haben es in der Hand. Weshalb bezahlen sie für eine Datenwanze? Zwischen den dominierenden drei US-Anbietern (Google, Apple, Microsoft) gibt es nur marginale Unterschiede. Alle spionieren über die obligatorischen Einbindung der Konten die Nutzer systematisch aus.
    Sollte TTIP kommen, wird der Vorstoß der Kommissarin ganz schnell enden.

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