Devisen

Fluchthafen Dollar, Rezession, Zins-Spread Euro auf 20-Jahrestief – Absturz geht weiter – die Gründe

Der Euro fällt mit 0,9538 gegen den US-Dollar auf ein neues 20-Jahrestief. Der Absturz geht weiter. Ein kurzer Blick auf die Gründe.

Euro und US-Dollar Geldscheine

Heute sehen wir ein neues 20-Jahrestief im Euro mit einem Wechselkurs zum US-Dollar von 0,9538. Der Absturz der Gemeinschaftswährung geht derzeit immer weiter. Aber eigentlich könnte/sollte/müsste der Euro doch steigen, weil die EZB zuletzt zwei Mal kräftig die Zinsen angehoben hat? Nun, das Problem heißt Fed. Die Amerikaner heben seit Monaten ihre Zinsen noch kräftiger an als die EZB, und machen damit den US-Dollar attraktiver. Und derzeit glaubt der Devisenmarkt offenbar daran, dass dieser noch kräftigere Anstieg der US-Zinsen weiterhin einen „Vorsprung“ gegenüber dem Euro-Raum bietet. Und in diesen Zeiten geopolitischer Unsicherheit geht man weltweit derzeit immer stärker in den „letzten großen Fluchthafen“ namens Dollar.

Dazu kommt noch belastend für den Euro, dass die Energiekrise in Europa viel härter zuschlägt als in Nordamerika, wo es genug Öl und Gas gibt. Europa aber muss teuer importieren. Die explodierenden Energiepreise sorgen für eine schnell aufziehende Rezession in Europa. Oben drauf kommt noch das sehr schnell entstandene Handelsbilanzdefizit von EU und Eurozone, weil dank der gestiegenen Energiepreise netto Geld aus Europa Richtung Übersee abfließt. Durch großvolumige Käufe auch von US-Gas wird der US-Dollar nachgefragt. Im Moment spricht einfach alles gegen den Euro. Im Chart sehen wir EURUSD seit Oktober 2021, dazu in orange den Anstieg im EZB-Leitzins – der Anstieg half wie gesagt nicht, weil die Fed ihre Zinsen derzeit noch stärker anhebt als die EZB. Sie müsste kräftig nachziehen in den nächsten Wochen, um dem Euro einen Aufwärtsimpuls zu geben.

Euro im Verlauf der letzten zwölf Monate im Vergleich zum EZB-Leitzins Chart: TradingView



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2 Kommentare

  1. Den Euro können wir glaube ich komplett abschreiben, das wird nichts mehr.

    1. Aber die Amis sind auch nicht sehr glücklich über den jetzt starken Dollar gegenüber dem Euro,

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