Devisen

Euro mit kräftigem Absturz – warum der Dax besser läuft als die US-Indizes

Der Euro erlebt einen kräftigen Absturz. Er hilft auch dabei zu ergründen, warum der Dax zuletzt besser läuft als die US-Indizes.

Euro-Geldscheine

Der Dax fällt zuletzt deutlich weniger stark als die Indizes in den USA. Warum? Gehen wir auf eine kleine Spurensuche. Der Euro schmiert seit Wochen brutal ab gegenüber dem US-Dollar. Klar verantwortlich dafür ist die Zinswende in den USA, und der sich damit verstärkende Geldfluss Richtung US-Dollar. Die Tatsache, dass der Euro auch zuletzt immer weiter fällt, beweist: Der Devisenmarkt glaubt nicht daran, dass die von EZB-Chefin Christine Lagarde gerade erst angekündigte Zinsanhebung im Juli besonders kräftig ausfallen wird. Offenbar glaubt man weiterhin daran, dass die laufende US-Zinswende deutlicher fortgesetzt wird, als sie in der Eurozone nun starten wird. Man erwartet also Passivität von der EZB, und so sehe ich das auch.

Dax performt spürbar besser als die US-Märkte

Hier ein kleiner Zinsschritt, und irgendwann später noch mal – aber bitte mit viel Abstand, und immer kleine Zinsschritte? Man will schließlich keine echte Zinswende in Euroland, sondern man möchte wohl eher nur die Öffentlichkeit beruhigen, die auf höhere Zinsen zur Inflationsbekämpfung drängt? Im folgenden TradingView Chart sehen wir für die letzten vier Wochen die Performance des Dax in blau mit -0,88 Prozent. Dem gegenüber sehen wir den S&P 500 auf CFD-Basis mit -9,9 Prozent im selben Zeitraum. Die US-Aktienmärkte sind zuletzt also deutlich schlechter gelaufen aus die deutschen.

Chart vergleicht Dax mit S&P 500 auf CFD-Basis

Euro fällt immer weiter

Im folgenden Chart sehen wir im Verlauf der letzten vier Wochen den Euro, wie er gegen den US-Dollar immer weiter an Wert verliert. Er ist zwar eine seit Monaten laufende Entwicklung, aber schauen wir an dieser Stelle auf diesen kürzeren Zeitraum. Vor vier Wochen noch bei 1,09, sehen wir aktuell EURUSD bei 1,0361. Mit schnellen Schritten nähert sich der Euro der Parität zum US-Dollar. Was das mit dem Dax zu tun hat? Nun, bekanntlich beinhaltet der deutsche Leitindex viele exportstarke Aktien. Je schwächer die eigene Währung (also hier der Euro), desto günstiger werden deutsche Produkte für Käufer in Übersee, die für ihre Einkäufe in US-Dollar zahlen. Die Produkte der Dax-Konzerne werden also vom Preis her im Ausland attraktiver, und die Unternehmen können daher vermeintlich bessere Geschäfte machen. Dies mag aktuell ein Grund dafür sein, warum der Dax mit Blick auf den immer günstigeren Euro besser da steht als der US-Markt.

Natürlich kommt beim S&P 500 und beim Nasdaq zuletzt erschwerend hinzu, dass die US-Zinswende in den letzten Tagen zu einem kräftigen Abverkauf führte. Diese gewisse Abverkaufspanik blieb am deutschen Markt zuletzt aus. Beachten sollte man: Dass der Dax bei schwachem Euro gut läuft, ist eher ein Argument, das machmal greifen kann. Aber es ist kein konstant gültiges Naturgesetz. Überwiegt die Schwäche am weltweiten Aktienmarkt, kann der Dax auch trotz schwachem Euro weiter fallen. Also sollte man sich nicht nur auf eine sich fortsetzende Euro-Schwäche verlassen, wenn man auf einen steigenden Dax hofft.

Chart zeigt fallenden Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten vier Wochen



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2 Kommentare

  1. Ein schwacher Euro/USD verteuert Importe, die in USD bezahlt werden. Also Öl, Rohstoffe, etc. Das ist von der EZB auch so gewollt, denn eine hohe Inflation entwertet die Staatsschulden der Euro Länder. Der eigentliche Auftrag der EZB (Geldwertstabilität) wird ungestraft ignoriert. Schafft die EZB ab!

  2. Die letzten 12 Monate hat der Euro gegenüber dem Rubel um 20% verloren, gegenüber dem Real um 17% !

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