Devisen

Euro gegen den US-Dollar: Panik treibt ihn über die 1,1400 Marke

Wenn man den aktuellen Chart beim Euro gegen den US-Dollar (siehe unten) betrachtet, dann wird deutlich, wie stark die europäische Leitwährung momentan ist. Diese Situation beobachten wir schon seit Ende Februar. Der Major ist innerhalb von zwei Wochen über 600 Pips gestiegen. Das ist eine Hausnummer und gehört auch am Devisenmarkt zur Seltenheit. Die aktuelle Marktlage beim Euro vs US-Dollar hat nichts mehr mit einem normalen Marktgeschehen zu tun. Wir haben es hier mit Panikreaktionen zu tun: Carry Trades werden rückabgewickelt, der Dollar kommt unter Druck, weil die Fed die Zinsen wohl um mindetens 0,5% weiter senken wird – während die EZB ihr Pulver schon weitgehend verschossen hat. Das Coronavirus ist jetzt endgültig auch am Devisenmarkt angekommen.

Am letzten Freitag wurden die so wichtigen US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Obwohl die Zahlen für den Monat Februar viel besser als erwartet ausgefallen sind (273.000 neue Stellen, erwartet wurden 175.000), konnten diese Nachrichten die Euro-Rally nicht stoppen. Zugegeben, der Kurs hat eine kleine Gegenreaktion erfahren, aber es waren nur die Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende. Insgesamt ist Euro vs US-Dollar zum Wochenabschluss wieder über 70 Pips gestiegen.

Viel Volatilität im asiatischen Handel

Die fernöstlichen Wertpapiermärkte haben heute Nacht alle ihre Talfahrt fortgesetzt. Der Nikkei 225 mit seinen -5% oder der australische S&P/ASX 200 mit -7,33% wurden am stärksten abgestraft. Aber auch die anderen Märkte wie Shanghai Composite oder Hang Seng mussten herbe Verlust hinnehmen. Wenn man sich den Ölpreis anschaut, dann kann einem auch schwindlig werden. Das schwarze Gold hat in der letzten Nacht zwischenzeitlich über 30% verloren und notierte im Tief bei unter 28 US-Dollar. Das hat klaren Crash-Charakter! Vor allem wenn man darüber nachdenkt, dass noch im Januar, als die Iran-Krise alle beschäftigt hat, der Ölpreis (WTI) bei 67 US-Dollar stand!

Auch am Devisenmarkt war es heute Nacht nicht langweilig. Nicht nur der Euro zum US-Dollar, sondern auch die anderen Majors wurden nervös gehandelt. Euro vs US-Dollar konnte seine wichtige Unterstützung bei 1,1285 halten. Der Handel hat mit einem großen Gap auf der Oberseite angefangen, der Euro ist anschließend weiter kräftig angestiegen. Nicht sehr oft kann man in der asiatischen Session beobachten, dass der Major mehr als 100 Punkte steigt. Genau das ist aber heute Nacht passiert. Im Verhältnis zum Freitag ist EUR/USD insgesamt 200 Pips gestiegen. Natürlich haben die schwachen asiatischen Märkte zum größten Teil dazu beigetragen. Die Carry-Trades wurden weiter aufgelöst und das Kapital wird wieder in Euro umgetauscht. Der Devisenmarkt war zuletzt ruhiger gewesen als die Anleihemärkte und Aktienmärkte – aber das ist nun vorbei!

Wie geht es mit dem Euro vs US-Dollar heute weiter?

Aktuell notiert Euro vs US-Dollar wieder im Bereich von ca. 1,1400. Das letzte Hoch von heute Nacht von 1,1493 konnte nicht halten. Der Anstieg war einfach zu schnell und zu heftig. Es hat sich im Chart ein Spike ausgebildet und die Bullen haben sofort ihre Long–Positionen geschlossen. Wir werden weiter mit einem volatilen Euro rechnen müssen. Nach der großen Rally der letzten Tage, sollte man mit Long Positionen vorsichtig sein. Da wir aber mit emotionalen Märkten zu tun haben, sollte man weiter von hohen Schwankungen mit enormer Liquidität ausgehen.

Das Money-Management ist gerade in diesen Tagen konsequent einzuhalten, um unnötige Verluste zu vermeiden. Eines ist klar: Solange die Aktienmärkte weiter crashen, wird der Euro an Stärke gewinnen. Es ist heute nicht ganz leicht, konkrete Limits zu nennen, da die Woche noch sehr jung ist und der Markt sich zuerst neu ordnen muss. Auf der Oberseite befindet sich ein wichtiger Widerstand bei 1,1435 und dann bei 1,1455. Der Daily Pivot Point sitzt bei 1,1285, aber den kann man heute wahrscheinlich vernachlässigen. Bleiben Sie heute besonders diszipliniert und halten Ihre Stopp–Loss Marken ein.

Euro vs US-Dollar im Chartbild

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Der Euro steigt massiv zum US-Dollar, weil die Fed die Zinsen deutlich senken muß



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