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Stärkste Rallye seit 2015 Euro-Dollar: Wie weit geht die Mega-Rallye? – Expertenmeinung

Euro-Dollar: Wie weit geht die Mega-Rallye? - Expertenmeinung
Euro-Dollar. Grafik: michelangeloop-Freepik.com

Angetrieben von einem „Whatever it Takes“-Moment in Deutschland hat der Euro gegenüber dem Dollar seit Freitag massiv an Wert gewonnen und ist von 1,0356 auf aktuell 1,0820 USD gestiegen, ein Plus von fast 4,5 Prozent. Die außerordentlichen Ausgabenpläne Deutschlands bringen die Devisenmärkte durcheinander und geben dem Euro, der vor ein paar Wochen noch kurz vor der Parität zum Dollar stand, Auftrieb. Doch die Rallye muss noch lange nicht vorbei sein, Händler setzen auf einen weiteren Anstieg des Euro.

Mega-Rallye des Euro

Einem Bericht von Bloomberg zufolge ermutigt die beste dreitägige Euro-Rallye seit 2015 Händler dazu, darauf zu wetten, dass die Währung in den kommenden Monaten um weitere 10% steigen wird.

Hedgefonds kaufen Optionen und wetten darauf, dass die Währung in sechs bis neun Monaten bis zu 1,20 Dollar erreichen könnte, so Devisenhändler, die mit den Transaktionen vertraut sind und anonym bleiben möchten. Dieses Niveau wurde zuletzt im Jahr 2021 erreicht.

Euro im Rallye-Modus nach dem Game Changer aus Deutschland
Euro im Rallye-Modus nach dem Game Changer aus Deutschland

Die Stimmung bei den Optionskontrakten, gemessen an den so genannten Risk-Reversals, war für den Euro so optimistisch wie seit fünf Jahren nicht mehr, und Daten der Depository Trust & Clearing Corp. zeigen, dass zwei von drei Optionen in dieser Woche auf einen stärkeren Euro zielten. Damit hat sich der Markt innerhalb kurzer Zeit von einer bearishen zu einer bullishen Stimmung gewandelt.

Game Changer in Deutschland treibt Euro-Dollar nach oben
Euro-Optionen so bullisch wie seit 2020 nicht mehr

Die Gemeinschaftswährung stieg am Mittwoch um 1,5 % auf 1,0789 USD, den höchsten Stand seit vier Monaten, und verzeichnete den größten Dreitagesgewinn seit August 2015, nachdem Deutschland Pläne angekündigt hatte, Hunderte Milliarden Euro für Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben bereitzustellen.

„Für mich geht es zunächst in Richtung 1,12 USD“, sagt Jack McIntyre, Portfoliomanager bei Brandywine Global Investment Management. “Aber wenn ich richtig liege, könnte es noch weiter gehen, bis in den Bereich von 1,20 Dollar.“

 

Schulden und US-Schwäche

Der Game Changer aus Deutschland hat das Bild verändert. Der erwartete historische Anstieg der deutschen Kreditaufnahme und die wachsende Besorgnis über die negativen Auswirkungen aggressiver Zölle auf die US-Wirtschaft stützen den Euro gegenüber dem Dollar und führen zu einem Ansturm der Anleger auf die Gemeinschaftswährung.

Der Euro hat den viel beachteten 200-Tage-Durchschnitt überschritten. Ein Schlusskurs über diesem Niveau würde den technisch orientierten Anlegern weitere Kursanstiege signalisieren und die Tür für einen Test der letztjährigen Höchststände um 1,12 USD öffnen.

Dies steht in krassem Gegensatz zu den Erwartungen zu Beginn des Jahres, als der Euro noch auf dem Weg in Richtung Parität zum Dollar war.

„Die Dynamik des Euro-Dollar-Marktes unterliegt erheblichen Veränderungen“, sagte Julian Weiss, Leiter des globalen G-10-Handels mit Vanilla-Devisenoptionen bei der Bank of America, und stellte fest, dass die Nachfrage nach Euro-Call-Optionen stark gestiegen ist. „Diese Entwicklung könnte den Beginn eines neuen Trends signalisieren, der den mehrjährigen Aufwärtstrend des US-Dollars umkehren könnte.“

Einige Analysten stellen jedoch die Nachhaltigkeit der Erholung in Frage.

„Die Abwertungsdynamik des Dollars könnte sich fortsetzen, und obwohl wir nicht mehr davon ausgehen, dass der EUR/USD-Kurs unter die Parität fallen wird, halten wir eine weitere Stärkung des Dollars nach wie vor für wahrscheinlich“, so Derek Halpenny, Leiter des Devisenresearch bei MUFG.

FMW/Bloomberg



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3 Kommentare

  1. Moin, moin,

    da wird sicher die richtige Aussage dabei gewesen sein. Nichts genaues weis man. Erinnert die Vorhersage der Experten doch etwas an Kachelmannwetter. Für jeden eine Meinung dabei.

  2. Ich habs aufgegeben den Sinn der Marktbewegungen nachvollziehen oder verstehen zu wollen….

  3. Die USA wollen einen schwachen USD für ihre Exporte.

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