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Euro-Desaster: Goldman´s Chefanalyst lag irgendwie brutal daneben

FMW-Redaktion Die EZB hat gestern „nicht geliefert“, wie es der Markt erwartet hat. Keine Volumen-Ausweitung beim QE, und es passierte das, was einige schon erwartet hatten. Die übergroßen Erwartungen der Masse des Marktes war in dem auf 1,0550 gefallenen Euro (EURUSD) schon enthalten. Allen voran hatte Goldman Sachs´s Chefstratege für Devisen Robin Brooks in den […]

FMW-Redaktion

Die EZB hat gestern „nicht geliefert“, wie es der Markt erwartet hat. Keine Volumen-Ausweitung beim QE, und es passierte das, was einige schon erwartet hatten. Die übergroßen Erwartungen der Masse des Marktes war in dem auf 1,0550 gefallenen Euro (EURUSD) schon enthalten. Allen voran hatte Goldman Sachs´s Chefstratege für Devisen Robin Brooks in den letzten Tagen so kräftig gegen den Euro getrommelt wie es nur ging.

Am 26.11. schrieben wir hierzu „Goldman´s Doppel-Prognose – ein Kontraindikator?“

Brooks bezeichnete letzte Woche seine Empfehlung auf einen fallenden Euro zu setzen als Goldman´s TOP-Empfehlung. Ende 2015 werde der Euro gegen den US-Dollar die Parität, also einen Kurs von 1,00 erreichen. 2017 sollte es sogar runter gehen bis auf 0,80. Noch kurz vor der gestrigen EZB-Zins- und QE-Entscheidung prognostizierte Brooks einen kurzfristigen Absturz im EURUSD von 3%. Es kam anders, EURUSD stieg seit gestern Nachmittag bis jetzt um mehr als 3%, von 1,0550 auf heute früh um die 1,09 herum.

Brooks verkündete dann auch gestern er müsse seine These des schwachen Euro überdenken. Wie kann ein „Profi“ wie Brooks, der in der angeblichen Kathedrale des Börsenhandels logiert, so falsch liegen? Mit der Prognose selbst kann man sich irren, aber hätte er nicht beachten müssen, dass alle Marktteilnehmer genau wie er schon seit Monaten von der EZB ständig darauf hingewiesen wurden, dass es zu weiteren Maßnahmen kommen wird? Hätte er als Profi nicht wissen müssen, dass der breite Markt die Erwartungen für eine weitere Geldschwemme bis Donnerstag im Euro-Kurs bereits berücksichtigt hat? Und das ist das Entscheidende. Konnte man als „Profi“ nicht annehmen, dass der Gesamtmarkt die ständigen Hinweise der EZB der letzten Monate schon eingepreist hat?

Euro Dollar Goldman
EURUSD seit Anfang November. Noch kurz vor der gestrigen EZB-Sitzung prognostizierte Goldman einen EURUSD Richtung 1,03. Es kam anders.

Euro Dollar seit Juli
EURUSD seit Juli 2015.

Der Pfeil im unteren Chart zeigt die Abwärtsbewegung des Euro seit Oktober. In den letzten Wochen mehrten sich die Zeichen für ein weiteres Absenken des Banken-Einlagensatzes bei der EZB und für eine Ausweitung des QE, weil diverse EZB-Offizielle in den letzten Wochen auch immer wieder klare Andeutungen machten. Die Einpreisung der weiteren Lockerung der EZB fand also in den letzten Wochen bereits statt, was einige Beobachter öfters erwähnten. Allen voran Goldman Sachs trommelte dennoch voll auf einen noch dramatisch schwächeren Euro- man hatte einerseits wohl mit mehr Lockerung gerechnet, und andererseits, so kann man es vermuten, nicht erwartet, dass der Gesamtmarkt die aktuelle Lockerung schon so kräftig eingepreist hatte.

Brooks schrieb dazu gestern:

„We badly misread this meeting. Even in the unlikely event that today’s Disappointment was a Mistake, we think it has cost enough Credibility that the Euro-down Story we had envisaged is now less likely to play out.“



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5 Kommentare

  1. Anstatt einen der „Göttlichen“zu kritisieren,wären ausgiebige Recherchen angesagt, ab welchem Zeitpunkt&in welcher Grössenordnung die Goldmänner auf einen steigenden €uro gesetzt haben!Die Goldies sind Fleischfresser durch&durch,sie täuschen nur hier&da den Veganer vor!

    1. …Analoges für Edelmetall: Die „Gotteswerkler“ fressen sich vermutlich bereits erheblich mit physischem Gold an, während sie papierenes „Edelmetall“ zusammen mit den anderen „Tempelpriestern“ massiv auf die Futures-Märkte „rotzen und kotzen“. Die Serie von Abwärts-Kerzen spricht Bände, während die Nachfrage nach physischem Edelmetall bereits unübersehbar ansteigt.

  2. Gäbe es eine funktionierende Bankenaufsicht, wäre das Anlass, bei Goldman in die Bücher zu schauen. Euro runter schreiben und in der Handelsabteilung schon mal kräftig kaufen? So was soll es ja schon mal gegeben haben.

    1. Goldman Sucks ist doch immer wieder aufgefallen, dass es seine Jünger auf die falsche Fährte lockt, um seine eigenen Geschäfte dadurch umso profitabler zu gestalten.

      Wer immer noch den Empfehlungen dieser „Banker“ folgt, ist selbst schuld – kein Mitleid.

  3. … da kann man ja nur über die „Volkswirtschaftler“, Betriebswirtschatler“ und alles unseelige Gedankenfleisch grinsen.
    … nix Wissenschaft, alles nur Bauch und irrationales Gedenken –> daraus folgt, keine Ratio, nur Emotio!
    … was kommt nach den Emotionen? –> Katzenjammer und Regen ( aber kein Geldregen) sondern Nässe, die sich auf´s Papier (welche es nicht wert war schlägt! Kxtz, brech, würg über soviel Unfug der „Geld-Gold-Aktien-sonstetwasGurus“!
    vG Ralf

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