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Euro könnte auf 1,30 steigen laut Morgan Stanley

Morgan Stanley zeigt aktuell eine Perspektive für einen Euro, der auf 1,30 Dollar ansteigt. Absicherungsgeschäfte sind dabei wichtig.

Euro-Geldscheine
Foto: kstudio-Freepik.com

Vor allem seit gestern erlebt man wieder Dollar-Auftrieb. Aber im größeren Bild sieht man von Anfang März bis Anfang Juli einen Anstieg bei EURUSD von 1,04 auf 1,18 (aktuell 1,1568). Morgan Stanley zeigt aktuell einen Ausblick auf Kurse von 1,30.

Chart zeigt Bewegung von Euro gegen Dollar seit September 2024

Die Rallye des Euro steht laut Strategen von Morgan Stanley vor einem weiteren Schub, da europäische Investoren US-Vermögenswerte in Höhe von fast 4 Billionen Dollar absichern wollen. Das Team um David Adams, der zu den größten Euro-Optimisten an der Wall Street zählt, sagt laut Bloomberg, dass ein Anstieg des Euro über 1,30 Dollar „nicht zu unterschätzen ist”, da Zweifel am Status des Dollar als sicherer Hafen die Anleger dazu veranlassen, sich gegen weitere Schwankungen abzusichern. Diese Prognose liegt sogar noch über dem Wert von 1,27 Dollar, den sie für Ende nächsten Jahres erwarten.

Der Euro stieg in diesem Jahr bisher um 12 %, da erwartet wird, dass Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben in Höhe von Hunderten von Milliarden Euro die Wirtschaft wiederbeleben werden. Die unberechenbare Politik von Donald Trump hat ebenfalls zur Attraktivität der Gemeinschaftswährung beigetragen.

Morgan Stanley schließt sich der Deutsche Bank, BNP Paribas und Barclays an und prognostiziert weitere Euro-Gewinne, da langfristige europäische Investoren, darunter Lebensversicherer und Pensionsfonds, nach Möglichkeiten suchen, ihre Vermögenswerte vor der Volatilität des Dollar zu schützen.

Europäische Investoren halten insgesamt rund 8 Billionen US-Dollar an US-Anleihen und Aktien, davon sind rund 3,6 Billionen US-Dollar ungesichert, so das Team von Morgan Stanley. Selbst eine geringfügige Erhöhung der Absicherungsquote könne „eine große Wirkung haben”, so Adams. Die Bank schätzt, dass Absicherungsgeschäfte im Umfang von rund 400 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von 12 Monaten eine Rendite von 7 % für den Euro generieren könnten.

Er sagt auch, dass es für Investoren mehr Anreize geben werde, US-Vermögenswerte abzusichern, da die Kosten für solche Absicherungen sinken würden, wenn die Federal Reserve die Zinsen senkt. Händler erwarten, dass die Zentralbank im Oktober eine Senkung um 25 Basispunkte vornehmen wird.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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4 Kommentare

  1. Lustiger Versuch von Morgan Stanley den Dollar zu schwächen. Die „Big Beautiful Bill“ werden die Zinsen und den Dollar erstmal steigen lassen.

    1. EURUSD weiterhin im Sinkflug. Da sieht man mal wieder wie Morgan Stanley den Markt verarscht. Die armen Anleger, die nun gestern long in EURUSD eingestiegen sind. Das war doch abzusehen, aber die Profis kassieren mit dem Squeeze nun fleißig ab.

  2. Genau. Wenn Morgan Stanley so reine Prognose veröffentlicht, mag die langfristige Grundrichtung ihrer Ansicht nach, richtig sein. Kurzfristig geht es meist genau in die andere Richtung, weil viele auf den Absicherungszug aufspringen. Den Dollar wegen 7% auf 18 Monate abzusichern, macht keinen Sinn, da die Absicherung über die Hälfte des möglichen Gewinns, wieder auffrisst.

    1. @Kulman, absolut richtig, aber genau diese Effekte nutzen die Profis und „Vermögensverwalter“ und die Bewegungen der letzten Tage waren gigantisch. Deswegen ist es sehr gefährlich unmittelbar auf diese Analysen zu reagieren. Ich bin da jedenfalls immer sehr vorsichtig bzw. „kurzfristig skeptisch“.

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