FMW-Redaktion
Das wichtigste Währungspaar für das britische Pfund ist Pfund gegen US-Dollar (GBPUSD oder auch Cable genannt). Weniger beachtet, aber im Zusammenhang mit dem Brexit natürlich extrem wichtig für den realen Außenhandel der Briten ist das Währungspaar Euro gegen Pfund (EURGBP). Interessant ist nicht, was die Briten im Zusammenhang mit den Brexit-Verhandlungen zeigen. Interessant ist eher, dass sie fast gar nichts zeigen.
Die Uhr tickt immer schneller hin zum Aussiegstermin, und ein gigantischer Berg an Verhandlungskapiteln wäre eigentlich mit der EU zu besprechen. Aber anscheinend geschieht fast nichts, man kommt kaum voran. Gibt es keine konstruktiven Einigungen mit der EU für ein Handelsabkommen, wird es eben automatisch ein harter Brexit mit Zöllen uvm. Wie genau es kommt, weiß heute noch niemand. Aber die Tendenz bildet der Euro ab, in dem er gegen das Pfund immer weiter aufwertet.
Der folgende Chart zeigt es eindeutig. EURGBP steigt seit Mai von 0,84 bis jetzt auf 0,91. Man muss also immer mehr Pfund aufwenden um einen Euro kaufen zu können. Viele Banken und Broker sprechen schon vom „Run Richtung Parität“, also dass man für 1 Euro 1 Pfund bezahlen muss. Im zweiten längerfristigen Chart sieht man blau eingekreist die Brexit-Abstimmung aus Juni 2016. Seitdem wertet der Euro von 0,78 weiter auf bis jetzt auf wie gesagt 0,91.
Natürlich spielt auch die mögliche Wende der EZB-Geldpolitik eine Rolle, und die nach wie vor latente Vermutung die Bank of England könnte mit ihrer Zinswende noch warten, um die britische Wirtschaft anzuheizen. Nicht nur Broker und Trader, auch große wichtige Namen sehen den Run auf die Parität. HSBC hat seine Vorhersage eh schon bei der Parität für das Jahresende. Morgan Stanley sagt jüngst, dass EURGBP bis März 2018 auf 1,02 steigen werde.
Alles natürlich „ohne unser Obligo“ (Bankersprache). Entscheiden Sie selbst, ob sie auf den fahrenden Zug aufspringen wollen. Man weiß vorher aber nicht, ob er wirklich am Ziel ankommt. Unter dem stetig stärkeren Euro leiden auf menschlicher Ebene zu allererst die britischen Rentner, die sich in Spanien niedergelassen haben. Ihre Rente in Pfund verwandelt sich bei der Überweisung nach Spanien in Euros. Da kommen dann immer weniger Euros an!
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