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Euro mit kleiner Erholung auch dank Christine Lagarde – nur eine Abwärts-Pause?

Claudio Kummerfeld

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Der Euro war gegen den US-Dollar tagelang im Abwärtsmodus. Weil der Dollar so stark ist, und weil im Euro schon seit Tagen die wohl bevorstehende Zinssenkung der EZB eingepreist wird. Kurz nachdem Euro vs USD gestern Mittag mit 1,0926 sein Tief erreicht hatte, setzte die Erholung ein. Danken durfte man es als Euro-Bulle schlechten US-Konjunkturdaten, welche den Dollar schwächten, und somit EURUSD steigen ließen auf 1,0975 heute früh.

Euro mit kleiner Erholung

Heute im Tagesverlauf ging es dann für den Euro weiter bergauf um 40 Pips. Aktuell klettert er auf 1,1030. Bei diesem kleinen Folge-Anstieg halfen heute früh Einkaufsmanager-Daten für Europa, die besser reinkamen als erwartet. Hinzu kommen Entspannungen in Sachen Hong Kong (Massenproteste), was bei Institutionellen den Risikoappetit (raus aus dem Dollar) ein klein wenig erhöht hat. Eine echte Rally oder kräftige Erholung ist diese Bewegung der letzten 24 Stunden natürlich noch lange nicht. In diesem Chart (Euro vs USD seit Mai) sieht man, dass sich der Kurs seit Juni im Abwärtsmodus befindet.

Euro vs US-Dollar seit Mai

Nur eine kleine Pause auf dem Weg nach unten?

Ist diese Erholung im Euro nur eine kleine Pause auf dem Weg zu noch tieferen Kursen als gestern? Dazu möchten wir an dieser Stelle aus einer aktuellen Analyse zum Euro auf investing.com zitieren:

Aufgrund der zuletzt extrem überverkauften Marktverfassung sowie dem recht großen Abstand zu den Glättungen der letzten 38, 90 und 200 Tage war eine Erholung im Währungspaar EUR/USD nur eine Frage der Zeit. Vor dem Hintergrund des im Tageschart ausgeprägten Hammers, dessen unterer Schatten exakt das 78,6% Fibonacci-Retracement des gesamten Aufwärtsimpulses seit März 2016 testete, stellt sich nun die Frage, ob es sich dabei um eine temporäre oder eine nachhaltige Atempause handelt.

Wir hatten auch schon gewarnt, dass man vorsichtig sein soll. Es gibt zwar jüngst Gerüchte, dass die EZB ihre Geldpolitik möglicherweise doch nicht so hart lockern könnte wie erwartet. Nur Zinssenkungen, aber keine neuen Anleihekäufe? Nichts genaues weiß man vorher natürlich nicht. Aber wir können wie gestern nur erneut darauf hinweisen, wie schlecht die Konjunkturdaten und vor allem die Preis-Indikatoren für die Eurozone jüngst waren. Der Druck auf die EZB ist groß einen kräftigen Schritt zu machen.

Lagarde hilft

Abgesehen von den schon genannten Gründen hilft dem Euro ganz aktuell eine heutige Rede der neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde im EU-Parlament, die ja erst im November ihr Amt antreten wird. Zwar müsse die Geldpolitik der EZB locker bleiben. Aber auch die negativen „Nebenwirkungen“ der sehr expansiven Politik der EZB müssten beachtet werden. Die Sorgen der Menschen müssten beachtet werden, so Lagarde. Tja, so kann man dazu sagen: Warme Worte der netten Frau Lagarde. Mehr nicht?

Kurzfristig gibt es also heute ein paar winzige kleine Bausteine, die dem Euro etwas Luft gegenüber dem US-Dollar verschaffen. Ob die Stimmung auch morgen noch anhält? Darauf sollte man nicht sein letztes Hemd verwetten. Es ist gut möglich (aber keinesfalls sicher), dass die wohl lockernde Entscheidung der EZB am 12. September auch in den nächsten Tagen weiter im Euro-Kurs eingepreist wird. Die Glaskugel haben wir auch nicht. Aber momentan ist die Erholung im Euro noch keine wirklich eindeutige Trendwende!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Prognosti

    4. September 2019 17:49 at 17:49

    Meines Wissens hat überhaupt der Präsident der EZB nicht das alleinige Sagen u.wenn Neue kommt,die den Laden noch nicht kennt ,hat sie sowieso weniger Macht.
    Man sollte überhaupt meinen ,dass die „Nordschienen Mitglieder“ ( Zahlmitglieder) irgendwann die Überhand gewinnen.Vielleicht darum schon eine Abschwächung der riesigen Erwartungen.
    Auch sollten noch einige Pfeile für noch schlechtere Zeiten aufgespart werden.Erstaunlich ,dass man die negativen Nebenwirkungen schon viel zu spät überhaupt bemerkt. ( Oder hatte sie Nachhilfestunden bei Markus Krall ? ) Ich meine von 5 auf o% hatte es noch Wirkungen, was unter Null % geht hat nur noch schädliche Nebenwirkungen.

    • Avatar

      Michael

      4. September 2019 20:33 at 20:33

      @Prognosti, soweit ich das bisher verstanden habe, würde mit dem Abgang Großbritanniens das bisher ausgeglichene Interessenverhältnis zwischen der Nord- und Südschiene unter Federführung Italiens zugunsten letzterer verschoben. Persönlich habe ich diesen Ansatz nie verstanden, weil das Königreich eine eigene Zinspolitik mit eigener Währung betreiben kann und bisher auch betrieben hat.

      Tatsache ist, in beiden Ländern herrscht völliges politisches Chaos am Rande zur Paralyse demokratischer Systeme. Das Problem wird durch eigennützige Interessen der paar Visegrad-Staaten zusätzlich potenziert, die letztendlich die undemokratischen Hinterzimmerentscheidungen europäischer Personalpolitik erst verursacht und als faulen Kompromiss ermöglicht haben.

      Das Gleichgewichts-, Kräfte- und Interessenverhältnis im EZB-Rat lässt sich anhand der EZB-Präsidenten und Vizepräsidenten der letzten 16 Jahre gut verdeutlichen. Frankreich und Italien bzw. Griechenland, Portugal, Spanien (amtierend bis 2026). Ich würde es Frau Lagarde sehr wünschen, noch einige Pfeile im Köcher zu haben, befürchte allerdings, dass ihr von ihrem Vorgänger nur Nadeln und Handgranaten hinterlassen wurden.

      Was Frau Lagarde heute sagt, deute ich als nette und nichtssagende, also politische Prä-Antrittsrede und würde dahingehend noch keine 3 Codezeilen ableitbarer Aussagen für die Algos programmieren. Was mich allerdings völlig verwundert, ist die Tatsache einer tagelangen oder besser wochenlangen Einpreisung möglicher EZB-Maßnahmen, während sich monatelange Spekulationen und angebliche Einpreisungen hinsichtlich dovisher FED-Entscheidungen (siehe FED-Fund-Futures) nicht ansatzweise adäquat im USD-Index niederschlagen.

      • Avatar

        Jan

        5. September 2019 10:22 at 10:22

        Hey @leftuti, das mit Frau Lagarde sehe ich ganz anders.

  2. Avatar

    Prognosti

    4. September 2019 21:32 at 21:32

    Ich glaube trotzdem, dass die Lagarde von der Angela zurückgepfiffen wurde. Wenn man die Ernsthaftigkeit des DB -Bosses heute am TV gesehen hat ,muss man annehmen ,dass es den Banken an die Existenz geht.Er bestätigte, dass eine weitere Zinssenkung Null positive Wirkung hätte, während viele Banken in den Abgrund getrieben würden, mit all den Kollateralschäden.In der Börsensprache also ein sehr schlechtes CRV. Bei der sogenannten Griechenland-Rettung, die eigentlich eine EU – Bankenrettung war,hat man sehr viel investiert, jetzt die Banken mit Gewalt zu zerstören, nein soviel Dummheit traue ich nicht einmal den EZB
    Leuten zu, vor allem weil diesmal weit u.breit kein Retter mehr in Sicht wäre.
    Im Hintergrund braut sich etwas zusammen, Hüfner ,ein bis jetzt ewiger Bulle warnt wegen den Devisenturbulenzen, FMW hört die seit langem tickende ETF Zeitbombe, von den Zombifirmen reden wir gar nicht mehr, es gäbe im Moment Gründe für 10 Aktiencrashes, die Algos werden erst ab Minus 40% reagieren.

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Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

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Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

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Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

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Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

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