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Euro gegen den US-Dollar: Pause beim Dollar-Sturzflug vorbei?

Euro und US-Dollar Scheine Beispielbild

Wie ich in meiner gestrigen Analyse über den Euro zum US-Dollar geschrieben habe, befand sich die Gemeinschafswährung klar im überkauften Bereich, eine Korrektur war daher zu erwarten. So verlief auch die gestrige Handelssitzung. Nachdem der Widerstand bei 1,1380 von den Bullen nicht erobert werden konnte, wurden Long-Positionen geschlossen, der Euro erfuhr die erwartete Gegenreaktion auf der Unterseite. Zu der gestrigen Euro–Schwäche hat vor allem der starke Anstieg der amerikanischen Aktienmärkte beigetragen: Der Dow Jones schloss mit einem dicken Plus von fast 5%, getrieben von Stimulus-Hoffnungen durch die Trump-Administration.

Die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump zu möglichen Steuererleichterungen, um die Folgen des Coronavirus bekämpfen zu bekämpfen, haben nicht nur den Wertpapiermärkten, sondern auch dem US-Dollar frische Kraft verliehen. Euro vs US-Dollar bewegte sich gestern – zum ersten Mal nach den turbulenten letzten Tagen – wieder in einer normalen Range. Der Major hat eine gesunde Korrektur erfahren und notierte in den Abendstunden im Tief bei 1,1277. Als die kurzfristigen Daytrader ihre Short-Positionen geschlossen haben, ist der Euro anschließend erneut leicht gestiegen.

Der Ausblick für den Euro am heutigen Handelstag

Das letzte Low beim Euro vs US-Dollar bei 1,1277 konnte auch in der asiatischen Session heute Nacht erfolgreich verteidigt werden. Die fernöstlichen Börsen kam unter Druck aus Enttäuschung über die vagen Aussagen der US-Administration in Sachen Stimulus sowie wieder aufflammender Sorgen wegen der Coronavirus-Pandemie – all das hat den Euro zusätzlich unterstützt. Obwohl in China die Zahl der Coronavirus Infizierten nicht mehr so stark ansteigt, herrschte an den Märkten erneut Risikoaversion. Bei uns in Europa stehen wir laut Robert-Koch-Institut erst am Anfang der Epidemie, in Deutschland wird erst in den Sommermonaten mit dem Höhepunkt der Covid-19 Erkrankungen gerechnet.

Um die negativen wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus abzumildern, hat die EU jetzt beschlossen, mit 25 Milliarden Euro die Länder zu unterstützen. Zu Gute sollen diese Gelder vor allem dem Gesundheitssektor und dem Arbeitsmarkt kommen. Aber auch mittlere und kleinere Unternehmen sollten von der Finanzspritze profitieren. Welche Auswirkungen diese Reaktionen für die europäische Leitwährung haben werden, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Aktuell (Mittwochmorgen) befindet sich der Euro zum US-Dollar bei ca. 1,1330. Der Kurs konnte sich also in der Nacht wieder gut erholen. Natürlich wird die Entwicklung an den Aktienmärkten weiterhin den Kurs von EUR/USD mitbestimmen. Es ist also ratsam, auch heute den DAX und den Dow Jones im Auge zu behalten.

Aus technischer Sicht hat der Euro vs US-Dollar im kurzfristigen Bereich seine Korrektur auf der Unterseite erfahren. Die Indikatoren liefern aber bereits frische Long-Signale.

Fundamental gilt: die Fed kann die Zinsen noch deutlich senken, während die EZB eigentlich keinen Spielraum mehr  hat – dadurch wird der bisher deutliche „Zinsvorteil“ des Dollars gegenüber dem Euro immer geringer. Daher dürfte der Euro auch weiter in einem Aufwärtstrend zum Greenback bleiben!

Werden wir es heute mit einem technisch oder mit einem fundamental getriebenen Markt zu tun haben? Die nächsten Stunden werden es zeigen. Sollte der Major seine frische Long- Bewegung von heute Nacht weiter ausbauen können, wird die Marke von 1,1385 als erstes Kursziel angesteuert. Sollte auch diese Hürde genommen werden, wird klar die 1,1400 „big figure“ in den Fokus rücken. Darüber hinaus warten auf Euro zum USD die weiteren wichtigen Widerstände bei 1,1435 und dann das letzte Hoch bei ca. 1,1481. Bis dahin ist aber noch ein weiter Weg. Auf der Unterseite dagegen befindet sich die erste signifikante Unterstützung bei 1,1301 und danach bei 1,1277. Der Daily Pivot Point liegt heute bei 1,1338.

Chart für Euro vs US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



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