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Euro im historischen „Whatever it takes“ Rückblick – was danach geschah

Redaktion

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500 Euro Scheine Beispielbild

Mario Draghi gab gestern um 14:30 Uhr in Frankfurt seiner allerletzte Pressekonferenz im Rahmen einer Zinsentscheidung als EZB-Chef. In wenigen Tagen übernimmt Christine Lagarde sein Amt.

An dieser Stelle wollen wir darauf zurückschauen, was ab dem Tag mit dem Euro geschah, als Mario Draghi seine wichtigste Aussage während seiner Amtszeit tätigte. Wenn er auf etwas stolz sei, dann auf die Art und Weise, wie die EZB und er das Mandat ständig erfüllt und abgearbeitet habe. Es sei Teil „unseres“ Erbes nie aufzugeben, so Draghi gestern. Seine „größte Tat“ (wenn man es so nennen will) war sein Zitat „Whatever it takes“ am 26. Juli 2012. Es ging damals darum den Euro zu retten. Und so sagte er damals vor laufenden Kameras, die EZB werde alles tun was notwendig sei (whatever it takes) um den Euro zu retten. Und man könne ihm glauben, es werde reichen, so Draghi als Nachsatz. Ein hammerhartes Notenbanker-Signal für die Märkte – das, wie wir inzwischen wissen, von Draghi nicht mit anderen Notenbankern oder Politikern der Eurozone abgesprochen war (siehe hierzu das Buch von Adam Tooze mit dem Titel „Crashed“). Das war also im Juli 2012. Und was geschah seitdem mit dem Euro?

Euro-Verlauf nach dem legendären Zitat von Mario Draghi

Von da an stieg der Euro gegen den US-Dollar von 1,23 bis Ende 2012 auf einen Kurs von über 1,31 an. Im Mai 2014 erreichte der Euro dann seinen Höhepunkt nach der Draghi-Rede bei genau 1,40 gegen den US-Dollar. Den Kursverlauf sieht man im folgenden Chart, der bis zum Jahr 2010 zurückreicht.

Neben anderen Programmen startete die EZB dann über die nationalen Notenbanken ab 2015 mit ihrem großen Aufkaufprogramm für Staatsanleihen der Eurozone. Die Notenbanken vor Ort kauften dafür jeweils nur die Staatsanleihen ihrer eigenen Länder auf. Bis jetzt hat sich ein Berg im Wert von 2,6 Billionen Euro bei der EZB angehäuft. Zusammen mit Zinssenkungen herunter auf 0 wollte man offiziell die Inflation ankurbeln, was bis dato nicht gelungen ist. Aber man weiß es ja… es ging natürlich auch darum diverse Länder in der Eurozone (siehe Italien) zu retten, weil sonst womöglich nicht genug Kaufwillige für die jeweiligen Staatsanleihen vorhanden gewesen wären. Und mit ihren Käufen senkte die EZB die Zinslast der Staaten massiv, was natürlich für eine enorme Erleichterung sorgte. Mit Zinsen auf 0 und massiven Anleihekäufen schwächt man natürlich seine eigene Währung.

Der Absturz

Ab Mai 2014 fiel der Euro dann deutlich von 1,40 auf 1,20. Ab Start des großen QE-Programms ging es dann weiter runter auf bis zu 1,0470 im März 2015. Von da an verweilte die Gemeinschaftswährung zwei Jahre lang auf diesem tiefen Niveau. Nach einer Erholung bis 2018 auf bis zu 1,25 (Hoffnungen auf die große Zinswende in der Eurozone) kam der Euro aber bis jetzt wieder zurück auf Niveaus um den Kurs von 1,11 zum US-Dollar. Denn nach der Finanzkrise folgte zwar eine jahrelange konjunkturelle Erholung in Europa. Aber ab 2018 war klar, dass die Konjunktur sich sehr stark eintrübt, und dass die EZB die Zinswende abblasen würde. Die Tendenz ging sogar hin zu weiter fallenden Zinsen, was sich ja im September 2019 auch bewahrheitete. Und nun startet nächste Woche das große Anleihekaufprogramm der EZB erneut, nachdem es eigentlich schon ausgelaufen war.

Die Amerikaner hatten mit ihrer Fed nach jahrelangen Niedrigzinsen bereits mehrmals erhöht, und hatten daher jüngst auch wieder Luft um die Zinsen zu senken. Die EZB erhöhte gar nicht erst, sondern blieb durchgehend auf 0. Das Pulver ist sozusagen verschossen – oder will man vielleicht im nächsten Jahr auch den Leitzins ins Negative senken, falls die Konjunkturkrise voll durchschlägt? Unter diesem Szenario sollte/könnte der Euro weiter fallen.

Aber die Frage ist eben, ob auch die US-Notenbank Fed die Zinsen in Richtung 0 absenken wird – und damit den Zinsvorteil des Dollars gegenüber dem Euro eliminiert. Die Fed hat in atemberaubendem Tempo von Zinsanhebung und Reduzierung der Bilanzsumme auf „Autopilot“ im Dezember 2018 auf nun Ausweitung der Bilanzsumme (natürlich kein QE!) und zwei Zinssenkungen (nächste Woche vermutlich die dritte Senkung) diesen Weg wohl bereits eingeschlagen..

Euro vs US-Dollar seit 2010

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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